Schlechte Laune

Ja, ich gebe es zu: Ich habe mal wieder Wetter! Regen, Regen, Regen, Sturm, Sturm, Sturm, nasskalt, nasskalt, nasskalt. Ich habe echt die Faxen dicke. Dieser Winter mag als zweitwärmster seit Beginn  der Wetteraufzeichnungen in die Annalen eingehen, mir trampelt er nur als ungemütlich, dunkel, grau, verregnet und nasskalt auf den Nerven rum. Das einzig positive was ich ihm abgewinnen mag, dass er so langsam die Trockenheit der letzten beiden Sommer kompensiert haben müßte.

Dazu kommt bei mir nach Ischias, Wade und Schnupfen jetzt Sehne auf dem rechten Fußrücken, die ich durch eigene Doofheit durch falsches Festschnallen der neuen Luna-Sandalen nach langer Zeit mal wieder rebellisch gemacht und ihr dann durch den langen Lauf vom letzten Sonntag den Rest gegeben habe.

So weide ich mich in meiner schlechten Laune und bin so genervt wie schon lange nicht mehr. Dabei schlage ich alles „Es kommen noch wieder schönere Tage“-Gerede in den Wind. Drum bitte ich auch von Beleidsbekundungen am Sofa Abstand zu nehmen! 😦

😛

Mittelpunkt des Universums

Unser über vier Winter andauernder Etappenlauf von Emden nach Emden hat ja im Januar sein Ende gefunden und inzwischen steht fest wie es weiter geht. In den nächsten Wintern werden wir von Oldenburg immer in eine andere Region des näheren Umlandes fahren um dort einen Rundkurs zu laufen. Also keine Etappen mehr, sondern künftig wird der Start auch das Ziel sein. Das spart einiges an Fahrerei und somit auch an Zeit. Die künftigen Start-Ziel-Orte werden alle so um die dreißig Kilometer von Oldenburg entfernt sein, so bekommen wir Abwechselung und nicht allzu weite Anfahrten gut unter einen Hut. Ein herzliches Dankeschön für die neuen Planungen geht dafür an Sylke und Ralf!

Oldenburg wird also der Mittelpunkt unseres Laufuniversums sein und für jeden Lauf begeben wir uns auf eine neue Umlaufbahn. Für die kommenden drei Winter sollte dieser Mikrokosmos erst einmal reichen 🙂

 

Umlaufbahn

Strecke Dangast

Heute ging es auf die erste Umlaufbahn, die gleichzeitig auch der letzte Lauf dieser Winterserie 2019/2020 war. Start- und Zielort war Varel. Von hier aus ging es auf einer großen Runde nach Dangast um am Jadebusen etwas Nordseeluft zu schnuppern und wieder zurück. Dabei waren wir leider nur mit einer kleinen Truppe. bestehend aus Antje, Sylke, Ralf und mir, unterwegs.

Wettertechnisch durften wir uns laut Vorhersage auf piwarme 16°, viel Regen und viel Sturm einstellen. Piwarme 16°? Jepp! Viel Sturm? Jepp! Regen? Nein! 😀

Aber auch ohne den Regen wurde der Lauf zu einer Herausforderung. Der stürmische Wind hatte es nämlich in der Tat in sich. Während in Oldenburg offizielle Laufveranstaltungen abgesagt wurden, rauschte der Wind durch die Bäume der Alleen und wir ließen uns immer mal wieder von ihm treiben oder kämpften gegen ihn an, bis fast zum Stillstand 😆

Ob es aber alleine am stürmischen Wind lag, dass dieser Lauf für mich der wohl bislang anstrengste aller Winterläufe war? 🙄 Ich weiß es nicht. Hinzu kam noch, dass ich in der vergangenen Woche durch zu festes Anschnallen meiner neuen Luna-Sandalen die Sehne auf dem rechten Fußrücken in Aufruhr versetzt hatte und diese über den heutigen langen Ritt alles andere als amused war. Egal, erstmal unterwegs blieb eh nur der Weg zurück nach Varel und bis auf ein Stück entlang der Bahnausbaustrecke Oldenburg – Wilhelmshaven und der Autobahn A29 war es wirklich eine schöne Strecke.

Zurück am Startpunkt erreichten Antje und ich mit einer Extra-Schleife über den Parkplatz mit unseren Polar (der war es bei Antje eine TomTom?)- und Garmin-Uhren exakt 25 km. Aus und Ende, ich hatte fertig und meine Lebensgeister erwachten erst wieder bei einem Kännchen Tee und der unvermeidlichen Torte 🙂 Tröstlich nur, dass meine Mitstreiter den Lauf diesmal auch als anstrengender als sonst empfanden.

Das war es ja jetzt für diesen Winter mit unseren Winterläufen und bis November sollte ausreichend Zeit bleiben um wieder neue Kräfte zu sammeln 😆

Schlußbemerkung: Während ich diesen Post verfasse heult der Sturm, dem wir getrotzt haben, ums Haus und … es schüttet wie aus Eimern. Glück muß die Lauftruppe haben! 😀

Ich laufe in Oso, worin läufst Du so?

Ernüchternd war bislang meine Laufbilanz für den Februar. Bis Mittwoch stand lediglich ein einziger Lauf zu Buche. Ein paar Tage Schnöff und ein paar Tage Sturm sorgten für acht Ausfalltage. Der Schnöff war zwar nur eine Kurzzeiterscheinung, aber trotzdem mochte ich nach ihm nicht direkt bei tagelangem Sturm, nasser Kälte und nahezu pausenlosen Regen-, Schneeregen- und Graupelschauern wieder antraben.

Hinterm Laufpausenofen lockte mich dann aber eine Lieferung neuer Sandalen hervor. Endlich habe ich einmal die vielgerühmten Luna-Sandalen erstanden. Da es am Mittwochabend dann auch endlich einmal trocken und nur noch mäßig stürmisch war, bin ich als erstes in der Straßensandale Venado losgelaufen. Es sollte nur eine kleine Anfangs-Runde von um die sieben Kilometer werden, aber nach den acht Pausentage lief ich wie entfesselt und schlußendlich wurden es knapp 15 km, überraschender Weise sogar in einem Schnitt etwas unter Sechs.

Die Venado sitzen ordentlich am Fuß und laufen sich auch gut. Aber sobald meine Augen barfußtaugliche Strecke erblicken, hält es bei mir auch die neuesten Sandalen nicht an den Füßen und ich bin knapp sieben Kilometer lieber barfuß getrabt.

Gespannt war ich gestern am Utkiek auf die Luna Oso Flaco, diese Sandalen mit der stärkeren und profilierten Sohle sollen über die 31 km des Hermannslaufs Ende April zum Einsatz kommen. Sie liefen sich wunderbar, die Sandale sitzt sehr gut (besser als die Venado), die Sohle schützt sehr gut vor Steinen und die „Innensohle“ läßt den Fuß auch bei Näße nicht so sehr rutschen wie es in meinen Pies Sucios Stones der Fall ist. Diese ersten neun Kilometern lassen schon einmal erkennen, dass die Oso genau die richtigen für den Teuteburger Wald sein werden, cool. Darüber hinaus war unsere Laufgruppe nach einem erneut verregneten Tag total geflasht, dass wir bei sternenklarem Himmel und abgeflautem Wind drei Grad frische Luft in uns aufsaugen durften.

Das Triple voll machte heute noch eine knapp 11 km lange Barfußrunde, erneut ohne Regen, aber auf feuchter Strecke und mit schönen Lichtstimmungen.

Endlich läuft es im Februar, egal ob mit oder ohne (neuen) Sandalen. Über die Luna Oso bin ich aber sehr froh, werden sie doch allein bei drei für diese Jahr geplanten Läufen genau die richtige Wahl sein. Das läßt auch den Preis leichter verschmerzen. Für das was das bisschen Sandale kostet, bekommt man auch schon richtig fette Laufschuhe. Aber wer will die schon? 😆

Der Deich ist weich

Ich mag ja Zahlen und Statistiken und drum schaue ich mir auch immer gerne die Monatsstatistiken zum Wetter auf der von mir bevorzugten Wetterhomepage an. Als Überschrift für den Januar präsentierte sich da folgendes:

30.01.20 01

Mild? Trocken? Sonnig? Wie mild, sonnig und trocken muß es im Rest der Republik gewesen sein, dass unser vielfach dauergraue, verregnete und naßkalte Nordwesten da nichts rausreißen konnte? Zugeben, auch hier war es zu warm, was man u. a. daran erkennen kann, dass vieles grünt und blüht, was mitten im Winter einfach nicht zu grünen und zu blühen hat.

31.01.20 01

Es blühen nicht nur die Weidekätzchen

Aber die Freuchte und der Wind ließen zumindestens bei mir davon gefühlt nicht viel ankommen.

Wie gesättigt hier die Böden sind zeigte sich auch auf meinem bisher einzigen Lauf im Februar. Der grasbewachsene Weg unterm Deich ist glitschig, teilweise matschig und auf den Äckern steht vielfach das blanke Wasser. Auch der Deich wirkt vollgesogen wie ein Schwamm, ist oberflächlich weich und von Mäuselöchern durchsetzt. Wie gut, dass unser Hochwasserschutz inzwischen in der Hauptsache vom Huntesperrwerk an der Einmüdung in die Weser übernommen wird. Vertrauenserweckend wirkt der Deich wirklich nicht mehr 😯

Wie auch immer, von gelegentlichen Slapstickeinlagen abgesehen – profillose Fußsohlen contra aufgeweichter Grasnabe – war der teilverregnete 16 km-Lauf insgesamt ein Vergnügen. Allerdings stellte sich tagsdrauf der erste Schnöff der Saison ein und vorgestern sah es noch so aus, als würde es ganz dicke kommen, mit dichten Stirnhöhlen, tränenden Augen und einem doppelt so hohen Ruhepuls wie üblich. Aber gestern ließ das ganze schon wieder deutlich noch und heute ist bis auf eine etwas verstopfte Nase schon nichts mehr zu spüren. So ein kurzes Erkältungsgastspiel kenne ich eigentlich gar nicht und ich bin deshalb noch etwas misstrauisch. So werde ich morgen und übermorgen noch freiwillig und Sonntag und Montag wohl noch unfreiwillig pausieren. Sonntag und Montag soll ja ein Orkan übers Land fegen und das ist dann selbst mir etwas zu viel Wind.

Härtefall

Ihr werdet es sicher schon lange gemerkt haben: Ich bin der ganz harte Typ, mit stahlharten Muskeln und darüberhinaus eine wirklich spannende Persönlichkeit.

Das hat mir auch der Physio bestätigt, knallharte Muskeln in der unteren Rückenpartie, rechts mehr als links, und total spannend ähmm verspannt 😦 Diese verspannte Härte geht dem Ischias im wahrsten Sinne des Wortes auf den Nerv mit spürbaren Folgen bis in die Wade. Soweit die Erklärung zum Sylvester Stallone im negativen Sinne 😛

Warum ich Euch damit noch einmal auf Eure Nerven gehe? Nun, es gab da diesen vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame, hier doch einmal zu zeigen, welche Übungen diesem Übel denn künftig einhalt gebieten sollen. Als höflicher Gentleman, der ich nun einmal bin, kann ich besagter Dame diesen Wunsch natürlich nicht abschlagen und voilà, hier zeigt sich der Profigymnast in seiner voller Pracht 😆

Zuerst einmal aber das dafür benötigte Werkzeug. Es reichen zwei Tennisbälle. Der Profi, der ich ja nun auch einmal bin, greift aber natürlich zum Profiwerkzeug, in diesem Fall dem Blackroll Duoball 08.

Der hat im Gegensatz zu den schnöden Tennisbällen den Vorteil, dass er sich genauer einsetzen läßt, während die Tennisbälle dem Profi immer wieder zur Seite entwischen wollen oder auf unterschiedlichen Höhen rollen. Damit sind wir auch schon bei den Übungen. Die sind, gelinde gesagt, sehr simpel, um den Profi nicht gleich zu überfordern.

So suche man sich eine Wand, klemme den Duoball 08 zwischen Wand und Rücken ein und rolle damit die Wand rauf und runter. Demo:

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Diese Übung tut übrigens richtig gut!

Zweite Übung, man legt den Duoball an die Wand und setzt anschließend den schmerzenden Ischiaspunkt darauf und drück für 30 bis 40 Sekunden fest dagegen bis der Schmerz nachläßt. Okay, dass mit dem Schmerzen nachlassen übe ich noch, aber dazu übe ich ja, aua 🙂 Demo:

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Und dann gibt es da noch so ganz simple Dinge, wie einfach mal einfach mal nach der Decke strecken oder ein paar Rumpfdrehungen und überhaupt den Oberkörper immer mal wieder durchbewegen und recken und strecken.

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Nix wildes also und somit absolut deichläuferkompatibel 😀 Wenn es denn noch hilft, wäre ich natürlich happy. Falls Ihr also irgendwann mal Probleme mit dem Ischias bekommen sollte, wisst Ihr ja jetzt Bescheid, was Ihr dann zu tun habt.

Special greetings to South Africa! 😀 😎

Gut durchblutet

Zugegeben, es gibt schöneres Laufwetter als das, was sich mir gestern und heute dargeboten hat. Aber ein echter Indianer kennt ja bekanntlich keinen Schmerz und so tigerte ich gestern bei 4°, strömenden Regen und Sturm durch die norddeutsche Prärie. Bei (kaltem) Regen laufe ich nicht so gerne barfuß auf Asphalt und so nahm ich meine Naturstrecken unter die Füße. Das änderte aber nichts an der Tatsache, dass gestern der Sturm den Regen wirklich durch jede Naht drückte und ich so pudelnaß wie schon lange nicht mehr geworden bin.

Bei meiner heutigen Runde war es auch nicht besser, nur das sich unter den sich immer wieder schauerartig verstärkende Regen auch noch die eine oder andere Schneeflocke mischte. Dafür war der Wind aber nicht mehr ganz so stark.

Faszinierend aber, dass selbst unter diesen Wetterbedingungen die Füße nicht wirklich kalt werden, ganz im Gegenteil zu den eiskalten Oberschenkeln unter klatschnaßem Tightstoff und den noch kälteren Händen in noch klatschnaßeren Handschuhen. Wie gut durchblutet die Füße und auch die Unterschenkel waren, zeigte ihre lobsterartige Farbe 😀

Die Feldwege standen dermaßen unter Wasser, dass ich seit meinen Strandläufen auf Sylt nicht mehr so viel durchs Wasser gelaufen bin 😆 Selbst auf topfebenen Sandwegen bildeten sich durch die Regenfluten kleine Ströme.

An beiden Tagen reichten mir dann aber doch jeweils eine gute Stunde. Wer nun glaubt, dass man durch die Rennerei im Matsch aussieht wie Sau, der irrt. Bei so einer Nässe bleibt an Waden und Füßen nahezu nichts hängen 😀

Heute abend zeigte mir dann noch ein Physiotherapeut ein paar Übungen, wie ich Ischias und Wade (wie ich selber auch schon vermutet hatte, stehen seiner Meinung nach beide mit ihren Problemchen im Zusammenhang) in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft wieder gänzlich befrieden kann.

Richtig gut habe ich mich bei ihm gefühlt, weil er von meiner Barfüßigkeit begeistert ist, sowohl von der alltäglichen als auch von der laufenden. Sein Bruder und er laufen auch. Sein Bruder ebenfalls barfuß und er selber in minimalen Schuhwerk. So kam es noch zu etwas Fachsimpelei zum Thema und zum Für und Wider vom Dehnen. Da fühle ich mich doch gleich gut aufgehoben 🙂

Nebellöcher und Plätzchenduft

Wade an Ischias, Ischias an Wade, wer da wen beeinflußt oder ob beide unabhängig vor sich hin nörgeln erschließt sich mir immer noch nicht so wirklich. Da aber auch der Ischias wieder mitmischte war ich letzte Woche mal beim Onkel Doktor, der mir zwar keine sofortige und gänzliche Schmerzfreiheit versprechen konnte, aber dafür auch gegen das ein oder andere Läufchen nichts einzuwenden hatte. So bin ich in der Zwischenzeit wieder angerumpelt und hatte auch schon ein paar wirklich schöne Läufe, die zwar noch nicht zu 100%, aber doch zum größten Teil problemlos verliefen. Bis auf einen einzigen Kilometer war ich komplett barfuß unterwegs. Das ist halt immer das Schönste, da man mir noch so sehr Schuhe an der Strecke kredenzen, auch nicht wenn man zwei Tage später sogar noch ein Deckcken drunter gepackt hat  😀

Wenn sich dann auch noch in einer über Norddeutschland liegenden, riesigen Nebeldecke genau über meinem Laufrevier ein großes Loch auftut und sich der Raureif in der strahlenden Sonne in erfrischenden Tau verwandelt, dann kann die Lauffreude nur wieder zurückkehren 🙂

An meinem heute zu Ende gehenden langen Wochenende in Berlin reichte die Zeit allerdings wieder mal nur für einen Lauf über das nahegelegene Tempelhofer Feld. Der Hinweg war der bereits erwähnte einzige Nichtbarfußkilometer. Auf dem alten Flughafengelände läßt es sich prima barfußlaufen. Neu für mich war allerdings, dass mich immer wieder mal der köstliche Duft frischer gebackener Plätzchen umwehte. Der Wind kam direkt aus Richtung der Bahlsenfabrik, gemein! 😆

Erstmals lief ich auch die Strecke vom Tempelhofer Feld zurück zur Wohnung barfuß. Da guckten sogar einige der ansonsten ja so schnell durchs nichts zu erschütternden Berliner etwas sparsam 😆 Dabei habe ich sogar insgesamt drei weitere Läufer/innen gesehen, die barfuß in Sandalen unterwegs waren. In dieser Hinsicht tut sich offensichtlich etwas 😎

Über die letzten sieben Tage kam immerhin schon fast wieder ein Marathon zusammen. Da bin ich ganz glücklich und dankbar.

Geborgen

Irgendwie konnte ich es doch nicht mit ansehen, wie Quasimodo da so einsam und allein sein Dasein am Hunteufer fristete. So hat mein weiches Herz obsiegt und ich habe den kleinen Kerl bei meiner gestrigen Runde geborgen. Er war noch an Ort und stelle, saß aber nicht mehr, sondern hatte sich inzwischen etwas hingelegt 😉 Aber immerhin hatte er nicht sonderlich frieren müssen, vermeldete der Norden doch gestern Temperaturrekorde für einen 15. Januar.

Zuhause angekommen durfte der kleine Schmutzfink erst einmal ein Bad nehmen und wurde ordentlich geschrubbt, offensichtlich war er wirklich schon länger unterwegs.

Und so sah er einmal aus (gefunden bei Ebay):

15.01.20 10

Wo er mal seinen Platz finden wird, weiß ich zwar noch nicht, was ich aber weiß ist, dass ich erst einmal ein paar Tage Laufpause mache, bis sich die Wade wieder beruhigt. Beim Laufen ist sie zwar friedlich, aber im Alltag nicht. Es fühlt sich nach einer muskulären Geschichte an und ich denke, dass sie mit ein paar Tagen Laufruhe wohl wieder zufriedenzustellen sein wird. Immerhin hat sich der Ischias schon wieder beruhigt 🙂

Tsunami, Quasimodo und etwas Sonnenschein

Etwas rumpelig verlaufen die ersten Tage des neuen Jahres in Sachen Laufen. So quarkt zur Zeit die rechte Wade an ihrer Außenseite etwas rum und auch der Ischiasnerv scheint sich mit ihr zu einem Duett vereinen zu wollen. Beide hindern mich zwar nicht am Laufen, mindern aber etwas den Spaßfaktor.

Den Spaßfaktor minderte auch das etwas zermürbende, nasskalte Dauergrau. Am vorgestrigen Samstag wurden mir bei um die 4° doch sogar tatsächlich zwischendurch mal meine Zehen kalt, weil der starke Wind die Temperatur gefühlt gen Null drückte und der Asphalt naß war. Sowas aber auch 😛

Dafür gab es heute endlich, endlich mal wieder etwas Sonnenschein. Da lacht nicht nur gleich das Läuferherz sondern auch die Seele.

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Das Lachen vergehen kann einem aber, wenn irgendwelche polnische Witzbolde ihrem abgehalfterten Binnenschiff den Namen“Tsunami“ geben. Ein Schiff nach etwas zu benennen, das schon vielen Menschen Tod und Verderben gebracht hat, finde ich zynisch. Leider hatte ich aber gerade nichts dabei um diesen Dampfer gleich an Ort und Stelle in der Hunte zu versenken.

Da konnte mir Quasimodo auch nicht helfen, dazu war er denn doch zu klein, wie er da so vorwitzig am Wegesrand saß. Ob es wirklich ein Zufall war, dass die Hunte ihn vermutlich als Treibgut direkt an den Wegesrand in sitzende Position gespült hat, sei einmal dahin gestellt. Ebenso, ob es mir zu denken geben sollte, dass mir direkt nach der(m) Tsunami auch noch Quasimodo begegnet. Zumindestens hoffe ich, dass ich trotz meiner kleinen Maleschen doch noch nicht ganz so krummbuckelig wie er unterwegs bin 🙂

Nachdem ich ihn auf einem Zaunpfosten kurz in Szene gesetzt habe, darf er am Fuße diese Pfostens weiter verweilen und ich bin gespannt, ob ich ihm dort bei meinen nächsten Läufen wiederbegegnen werde.

Wie gesagt, ich hoffe mal, dass weder polnischer Kahn noch Plastikfigur irgendwelche ernsthaften Omen für den weiteren Jahrenesverlauf sind, wäre doch schade ums schöne Laufen 😎

 

Fardig!

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Fardig ist Plattdeutsch und heißt fertig. Ja, wir haben fertig! Gestern endete in Emden unsere vier Winter dauernde Rundreise vom Dollart zum Jadebusen, vom Jadebusen nach Oldenburg, von Oldenburg nach Bourtange und von Bourtange zurück zum Dollart nach Emden.

Von unserem letzten Etappenziel im Dezember, dem niederländischen Bad Nieuweschans strebten wir, großteils der Dollartroute folgend, gen Norden. Wir, das waren diesmal Freya, Kerstin, Sylke, Axel, Ralf, Stephan und ich. Kaum hatten wir den idyllischen Ort verlassen …

… zeugte ein Schild an einem Haus „Imkerhonig aus eigener Herstellung“ davon, dass wir auch schon wieder die Seite gewechselt hatten. Ist es nicht fantastisch, dass wir in unserer Europäischen Union die Möglichkeit haben Grenzen zu überschreiten und dieses nur noch an irgendwelchen Kleinigkeiten zu merken? Dieses Vorteil grenzenlosen Genußes vergessen wir leider nur zu gerne, wenn wir mal wieder über Europa meckern.

Aber zurück zum Thema: Das wir nur großteils der Dollartroute folgten, erlebten wir kurze Zeit später als Sylke uns beschied auf einen Acker abzubiegen, um auf der, wie immer dankenswerter Weise von Ralf ausbaldowerten, Strecke zu bleiben. Ob es hier wirklich jemals einen Weg gegeben hat, wird wohl das Geheimnis des Landwirts bleiben, der diesen ggf. untergepflügt hat. Aber in einiger Entfernung war eine alte Deichlinie zu erkennen, wo sich der Weg fortsetzen sollte und so stapften wir tapfer durch den tiefen Acker und die Laufschuhe wurden immer größer, da der lehmige Boden massiv an ihnen kleben blieb, und auch meine belaufsandalten Füße verwandelten sich in, gefühlt kiloschwere, Klumpen 😀 Aber als der Weg dann wieder erkennbar ein grasbewachsener Weg war, konnten wir die ungewollte Fracht nach und nach wieder abstreifen und ein wenig später zufällig an der Strecke liegendes Sportlerheim bot sogar Schuhbürsten, von denen ich in meinen Sandalen allerdings nicht profitieren konnte 🙂

Allerdings blieb diese letzte Etappe bis zum Erreichen des wunderschönen Örtchens Ditzum eine insgesamt recht matschige Angelegenheit 😀 Aber wie heißt es so schön: Ist die Sauberkeit erst ruiniert, läuft es sich gänzlich ungeniert 😆  Ganz nebenbei haben wir auf unserem Weg einen der tiefsten Orte Deutschlands passiert und befanden uns dort satte 2,60 m unterhalb des Meeresspiegels!

In Ditzum angekommen hatten wir schon ca. 20 km in den Beinen, als wir die Fähre bestiegen, um über die Ems und den Dollart nach Petkum überzusetzen.

Ab Petkum wurde es aber elendig. Nach der Überfahrt noch einmal wieder anzutraben, fiel uns allen etwas schwer. Zudem hatten wir auf diesen Schlußkilometern den naßkalten Wind von vorne und die langen Geraden ließen uns deutlich voraussehen wie weit die Reise noch ging. Ein psychologischer Dolchstoß wurde uns versetzt als wir merkten, dass sich die vermuteten vier letzten Kilometer auf sechs Kilometer ausdehnten. Was poppelige zwei Kilometer da ausmachen können, Hammer! So trabten wir alle nur noch wortkarg vor uns hin und als Sylke zu mir sagte, da ist der Radarturm, wir sind da, war sicherlich nicht nur bei mir die Freude groß. Auf jeden Fall hat es mir zum Schluß gereicht und mein anschließendes Gangbild war…. nun sagen wir mal … etwas unrund 😛

Apropos große Freude: Wen interessieren ein paar zähe letzte Kilometer? Wir sind da angekommen, wo wir am 04.12.2016 gestartet waren, genial. Fardig ❗ :

Und beim anschließenden Kuchengenuß war die Welt sowieso ruckzuck wieder in Ordnung 😆

05.01.20 53

Schlußbetrachtung: 4 Winter, 14 Etappen, insgeamt ca. 330 km. Schnee, Regen, Sonne, Frost und Wind. Kein Leistungsdruck. Nette Gesellschaft. Aus reinem Spaß an der Lauffreude. Abenteuer Heimat. Das war eine absolute geniale Geschichte!

Das es schwer sein wird, dass noch zu toppen, merkten wir gestern beim Kuchenessen. Es hat sich noch keine Idee so richtig durchgesetzt, wie wir das fortsetzen können. Fest steht nur, dass es weitergehen MUSS um den langen Wintern laufend ein paar Highlight-Sonntage abzutrotzen und um weiterhin zum Abschluß irgendwelche Cafés stürmen zu können 😀