Geht das?

Geht das? Da treffen sich zwei Laufblogger und laufen nicht! Ja, das geht! Ein Wochenende ist schließlich kurz, ebenso wie zu dieser Jahreszeit die Tage in Sachen Tageslicht. Da will der Besuch von Doris schließlich minutiös durchgeplant werden 😀 Ein Problem war das für uns beide nicht, da Doris sich noch auf der Zielgeraden der Genesung von ihrer Erkältung befand und ich erstmals seit Mai für den November mal wieder mehr als 200 km verbuchen konnte.

Doris hat über ihren Besuch im hohen Norden schon geschrieben, da lassen sich im Folgenden ein paar Wiederholungen und Parallelen nicht vermeiden, aber seht selber:

Ohne irgendwelchen „Laufstreß“ konnten wir es nach Doris Ankunft am Freitagnachmittag gemütlich angehen lassen. Schließlich stand für den Samstag ein strammes Sightseeing-Programm in Bremen auf dem Plan. Das wir die altehrwürdige Hansestadt ausgerechnet am ersten Adventswochenende anvisierten hatte ich aber irgendwie gar nicht auf dem Zettel und so ging es in der Stadt nicht nur voll sondern auch sehr weihnachtlich zu. Allerdings wußte ich ja, dass das voll Doris Ding ist 😆 Das hat auch eine Verkäuferin im ganzjährig geöffneten Weihnachtshaus sofort erkannt und Doris als einzige Kundin im vollen Geschäft direkt angesprochen 😆

Um dem Ganzen dann noch das i-Tüpfelchen aufzusetzen, besuchten wir nach unserer Rückkehr auch noch den Oldenburger Weihnachtsmarkt und ich kann sagen, dass Doris wirklich tapfer war. Der ausreichende Genuß von Glühwein war dabei aber sicher hilfreich 😛

Bis auf ein wenig Beleuchtung war das Sonntagsprogramm aber ganz frei von weihnachtlicher Stimmung. Wir steuerten Bremerhaven an, um zum einen der Österreicherin etwas maritimes Flair zu bieten und zum anderen endlich einmal das Klimahaus zu besuchen.

Bislang hatten Jens und ich es noch nie geschafft das Klimahaus zu besuchen, ein großer Fehler, wie wir feststellen durften. Das Haus ist fantastisch gestaltet und läßt uns auf beeindruckende Weise auf eine Reise durch alle Klimazonen dieser Erde gehen. Doris fragt in ihrem Post, ob ich vielleicht noch ein paar Bilder zu dieser Weltreise besteuern kann. Kann ich!

Auf der Reise durch die Schweiz, Sizilien, Afrika, die Tropen und die Arktis erlebten wir die verschiedensten Paradiese dieser Erde und lernten die dort lebenden Menschen kennen. Wir durchquerten Berge, Wüsten, Regenwälder und Unterwasserwelten. Wir erlebten Hitze, Kälte, mystische Momente unterm Sternenhimmel und durften uns auf einer Hallig nasse Füße holen. Zum Beginn und zum Ende war das Ganze verbunden mit eindringlichen Warnungen sorgsam mit unserem Planeten umzugehen, was so bitter nötig ist und einem angesichts der Vielfalt und der Schönheit dieser Erde schon ein Tränchen wegdrücken läßt.

Das vier Stunden in diesem beeindruckenden Haus nicht ganz ausreichen würden um sich in Ruhe unsere Welt zu erschließen, hätten wir nicht gedacht und wir blieben bis zum Ende der Öffnungszeit und haben somit noch einmal einen Grund wiederzukommen.

Danach ließen wir noch etwas das abendliche Panorama Bremerhavens auf uns wirken …

  … bevor es zurück nach Oldenburg ging, wo wir das gemeinsame Wochenende mit Doris bei einem guten Essen ausklingen ließen.

Schön war es und wir haben viel erlebt. Danke Doris, dass Du da warst!

Novembervielfalt

Da sage noch einer der November kann nur grau. Nach meinem Nieselregenlauf mit ohne Laufjacke folgte der nächste Lauf bei schönstem Sonnenlicht, von dem widerum tags darauf …

… nichts mehr zu sehen war, da konnte der November dann tatsächlich nur grau. Allerdings sind so richtige Nebeltage hier im Nordwesten insgesamt recht selten. Von morgens bis abends Nebel hatten wir schon ewig nicht mehr und kalt war es auch, gerade mal ein Grädchen. Da mußte natürlich auch gelaufen werden 🙂

Dunkel geht aber auch, Utkiek:

Genauso wie ein Sonne-Wolken-Mix mit toller Lichtstimmung, einzelnen Regentropfen und Schiffen, die auf mich herabschauen.

Da komme ich als Herbstfreund so richtig auf meine Kosten und nach vollbrachten Lauftaten kann man es sich mit dem wohligen Gefühl, sich ausgiebig an der frischen Luft bewegt zu haben, auf dem Sofa gemütlich machen oder mit einem Pott Tee in der Küche die Zeitung auf dem Tisch studieren, während der Duft des Essens auf dem Herd einem schon das Wasser im Munde zusammenlaufen läßt. Das ist Besinnlichkeit, die wir uns heutzutage kaum noch gönnen, meistens schon gar nicht in der nun bald beginnenden Adventszeit.  Der November hat also auch diesbezüglich seine besondere Seite.

Schwitzen oder frieren?

Tageslicht beim Laufen ist zu dieser Jahreszeit wieder ein kostbares Gut und so begab es sich, dass ich gestern von der Arbeit aus zum Laufen gestartet bin, um dieses kostbare Gut zu erhaschen. Das Wetter war schaurig graurig und was bot sich da mehr an als im schaurig graurigen Moor laufen zu gehen? So startete ich automobil durch ins Gellener Moor und beim Wechseln der Kluft stellte ich fest ……… ich hatte meine Laufjacke nicht eingepackt 😦 Über die vergessene Jacke hinaus hatte ich an Oberbekleidung angesichts nieselregnerischer, aber windarmer 7° lediglich ein ärmelloses Leibchen und ein Langarmlaufshirt der dünnen Art eingesteckt.

Wat nu sprach Zeus. Eine automobile Kehrtwende gen Zuhause zwecks Laufjackeneinpacken hätte mich des kostbaren Tageslichts und meiner guten Laune beraubt. Ohne Jacke laufen im Nieselregen bei 7° hätte mich vielleicht meiner sensiblen Gesundheit und meiner guten Laune beraubt, zumal mir nach allem der Sinn stand, nur nicht danach in einem Tempo zu rennen, das diese Klamotten als adäquat hätte durchgehen lassen. Da fiel mein skeptischer Blick auf meine Jeden-Tag-für-jede-Gelegenheit-Winterjacke. Das ist so eine ultraleichte, gesteppte Jacke, wie sie ja jetzt gerade so hypermodern sind. Sollte das mit ihr gehen ohne auf den geplanten 10 km den Hitzetod zu sterben? Hmmm 🙄 Immerhin habe ich das gute Stück mal beim Sportartikeldiscounter erstanden, also ist sie quasi auch irgendwie eine Sportjacke 😆

18.11.19 16

Lange Rede hin, eigene Dummheit her, ich hatte mich fürs Jäckchen entschieden. Sah zwar doch irgendwie beknackt aus, aber Tageslicht ging vor Schönheit und so trabte ich über fantastisch weichgeregnete und mit Pfützen übersäte Wege, gewandet in eben diese watteweiche Jacke. Dabei nutzte ich meine obligatorischen Fotopausen zum Runterkühlen und hoffte, dass die Synthetik-Wattierung der Jacke durch den Nieselregen nicht klummt. Sie klumpte nicht und schlußendlich wurde es ein wunderbarer, 11 km langer Lauf durchs mystische Moor. Unerwarteterweise hatte ich in der Jacke doch nicht großartig angefangen zu schwitzen, was ich wohl der niedrigen Temperatur gepaart mit dem niedrigen Lauftempo zu verdanken hatte.

Wie hättet Ihr es bei einem entsprechenden Malheur gehalten? Wäre Euch schwitzen oder frieren lieber gewesen? Hättet Ihr es genauso gemacht wie ich oder hättet Ihr das Tempo erhöht um ohne Jacke laufen zu können oder wärt Ihr vielleicht still weinend nach Hause gefahren oder wäre Euch vor Ärger über Euch selber schon warm geworden? Oder passiert Euch solch Ungemach vielleicht gar nicht erst? Ich bin gespannt! 😀

 

Wenn

… im November die Sonne lacht, dann lacht auch das Läuferherz. Wenn das Herbstlaub immer noch strahlt, die Luft glasklar ist und sich die Temperaturen mit 2 – 3° gerade so aus dem morgentlichen Frost erhoben haben, ist das Laufen ein kaum noch zu topender Genuß. Wenn auch man nicht alleine ist, wie ein voller Parkplatz am Kleinen Bornhorster See zeigt, man muß dieses Wetter auch gönnen können.

Wenn man sich erneut einmal kurz im See erfrischt und wenig später eine radelnde Familie mit kleinen Kindern überholt, die den Barfußläufer bestaunen (war aber nur ungefähr ein Viertel der Strecke), dann kann ein Sonntag nicht schöner beginnen 🙂

Da vergißt man doch das vielfache Grau der Vortage, obwohl die trübe Novemberstimmung ja irgendwie auch ihren ganz speziellen Reiz hat.

Lediglich den komplett verregneten, naßkalten Samstag habe ich mir diese Woche gespart. Mit 63 Kilometern konnte ich mir das wohl mal erlauben 😎 Auch bezüglich dieser Wochenbilanz lacht gerade mein Läuferherz ❗

Aufgeräumt

… habe ich die Tage mal meinen Reader, der mich löblicher Weise seit Jahren über die Aktivitäten auf meinen Lieblingsblogs auf dem Laufenden hält. Dabei hat er seit geraumer Zeit immer weniger zu tun, da es in der Laufbloggerszene leider immer ruhiger wird. Einige von mir bis dato verfolgte Blogs wurden sogar schon still und heimlich gelöscht, während andere seit vielen Monaten vor sich hin schlummern. Mit Wehmut habe ich einige Male auf den „Löschen“-Button gedrückt, verbinden mich doch mit so manchem verwaisten Blog sehr gute Erinnerungen an tolle Posts und an einen intensiven Austausch mit den Schreibern, von denen ich einige auch persönlich kennen- und schätzen gelernt habe. Ein paar Blogs mag ich auch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vom Reader schmeißen, in der Hoffnung, dass vielleicht doch noch einmal Leben in sie zurückkehrt.

Aber das Bloggen ist halt auch nur ein Spiegelbild unserer Zeit und gerät deshalb offensichtlich so ganz langsam ins Antiquariat des Internets. Es entspricht halt mehr dem hektischen Zeitgeist ein paar Bilder, vielleicht gerade noch um eine einsame Textzeile aufgepeppt, bei Facebook, Instagram und Konsorten hinzuwerfen und auch der geneigte Leser kann sich dort mit einem fixen „Gefällt mir“ schnell und ohne sich groß mit den eh oftmals nur dünnen Inhalten auseinandersetzen zu müssen aus der Affaire ziehen.

Nun denn, es ist so wie es ist. Aber so lange noch ein paar treue Seelen an ihren guten alten Blogs festhalten und auch der meine …*Moment, mal schnell mit dem Ärmel den Staub vom Bildschirm wisch* … noch den einen oder anderen Besucher anzieht, werde ich erst einmal weitermachen. Der Letzte macht aber irgendwann -bitte schön- das Licht aus, schaun wir mal wer das sein wird 😆

Genug der Nölerei, schließlich ist das hier ja ein Lebens- und Lauffreude versprühender Blog! 😀 Da paßt es gut ins Bild, dass ich vorgestern immerhin mal wieder 17 km am Stück gelaufen bin, wenn dabei auch jeglicher Versuch zumindestens mal in zaghaften Ansätzen das Tempo zu erhöhen zum Scheitern verurteilt war 🙄 Tags darauf rollte es zwar etwas zügiger, dafür waren es aber auch 10 km weniger. Mehr werden dafür wieder die Laufklamotten, da die Temperaturen ganz novemberlike im mittleren einstelligen Bereich vor sich hin dümpeln und durch den lebhaften Wind vom Empfinden her noch weiter gedämpft werden.

Heute auch noch einmal 10 Kilometerchen um die Bornhorster Seen, morgen Utkiek, läuft! Eigentlich braucht es für diese weltbewegenden Erkennt- und Erlebnisse auch keinen Laufblog, aber schön ist es doch, es auf diese entspannte Art und Weise in die Welt hinauszuposaunen 😀

Hunte:

Kleiner Bornhorster See:

Vergleiche

Wenn ich in Berlin meine Laufrunden über das Tempelhofer Feld drehe, bin ich eigentlich gar nicht weit weg von meinem Oldenburger Laufrevier. Auch auf dem alten Flughafenareal ist es weit, flach, grün und baumlos.

Hier wie dort geht es lange geradeaus:

An beiden Orten leuchtet zur Zeit das Herbstlaub:

Aber natürlich gibt es sehr spezifische Unterschiede, Berlin ist Berlin und das buntgemischte Volk auf dem Tempelhofer Feld, das den verschiedensten Aktivitäten nachgeht, inklusive zweier weiterer Barfußläufer, läßt einen die Großstadt auch hier spüren.

Und Oldenburg ist eben Oldenburg, ländlich, idyllisch, friedlich und ruhig.

Ich mag beide meine Hausreviere, an beiden Orten läßt es sich entspannt und ohne Hektik laufen und beide Reviere eignen sich hervorragend zum Barfußlaufen. Ebenso sind sie ohne Aufwand von der Haustür aus zu erreichen. Einen Neuigkeitswert bieten zwar beide nicht mehr, aber um im Alltag zu laufen ohne sich Gedanken über ein Wie und Wo machen zu müssen, sind sie einfach perfekt 🙂

Gelästert

… hat heute Abend meine Utkiek-Truppe, weil ich trotz üppiger Plusgrade in langer Hose erschienen bin. Noch schlimmer: Da ich keine Lust hatte mich für diesen einen Lauf in eine lange Tight zu zwängen, hatte ich einfach meine Trainingshose angezogen und wegen ihr wurde mir sogar eine Thermohose unterstellt! Mein Ruf ist ruiniert und nur weil ich meine Wade heute vorsichtshalber einmal warm halten wollte.

Auch wenn meine Trainingshose wirklich keine Thermohose war, so hatte ich nach einer halben Stunde trotzdem das Gefühl, dass mir der Schweiß die Beine runterlief, puh! Egal, in die Schuhe konnte mir der Schweiß ja nicht laufen 😆 Aber was tut man nicht alles für die Wade 🙂 Sobald sie wieder fit ist, wird allerdings wieder Bein gezeigt um mühsam meinen Ruf wieder herzustellen 😛

Schleichfahrt

29.10.19 02

Unglaublich, der furiose Wadenkrampf von vor einer Woche hat mich tatsächlich die letzten sieben Tage beeinträchtigt. Die Wade wollte bei den ersten beiden Läufen danach immer wieder dicht machen und tolerierte nur gemächlichstes Tempo. Aber lieber gemächlich als gar nicht und so ging ich halt die letzten Tage auf Schleichfahrt und war teilweise nur mit einer 7er-Pace unterwegs. Neben den Läufen wurde gedehnt und geblackrollt, wohl mit Erfolg, weil ich immerhin schon wieder die 10 km-Marke knacken und über die Woche fast 40 km sammeln konnte.

Es wäre aber auch Sünde gewesen, wenn ich dieses geniale Herbstwetter hätte sausen lassen müssen. Sonnig und frisch, so könnte es noch wochenlang weitergehen. Da legt man auch gerne mal ein Päuschen ein …

… oder erfrischt sich etwas:

Hauptsache es bleibt alles ganz unverkrampft 😎

Was für`n Krampf

… oder Übermut tut selten gut. Zwei Tage nach meinem Barfuß-Wettlauf-Debüt wollte ich gestern bei einem gemütlichen Lauf nur etwas die Beine ausschütteln. Allerdings hatten die wohl irgendwie noch das Tempo vom Sonntag in sich und dann war da auch noch dieses Binnenschiff names „Saturn“, das ich irgendwie nicht so wirklich überholen lassen wollte. Kurzum ich war recht zügig an der Hunte unterwegs als mir bei Kilometer 4,3 aus heiterem Himmel ein Krampf in die linke Wade schoß, wie ich ihn in 14 Jahren beim Laufen noch nie erlebt hatte.

Nach erfolgter Notbremsung versuchte ich den Krampf rauszudehnen, vergeblich. Ein vorsichtiges Anlaufen brach ich nach 40 – 50 Metern wieder ab. So blieb mir nichts anderes übrig als zum Startpunkt zurückzuwandern. Da ich mir einfach nur eine Pendelstrecke vorgenommen hatte und mich noch auf dem Hinweg befand , durfte ich also die besagten 4,3 km wieder zurück latschen. Zum Glück ging das noch recht zügigen Schrittes, weil für eine Wanderung gegen den zwar schwachen, aber doch recht frischen Ostwind, war ich doch etwas leicht bekleidet.

Merke: Auch wenn ich nicht granatenschnell unterwegs war, ein alternder Genußläufer sollte nicht gleich zweimal hintereinander Tempo laufen, wenn er es nicht gewohnt ist. Zumal sich in den letzten Wochen unabhänig vom Tempo immer mal wieder leichte Krämpfe in den Waden angedeutet hatten, was ich eigentlich überhaupt nicht kenne. Aber es gibt nichts Schlechtes, das nicht auch etwas Positives hat: Zum Glück ist mir das nicht am Sonntag passiert 🙂

Die noch mürrische Wade war denn auch der Grund, warum ich heute nicht zum Utkiek gefahren bin. Stattdessen habe ich eine kleine Testrunde an der Hunte gedreht. Diesmal im Schleichtempo ging das Ganze über 3,7 km gut, bis dann die Wade erneut dicht zu machen drohte. Deshalb bin ich die letzten 300 m bis zum Auto vorsichtshalber nur noch gegangen. Nicht schön, aber auch keine Katastrophe. Nach dem durchstandenen Fußproblem nehm ich das jetzt erstmal noch etwas locker und versuche die Wade die kommenden Tage ebenfalls etwas zu lockern und trete dafür auch nochmal etwas kürzer.

Bei der heutigen Gelegenheit habe ich auch gleich mal kurz die Brustlampe angetestet, die ich heute für schlanke 10 Euronen bei Feinkost Albrecht (für Nichtkenner: Aldi 😀 ) erstanden hatte. Bis auf einen kleinen Silikon-Zippel, der die Abdeckung für die USB-Aufladung halten soll, aber gleich beim ersten Öffnen abgerissen ist, macht die Billig-Funzel einen erstaunlich wertigen Eindruck und ist auch im Licht um einiges besser als meine inzwischen schon leicht angejahrte Decathlon-Brustlampe. Für das was die Aldi-Lampe an Licht- und Verarbeitungsqualität bietet, habe ich bei Lenser vor einigen Jahren noch einen Hunni auf den Tisch gepackt, bzw. an den Versandhändler überwiesen, krass.

Am Licht soll es für die dunkle Jahreszeit also nicht scheitern, jetzt muß ich halt nur meiner Wade gut zureden.

 

 

„barfuß“

… war heute vormittag das am meisten von mir gehörte Wort. Heute habe ich mir nämlich etwas Würze für meine Lauferei gegönnt (ich schrieb ja gerade erst drüber) und bin recht spontan, die Anmeldung ist genau eine Woche her, auf der 10 km-Strecke des Oldenburg-Marathon gestartet. Ich wollte doch mal den Barfuß-Einstieg in Wettläufe finden 🙂 Nach 4,5 Barfußschlußkilometern während des Venlo-Halbmarathons im Frühjahr sollte es erstmalig eine komplette Distanz sein. Da bot sich dieser 10er auf flacher, asphaltierter Stadtstrecke einfach an. Ansonsten hab ich es ja nicht so mit 10 km-Läufen, was man auch daran erkennen kann, dass mein letzter 10 km-Wettlauf an Silvester 2014 stattgefunden hatte.

Ich muß gestehen, dass ich vor dem Start tatsächlich etwas nervös war. Obwohl ich ja schon reichlich barfuß über diese Distanz und länger gelaufen bin, ist ein Wettlauf halt doch ein Wettlauf und irgendwie will man ja doch ein halbwegs anständige Leistung zeigen. Darüber hinaus stellte sich noch die Frage, was mein linker Fuß zu diesem Unterfangen sagen würde. Mein bescheidenes Ziel, unter einer Stunde zu bleiben, sollte aber machbar sein.

Während ich zur frühen Sonntagmorgenstunde einen Becher Tee schlürfte und an zwei kleinen Bananen gemümelt hatte, hörte ich wie im Radio bei Bremen Eins der Moderator über den Oldenburg-Marathon sprach und mitlaufende Hörer dazu animierte einfach mal ein WhatsApp-Sprachnachricht ins Studio zu schicken, was sie heute so läuferisch vorhaben und wie sie sich darauf vorbereitet haben. Da dachte ich mir, dass ich da doch mal mitteilen könnte, dass ich die 10 km-Strecke heute erstmals als Wettlauf barfuß angehen wollte. Gedacht, getan und schon wenige Minuten später hatte ich eine Antwort, ob ich nicht Lust hätte im Radio kurz über meinen Lauf ohne Schuhe zu sprechen. Hatte ich und wurde noch etwas nervöser, ein Radiointerview hatte ich in meinem Leben schließlich noch nie gegeben. Freundlicher Weise hat mir Bremen Eins das Interview für mich herausgeschnitten und mir per WhatsApp zugeschickt, klasse. Wer sich das also mal anhören möchte:

Unmittelbar nach dem Radiogespräch mußte ich mich dann auch auf den Weg machen und radelte in die Innenstadt. In den Schloßhöfen konnte ich Jacke und Trainingshose im Sportbeutel verstauen, diesen abgeben und mich noch danach etwas im Warmen aufhalten, da wurde ich schon das erste Mal auf das Radiointerview angesprochen 😆

Das Wetter war für den Lauf ideal, bedeckt, trocken, nahezu windstill und so um die 12° warm. Auf dem Weg zum Start traf ich jede Menge Bekannte und ich staune jedes Mal, wieviele Menschen ich inzwischen durch das Laufen kenne. Tomma, die später das Begleitfahrrad für die führende Halbmarathon-Staffel fahren sollte, begleitete mich noch zum Start und nahm sogar meinen Pullover wieder mit, den ich sonst geopfert hätte, um nicht auszukühlen.

Dann ging es auch schon los. Gute 6.000 Teilnehmer in sämtlichen Laufdisziplinen zusammen sorgten in diesem Jahr für ein erstaunlich hohes Zuschaueraufkommen, das widerum für Kurzweil an der Strecke sorgte. Ich hatte mich recht weit hinten einsortiert, dass hatte zwar den Nachteil, dass es etwas dauerte bis ich mich halbwegs freilaufen konnte, aber der Vorteil war, dass ich fortan nahezu nur überholen konnte ohne großartig überholt zu werden 😀 Dabei lief es ausgesprochen gut für mich und ich konnte über die 10 km ein für meine Verhältnisse ordentliches Tempo anschlagen ohne wirklich am Limit zu laufen. Was mich nun fortwährend über die gesamten 10 km begleitete war das Wort „barfuß“. Ob aus den Läufer- oder den Zuschauerreihen, ständig kommentierten die Leute mein Barfußlaufen. Selten verstand ich allerdings, die komplete diesbezügliche Konversation. Meistens war es aber kurzes Staunen, einmal sagte ein Mädel zu einem anderen: Der spart zweimal im Jahr 170 € (meine Güte, kaufen die teure Laufschuhe) und andere fanden es offensichtlich einfach nur krass.

Ich selber brauchte aufgrund der feuchten Straßen sogar etwas bis meine Füße richtig warm waren. Aber ansonsten lief es wie geschmiert, wenn auch mancher Asphalt doch etwas rauer war als gedacht und die feuchte Strecke zusammen mit dem für mich doch recht hohen Tempo für die Füße recht fordernd war. Dafür waren die 10 km erstaunlich schnell vorbei und ich rannte mit einer offiziellen Schlußzeit von 0:52:56 Stunden über die Ziellinie. Genial, damit hätte ich absolut nicht gerechnet, schließlich hatte ich für diesen 10er trainingsmäßig doch so gut wie nichts getan. Im Zielbereich war ich wie geflasht und happy wie schon lange nicht mehr. Ein kurzer Fußsohlencheck: Alles in Ordnung.

Ein Erdinger Alkoholfrei später zog ich mich um, schnackte noch kurz mit ein paar Bekannten und Lauffreunden, schlenderte zurück zum Fahrrad und war zu unser sonntags üblichen, späten Frühstückszeit wieder zuhause. Nicht ohne vorher noch eine WhatsApp an Bremen Eins über mein gutes Durchkommen und die Zielzeit geschickt zu haben, die dann auch noch prompt über den Äther verkündet wurde 😎

Zuhause entdeckte ich dann zwar doch eine große Blase am kleinen Zeh des linken Fußes, das war aber auch das einzige Übel, ansonsten hat sich der Fuß während des Laufs und danach absolut ruhig verhalten. Perfekt, besser hätte diese Wettlauf-Premiere in allen Belangen nicht laufen können! 😀