Zerstörungswut

Der Winter hat früh Einzug gehalten und was Robert Habecks und aller Energiekunden Schrecken ist, hat durchaus seine schönen Seiten. Raureif hat das Land überzogen und hellt selbst trübe Tage mit bezaubernden Ausblicken auf.

Wenn aber die Sonne strahlt bekommt das Ganze noch einmal ein ganz anderes Gesicht und so wurde tagsdrauf bei meinem zweiten Lauf das Laufen vor lauter Gucken und Fotografieren fast zur Nebensache. Winter in seiner schönsten Form.

Getrübt wurde der Traum nur durch eine Beinahe-Bruchlandung. Als ich auf den Großen Bornhorster See zulief, blieb ich in einem bodennahen Weidedraht hängen, den ich schlicht und ergreifend nicht gesehen habe. Ich konnte mich nur mit Ach und Krach abfangen um nicht auf dem gefrorenen Boden aufzuschlagen. Allerdings schnitt sich der Draht ordentlich ins Bein ein.

Der Übeltäter

Fünf Tage später präsentiert sich die „Schnittstelle“ so:

Übernacht ist es wärmer geworden und es fing an zu regnen. Sonne sowie Winterwunderwelt sind ruckzuck wieder verschwunden und ich habe bei meinem heutigen Lauf auf Rache gesonnen. Normalerweise vergreife ich mich nicht an Anderleuts Eigentum, aber da ich auch keine andere Möglichkeit sah die Gefahrenstelle zu beseitigen, schnitt ich den Draht mit einem mitgeführten Taschenmesser durch. Auf dem vierten Bild sieht man den Trampelpfad durch den Durchlaß im Zaun. Da sind also häufiger Menschen unterwegs und es muß ja nicht wirklich erst jemand zu Fall kommen.

Nach meinem zerstörerischen Akt tauchte ich noch einmal die Füße in den Teich und setzte dann meinen Lauf Nr. 3 fort. Solange man mir kein Bein stellt, scheint es erstmal zu laufen 😀

9 Kommentare zu “Zerstörungswut

  1. In der Kategorie „Traumhafte Winterfotos“ gewinnst du gerade, lieber Volker. Mein Lieblingsbild ist das mit den vier weissen Bäumen im besonnten Feld. Wunderschön!

    Dass du dich jetzt (mit einem Schweizer Taschenmesser!) im Vandalismus übst, kann ich gut verstehen. Jetzt hast du erst mal für Ordnung gesorgt.
    Deine Wunde nach 5 Tagen sieht immer noch recht krass aus… und SO NAHE an der Achillessehne!

    Lauf Nr. 3… das klingt sehr gut und freut mich. Geniesse es!!

    • Haha, liebe Catrina, wir teilen das selbe Lieblingsbild 🙂

      Das Schweizer Taschenmesser ist nur genial und bei einem Lauf auch noch gefahrlos zu transportieren 🙂 Es macht im wahrsten Sinne des Wortes den (Lauf-)Weg frei 😎

      Ich bin wirklich froh, dass der Draht sich nicht noch tiefer eingeschnitten hat, dann wäre es mit dem Laufen schon wieder gewesen.

      Genießen? Und wie! 😀

      Liebe Grüße aus dem regnerischen Oldenburg
      Volker

  2. Lieber Volker,
    uiuiui, jetzt weiß ich was mit denen passiert, die sich dir in den Weg stellen! 😉
    Schon seltsam, wo dieser Weidedraht herkam. Glaubst du, er wurde mitgeschleift und hat sich irgendwo verhakt? Weil Sinn macht er ja wirklich keinen …
    Ach deine Rauhreiffotos sind einfach herrlich! Und noch besser, dass du durch diese Landschaft läufst! 😀

    • Nun, liebe Doris, gib fein acht, dann wirst Du auch nicht umgebracht 😆

      Nein, der Draht wird links und rechts von dem offenen Gatter auf normaler Höhe geführt und ich vermute, dass man ihn einfach durchgezogen und noch Öffnen des Gatters nach unten gelegt hat. Aber halt immer noch zu hoch. Aber ich kann es halt auch nur vermuten. Nach Verhakt sah es jedenfalls nicht aus.

      Es war schon ein kleiner Traum durch diese Landschaft zu laufen. Nun ist es windig, grau, warm und regnerisch. Da schaut man gerne noch einmal auf diese Bilder 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Lieber Volker,

    sach ma, wat is denn mit dir los, ziehst da mit Waffengewalt los und machst deine Gegner nieder! 😝 Aber Recht so, kennst ja das alte Motto von Ton, Steine, Scherben: Macht kaputt, was euch kaputt macht! Back to the roots! 👏

    Tolle Bilder haste auch noch gemacht, super vielen Dank dafür! Aber das nächste Mal bitte aufpassen, nicht dass du für uns nach oben guckst, um Fotos zu machen und andere böse Mitmenschen … 🙊

    Nur eines noch: wie bist du denn gestolpert, dass du hinten verletzt wurdest? Läufst du jetzt auch noch rückwärts? 😜

    Bleib gesund und unverletzt!
    Liebe Grüße Manfred

    • Lieber Manfred,

      Mach kaputt, was euch kaputt macht. Das paßt in diesem Fall tatsächlich ganz gut 😀

      Warum ich mich hinten verletzt habe ist wirklich eine gute Frage, nur habe ich keine Antwort darauf 😦 Rückwärts gelaufen bin ich auf jeden Fall nicht 🙄

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Lieber Volker,
    das klingt gut, es rollt wieder an mit dem laufen. Inklusive Kneippen im See, brrrr, der war sicher ungeheizt…?
    Deine Landschaftsaufnahmen sind sooo malerisch, die SIEHT man die Kälte!
    Der Draht war ja eine Gemeinheit, gut dass du den beseitigt hast. Ich frage mich nur, wieso der Schnitt bei dir auf der Rückseite des Unterschenkels ist, bist du rückwärts gelaufen? Ich hoffe, das heilt gut ab und es ist kein Schmutz in die Wunde gelangt.
    Weiter störungsfreie Läufe mit bildschönen Eindrücken aber ohne Stolperfallen!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Nun, liebe Elke, ich finde es auch eine Frechheit, dass da niemand mit dem Tauchsieder kommt, um mir den See etwas anzuwärmen 😆

      Das Anlaufen läuft bislang gut und ich bin zufrieden. Besonders angenehm finde ich, dass ich mir keinen Streß mache, dieses Jahr ist eh nichts mehr zu reißen.

      Wie die Verletzung an die Rückseite des Unterschenkel kommt, kann ich mir auch nicht erklären. Rückwärts gelaufen bin ich wenigstens nicht 🙄 Die Wunde heilt inzwischen wunderbar, so dass weiteren störungsfreien Läufen von dort keine Gefahr droht.

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Lieber Volker,
    meinst du da hat vielleicht jemand absichtlich einen Draht gespannt um Fußläufige zu verhindern/verletzen? Oder ist das ein unglücklicher Nebeneffekt?
    Die Winterfotos sehen toll aus – und dann noch kneipen im See. Einfach wunderbar!
    Liebe Grüße!

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