Belohnung

Nochmals wärmeres Wetter lockte mich wieder nach draußen. Bei 17° im November mußte ich einfach laufen. Um meine Füße für die vielen Aphalt-Kilometer der letzten Wochen zu belohnen, hatte ich mir dafür mal die Sandwege rund ums Gellener Moor ausgesucht.

Der feste Sand war zum Laufen ein Genuß. Warm in der Sonne, kühl und feucht im Schatten. Die Füße und Beine dankten mir diese Belohnung mit ausgesprochener Lauffreude. Schon lange nicht mehr war ich so fix unterwegs und erstmals fiel bei einem Barfußlauf bei zwei Kilometern die 4er-Pace-Schallmauer. Einen Kilometer lief ich in 4:40 min und den anderen in 4:30 min.

Die 12,2 km schlugen insgesamt mit einem Durchschnitt von 5:16 zu buche. Da kann ich nicht meckern. Die Beine waren einfach nicht zu bremsen 🙂

Überhaupt habe ich das Gefühl,  dass sich Waden und Füße nach Barfußläufen – von den Fußsohlen nach längeren Asphaltläufen mal abgesehen – nicht so erschöpft anfühlen wie sonst und ich auch schneller regeneriere. Ist das wirklich so oder bilde ich mir das nur ein? 🙄

Wie auch immer, das war ein mega-genialer Lauf 😀

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Streßtest

06.11.18 03

Die sibirischen Graugänse sind wieder da, um in den Bornhorster Wiesen zu überwintern. Damit halten sie sich an die üblichen Zeiten und lassen sich nicht durch das verrückte Novemberwetter irritieren, dass mich heute noch einmal im sommerlichen Laufoutfit auf Strecke gehen ließ.

Mit ihnen sind nun auch wieder zahlreiche Vogelbeobachter mit teils gewaltigen Kameras und Objekten in meinem Laufrevier unterwegs. Meine kleine Digi-Knipse gerät bei dem Versuch auch ein paar anständige Bilder von den beeindruckenden Schwärmen dieser großen Vögel zu machen mächtig in Streß. Der ein oder andere Schnappschuß gelingt aber halbwegs.

Bei den Silberreihern wurde es für die Digi-Cam noch schwieriger, waren sie auf den Donnerschweer Wiesen doch etwas außer Reichweite für den bescheidenen Zoom.

Den komischsten Vogel des Tages hat sie aber ganz gut zu fassen bekommen: Die „Schwan von Oldenburg“ war dieser Tage im Oldenburger Stadthafen leckgeschlagen. Nun wurde sie erstmal im Osthafen an Land gehievt. Ihr Schicksal ist noch ungewiss, da über eine Reparatur oder eine Verschrottung noch nicht entschieden ist.

06.11.18 09

Wie eingangs erwähnt war es heute noch einmal sehr warm für Novemberverhältnisse. Lediglich der kühle Gegenwind ließ erahnen, dass es doch eher Spätherbst als Frühling ist. Bei diesem närrischen Wetter bin ich gespannt, ob es für dieses Jahr die letzte Gelegenheit war im Sommeroutfit zu laufen. Apropos närrisch. Beim Abdrücken meiner Garmin zeigte diese exakt 11,11 km an. Fünf Tage zu früh, aber wir Nordlichter haben es ja eh nicht so mit Karneval 🙂

 

 

Besuch

Ein schöner Morgenlauf mit Freunden, in dieser Konstellation bislang einmalig.

Der leichte Frost verabschiedete sich gerade als ich mich mit Heimo und Rainer zu einer frühen Runde bei schönstem Sonnenschein und glasklarer Luft aufmachte. Einmal Kleiner Bornhorster See und zurück durch eine Herbstwunderlandschaft.

 

Ein knappes Stündchen, perfekt für Rainers Wiedereinstieg und um die Reserven zu schonen für das, was an diesem Tag noch so alles anstand. Und das sich Heimo und Rainer auf Anhieb verstanden haben, versteht sich ja von selber. Eine tolle Tour!

fifty-fifty

Der Oktober war in diesem Jahr ein besonderer Monat. Kimatisch bot er bis über die erste Monatshälfte hinaus noch sommerliche Wärme, so dass man in kurzen Klamotten unterwegs sein und sogar noch an der Nordsee sonnenbaden konnte. Zum Ende brauchte es beim Laufen aber schon Handschuhe und selbst die ersten sibirischen Graugänse fanden sich schon wieder ein.

Aber auch läuferisch war der Oktober für mich ein besonderer Monat. Nach dem Berlin-Marathon lief ich in diesem Monat wie befreit soviele Kilometer wie in noch keinem anderen Monat in diesem Jahr und noch nie lief ich in einem Monat soviele Kilometer barfuß. Und zwar fast auf den Meter genau die Hälfte des gesamten Monatspensums. 115,9 Barfußkilometer standen 114,8 Kilometer vorwiegend in den V-Runs gegenüber. Zum Vergleich: Im gesamten März bin ich gerade mal 4 km barfuß gelaufen 😯

Als Rausschmeißer aus dem Oktober bin ich heute noch erstmals ein kurzes Stück barfuß im Dunkeln gelaufen.

Die nächste Besonderheit dieses Oktobers ist, dass in Niedersachsen das erste Mal der 31.10. Feiertag ist, Reformationstag. Die meisten werden ihn aber wohl leider Gottes nur mit Helloween in Verbindung bringen.

Dagegen hat Jens unser Haus deko-mäßig verbarrikadiert und wir gehen gleich essen. Einfach so, oder auch zur Feier des Oktobers mit all seinen Besonderheiten. Ein genialer Monat, auch läuferisch! 😀

Umgedreht

… ist offensichtlich extra ein mir entgegen kommender Läufer um mir zu sagen, dass er mit mir das erste Mal einem Barfüßerläufer begegnet ist. Er war mir beim Entgegenkommen schon wegen seines freundlichen Grußes aufgefallen, obwohl ich ihn kaum richtig erkennen konnte, weil mich die tiefstehende Sonne gnadenlos geblendet hatte.

Angesprochen hatte er mich dann ausgerechnet in einem Augenblick, wo ich kurz gegangen bin, weil die Straße da gerade ausschließlich aus einem Asphaltflicken neben dem anderen besteht, die sich alle in den verschiedensten Graden der Selbstauflösung befinden. Es ergab sich ein kurzes, freundliches Gespräch bevor er links abbog während ich geradeaus weiterlief.

Vorausgegangen war dem ein schöner Lauf in herrlich klarer und frischer Luft, bei der die Nachmittagstemperatur erstmals mit 8 bis 9° im einstelligen Bereich lag.

Knapp 16 km war ich unterwegs, die ich im Verhältnis 1/3 zu 2/3 in V-Runs/Barfuß gelaufen bin. Der Bereich der Huntebrückentreppe ist immer mit besonderer Vorsicht zu genießen. Hier sorgt das sich hier häufig aufhaltende Partyvolk immer für ein einziges Scherbenmeer. Wenn ich hier unbeschuht unterwegs bin, gehe ich hier ausschließlich, besser is das.

Ansonsten war es ein Lauf an einem Herbsttag wie er im Buche stand. Hatte ich schon einmal erwähnt, dass es für mich keine schönere Zeit gibt? 🙂

Das war so nicht geplant

Eine Pendelstrecke sollte es werden. Einmal vom Parkplatz an den Bornhorster Wiesen bis zum Ende des Weges entlang der Hunte am Klärwerk und zurück. Zweimal sieben nicht sonderlich einfallsreiche Kilometer, aber dafür ein anvisierter neuer Barfußstreckenrekord auf Asphalt. Die Strecke hatte ich mir ausgeguckt, weil auf ihr der Asphalt bis auf ein 400 m langes Teilstück von guter Qualität ist. Trotzdem hatte ich sicherheitshalber den Laufrucksack mit den Leguano-Socken für den Fall dabei, dass die Füße keinen Bock auf neuen Rekord hatten.

Auf ging es bei um die 13° und etwas frischem Wind. Nach nur zwei Kilometern kommt schon das 400 m-Teilstück mit dem miesen Asphalt, aber die Füße nahmen es diesmal erstaunlich gelassen. Das hatte ich schon anders erlebt. Also konnte ich entspannt bis zum Wendepunkt auf Höhe der zarte Düfte verbreitenden Kläranlage weiterlaufen. Bis hierher lief es ausgezeichnet, sollte es auch. Bis 10 km bin ich bislang schon das ein oder andere mal ohne Probleme gekommen. Auch als nach knapp 12 km wieder die 400 m Schrottasphalt zu laufen waren, ging alles glatt. Etwas langsamer, etwas mehr mit dem ganzen Fuß aufgesetzt, paßte. Von da an nur noch die zwei Schluß-Kilometer und das 14 km-Maß war voll.

Am Parkplatz angekommen war ich super zufrieden. Auf der anderen Seite fühlte ich mich, fühlten sich auch meine Füße irgendwie noch etwas unausgelastet. Die Sohlen sahen super aus, nichts schmerzte, nichts brannte. Und so bin ein einfach noch einmal ein Teilstück der Pendelstrecke gependelt und habe schlußendlich den Halbmarathon voll gemacht ❗

Ein perfekter Lauf ohne Probleme, lediglich die Waden waren auf den letzten vier, fünf Kilometern nicht mehr ganz so amused, ob der ungeplanten Verlängerung. Ansonsten: Füße gut, alles gut. 21,2 km im 6:21iger Tempo, damit hätte ich nie gerechnet, krass.

Lebt eigentlich der Utkiek noch?

Jau, er lebt noch! Nach Urlaub und Marathon bin ich dort wieder in der donnerstäglichen Routine, die allmählich in der Dunkelheit versinkt, angekommen. Die Übergangszeit sorgt aber noch für zauberhafte Stimmungen.

Bislang ließen ja nur die kürzer werdenden Tage und das bunte Laub überhaupt den Herbst erahnen, aber gestern wurde es auch tatsächlich mal angenehm frisch. Schön war es wieder, wie fast immer am Utkiek.

Strandvergnügen im Oktober

Im Oktober Sonnenbaden am Nordseestrand? Das hatte ich bislang auch noch nie! Aber sonnige 24° lockten am Sonntag einfach ans Wasser. Allerdings hat es uns in diesem Jahr, obwohl nur eine knappe Dreiviertelstunde entfernt, das erste Mal nach Hooksiel verschlagen. Zu diesem besonderen Anlaß ließ sich auch die Nordsee nicht lumpen und grüßte mit hochwasserbedingter Anwesenheit 🙂

Für die baren Füße ist es immer ein besonderes Vergnügen durch das Watt zu laufen, wenn es so schön zwischen den Zehen durchquillt und man stellenweise bis zu den Knien darin versinkt 😀

Während wir den Nachmittag genossen wurden wir von zwei charmanten FKK-Nixen angesprochen, ob wir uns an einer Unterschriftenaktion zum Erhalt des FKK-Strandes beteiligen würden. Den hatte die Gemeinde Wangerland in diesem Sommer aufgrund mangelnder Einnahmen spontan zum Naturstrand erklärt und seit dem tummelt sich da alles, vorallem aber Hundebesitzer und mit der entspannten Ruhe dort ist es vorbei 😦

Klar machten wir da mit. Die beiden hübschen Mädels informierten uns weiterhin darüber, dass wenig später eine kleine Demo in Anwesenheit der Presse geplant ist, wir bräuchten nur darauf achten wenn sich die ganzen Leute versammeln und könnten uns dazugesellen.

So haben wir es denn auch gehalten und selbst meine Digi-Cam sorgte dabei von sich aus durch Unschärfe für Diskretion 😆

14.10.18 071

Schärfer war dann das Bild in der Nordwest-Zeitung 🙂 Nachzulesen hier:

https://www.nwzonline.de/friesland/wirtschaft/hooksiel-wiedereinrichtung-des-fkk-strands-nackt-bader-setzen-in-hooksiel-gemeinsam-ein-zeichen_a_50,2,3411395915.html

Und sogar ein kleines Video ist dabei entstanden. Wer mich darauf erkennt, bekommt beim nächsten Zusammentreffen einen Keks 😛

Das war ein absoluter Traumnachmittag, mit einer kleinen Demo-Einlage der besonderen Art 😀 Achja, und drin war ich auch einmal im Wasser, aber nur ganz, ganz kurz, war doch schon etwas frisch 🙂

Wer hat Angst vor bösen Wolf?

Neulich bei meinem ersten Lauf der diesjährigen Herbst-/Wintersaison, der zum Schluß in der Dunkelheit endete: Im letzten Restlicht des Tages lief ich die bewaldete Rampe der Huntebrücke hinunter als es im Unterholz laut und vernehmlich raschelte und knackte. Ein Karnickel war das bei der Geräuschkulisse nicht. Ich hoffte inständig, dass es ein Reh sein möge als sich das Geräusch ein- zweihundert Meter weiter für mehrere Sekunden wiederholte.

Mit dem Wissen, dass sich der Wolf in meinem Laufrevier befindet, lief es mir eiskalt den Rücken herunter und ich beschleunigte mein Tempo erheblich. Im Falle eines Falles wäre es zwar sicherlich müßig das Tempo zu erhöhen, aber rational zu denken fällt in so einem Moment halt schwer. Genauso wie die Wahrscheinlichkeitsberechnung miteinzubeziehen, dass – wenn es denn überhaupt ein Wolf war- dieser auch wirklich ein schmackhaftes Interesse an einem hat.

Macht man sich im Internet mal schlau zu dem Thema ist das Risiko verschwindend gering, dass der Wolf den Menschen attaktiert, so das Tier denn gesund und normal ist. Wer aber sagt mir, dass ein jeder Wolf gesund und normal ist? Und grundsätzlich halten sich auch alle abwiegelnden Experten ein Hintertürchen offen.

Wenn ich auf meiner Lieblingsrunde im herbst-winterlichen Dunkel unterwegs bin, lege ich eine Strecke von gut 6 km zurück, die für den Kraftverkehr gesperrt ist und auf der ich bei Dunkelheit in der Regel auch keiner Menschenseele begegne. Zu dieser Jahreszeit weiden dort auch keine Schafe mehr und in meiner Laufbewegung könnten mir Wölfe ja auch ein Fluchtverhalten unterstellen. Sprich, mag aus rationellen Überlegungen eine Wolfsattacke genauso begründet sein wie Flugangst (die habe ich übrigens auch), ich fühle mich mit dem Gedanken an dem Wolf im (Lauf-)Revier nicht wohl.

Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Ich! Darum werde ich für die in den kommenden Monaten unvermeidlichen Läufe bei Dunkelheit andere Strecken wählen.

Wie würdet Ihr mit Wissen um den Wolf in Eurem Laufgebiet umgehen? Oder ist das gar bei einigen von Euch schon der Fall? Wärt Ihr genauso so schissig wie ich oder könnte Ihr damit rational umgehen und dort unbeirrt weiterlaufen?

 

Spielverderber

Es herbstelt unverkennbar. Meine Jahreszeit. Goldene Farben, feucht-erdiger Geruch in Wald und Flur, klare Luft, sanftes Licht, frische und somit lauffreundliche Temperaturen. Ich liebe diese Zeit.

Allerdings wartet die Natur im Herbst auch mit der einen oder anderen kleinen Boshaftigkeit auf. Von oben lauert da schon einmal gelegentlicher und bei einem Treffer durchaus schmerzhafter Beschuß durch Eicheln und Kastanien. Schlimmer noch: Liegen sie erst einmal zu Hauf am Boden ist Schluß mit Lustig in Sachen Barfußlauferei. Eichen- und Kastanienhaine sind jetzt die reinsten Spielverderber. Wie hier am Donnerstag im Gellener Moor:

Da nützt es nix, da muß dann minimales Schuhzeugs an die Füße. Es sei denn es finden sich solche breiten Sandwege

04.10.18 03

Wo es die nicht gibt sind auch die Segnungen der menschlichen Zivilisation nicht zu verachten. Asphalt kann so schön sein 😀 Allerdings ist Asphalt auch nicht gleich Asphalt, aber das mache ich demnächst mal zu einem eigenen Thema. Ansonsten hat Asphalt auch noch den Vorteil, dass die Füße so schön sauber bleiben 😎 Beim heutigen Lauf entwickelte sich das Bike-Shirt dabei zum Lastesel, da mir der Windbreaker bei einschlafendem Wind zu warm wurde, wanderte er zusammen mit den VFF, Digi-Cam und Handy ins Heckabteil 😆 Obwohl es zum Schluß nur noch 9 bis 10° hatte.

Zum Schluß wurde es aber nicht nur frisch, sondern es ging auch noch das Licht aus 😯 Auch daran muß ich mich erst wieder gewöhnen 🙂