Bescheidenheit

Heute ist der 17. Juni. Früher war das bei uns ein Feiertag, der Tag der deutschen Einheit. Den gibt es zwar immer noch, aber er wird jetzt am 03. Oktober begangen. Trotzdem war der heutige 17. Juni für mich ein Feiertag, ein ganz persönlicher. Es war nämlich einfach ein richtig guter Tag!

Heute morgen war ich um 9:00 Uhr im Schwimmbad und es gelingt mir inzwischen schon fast immer die 25 m-Bahn recht sauber durchzukraulen. Ein paar Hinweise von Torben und auch schon mündlich von Detlef, der mir das Kraulen noch mal ausführlich zeigen und beibringen will, waren sehr hilfreich. Detlef ist allerdings für drei Wochen in Urlaub, so dass wir noch nicht gemeinsam ins Wasser gehen konnten.

25 m durchzukraulen mag zwar manche zum Schmunzeln bringen, aber für mich ist das ein Grund zum Feiern. Zumal ich heute so einige Bahnen kraulen konnte. Sie zu zählen ist mir allerdings nicht gelungen 😆 Dieser Erfolg stellte sich sogar ein, bevor die erste 10er-Karte leer ist, dass ist sie erst beim nächsten Mal 🙂

So bin ich happy vom Schwimmbad nachhause geradelt und habe den Elan dazu genutzt, mich am Nachmittag noch einmal auf`s Rad zu schwingen und in mein Laufrevier zu fahren. Dort bin ich dann das erste Mal nach gut zwei Monaten wieder gelaufen. Satte 4 km im fetten 6:51iger Schnitt. Aber hey, ich bin gelaufen! Auch wenn es sich aufgrund der Schwüle nicht so supertoll angefühlt hat und mir vier Kilometer echt lang vorkamen 😆

Danach bin ich dann noch zum Kleinen Bornhorster See geradelt. Hier war ich durch das Üben im Schwimmbad schon einige Wochen nicht mehr. Nachdem ich ins Wasser gegangen bin und noch einmal einwenig rumgekrault bin, habe ich auch gleich wieder die Vorzüge des Schwimmbades zu schätzen gewußt. Das Wasser war sehr trüb und man konnte nicht zum Grund gucken, mir fehlte jede Orientierung und so gelang es mir nicht vernünftig Kurs zu halten. Da der See sehr schnell sehr tief abfällt, wollte ich nicht zu weit rausgeraten und anderseits auch nicht in die Nichtschwimmerabgrenzung schwimmen. Ein schwieriges Unterfangen. Wie praktisch sind da doch Kacheln am Schwimmbadboden 😎

Nichtsdestotrotz bin ich auch dort halt noch etwas geschwommen, habe mich von der Schwüle erfrischt und bin dann entspannt nachhause geradelt.

Zu guter Letzt zeigen die obigen Bilder, dass es meiner Digi-Cam wieder gutgeht. Damit war nicht unbedingt zu rechnen. Ihre erste urkundliche Erwähnung auf diesem Blog fand sie vor acht Jahren, somit dürfte sie noch etwas älter sein. Vermutlich ist es dieses Alter, was ihrer Wasserdichtheit inzwischen abträglich geworden ist. Als ich sie vor zwei, drei Wochen einmal mit ins Schwimmbad nahm, ist sie nämlich abgesoffen. Sie wollte partout keine Aufnahmen machen und als ich die SD-Karte rausnahm, hingen an dieser Wassertropfen. Auch eineinhalb Wochen später sah es noch so aus:

Sie ging zwar noch an, aber das war es auch. Da erinnerte ich mich, dass Jens so kleine Uhrmacher-Schraubenzieher hat, schraubte sie auf, baute sie auseinander, ließ sie trocknen, baute sie wieder zusammen und siehe da, sie tut`s wieder 😀

Also: Ich kraule relativ entspannt 25 m am Stück, nutze das Fahrrad um mich zum Schwimmen, zum Laufen und sonst wohin transportieren zu lassen, bin vier Kilometer gelaufen und meinem Kamera-Schätzchen (ins Wasser muß sie jetzt nicht mehr) geht es wieder gut. All diese bescheidenen Erfolgserlebnisse machen mich gerade sehr zufrieden und ich hatte einen richtigen guten Tag. In aller Bescheidenheit, ich hätte gerne mehr davon 🙂

12 Kommentare zu “Bescheidenheit

  1. Lieber Volker,
    jede und jeder, der nicht im zarten Kindesalter kraulen gelernt hat oder ein Sportwunderwuzzi ist, kann sehr, sehr gut nachvollziehen, wie du dich über die durchgekraulten 25 Meter freust. Ich kann mich noch soooo gut daran erinnern, wie das bei mir war! Und wenn dir immer wieder 25 Meter gelingen, bist du auf einem super Weg. Da kannst du wirklich stolz auf dich sein ❗
    Hey und dann noch ein erster Wiedereinstiegslauf – wie toll ist das denn! 😀
    Hach das freut mich für dich, dass du dich heute so freuen konntest! Bitte mehr davon und jetzt genieß erst mal den Abend. 🙂

    • Liebe Doris,

      Du hast es ja schon erfahren, dass der Knoten inzwischen schon etwas geplatzt ist. Morgen früh geht es wieder ins Schwimmbad und ich freue mich drauf. Wer hätte das je geahnt 🙂

      Tags drauf konnte ich mich auch wieder so freuen, der CSD war in diesem Jahr einfach der Wahnsinn. Mal sehen, was jetzt noch so kommt. So langsam habe ich das Gefühl mich auch mal wieder richtig freuen und optimistisch sein zu können 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Lieber Volker,

    was kann ich denn machen, um dir mehr Erfolgserlebnisse zu bescheren? – Gerne würde ich dazu beitragen, dass sich solche Tage wiederholen und dabei der Abstand zwischen ihnen immer kürzer wird! 😉

    Jetzt aber erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Feiertag. Da ist dir vieles gelungen. Beim Schwimmen brauchst du ja einfach nur weiter zu üben und wenn Detlef aus dem Urlaub zurück ist, bekommst du noch Unterstützung zur Verbesserung deiner Schwimmtechnik! Toll!

    Was das Laufen angeht hoffe ich, dass auch hier der Knoten geplatzt ist. Bleibe dabei, Geduld zu haben und langsam aufzubauen. Das Radeln hält dich nebenbei auch noch fit und hilft verbrennen. 😉

    Geht doch! Lass den Feiertag nachklingen und feire schön am WE!

    Liebe Grüße Manfred

    • Lieber Manfred,

      Du bist ja ein bisschen weit weg um mir aktiv Erfolgserlebnisse zu bescheren, aber es ist schon immer schön, hier Deine mentale Unterstützung zu erfahren.

      Gestern bin ich für mich völlig unfassbar 500 m gekrault. 25m-Bahn für 25m-Bahn. Nach jeder Bahn eine kurze Pause, es hat irrsinnig viel Spaß gemacht.

      Samstag war CSD in Oldenburg und auch das war ein wunderbarer Tag. Du siehst, im Moment scheine ich eine Serie zu haben 😀 Nur das Laufen habe ich noch kein weiteres Mal versucht, da wird es wohl noch etwas dauern bis der Knoten platzt.

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Lieber Volker,

    ich kann das total gut nachvollziehen – ich bin auch immer stolz wenn ich eine 25 yard Bahn gut kraulend schaffe, es ist ja wirklich nichts für Bewegungelegatheniker wie mich das Schwimmen. Gut gemacht! Übrigens viele Sportuhren können die Bahnen für dich zählen im Schwimmbadmodus!

    Aber mindestens genauso toll ist ja, dass du heute wieder Laufen konntest!! Es fängt ja immer wieder klein und langsam an, aber das ist doch ganz ganz grossartig. Das Barfussläuferfoto erfreut mein Herz!!

    Feier schön weiter!

    • Bewegungslegastheniker, so bezeichne ich mich auch immer, liebe Roni 😀 Wir können uns da die Hand reichen, auch wenn es gestern mit dem Kraueln richtig gut geklappt hat, nur die Beine haben ihre Rolle noch nicht so richtig gefunden 🙂 Sobald ich mich so richtig ins Schwimmen reingefunden habe, werde ich mir so eine Sportuhr auch zulegen. Geht ja gar nicht, dass meine Heldentaten nicht auch dokumentiert werden 😆

      Gelaufen bin ich noch nicht wieder. Da stimmt für mich das Gefühl noch nicht so richtig. Aber die paar Kilometerchen, die ich mir irgendwie zusammenkratze, werden natürlich barfuß gelaufen 🙂

      Gefeiert habe ich die Tage ordentlich, in Oldenburg war z. B. auch noch CSD. Puh, man ist nicht mehr der Jüngste 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Yay!
    Gratuliere zu den 25m Kraul-Strecken, lieber Volker!
    Ich kann dein Jubeln sehr, sehr gut nachvollziehen. Und das mit Zählen auch…ich bin froh, dass meine Garmin das für mich übernimmt. Sonst hätte ich kleine Steine an das Beckenrand gelegt und nach zwei Strecken jeweils einen Stein in einen Becher geworfen. Aber ich bin nicht mal sicher, ob ich das richtig gemacht hätte…

    Und dass du deine 8-jährige Digi-Cam flicken konntest finde ich beeindruckend. Jetzt weiss ich, wer mir Reparaturtipps geben kann, falls ich die brauche. 🙂

    Ich hoffe, dass wir noch viele solche Triathlons von dir sehen werden – der Sommer hat ja erst angefangen.

    Liebe Grüsse aus dem sonnigen Zürich!

    • Liebe Catrina,

      gestern konnte ich sogar 20 x 25 m kraulen, immer mit einer kleinen Pause dazwischen und das Zählen ist mir auch gelungen. Aber so eine Uhr möchte ich in naher Zukunft auch haben. Jetzt wo ich mir doch erstmal keine neue Digi-Cam kaufen brauche, kann ich das Geld ja dafür ausgeben 😆

      Mal sehen, laufen, radeln, schwimmen, es wird wohl diesen Sommer alles dabei sein. Aber immer schön einzelnd 😀

      Liebe Grüße aus dem sonnigen Oldenburg
      Volker

  5. Lieber Volker,
    ach was liest sich das schön, freut mich sehr für dich. Lauter Pluspunkte hast du gesammelt auf ganzer Linie. Ich finde, solche Tage, wo alles passt und die einen so richtig zufrieden abends in die Heia gehen lassen, die unbezahlbar! Stimmt, müsste man öfter haben.
    Tja, und deine Cam, die ist noch von altem Schrot und Korn, die steckt so ein Schwimmerchen eben einfach weg.
    Es gibt da den Spruch: „Man sollte nicht versuchen, dem Leben mehr Stunden zu geben, sondern den Stunden mehr Leben.“ Genau das ist es!
    Und du hast den tollen Vorteil, dass du deine Zeit ziemlich frei von Berufsstress nach eigenem Gutdünken einteilen kannst, welch eine Freiheit!
    Ich wünsche dir noch ganz viele solche wunderbaren Tage!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Stimmt, liebe Elke,
      solche Tage sind unbezahlbar. Vorallem nach so einer extrem schweren und trostlosen Zeit, wie sich für mich die letzten Monate wenn nicht gar Jahre dargestellt haben. Ich bin sehr sehr glücklich, dass es inzwischen wieder diese guten Tage gibt. Der Samstag folgte auf dem Fuße, mit einem tollen CSD und der gestrige Montag mit einem Wahnsinnserfolg und Spaß beim Schwimmen.

      Da paßt der Spruch wie Faust aufs Auge und diese neue Freiheit ist diesbezüglich mehr als ein Segen, wenn auch immer noch sehr ungewohnt.

      Danke Dir und liebe Grüße
      Volker

  6. Moin Volker, es sind die vielen kleinen Dinge die unsere Tage größer machen 🙂 Das alles liest sich sehr gut und vor allem: endlich wieder laufen! Ich wünsche Dir dass es jetzt fein so weitergeht, liebe Grüße, Oliver

    • Du sagst es, lieber Oliver! Ich bin noch nicht wieder gelaufen, irgendwie fühlt sich das noch nicht so richtig an und die malade Ferse schwingt im Hintergrund noch immer mit. Aber das Schwimmen lenkt mich in einer nicht für möglich gehalten Weise ab. Darüber bin ich erstmal sehr sehr froh.

      Liebe Grüße
      Volker

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