Bäume

Es läuft mit dem Laufen. Läufe und Kilometer sammeln sich fleißig, die Lauffreude ist groß, das Wetter läßt keine Wünsche offen, was will mein Läuferherz mehr? 🙂 Immer wieder Sonne, Sonne, Sonne, allerdings bei sehr unterschiedlichen Temperaturen. So zog ich bei meinem letzten April-Lauf am 30. sogar noch einmal meine gelbe Allwetterallzweckwaffenjacke an. Aber dieser Himmel, diese Wolken, diese Farben, dieses Blütenmeer, diese Frische, fanatastisch!

Das es immer wieder Idioten gibt, muß man einfach ausblenden. Diesen Müll sammelt regelmäßig ein 10-jähriges Mädchen. Da muß schnell noch ein idyllischen Storchenbild her, um das wieder zu vergessen.

Ein paar Tage später bot sich mir die Gelegenheit eine Runde durch den Barneführer Holz, ein Waldgebiet südlich von Oldenburg zu drehen. Dort ist es wunderschön, bedingt aber immer eine automobile Anreise, weswegen ich dort recht selten laufe. Im Wald zu laufen ist deshalb immer etwas besonderes für mich, weil selten und fast schon exotisch. Und es geht auch regelmäßig schief, so selten ich dort auch laufe, so regelmäßig verlaufe ich mich nämlich in diesem Wald. Des gewohnten freien Blickes durch die vielen Bäume beraubt, war der erste Weg, den ich an einer Abbiegung nehmen wollte, schon der falsche und der nach ca. drei Kilometern erhoffte Trail entlang der Hunte wollte und wollte sich nicht finden lassen. Genauso wenig wie die Bahnlinie Oldenburg – Osnabrück, die ich vorher noch überqueren mußte. Als ich endlich an einer Rasthütte auf einen dort hängenden Plan schauen konnte, deutete ich die Richtung, aus der kam falsch und lief deshalb folgerichtig wieder auf einem falschen Weg weiter. Die Kartenfunktion auf dem Smartphone führte mich im weiteren Verlauf noch zweimal in plötzlich endende Wege und ich gebe zu, dass ich schon etwas genervt war, als ich den Huntetrail endlich nach knapp 14 statt der grob geschätzen drei Kilometer erreichte 😆

Schlußendlich wurden deshalb aus den knapp 10 geplanten 18 Kilometer. Aber wat willste machen, wenn die Bäume da einfach zu Hauf rumstehen und Dir gnadenlos die Orientierung erschweren :mrgreen: Schön war der Lauf aber trotzdem, oder gerade deswegen? 🙄 😉

Da lobe ich mir doch Bäume in etwas homöopathischeren Dosen auf meinen üblichen Strecken, da komme ich einfach besser mit ümme 😆

Es geht halt nichts über den nötigen Weitblick 😀

Und barfuß laufen geht auf meiner Standardstrecke auch besser. Wer nämlich denkt, der Wald ist ein Barfußlaufparadies, der irrt gewaltig. Tannenzapfen, alte Bucheckern, Wurzeln, Steine und immer wieder Schotter auf den Wegen lassen diesen Traum nämlich wie eine Seifenblase zerplatzen 😉

Mein persönlicher Lockdown

Die letzten zwei, drei Wochen habe ich noch einmal intensiv versucht mich mit dem Thema Corona auseinanderzusetzen und neben der Nachrichtenlage das Internet nach Informationen zum Thema durchforstet. Ich habe mich mit den Ergebnissen von Studien befasst, die Seite des Robert-Koch-Instituts (RKI) durchstöbert, Statements von Experten zum Anfang und zum jetzigen Zeitpunkt der Pandemie verglichen und und und.  Was dabei an Widersprüchlichkeiten und Ungereimtheiten zu Tage getreten ist, ist der Wahnsinn.

Nahezu erschreckt hat mich teilweise die Rolle der Medien. Ob Fernsehen oder Printmedien: Da werden Fachleute in Zweifel gezogen und diffamiert, wenn sie eine andere als die Meanstreammeinung vertreten. Geht eine Studie nicht vom schlimmsten aus, wird sie zertreten. Es wird sich vielfach in Weltuntergangsszenarien gesuhlt statt Für und Wider sachlich abzuwägen. Am schlimmsten sind dabei die Wissenschaftsreporter, die für sich offenbar in Anspruch nehmen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, die sind teilweise schon, verzeiht die Ausdrucksweise, zum K….. Das ist mir in der Vergangenheit bei anderen Themen nie so klar ins Auge gesprungen, grauenhaft!

Die Ministerpräsidentenriege präsendiert sich wie eine quengelnde Kindergartenhorde: Wenn Du das machst, dann mache ich das und wenn Du Dich nicht daran hältst, dann halte ich mich auch nicht daran. Werden Regelungen von Gerichten gekippt, sind sie teilweise beleidigt und bockig, unfassbar. Was zu Anfang der Pandemie auf Bundes- und Landesebene klar und deutlich kommuniziert wurde, entwickelt sich immer mehr zu einem grotesken Provinztheater. Da kann einem die Kanzlerin nur noch leid tun, deren Bemühen um ein einheitliches und für die Menschen nachvollziehbares Vorgehen den Bach runtergeht.

Mich haben diese letzten Wochen in hohem Maße erschöpft und mein Vertrauen in die sachliche, objektive Berichterstattung vieler (nicht aller) Medien erschüttert. Ebenso wie den anfänglichen hohen Respekt für die Entscheidungen der politischen Führungsebene.

Darum verkünde ich meinen persönlichen Lockdown. Ab Donnerstag (die Kanzlerin-/Ministerpräsidentenschalte am Mittwoch nehme ich noch mit, da kann ich nicht aus mir raus) werde ich mich den Nachrichtenkanälen im Fernsehen verschließen. Verboten werden für mich Extrasendungen und Talkshows ebenso wie die täglichen Ausführungen eines Prof. Dr. Wieler in den Pressekonferenzen des RKI. Ich werde mich sämtlichen Diskussionen zu  diesem Thema im Kollegen- Nachbarschafts- oder sonstigen Kreisen entziehen. Erlaubt bleiben für mich lediglich die Nachrichten im Radio als Nachrichtengrundversorgung und der Lokalteil der Lokalzeitung.

Diese Anordnung gilt zunächst für eine Woche, danach werde ich schauen, wie sich diese Maßnahmen auf meinen Gesundheitszustand im Allgemeinen und meine Nerven im Speziellen ausgewirkt haben. Sollte es erste Anzeichen einer Besserung geben, kann ich über vorsichtige Lockerungsmaßnahmen zum Ausstieg aus dem Lockdown nachdenken. Ich werde da versuchen auf Sicht zu fahren und nur in kleinen Schritten zu denken, um keine Rückschläge zu riskieren, die das bis dahin Erreichte wieder zunichte machen.

Es reicht

… schon ein bisschen Nieselregen und es herrscht wieder Ruhe auf meiner Laufstrecke 🙂 Ich bitte es nicht falsch zu verstehen, ich gönne jedem in diesen schweren Zeiten seine Bewegung in der Natur, aber schön war es halt schon, wieder fast alleine über mein Lieblingslaufstrecke zu düsen 😀

Lediglich vier Radfahrer und drei Spaziergängerinnen begegneten mir auf 14 Kilometern, herrlich. Wetter und Einsamkeit beflügelten mich offensichtlich dermaßen, dass ich auch etwas schneller als üblich war. Außerdem waren die 14 km neuer Barfußrekord auf nassem Asphalt, den die Fußsohlen blendend überstanden haben. Die Pace lag bei schönen 5:42 und der Durchschnittspuls angeblich nur bei 137, woran ich aber leichte Zweifel hege, da ich bei meinem üblichen Tempo zwischen 6:00 bis 6:15 schon immer einen Puls im 140er-Bereich habe.

Wer hätte gedacht, dass ich mich nach dem mordsmäßig verregneten Winter so über Regen freuen würde. Für die Natur war es allerdings erst einmal nur ein Tropfen auf den heißen Stein :-/

Und einmal extra für Elke, die in meinen Posts Bilder von Häusern und Industrie vermisst 😉 : Am Ende meiner 7 km-Pendelstrecke gelange ich an den Hafen, da kann ich dann auch einmal etwas anderes als Grün und Natur bieten, aber nur ein bisschen 😀

Ein eigentlich alltäglicher Lauf, der wieder einmal einfach nur genial gewesen ist! 😎

Die Langen kommen zu kurz

Irgendwie ist es mir bis dato gar nicht so aufgefallen, aber nun kam es mir kürzlich in den Sinn: Ich laufe in letzter Zeit, ein Blick in meine Statistik verrät mir sogar schon seit ca. ein Jahr, kaum noch lange Läufe. Dabei sammel ich ja verhältnismäßig fleißig Kilometer und die Monatszahl überspringt mittlerweile regelmäßig die 200er-Marke. Zustande kommt das dadurch, dass ich inzwischen oft mehrere Tage hintereinander laufe. So kam z. B. der März auf 21 Läufe und der April, Stand heute, auch schon auf 18. So läppern sich die Kilometer zusammen, ohne dass es mir großartig aufgefallen ist, dass da kaum noch was Längeres dabei ist. In der Regel laufe ich so zwischen 10 und 14/15 km, wobei sich gelegentlich auch mal einstellige Läufe daruntermogeln.

Lange Rede kurzer Sinn, es wurde wieder einmal Zeit einen 20+-Lauf zu absolvieren. Auserkoren hatte ich dafür den Samstag. Es ging zur Huntebrücke, dann entlang der Hunte, weiter zur Gellener Torfmöörte und zum Großen und Kleinen Bornhorster See.

Am Kleinen Bornhorster See wagte ich nach 19 km einmal etwas mehr als nur eine kleine Kneippeinlage und schwang mich kurz bzw. ganz kurz 😆 komplett in die Fluten. Und was soll ich sagen?: Es war eigentlich ganz kühl cool, sprich herrlich erfrischend 😀

Nach dem Bad schnurrte ich dann etwas hölzern die letzten vier Kilometer nach Hause und vollendete immerhin mal wieder eine 23 km-Distanz 🙂

Für heute gibt es vom gut 10 km langen Lauf nur einen schnellen Blick auf die Bornhorster Wiesen, aus denen das Wasser inzwischen nahezu vollständig verschwunden ist.

Nun will ich mal schauen, dass ich die etwas längeren Läufe wieder öfters mit eingebaut bekomme. Nicht, dass mir die Langen dauerhaft zu kurz kommen 🙂

Ne, doch nicht

In der jeweiligen Woche, in der ich Homeoffice mache, ist mein Rhythmus doch ein etwas anderer als wenn ich normal ins Büro fahre. Das macht es mir auch leichter mal morgens zu laufen 🙂 Als ich vorgestern auf meiner ersten Morgenrunde erneut zum Kleinen Bornhorster See gelaufen bin, um noch einmal die Wassertemperatur zu prüfen, schwamm Doris im See. Ja, ganz sicher, wer sonst außer Doris würde in der morgentlichen Frische in einem noch frischeren See schwimmen? Als die Dame aber aus dem Wasser stieg, mußte ich allerdings feststellen, dass sie es doch nicht gewesen ist, wie schade 😦 Es gibt also auch bei uns im Norden so hartgesottene Mädels. So hartgesotten, dass das Mädel im Weggehen sogar Handtuch und Badeanzug auf der Bank hat liegenlassen, so dass ich ihr noch kurz hinterher sprintete, um sie darauf aufmerksam zu machen 🙂

Mir reichte auf jeden Fall wieder eine Kneippkur bis zu den Oberschenkeln, verbunden mit der Erkenntnis, dass das Wasser morgens doch um einiges kälter ist als abends 😀  Anna konnte ich bei der Gelegenheit gleich einmal demonstrieren, dass man die Laufsandalen für dieses Unterfangen tatsächlich nicht extra ausziehen muß, auch wenn es barfuß im Wasser denn doch schöner ist. Zumal die Sandalen durch das Bad sehr sandig geworden waren 🙂

Ein anderes Laufuntensil von mir fiel gestern der Schere zum Opfer. Eines meiner Schlauchtücher, die ich mir fürs Laufen so gerne zum Piratentuch knote, mußte daran glauben, um mir daraus meinen ganz persönlichen Mundschutz zu basteln, da wir ja ab Montag zum Einkaufen auch diesem Blödsinn mitmachen müssen. Im ÖPNV kann ich das ja noch nachvollziehen, wenn Busse und Bahnen mal etwas voller sein sollten, aber beim Einkaufen sind wir ja nun inzwischen alle auf Abstand geeicht und auf Hygiene sowieso. Schade, dass sich aus dem bislang wirklich sachlich begründbaren und notwendigen Vorgehen unserer Landes- und Bundesregierungen nun so ein Aktionismus entwickelt. Aber nützt ja nichts, ohne werde ich künftig wohl nichts mehr zu Essen kaufen können und aus meinem Schlauchtuch konnte ich immerhin drei „Mundschutzmasken“ gewinnen.

Für mich hat dieser „Mundschutz“ mehrere Vorteile:

  1. Ich muss nicht sehen, wo ich irgendeinen Mundschutz gekauft bekomme.
  2. Der Stoff ist so dünn, dass er nur sehr geringfügig das Atmen erschwert, was mir bei zur Zeit zunehmenden Allergie-Beschwerden sehr wichtig ist.
  3. Ich habe keine Haltebändsel hinter die Ohren, die meine Hörgeräte behindern.
  4. Das Ding ist zusammengeknüllt ruckzuck in jeder Hosentasche verschwunden. Ich werde das Teil nämlich erst vor der Ladentür auf- und beim Rausgehen sofort wieder absetzen.

Der Weltärztepräsident Montgomery bezeichnet in seiner allgemeinen scharfen Kritik an der Mundschutzpflicht die Erlaubnis zur Verwendung von Tüchern als lächerlich. Ich stimme ihm da voll und ganz zu, aber für mich sind sie auf die oben beschriebene Weise das kleinste Übel und mehr interessiert mich in diesem eh unsinnigen Zusammenhang nicht.

Reden wir von Glück, dass uns (noch) niemand die Verwendung von irgendwelchen Masken beim Laufen vorschreibt 😎

Was nicht paßt wird passend gemacht

Wenn ich nicht barfuß laufen kann, laufe ich in der Regel ja nur noch in Sandalen. Von denen besitze ich inzwischen schon ein ganzes Arsenal. Wie bei allem habe ich auch hier meine Lieblingsstücke und andere, die ich nicht so gerne trage. Nahezu allen gemein ist allerdings, dass sie trotz sorgfältiger Vermessung und passender Größenbestellung vorne etwas arg weit überstehen. Die Luna Venado z. B. stehen bis zu 2,5 cm über, es sollen aber eigentlich nur 3 – 5 mm sein. Kleiner kann ich die Sandalen aber nicht bestellen, dann würde hinten die Ferse überstehen. Irgendetwas scheint da an meinen Zehen wohl nicht normgerecht zu sein. Das Problem: Je weiter die Sohle vorne übersteht wie so eine dicke Lippe, desto größer ist das Risiko mit ihnen hängenzubleiben. Etwas bescheuert aussehen tut es darüberhinaus auch noch. Problem erkannt, Messer in der Hand 😀 Mit einem Cuttermesser habe ich die Venados etwas eingekürzt.

Vorher:

Nachher:

Die selbe Prozedur erfuhren auch meine Aborigen:

Vorteil Sandale, so eine Maßnahme mache man mal bei anderen Laufschuhen 😆

Ein Probelauf mit den Aborigen zum Kleinen Bornhorster See verlief zu meiner vollsten Zufriedenheit. Weiterer schon bekannter Vorteil der Sandalen: Sie sind schnell von den Füßen um einmal die Wassertemperatur zu testen und genauso schnell wieder dran, ohne sich die Füße abtrocknen zu müssen 🙂

Die Schafe sind wieder an der Hunte 😀

Ja, ist denn heut schon wieder Weihnachten?

17.04.20 10Jahr für Jahr um die Weihnachtszeit erlebt ein Uralt-Post von mir vom Neujahrstag 2012 eine Renaissance. Offensichtlich tun sich viele Menschen schwer mit den vielen freien Festtagen und entsinnen sich und googeln nach Goethes Worten, die da gelautet haben sollen: „Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen“, um dadurch schlußendlich auf meinem Post mit gleichem Titel zu landen. Durch diese jährliche Sonderkonjunktur ist dieser Post derjenige mit den höchsten Zugriffszahlen überhaupt.

In diesen außergewöhnlichen „C“-Zeiten erlebe ich nun wieder, dass dieser Post zu Hauf angeklickt wird. Jetzt ist es zwar nicht gerade so, dass ich bis dato schwerwiegend unter der leidigen C-Krise leide, aber etwas stressig finde ich sie schon und ganz sicher nicht als eine -endlose- Reihe von guten Tagen. Warum die Leute gerade jetzt wieder auf diesen Spruch kommen, erschließt sich mir somit so gar nicht :-/ Aber egal, ich bin ja auch kein Püchologe 😆

Was gibt`s sonst neues? Eigentlich wäre ich dieses Wochenende ja in Berlin um meinen zweiten Barfuß-Wettlauf über 10 km auf dem Flughafen BER unter die Sohlen zu nehmen. Aber der ist ja abgesagt worden. Warum eigentlich? Irgendwie ist mir das gerade entfallen 🙄

Naja, stattdessen bin ich gestern, nach zwei Tagen Pause, halt mal wieder an der Hunte lang getrabt und habe mir heute flauschige Sandwege als Alternative zu hartem Startbahn-Asphalt gegönnt. Der wochenlange Sonnenschein ohne nenneswerten Regen hat die Sandwege sehr mullig gemacht, daher trabt es sich watteweich, wenn auch teilweise etwas tief und beim Laufen ziehe ich ab und zu kleine Staubwölkchen hinter mir her 🙂

Allerdings fallen auch auf dieses Barfußlaufparadies an ein einigen Stellen ein paar Schatten und es ist dort Obacht angebracht, soll das Strandlauffeeling nicht den ein oder anderen schmerzhaften Dämpfer erfahren 🙂

Aber man hat ja Augen im Kopf und so läuft es wieder oder weiter in normalen Bahnen. Hat ja auch was, zum Glück, weil neben dem BER-Nightrun entfällt ja nächstes Wochenende auch gleich der Hermannslauf. Zwei Wettläufe an zwei Wochenenden hintereinander, ne oh ne, wat bleibt mir da aber auch für ein Streß erspart 😛

Hochmut kommt vor dem Laufen

Elke kommunizierte am Gründonnerstag in unserer WhatsApp-Gruppe zum (noch nicht abgesagten) Ahrathon 2020, dass der München-Marathon einen virtuellen Ostermarathon anbot, zu dem man sich kostenlos anmelden konnte. Gebeten wurde lediglich um eine Spende für das Bayrische Rote Kreuz. Den Marathon konnte man dann an den vier Ostertagen in Etappen nach eigenen Belieben laufen.

Meine Begeisterung für dies Offerte hielt sich aber in Grenzen. Wenn ich sowieso alleine laufe, kann ich auch alleine laufen und brauche diesen „offiziellen Charakter“ nicht. Ebenso würde mir als Nordlicht eine Spende ins Bayrische doch schwer abgehen 😉 Zu guter Letzt habe ich dann noch richtig einen auf dicke Hose gemacht und kundgetan, dass ich mich außerdem über Ostern nicht auf die Marathondistanz beschränken lassen möchte 😆

Uhhh, da hatte ich aber etwas geschrieben und ein großes Echo in der Gruppe ausgelöst. Das ging sogar soweit, dass Doris ankündigte vielleicht sogar ihre Blog-Pause zu beenden, wenn ich wirklich einen Ultra laufen würde 😀

Nun denn, ein echter Deichläufer löffelt die Suppe aus, die er sich eingebrockt hat und so machte ich mich von Karfreitag bis zum heutigen Ostermontag auf, einen kleinen Ultra zu laufen. Schlußendlich kam ich auf exakt 60 km, davon 26,2 km barfuß. Im Einzelnen sah das so aus:

Karfreitag: vormittags virtueller Lauf mit Heimo, 11,2 km (2,2 km barfuß), nachmittags noch einmal 7,2 km barfuß.

Samstag: 10,7 km (5,4 km barfuß).

Ostersonntag:  Der megageniale Telefonielauf mit Heimo, 15,2 km ( – km barfuß).

Ostermontag: 15,7 km (11,4 km barfuß)

Die Durchschnittspace lag über die vier Tage zwischen 6:03 und 6:28, also recht sutsche. Die Temperaturen unterschieden sich erheblich. So lagen sie z. B. am Ostersonntag bei 21 ° und tagsdrauf am Ostermontag bei gerade einmal 6 °.

In der Endabrechnung stellte ich noch zufällig fest, dass sogar gleich sieben Tage am Stück gelaufen bin. Überhaupt bin ich im April bislang an 11 von 13 Tagen gelaufen. Drum werde ich mir morgen und eventuell auch übermorgen erst einmal ein Laufpäuschen gönnen.

Hier noch ein paar Impressionen vom Abschlußlauf. Kälte und strammer Wind sorgten für eine wunderbar freie Strecke 🙂

Doris, ich freue mich bald wieder auf Deinem Blog lesen zu können! 😀

Verkabelt

Jedes Jahr zu Ostern und Weihnachten freue ich mich auf die gemeinsamen Läufe mit Heimo. Auch an diesem Ostersonntag war es wieder ein Genuß gemeinsam mit ihm eine 15 km-Runde zu drehen. Seit unserem letzten Lauf zu Weihnachten ist schließlich reichlich Zeit vergangen und wir hatten uns deshalb viel zu erzählen. So plauderten wir munter vor uns hin und die Zeit während diesen ausgesprochen besonderen Laufs verging wie im Fluge.

Was diesen Lauf zu etwas ausgesprochen besonderen machte? Natürlich die Corona-Krise, deshalb konnte Heimo nicht wie üblich von München ins nahe Wardenburg kommen. Trotzdem starten wir gemeinsam, wie vereinbart, Punkt 14 Uhr, zu unserer traditionellen Tour. Dazu stöpselte ich, was ich sonst nie mache, Ohrhörer an mein Smartphone, wählte Heimo an und steckte, nach zustandegekommener Verbindung, das Smartphone in meinen FlipBelt.

Heimo hatte sich in ähnlicher Weise verdrahtet und ab ging es. Beide waren wir dabei auf der Suche nach Strecken, auf denen nach Möglichkeit nicht so viel los war. Aufgrund von ganzen Völkerstämmen, die unterwegs waren, begrub ich schnell den Gedanken einmal an die Hunte zu schauen und wählte wieder den Weg ins Gellener Moor. Heimo zog es in den Bereich eines Rangierbahnhofes und dessen teils richtig idyllischen Umfeldes.

Mit glasklarer Verbindung ohne irgendwelche Störgeräusche konnten wir uns, wie sonst auch, austauschen und über alles Mögliche unterhalten, absolut genial ❗ Mindestens ähnlich genial waren die vielen verduzten und irritierten Gesichter der Mitmenschen, die mich munter redend alleine durch die Gegend laufen sahen 😀

München:

Oldenburg:

Beide hatten wir sonniges und ungefähr gleichwarmes Sommerwetter und beide erreichten wir nach ca. 7,5 km unsere jeweiligen Lieblingsstellen, die in beiden Fällen auch unsere Wendepunkte waren:

Dieser gemeinsame Lauf mit einem coronakompatibelen Abstand von ca. 600 km zueinander war so eine supercoole Sache, dass wir uns vorgenommen haben, das bei passender Gelegenheit noch einmal zu wiederholen.

Dabei war das schon unser zweiter gemeinsamer Lauf. Auch am Karfreitag sind wir auf ähnliche Weise zusammengelaufen, nur war ich da technisch auf einen entsprechenden Smalltalk noch nicht vorbereitet. Dafür gab es aber einen virtuellen Cuntdown 😀

Heimo lief, anfangs noch von Angela begleitet, durch den Olympia-Park, während ich, bei nur ungefähr halb so hohen Temperaturen wie in München, im Bereich des Kleinen und des Großen Bornhorster Sees unterwegs war.

Beide Läufe waren super, aber richtig großartig war doch der heutige Lauf mit der Unterhaltung. Nichtsdestotrotz hoffe ich natürlich, dass wir spätenstens zu Weihnachten doch wieder ganz klassisch miteinander laufen können, ganz ohne das technische Gedöns 🙂

12.04.20 10

🙂

Absurdistan

Gestern war ich mit Kopfschmerzen laufen, die ich schon den ganzen Tag hatte. Kopfschmerzen machen schlechte Laune und diese, inzwischen zwar schon wieder verflogene, möchte ich einmal nutzen, drei exemplarische Absurditäten zu erzählen, die das Leben in Corona-Zeiten auch nicht gerade einfacher machen.

Example No. One:  Da berichtet unsere hiesige Tageszeitung dieser Tage, dass städtische Ordnungskräfte in der Oldenburger Parkanlage „Großer Bürgerbusch“ unterwegs gewesen sind, um Läufer von der Finnbahn auf die benachbarten Spazierwege zu scheuchen. Die Finnbahn sei schließlich eine Sportstätte und Sportstätten sind jetzt nun einmal geschlossen. Der Pressesprecher der Stadt rechtfertigt das Vorgehen auch noch mit der Breite der Finnbahn von 1,50 m, so dass sich begegende Läufer im Vorbeilaufen den Mindestabstand zueinander nicht einhalten könnten. Das ist natürlich auf den anderen Wegen des Parks, wo auch Spaziergänger, Radfahrer, Inliner usw. unterwegs natürlich gar kein Problem! Was für ein Blödsinn!

Plan Großer Bürgerbusch

Das weiße Oval ist die Finnbahn, die fliederfarbenen sind die anderen Wege

Example No two: Das Einkaufen des Alltäglichen ist jetzt teilweise eine ziemlich stressige Sache. In jedem Supermarkt muß man sich orientieren, wie und ob überhaupt Zugang und Bewegungsmöglichkeiten organisiert sind. So wird z. B. oft das Mitführen eines Einkaufswagens vorgeschrieben um die Leute besser auf Abstand zu halten. Soweit so gut und auch nicht in Frage zu stellen. Wenn man aber, wie ich gestern, mitten im Laden feststellt, dass man einen Artikel vergessen hat, dann aus alter Gewohnheit den Einkaufswagen beiseite stellt und zurückgeht, um dann zwei, drei Meter vor Erreichen des betreffenden Regals von einer Verkäuferin gestoppt zu werden und sich den betreffenden Artikel nicht nehmen darf, sondern erst umdrehen und den ganzen Weg zurückgehen muß um den Einkaufswagen zu holen, obwohl gerade nichts los war, dann ist so etwas nur noch Schikane. Aber okay, ich habe brav meine Missetat gesühnt, schließlich hatte ich ja in dem Moment die Gesundheit meiner Mitmenschen aufs Übelste gefährdet.

Example No three: Momentan werden sie zu Recht gefeiert, unsere Helden dieser Krise. Neben Ärzten und Pflegekräften sind dies vielfach Lkw-Fahrer und Supermarktmitarbeiter. Während Lkw-Fahrer aber kaum noch die Möglichkeit haben irgendwo Toiletten- und Sanitäranlagen aufzusuchen, bedanken sich die Supermarktketten, immerhin die Gewinner in dieser Krise, nun oft publikumswirksam bei den Mitarbeitern in ihren Werbeanzeigen und -Spots. Eine Supermarktkette geht sogar soweit, dass sie ihren Mitarbeitern einmalig Warengutscheine zukommen läßt. Die Höhe beträgt für Vollzeitkräfte 125,00 € und wird für die Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigen auf Heller und Pfennig auf die entsprechende Stundenzahl umgerechnet. Da bleibt wirklich mal etwas hängen, da klotzen die Leute doch gleich wieder vollmotiviert rein 👿

Da kann man sich nur noch (Achtung Wortwitz) die Haare raufen, laufen gehen und auf ruhige Strecken hoffen, was immerhin ansatzweise gelingt 😀

Aber eben nur ansatzweise, allerdings machen das schöne Wetter und die Natur das bei weitem wieder wett  😉

Für die Ostertage habe ich mir läuferisch durch meine – schriftliche- große Klappe nun auch noch etwas aufgebrummt. Ich werde bei Gelegenheit berichten 🙂 Eine verschworene Gruppe meiner Leserschaft ist aber eh schon im Bilde 😛