Fällig

… war heute nach satten zwei Monaten Kurzstrecke mal wieder ein 20-km-Lauf. Das Wetter lockte mit trockenen, sonnigen und mäßig windigen 4°, drum steckte ich von Anfang an meine Laufsandalen als Notfallequipment in den Laufrucksack und trabte in der Mittagszeit los.

Die Rollsplitt-Strecke vermeidend lief ich entlang der Hauptstraße durch Bornhorst, fragte mich kurz ob sich da vielleicht zwei Esel gegenüberstehen, folgte dem Weg zwischen Geestrandgraben und der Landstraße nach Elsfleht/Berne. Anschließend ging es unterm Deich weiter, eine lange Gerade nach der anderen. Ich mag das.

Bis zum Wendepunkt hatte ich Rückenwind und in der Sonne war mir total warm, deshalb wanderten die Handschuhe in den Rucksack und der Reißverschluß der Jacke ein Stück weit nach unten. Die Füße waren nach ca. zwei Kilometern warm.

Mit Beginn des Rückwegs mit Gegenwind wanderten die Handschuhe aber wieder an die Hände und der Reißverschluß zurück nach oben 🙂

Die Sonne und der blaue Himmel taten der Seele gut und ein Regenschleier in der Ferne blieb auf Distanz. Herz, was wollte ich mehr. Das sich nicht alle uneingeschränkt daran erfreuen konnten, erfuhr ich kurze Zeit später, als mich eine entgegenkommende Fahrradfahrerin ohne mich eines Blickes zu würdigen von der Seite anranzte, dass das doch nicht gesund sein kann. Ich hatte mich richtig erschrocken und gar nicht reagiert, sie war ja eh gleich weg, allerdings können kurze Hosen und bare Füße bei 4 ° nicht ungesünder sein als so eine verhärmte Grantigkeit. So was ist mir schon zum zweiten Mal passiert, wie wäre es mit einfach mal die Fr… halten und harmlose Barfußläufer einfach in Ruhe lassen? 😛

Ab dem Ende der Huntestrecke mit dem lieblich müffelnden Klärwerk, folgten noch drei Kilometer Stadtstrecke …

… und dann hatte ich den ersten 20iger in 2021 im Sack. Exakt waren es 20,7 schöne Kilometer im ruhigen Tempo, die auch meinem Barfußkilometerkonto einen ordentlichen Pusch gaben. Zusammen mit ein paar weiteren Barfußläufen in diesen Monat kann ich damit auch meine Schwarzmalerei begraben, dass die Witterung meine diesbezügliche Statistik ruiniert 😎

Na also, geht doch!

Und der fiese Graupelschauer kam auch erst, als ich schon ca. 10 Minuten wieder zuhause war 😀

Nun hoffe ich nur, dass der nächste 20iger nicht wieder acht Wochen auf sich warten läßt 😉

Was man so findet

Wenn man so Jahr für Jahr so um die 160 bis 170 mal laufen geht, sieht man sehr viel an den Rändern der Laufstrecken. Schönes und weniger Schönes. Dabei sind Dinge, die einem zur Weißglut bringen können, wie immer wieder mit voller Absicht in die Landschaft geschmissener Sperrmüll oder achtlos weggeworfene Verpackungen, Tempotaschentücher oder Zigarettenkippen. Total im Trend sind zur Zeit die von mir ach so geliebten Masken. Warum man die Dinger überhaupt mit in die Natur schleppt, um sie dann zu verlieren oder wegzuwerfen, erschließt sich mir noch weniger als der Nutzen von diesen Dingern. Schon jetzt läßt sich sogar erkennen, dass der brave Bürger nicht mehr nur die bläulichen Einwegmasken verliert, sondern die seit allerneusten gehypten FFP2-Masken.

Aber weg von meinem „Lieblingsthema“ und hin zu dem Kuriosen und Witzigen, dass sich auch immer mal wieder finden läßt. So hatte ich schon 2013 einmal darüber geschrieben, dass an der Hunte auf einer Strecke von gerade einmal 2,5 km satte 20 Schuhe, Latschen und ähnliches angeschwemmt wurden. Im selben Jahr stieß ich dann auf das erste Fundstück, das auch den Weg zu uns nachhause gefunden hat, ein kleines Quietscheentchen. Gut, dass in dem Jahr dem ebenfalls entdeckten Tretttrecker (ebenfalls im Schuhbeitrag zu sehen) die Vorderräder fehlten, sonst hätte ich denn wahrscheinlich auch noch mitgeschleppt 😆

2019 stieß ich dann auf ein besonders dekoratives Stück Treibholz, das ich allerdings aufgrund von Größe und Schwere nicht beim Laufen mitgenommen hatte, sondern anschließend auf einer Fahrradtour mit Jens geborgen habe.

Im letzten Jahr war es dann Quasimodo, den ich einfach nicht seinem Schicksal überlassen konnte. Am heutigen Tag war es nun, Ihr ahnt es schon, das Krokodil, das von mir eingesammelt wurde. Zum Glück war darüberhinaus von einem größeren Spielzeugauto nur ein Fragment angeschwemmt worden, so dass ich da nicht auch noch in Versuchung kam 😯

Rückwirkend betrachtet ist die Ausbeute über so viele Jahre zum Glück nicht allzu groß, somit muß ich mir für die weitere Zukunft keine größeren Sorgen machen, dass die Sammlung doch arg zu üppig wird 😎

Es folgen zwei Bilder vom Deko-Brett im Einsatz und ein Gruppenfoto aller vier Fundstücke 🙂

Nebenbei sei noch erwähnt, dass der Krokodilrettungslauf ein kleiner Traum war. Knapp 12 km, davon nur 1,2 km nicht barfuß, bei trockenen 5 °, die einfach liefen wie geschnitten Brot und ich hätte eigentlich immer weiter laufen können. Kurz vor Ende des Laufs, vorm Bäckerladen, sprach mich noch ein älterer Herr auf meine Barfüßigkeit an und erzählte mir, dass er bis vor ein paar Jahren im Winter geregelmäßig im See baden gegangen ist. Es war ein kurzes, nettes Gespräch, es gibt so viele besondere Menschen!

Norddeutsche Berge und ein Krokodil

Ich bleibe den Bergen treu. Nach den zwei Berliner Bergläufen ging es nahezu nahtlos weiter mit einem heimischen Berglauf. Vorweg kann ich allerdings bezüglich meiner aufgeritzten Fußsohle Entwarnung geben. Was am Tage des Ungemachs noch nach einem fiesen tiefen Krater in der Fußsohle aussah, zeigte sich am Tag drauf schon recht unspektakulär und am dritten Tag schloß sich die Hornhaut schon wieder über der wunden Stelle. So wagte ich am gestrigen Mittwoch einen Barfußlauf, den ich mir wegen der herrlich hohen Temperatur von gut 10 ° und trockener Strecke auch ungerne hätte entgehen lassen.

Nach zweieinhalb Kilometern kontrollierte ich erstmalig das Befinden meiner Fußsohle, es war alles in Ordnung und blieb es auch, wie mir weitere gelegentliche Blicke zeigten.

Auf 11,4 km mit einer Pace von 6:03 hat die defekte Stelle in der Fußsohle gehalten, wunderbar. Also stand dem heutigen Berglauf nichts im Wege 😀 Dazu habe ich die selbe Strecke wie gestern gewählt. Wie jetzt Huntestrecke und Berge ❓ Jepp ❗ Die norddeutschen Berge sind doch schließlich bekanntermaßen der Wind und heute fegte ein ordentliches Stürmchen übers Flachland 😀

Und deshalb ging es …

😀

Mit kleinen Schritten, wie man das beim Bergauflaufen so macht, so wenig wie möglich mit dem Wind kämpfend, trabte ich voran. Der Wind pfiff über die Jacke wie um eine Hausecke und die Kaputze flatterte kräftig vor sich hin 😀 Die noch mäßig gefluteten Bornhorster Wiesen fungierten als blaue Bergseen 😆

Nach fünf Kilometern habe ich gewendet (ich lief exakt auf der Griesheimer Silversterlaufstrecke 😎 ) und konnte mich ab da dem Downhill hingeben 😀 Leicht und flockig ging es zurück, allerdings habe ich mich tierisch erschrocken, als da plötzlich ein Krokodil im Gras lauerte. Ist der Klimawandel jetzt schon soweit fortgeschritten, dass sich sogar solch liebliche Tierchen an der Hunte wohlfühlen? Ich kann es allerdings nicht anders sagen, aber ich fand das Raubtier eigentlich voll symphatisch 😀

Ob Krokodile auch Rehe fressen? 😯

Mich hat es auf jeden Fall nicht gefressen und ich beendete den Lauf nach 10 km unbescholten. Ich muß aber zugeben, dass ich schon bei stärkeren Sturm gelaufen bin. So war dieser Lauf nicht unbedingt Hochgebirge, aber geweht hat es trotzdem schon ganz ordentlich 🙂

Wo ich gerade dabei bin

… habe ich heute gleich noch den nächsten Berliner Berg gestürmt 😀 Die mir schon bekannte Rixdorfer Höhe im Volkspark Hasenheide ist mit ihren 68 m sogar noch zwei Meter höher als der vorgestern bezwungene Kreuzberg. Man muß sich ja noch steigern können 😆

An- und Abflug zur Rixdorfer Höhe erfolgten wieder über das Tempelhofer Feld, wo echt der Berliner Bär los war. Kein Wunder, was sollen die Menschen im Lockdown auch anstellen, wenn an einem Sonntag trockenes, fast windstilles und leicht frostig Wetter zumindestens nach draußen lockt.

Was allerdings nach wirklich dichtem Gedränge aussieht, ist nur der Fotoperspektive geschuldet, in Wirklichkeit war für jeden Platz genug. Von einem Weg zwischen Tempelhofer Feld und der Hasenheide einmal abgesehen, der war wirklich einfach nur voll und nervig zu laufen, zum Glück aber nicht allzu lang. Allerdings war auch die Hasenheide sehr gut besucht. Apropos Besuch, den habe dem guten alten Turnvater Jahn abgestattet. Coronabestimmungenkonform war ich alleine bei ihm.

Im Gegensatz zum Kreuzberg bietet die Rixdorfer Höhe keine großartige Aussicht, weil „dort oben“ leider alles zugewachsen ist.

Auf dem Rückweg, noch auf dem Tempelhofer Feld, merkte ich, dass der linke Fußballen anfang an der Sohle der Sandale festzukleben. Zuhause ergab die Untersuchung, dass Blut der Klebstoff gewesen ist. Nach genauerem Hinsehen stellte ich fest, dass sich ein ungefähr apfelkerngroßes Steinchen im Profil der Sohle verklemmt, diese dann durchbohrt und meine inzwischen eigentlich sehr widerstandsfähige Haut am Fußballen aufgerieben und ebenfalls durchbohrt hatte. Interessanterweise habe ich unterwegs aber überhaupt nichts Störendes oder gar irgendeinen Schmerz festgestellt.

Das Löchle im Fußballen ist gar nicht mal so klein 😯 Da zieht man extra Sandalen an und trotzdem … tze tze tze :-/

Warum nicht mal einen Berg laufen?

Schön nicht wahr?:

Leider führt der imposante Wasserfall zur Zeit kein Wasser, er wäre sonst auf dem ersten Bild zu sehen gewesen. Was mich fasziniert hat ist, dass ich bis zum Gipfel des Berges in kleinen Schritten durchlaufen konnte. Die Aussicht von ganz oben war dann auch unglaublich schön. Leider lag kein Schnee, das wäre natürlich noch toller gewesen 😀

Wie kommt es aber nun, dass der gemeine Deichläufer plötzlich durch die Berge trabt? Die Antwort ist simpel und banal: Nach einem Vierteljahr zog es mich mal wieder nach Berlin. Auch wenn ich superliebe Nachbarn haben, die sich um meine Wohnung kümmern, wollte ich doch einmal wieder selber nach dem Rechten sehen und auf bessere Zeiten oder gar ein Ende der Lockdownerei zu warten, erschien mir aussichtslos.

Um mir beim Laufen einmal etwas Abwechselung zum Tempelhofer Feld zu verschaffen, überquerte ich dieses nur, lief dann anschließend über den Columbiadamm und weiter über den Mehringdamm zur Kreuzbergstraße, an der der Viktoriapark mit dem Kreuzberg liegt. Der Kreuzberg hat satte 66 m über NN, aber zum Glück brauchte ich nur 36 HM überwinden um vom unteren Punkt des Parks hoch zum Gipfel mit dem Monument zu kommen 😛 Von dort hat man dann einen wunderschönen Blick über die Stadt und eine direkte Blickachse über den Wasserfall in die Großbeerenstraße. Der direkte Laufweg dorthin betrug fünf Kilometer.

Auf der Strecke hin und zurück überquerte ich, wie bereits erwähnt, das Tempelhofer Feld, umkurvte die imposanten Gebäude des ehemaligen Flughafen Tempelhofs (in denen zu normalen Zeiten auch die Marathonmesse des Berlin Marathon stattfindet) und überquerte den Platz der Luftbrücke mit seinem Denkmal. Auf dieser gar nicht einmal so langen Strecke wird einem also Allerhand geboten. Sogar ein paar Schneekrümel bei Temperaturen von knapp unter 0 ° 🙂

Diese Tour war ein schöner Lichtblick in einer ansonsten durch den Lockdown und graues Winterwetter ziemlich trostlosen Stadt.

Gegenseitigkeit

Ich erwähnte es ja bereits in meiner Jahresbilanz 2020: Gute 63 % meiner Jahreskilometer bin ich barfuß gelaufen. Es hätten sogar noch etwas mehr sein können, aber der Dezember zeigte sich mit seiner feucht nassen Kälte arg garstig und so kamen in dem Monat gerade mal maue 40 Barfußkilometer zusammen. Auch der Januar verhagelt mir entsprechend weiter meine Barfußbilanz und die Sandalen sind im Dauereinsatz. So what würde der Franzose sagen, es gibt schlimmeres. Meine Motivation zum Beispiel. Feuchtkaltes, dauergraues Winterwetter gepaart mit depressiver Watte im Kopf sorgte und sorgt im Augenblick nicht gerade für die allergrößte Lauflust und es hätte und würde mir nicht nur die Barfuß- sondern die Gesamtbilanz verhageln, wenn ich da nicht zur Zeit Torben als meinen Laufpartner hätte. Das Laufen harmoniniert mit ihm sehr gut. Das Tempo stimmt und wir können uns etwas erzählen, ohne ununterbrochen reden zu müssen.

Für Torben als verhinderter Schwimmer ist Laufen ja nur ein Ersatz und er würde nicht laufen, wenn ich es nicht mit ihm täte. Somit ist die gegenseitige Motivation für uns quasi eine Win win-Situation und auch starker, nasser Schneefall hält uns dann nicht ab. Die Dauer unserer Runde am Donnerstag hatte aber weder der Schneefall noch der klägliche liegengebliebene Schnee überlebt.

Immerhin sorgte leichter Nachfrost zwei Tage später auch noch einmal für einwenig Winterfeeling 🙂

So läppern sich die Kilometer halt doch zusammen und ich liege für den Januar im Soll und ich weiß nicht recht, ob ich Torben noch länger geschlossene Schwimmbäder wünschen soll. Nein, das tue ich natürlich nicht! So einer bin ich nicht 🙂

Rosige Zeiten

Schnee, Schneeregen, 1° +, rosige Zeiten 😀

Es schneit und schneeregnet schon den ganzen Tag. Nach dem Loslaufen hat es ca. 2,5 km gebraucht bis die Zehen warm waren. Überraschend warm war nach knapp sieben Kilometern auch das Wasser des Kleinen Bornhorster Sees 🙂

Etwas flottere, geschmeidige und etwas nasse 11 km mit gut durchbluteten und wohlig warmen Beinen und Füßen 😎

Nur zum Schneemannbauen reicht der Schnee doch noch nicht so recht 😆

Drunter und drüber

Aus und vorbei, das Jahr 2020 ist Geschichte und auch wenn es 2021 zumindestens in den ersten Wochen und Monaten schwer haben wird es besser zu machen, wird wohl kaum jemand dem gerade abgelaufenen Jahr zuviele Tränen hinterher weinen. Das für mich 2020 eine Katastrophe war, habe ich hier hinlänglich breitgetreten, Schwamm drüber.

Am gestrigen Neujahrstag gab es den ersten Kilometereintrag für 2021 und ich habe die Jahresstatistik 2020 abgeschlossen. Ein paar, hoffentlich nicht zuviel, Zahlen daraus möchte ich meiner werten Leserschaft hier jetzt einmal kundtun. Zumindestens das Zahlenwerk des letzten Laufjahres macht mich im Endergebnis schlußendlich zufrieden und dankbar.

Das Negative zuerst: Ischiasbeschwerden im Frühjahr, Fersenprobleme im Sommer und ein merkwürdiger Infekt im September waren die Bremsklötze in meinem Laufjahr. Die Absage sämtlicher Laufveranstaltungen bescherte mir die Nichtteilnahme am Hermannslauf, an der Halbmarthondistanz des Ahrathon, am Nightrun über das Flughafenfeld BER und am Köhlbrandbrückenlauf in Hamburg. Bei Nightrun und Köhlbrandbrückenlauf bin ich umgeschrieben auf dieses Jahr und bei den beiden anderen Läufen habe ich meine Startgebühren den Veranstaltern zu deren Lebenserhaltung gespendet.

So ich es denn als negativ ansehen will, bleibt anzumerken, dass ich in 2020 kaum längere Strecken gelaufen bin. Lediglich acht Läufe waren länger als 20 km, kein Dreißiger, geschweige denn noch länger. Den längsten Lauf in 2020 lief ich am 05.01., also vor fast genau einem Jahr, mit 26,2 km. So wenig längeres bin ich schon einige Jahre nicht mehr gelaufen.

Da wundert es schon fast -damit komme ich zum Positiven-, dass ich in diesem Jahr trotzdem noch die 2.000 km-Marke gerissen habe und zwar relativ auf den letzten Drücker am 28.12.. In den drei letzten Tagen des Jahres konnte ich dann, u.a. mit dem tollen Silvesterlauf, das Jahr mit exakt 2023,3 km abschließen. Keine gerade Zahl, kein Schnapszahl oder ähnliches, einfach ein Ergebnis, dass sich ergeben hat. Damit ist die Zahl so holperig wie das Jahr selbst. Damit lag ich zwar knapp 90 km unter dem Endergebnis von 2019, konnte aber das fünfte Jahr in Folge mit über 2.000 km beenden.

Diesem Drunter im Vergleich zum Gesamtergebnis des Vorjahres stand ein Drüber bei den Barfußkilometern gegenüber. Ebenfalls krumme und schiefe 1283,3 km lief ich in 2020 ohne irgendetwas an den Füßen. Das sind gute 160 km mehr als im Jahr davor. Der Anteil der Barfußkilometer am Gesamtergebnis stieg von gut 53 auf gut 63 Prozent.

Nur noch läppische 8,5 km lief ich in den FiveFingers V-Trail und 9 km in den V-Runs. 10 km kamen in Neoprenschuhen dazu und 1,2 km in Leguano-Socken. Über die verbleibenden gut 710 km hatte ich, wenn ich eben nicht barfuß unterwegs war, nur diverse Laufsandalen an den Füßen. Ganz genau waren es fünf verschiedene Paare 🙂

Damit geht 2020 zu den Akten 🙂

Mein „Backup“ seit 2013, in den ersten Jahren sogar noch handschriftlich 😀

„Schuh“-Statistik 🙂

Abweichend von der reinen 2020iger Statistik möchte ich noch einen kurzen Rückblick auf meine Barfußentwicklung werfen, die im Februar tatsächlich schon in das fünfte Jahr geht.

Beginnend am 08.02.2017 mit einer ersten Strecke von 400 m auf Asphalt endete das Jahr 2017 mit 166,6 (8%) Barfußkilometern. Neben Minimalschuhen lief ich die allermeisten Kilometer in dem Jahr noch in „ganz normalen“ Laufschuhen.

Im Jahr 2018 bin ich dann schon keine „ganz normalen“ Laufschuhe mehr gelaufen. Im wilden Wechsel lief ich in diversen Minimalschuhen und den FiveFingers. Laufsandalen hatte ich da noch keine. Die Barfußkilomter stiegen auf 551,5 km (27,17%)

Im Januar 2019 kamen dann die ersten Laufsandalen ins Spiel und wurden schnell zu meinen Favoriten und verdrängten auch die bis dahin heißgeliebten FiveFingers. Mit 1122 km wurde das Barfußlaufergebnis erstmalig vierstellig und war mit den gut 53% auch erstmalig die Hauptfortbewegungsart 🙂

Schaun wir mal, ob da in 2021 noch eine weitere Steigerung drin ist. Ansonsten soll es das an Zahlen gewesen sein. Für die 2.000 km in 2021 fehlen mir noch 1989,9 km, ich muß man ranhalten. Wir lesen uns! 😀

Ausgerechnet Griesheim

Dieser Ort wäre mir mit Sicherheit nie bekanntgeworden, wenn nicht Manfred zu einem gemeinsamen virtuellen Blogger-Silvesterlauf geladen hätte, nachdem er auf den virtuellen Silvesterlauf des TUS Griesheim gestoßen ist. Dieser virtuelle Lauf besticht doch seine einfachen Teilnahmebedingungen und bot sich für das Unterfangen an, durch möglichst viele von uns Bloggern unter dem Motto „gemeinsam laufend bloggen“ dem Griesheimer Silvesterlauf einen kleinen Pusch bei den Anmeldungen und ein gewisses nationales und internationales Flair zu verleihen 😎

Meinereiner kam auf diese Weise auf meinem letzten Lauf in diesem Jahr doch noch zu einer Teilnahme an einer virtuellen Laufveranstaltung, die ich ansonsten dieses ganze verkorkste Jahr gemieden hatte. Verkorkst ist auch das Stichwort für die Stunden vor dem Lauf. Eigentlich wollte ich zusammen mit Manfred und einigen anderen gemeinsam um 10 Uhr starten. Allerdings wachte ich mit tierischen Kopfschmerzen auf und konnte mich einfach nicht aufraffen zeitig genug das Bett zu verlassen, außerdem muckte die linke Wade und schien etwas verhärtet zu sein. So ließ ich den 10 Uhr-Start sausen, frühstückte in Ruhe, pfiff mir eine Kopfschmerztablette rein, studierte die Wetterdaten, begrub daraufhin angesichts von Nieselregen und knapp 4 °, die gewindchillt teils im leichten Frostbereich lagen, meinen Plan den 10er barfuß zu rennen, und ließ mir Zeit. Zumindestens erfüllte sich meine Hoffnung, dass angesichts des schlechten Wetters auf meiner auserkorenen Rennstrecke nicht solche Verhältnisse wie zwei Tage vorher herrschten:

Es war schon späte Mittagszeit als ich mich erstmal einen guten Kilometer einlief und ein hoffnungsvolles Pre-Run-Selfie aufnahm. Freundlicherweise hatte der Nieselregen mittlerweile seinen Dienst quittiert, ebenso die Kopfschmerzen.

Man achte auf die orangenen Applikationen an den Handgelenken

Um exakt 13:29 Uhr ging es dann los. Der Einlaufkilometer hatte sich bezahlt gemacht und ich konnte locker flockig loslaufen und der erste Kilometer verstrich nach erstaunlichen 5:02 Minuten. Danach drehte ich allerdings in den Gegenwind und konnte das Tempo nicht ganz halten, war aber für meine Verhältnisse trotzdem noch recht flott unterwegs. Nach fünf Kilometern habe ich dann gewendet um die selbe Strecke wieder zurückzulaufen. Mit Rückenwind konnte ich den sechsten Kilometer in 4:48 Minuten laufen, der schnellste Kilometer dieses Laufs. Aber es geschah das kleine Wunder, dass ich auch die weiteren letzten vier Kilometer, wenn auch nur relativ knapp, mit einer 4 vor dem Doppelpunkt laufen konnte. Auch die im Vorfeld noch leicht verschnupfte Wade machte keinerlei Mucken. Der letzte Kilometer wurde dann auch noch einmal recht hart, da der Wind da wieder schräg von vorne kam, aber ich konnte ihn mit 4:50 noch zum zweitschnellsten Kilometer machen und beendete die 10 Kilometer mit nie erwarteten 0:50:19 in einer Durchschnittspace von 5:01. Hammer, das hätte ich echt nicht erwartet! Wo ich doch das ganze Jahr nicht ein einziges Tempotraining gemacht habe. Ich habe mal in meiner Laufstatistik gestöbert und festgestellt, dass der bisher schnellste Lauf des Jahres, evenfalls über 10 km, im August eine Pace von 5:40 hatte.

Wenn ich diesen virtuellen Lauf tatsächlich als offiziellen Lauf werte, war es heute sogar mein schnellster 10er-Wettlauf überhaupt, sechs Sekunden schneller als mein bisheriger Rekord von anno quark. Da darf man sich schon einmal freuen:

Folgendes Bild ging daraufhin an Raceresult:

Die Startnummer konnte ich mir während des Laufs leider nicht anpinnen, auf reinem Papier ausgedruckt hätte die den Wind bestimmt nicht überlebt 😆

Mein Dank für diesen Lauf, den ich mit vielen Laufblog-Freunden unternehmen durfte, geht noch einmal ausdrücklich an Manfred für die tolle Idee und natürlich auch an den TUS Griesheim für die Ausrichtung!

Damit beende ich mit diesem Lauf mein Laufjahr mit einem kleinen Paukenschlag. Morgen gönne ich mir nach dem tollen Lauf einen Erholungstag. Anfang Januar lasse ich noch ein kleines statistisches Zahlenspiel zum Laufjahr 2020 folgen. Deshalb werde ich mich nun schon blogtechnisch aus diesem Jahr verabschieden. Zumindestens läuferisch kann ich, nicht nur wegen dem heutigen Lauf, 2020 versöhnlich abschließen. Wie gesagt, mehr dazu im Janaur.

Ich wünsche Euch allen einen

Alles anders

„Alles anders in diesem Jahr“, einer der Kernsätze in diesem Jahr, den man eigentlich auch kaum mehr hören mag. Aber auch der Heiligabend verläuft tagsüber anders als in den Jahren zuvor. Heimo ist nicht im Norden und der gemeinsame traditionelle Weihnachtsbaumsuchlauf im Wäldchen bei Littel fällt aus. Kein Heimo, kein Lauf. Dafür war ich mit Jens dort und wir haben den geschmückten Baum bei einem Spaziergang gesucht und gefunden. Auch der Baum ist anders in diesem Jahr, sehr klein und bescheiden, irgendwie passend zu diesem Jahr, aber trotzdem oder gerade deshalb sehr schön.

Was bleibt und nicht anders ist als in all den Jahren, die ich diesen Blog betreibe, ist, dass ich Euch von Herzen

wünsche. Genießt die schöne Weihnachtszeit!