Innenkurve, Außenkurve

25 km war ich heute unterwegs. Nach zwei ätzenden, windigen, verregneten und naßkalten Tagen schien wieder die Sonne, der Wind war nicht mehr so stark und es war mit um die 12 ° einen Tacken wärmer. Da konnte ich doch mal wieder meine inzwischen offensichtlich nur noch einmal die Woche stattfindende sportliche Aktivität starten. Um es gleich vorweg zu nehmen, die 25 km bin ich nicht gelaufen. Zuerst bin ich sieben Kilometern mit dem Fahrrad in die Bornhorster Wiesen geradelt und habe mich dann auf meine Laufpendelstrecke entlang der Hunte begeben.

Ich war gerade losgelaufen als ich bemerkte wie sich ein Binnenschiff von hinten näherte, aufschloß und ansetzte mich ganz langsam zu überholen. Das war mir gar nicht recht, weil es nur geringfügig schneller war als ich und ich gegen den Wind lief. Das heißt, dass ich nach dem Überholen dann entsprechend lange etwas von der Dieselabgasfahne gehabt hätte. Also traute ich mich mein Tempo mal etwas anzuziehen um die Sabine, so heiß das Schiff, nicht überholen zu lassen. Das gelang ganz gut und einige Zeit durfte ich dem Plätschern der Bugwellen lauschen. Bis ich den Vorteil hatte von mir aus gesehen eine Innenkurve der Hunte zu laufen, da blieb Sabine etwas zurück. In der folgenden Außenkurve konnte sie zwar wieder etwas aufschließen, blieb aber bis zu meinem Wendepunkt nach vier Kilometern leicht hinter mir. Dank Sabine bin ich immerhin drei Kilometer mal im 5er-Bereich gelaufen, den schnellsten Kilometer in 5:38, hola die Waldfee 😆

Den Rückweg ließ ich es „ruhiger“ angeben und mit Rückenweg wurde es mir sogar recht warm. Nach 8,2 km, die mir zum Ende etwas anstrengend vorkamen -ich baue wohl langsam ab- war Schluß. Ich kramte Wechselklamotten aus dem Kofferraum…

… und machte mich wieder auf den Rückweg.

Nicht ohne noch am Kleinen Bornhorster See vorbeizuschlenkern. Das „Baden“ beschränkt sich jetzt wieder auf erweiterteres Füßewaschen. Zwar war die Versuchung noch kurz da, einmal in die Fluten zu tauchen, aber der Wind war mir zu kalt um nach dem Bad beim Abtrocknen und Anziehen nicht zu erfrieren :-/ Somit bin ich knapp an einem kleinen Triathlon gescheitert 😉

Nach der kurzen Fußerfrischung rollte ich gegen die tiefstehende Sonne zurück nachhause.

Ca. zwei Stunden war ich im goldenen Oktober unterwegs. Schön war es und hat gut getan.

15 Kommentare zu “Innenkurve, Außenkurve

  1. Lieber Volker,
    Schööön – zwei Stunden Herbstgenuss! 😀
    Also einen Duathlon hast du auf jeden Fall hingelegt. Und das auch noch mit einem (taktisch klug angelegtem) Rennen gegen Sabine. 😉 Ich finde, nach diesem ungeplanten Tempotraining dürfen sich die letzten Kilometer auch ruhig mal angestrengter laufen.
    Wie schön, dass du dem Beine kühlen treu bleibst und wer weiß, vielleicht verleitet dich irgendwann ein milder und windstiller Tag doch noch mal zu einem Herbstschwumm?

    • Liebe Doris,

      zum Beine kühlen werde ich mich immer durchringen können, zu einem kompletten Herbstschwumm werden die Chancen bzw. mein Mut aber auch von der Wassertemperatur her mit jedem Tag schlechter.:-) Vielleicht im April wieder 🙄

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Lieber Volker
    Eine neue Trendsportart! Laufen gegen Hunteschiffe!
    Vor die Innen- und Aussenkurven geben dem Wettkampf noch zusätzlich Spannung. Super gemacht, da hat Sabine dich richtig vorangetrieben!
    Immerhin warst du bist über die Knie im Wasser, ich wäre bestimmt nicht mal mit den Füssen rein.

    Oh, das sieht aber sehr nach baldigen Bauarbeiten aus…. hoffentlich denken die Brückenrenovations-Planer auch an die Läufer und lassen dir eine Lücke frei. 🙂

    Liebe Grüsse aus dem kühl-sonnigen Cape Town!

    • Liebe Catrina,

      „früher“ habe ich mir diese Trendsportart öfters gegönnt, die Binnenschiffe sind aber nicht immer leicht zu besiegen. Sabine war da noch recht leicht zu knacken 🙂

      Die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr starten und vier Jahre dauern. Zumindestens die meiste Zeit soll man die Brücke unterqueren können. Ich hoffe sehr darauf, dass es so ist.

      Liebe Grüße aus dem strahlend sonnig und kühl gewesenen Oldenburg
      Volker

  3. Moinsen,
    ich würde es positiv formulieren: Du hast einen 2/3 Triathlon absolviert :-)! Für deine etwas reduzierten Trainingsumfänge eine beachtliche Leistung! Und dann noch gegen Sabine angetreten! Die dich dann ja zu einem ziemlich flotten Tempo angeregt hat. Ha, das zeigt, man braucht so seine kleinen Herausforderungen.
    Ich staune, dass du auch barfuß Fahrrad fährst! Ich könnte mir das bei gewissen Situationen verletzungsgeneigt vorstellen. Aber andererseits hast du ja inzwischen sehr trainierte Fußsohlen und würdest es sonst nicht machen.
    Ja das Herbstwetter… Ich habe mich auch vorgestern dem Wind entgegen gestemmt. Momentan läuft das bei mir unter Syltwetter … In 4 Wochen können wir es LIVE erleben!!!
    Dass du dann noch mit den Beinen ins den See steigst – alle Achtung, du bist echt ein harter Hund!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Moin Elke,

      eigentlich ist schneller laufen jetzt nicht gerade das richtige, aber was soll`s, man muß sich bei dem wenigen auch mal etwas gönnen.

      Ich betrachte die Verletzungsgefahr beim Radeln nicht höher als mit Flipflops oder Sandalen an den Füßen. Ich habe ja sogar schon einen 70 km-Trip barfuß gemacht.

      Zumindestens mit den Beinen kann ich auch den ganzen Winter über ins Wasser gehen. Aber mit ganz ist jetzt langsam schluß mit lustig 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Moin Volker, Rennen gegen Rheinschiffe mache ich auch oft und gerne, bietet sich hier genauso an wie bei dir und der Hunte. Inklusive Innen- und Aussenkurven 🙂 Einmal wurde ich von einem Steuermann „behupt“, der hatte genau mitbekommen was da am Ufer grade abläuft und sich amüsiert.
    Radfahren und laufen ist doch eine gute Kombi, besonders bei so schönem Wetter, hauptsache draussen sein. Einfach weitermachen. Und im Frühjahr wird wieder vernüftig geschwommen.
    Liebe Grüße, Oliver

    • Moin Oliver,
      flußaufwärts besteht für mich gelegentlich die Chance gegen die Binnenschiffe anzukommen. Flußabwärts wird es schon um einiges schwieriger. Sabine war eine gute Wettkampfpartnerin, da nicht allzu schnell.

      Die Radfahr- Laufkombi hat durchaus Spaß gemacht, so konnte ich meine Outdoorzeit doch gut verlängern 🙂 Das Schwimmen mußt jetzt erstmal etwas warten.

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Wie jetzt, lieber Volker,

    25 km, da haste mehr gemacht, als ich in der ganzen letzten Woche! 😆 Bei uns ist leider wieder was los, was auch dazu beigetragen hat, dass ich das Laufen zurückgestellt habe. … keine Angst, mit mir selbst und uns ist nix! 🙂

    Schön von dir zu lesen, dass du sogar den Kopf frei hattest Sabine in die Schranken zu weisen. … mit gutem Speed! – Aber der Herr an der Hunte ist nun mal der Deichläufer!!! 😉 … und zum barfußradeln haste die richtigen Pedale. Ich würde mir mit meinen die Fußsohlen aufspießen! 😳

    Ob ich da mit ins Wasser rein wäre, vielleicht hätte ich mich auch mit nem Mimimi zurück gehalten??? – Für die „Abhärtung“ ist es sicherlich gut. Da kriegste wenigstens keine Erkältung! 😉

    Habt ihr schon Raureif an den Pflanzen? 😆

    Schönen Gruß an die Brückensanierer, sie sollen dir „gefälligst“ einen Durchschlupf offen lassen!
    LG Manfred

    • Lieber Manfred,

      verständlich, dass Du das Laufen zurückgestellt hast.

      Der Herr an der Hunte ist der Deichläufer, haha, dass sag mal den schnelleren Binnenschiffern und auch den schnelleren Läufern 😉

      Die Pedale an meinem Fahrrad habe ich extra gewechselt, ansonsten hätte ich das gleicht Problem mit dem Aufspießen.

      Ach komm, bis zu den Oberschenkeln hättest Du Dich doch auch noch ins Wasser getraut. So kalt war das noch gar nicht. War ja noch kein Eis drauf.

      Den ersten Nachfrost hatten, den Raureif habe ich aber nur auf den Dächern gesehen 🙂

      Die Brückensanierer legen ersten im kommenden Jahr los, vier Jahre lang wird es dabei teilweise immer wieder Zeiträume geben, wo man nicht drunterdurch kommt. Die meiste Zeit soll es aber möglich sein. Warten wir es mal ab.

      LG Volker

  6. So wirklich galant war das nicht, mein lieber Volker, die vermutlich etwas ältere und korpulentere Dame namens Sabine anzuhängen und uns das als Leistung zu verkaufen 😋

    Aber um auch den männlichen Ernst zu Wort kommen zu lassen: ich finde, der Tag liest sich spitze! 👍

    • Naja, liebe Lizzy, die Dame mag zwar etwas älter und korpulenter gewesen sein, aber dafür heute sie doch einiges an Horsepower in ihrem Maschinenraum. Wenn man sich so einen Motor mal näheranschaut, dann kommt da sein ein kleines Läuferlein doch recht bescheiden daher. Also ist der Leistungsverkauf durchaus gerechtfertigt 😛

      Entsprechend Deiner Definition des männlichen Ernsts, kann ich Dir nur zustimmen 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Lieber Volker,
    soso Sabine hat dich vor sich hergetrieben. Das hat dich ja zu tollen Geschwindigkeiten gebracht! Das Füsse baden ist ja nett, aber dann mit nassen Füssen auf dem Rad zurück? Da wären mir ja die Zehen eingefroren!
    Das Foto mit den vielen Vögeln ist toll!
    Liebe Grüße!

    • Liebe Roni,

      ich lasse mich ja ungerne von der holden Weiblichkeit treiben, aber bevor sie mir anschließend Dieselschwaden um die Nase fächelt, mache ich schon einmal eine Ausnahme 😉

      Der Vorteil des Barfußseins ist, dass die Füße bei etwas Fahrtwind ruckzuck wieder trocken sind, noch bevor sie kalt werden können 😀

      Danke, die ersten Wildgänse sind zum Überwintern wieder da.

      Liebe Grüße
      Volker

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