Zwei Welten

Solange die Sonne scheint und das tut sie zur Zeit ja reichlich und solange das Laufleben nach wie vor eingeschränkt ist, peppe ich meine Läufe nun jeweils mit einem (sehr 😀 ) kurzen Bad im Kleinen Bornhorster See auf. Beim gestrigen dritten Mal zeigte sich auch schon ein kleiner Gewöhnungseffekt oder wird das Wasser einfach nur langsam wärmer? 🙄

16.03.22 mit Schlenker entlang des Großen Bornhorster Sees

Nächster Lauf am 21.03.22

Bei diesem Lauf durften meine neuen Shammas ein zweites Mal „echte“ Kilometer machen. Bislang machten sie nur Strecke, in dem ich sie immer im Laufrucksack mitschleppe 😛 Aber auf dem Rückweg wirkte mein linker Fußballen linksseitig etwas gestresst, nachdem ich auf dem Hinweg über ein Steinchen gelaufen war. Deshalb habe ich per Sandalen für Entlastung gesorgt und dem Shamma-Konto fette 3,6 km hinzugefügt 🙂

Heute gönnte ich mir bei sonnigen 18 ° eine kleine Fahrradtour, nichts wildes, einfach nur zum genießen, schauen, in die Sonne blinzeln und einen vierten Hupfer ins Wasser.

Und nun einmal etwas abseits vom Laufen

Wie das Leben so spielt, lernte ich Anfang des Jahres in den Weiten des WWW Vlad (Name von der Redaktion geändert, mein weiß heutzutage ja nie) aus Russland kennen und wir chatten seitdem alle paar Tage via Telegram. Vlad hat Deutsch studiert und so ist der Austausch völlig problemlos und für mich sehr komfortabel. Wenige Tage nach Ausbruch des Krieges fragte ich wie es ihm geht und bekam zur Antwort:

„Mein Herz bricht und leidet“

Diese rührenden Worte zeigen, dass wahrlich nicht alle Russen mit den Machenschaften eines gewissen Herrn Putin einverstanden sind. Es ist auch für viele Russen ganz schlimm.

Auf der anderen Seite lebt gerade für einige Tage Nadja (auch der Name ist geändert), eine Künstlerin aus der Ukraine, in meiner Wohnung in Berlin. Sie wurde eigentlich von meinen lieben Nachbarn in deren Zuhause aufgenommen. Allerdings kuriert die Tochter meiner Nachbarn gerade ihre Corona-Infektion aus, so dass sie Nadja ein Infektionsrisiko gleich zu Beginn nicht zumuten wollen. So bleibt sie solange in meiner Wohnung, bis die Tochter wieder gesund ist. Meine Nachbarin erzählte, dass Nadja schon viel Schreckliches erlebt hat, bevor sie sich zur Flucht entschlossen hat. Bei meinem nächsten Aufenthalt in Berlin werde ich Nadja kennenlernen und wenn es sich ergibt und paßt, werde ich ihr von Vlads Worten erzählen.

Eigentlich versuche ich ja den Ukraine-Krieg nicht an mich heranzulassen. So ganz scheint es mir wohl nicht zu gelingen. Sobald das Ganze auch nur einwenig ein persönliches Gesicht bekommt, kann es einem aber auch nicht kalt lassen.

14 Kommentare zu “Zwei Welten

  1. Lieber Volker,
    du läufst, du schwimmst (super!!! Es ist der Gewöhnungseffekt, glaub mir 😉 ), du radelst. Und all das bei strahlendem Sonnenschein – da kann man auch mal ein FKK-Foto posten! 😆
    Zumindest steht bei euch noch Wasser auf den Wiesen – hier ist mir die Sonne mittlerweile nämlich sowas von unsympathisch, es ist alles knistertrocken, staubt und verdorrt.
    Schon verrückt, dass für uns das Leben scheinbar so normal weiterverläuft, während ein paar Kilometer von uns Krieg geführt wird. Die Worte deines russischen Freundes wundern mich gar nicht. Die Handlungen eines Politikers müssen und können sich ja gar nicht mit der Meinung der ganzen Bevölkerung decken. 😦

    • Liebe Doris,

      mit dem FKK-Foto hattest Du mich aber geschockt, ich dachte schon, es gäbe auf einem der Bidler etwas unzüchtiges gesehen 😯 😀

      Hier ist es auch schon ganz schön trocken. Einen Tag hatte es zwar mal geregnet, aber das ist auch schon längst wieder verpufft.

      Ich fand die Worte meines russischen Freundes sehr berührend. Leider können die Andersdenkenden sich in Russland nicht so frei und schon gar nicht ungefährdet äußern 😦

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Lieber Volker
    Jetzt bist du aber schon sehr triathletisch unterwegs! Super!
    Deine Lauf-Schwimm-Rad-Bilder sind alle so fröhlich und friedlich. Das mit dem Zwergschafen-Grössenvergleich kriegen wir auch noch hin. Vielleicht müssen wir Torsten motivieren wieder mal mitzukommen und sich neben den Schafen zu stellen.

    Ich bin sicher, dass es ganz viele Vlads gibt. Hoffentlich kennen sie sich auch untereinander und können sich gegenseitig Mut machen. Das finde ich toll, dass du deine Wohnung für Nadja zur Verfügung gestellt hast. Mein Bruder und seine Frau haben auch zwei Ukrainerinnen aufgenommen (Mutter und Tochter). Mal sehen, wie es weiter geht.

    Geniesse weiterhin deine wohltuende Frühlings-Triathlone!

    • Naja, liebe Catrina, eine Triathlet schwimmt aber richtig und trödelt weder beim Laufen noch beim Radfahren 😀

      Torben hat es leider mit dem Knie, da fällt er für den Größenvergleich leider erst einmal aus 😦

      Ich vermute, dass es mit dem sich gegenseitig kennen und unterstützen ist in Russland wohl leider nicht so einfach ist. Großen Respekt für Deinen Bruder und Deine Schwägerin!

      Der Frühling soll in den kommenden Tagen erst einmal pausieren. Mal schauen, ob ich mich dann zu allen drei Triathlon-Disziplinen durchringen kann 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Moinsen,
    auch wenn es frühlingshaft warm ist, sich dann in einen See zu stürzen, das ist echt eine Herausforderung, vor der ich mich ohne zu zögern drücken würde. Du bist da echt hart im Nehmen, klasse! Sicher hat es einen guten gesundheitlichen Effekt, Durchblutung, Abhärtung.
    Und dann noch dynamische Laufbilder wie eine Studie im Kurvenverhalten oder Flugeigenschaften mit Shammas und schöne stimmungsvolle Landschaftsbilder aus dem Norden. Darauf einen Tee!
    Weiter so Volker, schön zu sehen, wie du draußen Spaß hast!
    Wie das Leben so spielt, dass du zeitgleich einen Russen und (zumindest virtuell) eine Ukrainerin kennen gelernt hast. Ach, was für traurige Zeiten…. Entsetzlich, dass ein Machthaber den Hals nicht vollbekommt und solches Leid anrichtet.
    Liebe Grüße
    Elke

    • Moinsen liebe Elke,

      Du bist ja im Höhenmeterrausch, da brauchst Du Dich ja nicht auch noch in die Fluten stürzen 😉 Paßt schon! 😀

      Ja, dieses wunderbare Shamma-Flugbild mußte ich einfach zeigen. Darauf habe ich in den vergangenen Tagen schon literweise Tee getrunken 😆

      Ja, das in einem Abstand von ein paar Wochen gerade zu dieser Zeit gerade zwei Menschen aus diesen Ländern in mein Leben treten ist schon mehr als kurios. Hoffen wir, dass dieser Albtraum für alle bald ein Ende hat.

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Die Ukraine ist irgendwie immer im Hintergrund und relativiert gerade vieles, was man so tut. Dennoch ist Angst auch keine Lösung.

    • Angst ist immer ein schlechter Radgeber. Man kann nur hoffen, dass am Ende doch irgendwie die Vernunft siegt. Auch wenn es zur Zeit icht danach aussieht.

      Viele Grüße
      Volker

  5. Moin Volker, auch ich erkenne da ein leichtes Triathlon-Muster in deinem sportlichen Leben, vor allem in einer sehr guten Dosis, nichts übertreiben und den Spaß behalten. Mach schön weiter so, sehr erfreulich das mit anzusehen.
    Und abseits des Laufens: beim Thema Krieg ist überhaupt nichts erfreulich, nur erschütternd. Ich finde es großartig dass du deine Wohnung zur Verfügung stellst. Und ja, sehr viele Russen sind nicht Herrn Putins Meinung, wir können alle nur hoffen dass dieser Albtraum bald vorüber ist.
    Liebe Grüße, Oliver

    • Moin Oliver,

      das ist aber wirklich ein sehr sehr leichtes Triathlon-Muster 😆 Der Frühling soll ja erstmal ein paar Tagen Pause machen, könnte sein, dass da die Lust und Laune zum Schwimmen und Radeln noch einmal kurz gedämpft wird. Aber wenn hoffentlich nur kurz.

      Mein Großmut ist ja nicht allzu sehr gefordert. Nadja zieht ja in Kürze zu meinen Nachbarn. In Sachen Corona war meine Wohnung in den letzten Wochen schon häufiger Notnagel 😀

      Ja, wir können nur hoffen, dass der Albtraum bald zu Ende ist. Für uns alle, aber in erster Linie natürlich für die Ukrainer und auch für die Russen.

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Lieber Volker,

    bist du Weltenwandler und kannst zwischen den Realitäten wechseln? 😥 Im 2. Fall wäre es sehr schön, man könnte einfach abtauchen und es nicht wahr sein lassen!

    Ach, Mensch, es ist sooo unendlich traurig und man sitzt in eigenen, friedlichen 4 Wänden und kann kaum helfen. Wir hoffen, dass Spenden ankommen und gut verwendet werden können, wie die über unsere Kirchengemeinde und unsere Hilfsorganisation ADRA! Oder die für Willkommensbeutel für die Flüchtlinge, die unsere Kirchengemeinde in ihren Räumen aufgenommen hat.

    Toll, dass du auch deine Wohnung zur Verfügung gestellt hast!

    Eine Nachbarin ist Ukrainerin, die hofft, dass es ihre Verwandten nicht trifft, da sie noch weit weg vom Kriegsgeschehen leben. Sie und ihr Mann haben schon 6 Lieferwagen und 2 LKWs voll von Hilfsgütern gesammelt und in die Ukraine geschickt. Über ihre Verbindungen kann sie davon ausgehen, dass sie auch ankommen.

    Versuchen wir den Kopf oben zu behalten. Es hilft ja niemandem, wenn wir uns selbst mehr als nötig belasten! … nur relativiert der Krieg gerade vieles, was man so tut! Da hat Jörg recht!

    Bleibe bitte bei deinem Fitnesstraining, hin zum Triathleten, mit kurzen Laufstrecken, Radausfahrten und Schwimm-Abhärtungs-Einheiten! 😉

    Ganz liebe Grüße vom Manfred aus dem Südhessischen

    • Lieber Manfred,

      wir können doch nach zwei Jahren Corona-Wahnsinn nicht jetzt auch noch wegen dem Ukraine-Krieg unser Leben massiv belasten. Ruckzuck ist es vorbei und geholfen ist damit auch keinem. Empathie zeigen, helfen wo es möglich ist, daneben aber das eigene Leben nicht vergessen. Und dazu gehören wir mich auch meine kurzen Laufeinheiten, das Lebensgeister weckende Baden und das radelne Sonne genießen.

      Ganz liebe Grüße zurück aus dem Nordwesten
      Volker

    • Liebe Lizzy,

      der Großmut ist ja überschaubar. Es handelt sich ja nur um ca. eine Woche und meine lieben Nachbarn nehmen sie danach direkt zu sich auf.

      In den vergangenen Wochen war meine Wohnung aber schon zwei weitere Male Notnagel in Sachen Corona. Einmal zum Auskurieren und einmal als Quanrantäne-Quatier 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

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