Ein wunderschöner Tag und ein vorläufiges Ende

„Was machen wir Montag?“ fragte Jens zu Beginn der Ostertage. „Etwas schönes“ antwortete ich und das ist uns auch gelungen. Wir haben das Künstlerdorf Worpswede angesteuert. Nordöstlich von Bremen gelegen ist es von Oldenburg ca. 80 km entfernt und ich war noch nie dort und Jens nur vor Jahrenden einmal.

Bei Bilderbuchwetter ging es durch flache Landschaften nach Worpswede, um erstaunt festzustellen, dass es dort sogar leicht hügelig ist. Ich lasse einfach ein paar Bilder sprechen, die allerdings das „hügelige“ nicht wiedergeben.

Worpswede-Impressionen

Etwas Kunst

Auf der Rückfahrt mied ich die Autobahnen und der Weg führte uns am U-Boot-Bunker Valentin vorbei. Jens hat diese gigantische Anlage noch nie gesehen, obwohl er genau auf der anderen Weserseite groß geworden ist. Deshalb machten wir nach dort einen Abstecher. Ich kannte die Anlage schon von einer Rennradtour und einem Lauf. Trotzdem ist dieses über 400 m lange und knapp 100 m breite Monstrüm mit seiner erschütternden Entstehungsgeschichte immer wieder beeindruckend und liegt dazu auch unverschämt schön.

Nach diesem Abstecher setzten wir mit der Fähre über die Weser, fuhren nach Oldenburg und gönnten uns in der Stadt zum Abschluß des Tages ein leckeres Essen.

VORLÄUFIGES ENDE

Am Gründonnerstag hatte ich nach einem vor Wochen stattgefundenen, frustierenden Gespräch mit meinem Arbeitgeber und einem weiteren Gespräch mit der Amtsärtzin auf ihr Geheiß hin einen Termin zur Begutachtung bei einem Psychiater. Diesem Termin habe ich über vier Wochen mit gemischten Gefühlen, Unsicherheit und zunehmender Unruhe und Anspannung entgegen gesehen. Diese Anspannung löste sich binnen Minuten als ich dem Psychiater gegenüber saß. Er war ein cooler Typ in meinem Alter, mit tätowierten Armen und spaciger Frisur. Er hat sofort meine Problematik erkannt, sprach von der Ernsthaftigkeit meiner Erkrankung und hat mich einfach nur verstanden wie kein anderer zuvor. Über die Geschehnisse der letzten 10 Jahre speziell in Bezug auf einen nicht ganz unwesentlichen Teil meines Lebens (ich denke meine Stammleser wissen welche ich meine) war er teilweise entsetzt, empört und fast außer sich. Lange Rede kurzer Sinn: Kern seines Gutachtens wird es sein, dass ich in den vorläufigen Ruhestand versetzt werde, erst einmal befristet für zwei Jahre, um überhaupt erst einmal wieder gesund werden zu können und um Zeit dafür zu haben mich neu zu orientieren.

Nach diesem gut einstündigen Gespräch fuhr ich zurück nach Oldenburg, verbrachte mit Jens seine Mittagspause, hatte danach ein tolles Telefonat mit einer lieben Freundin und danach noch ein Gespräch mit meinem Psychotherapeuten, das wir extra so terminiert hatten, um das Gespräch mit dem Psychiater aufarbeiten zu können. Zu guter Letzt rief dann auch noch die Klinik an, bei der ich für eine Aufnahme auf der Warteliste stand, um mir mitzuteilen, dass ich am 28.04. statt erst in ein paar Monaten aufgenommen werde.

Zuhause ankommen war ich fix und fertig. Ich glaube so fertig wie noch nie in meinem ganzen Leben. Erleichert, aber auch traurig und einfach nur zutiefst erschöpft, mit einem Kopf, der mit den Tagesereignissen total überfordert war. Es folgten ein unruhige Nacht, ein nach wie vor überfüllter Kopf und für eineinhalb Tage ein rebellierender Darm. Das ganze Konstrukt aus meiner Depression, des Nicht wissens wie es weitergeht, das Leben von Monat zu Monat, dieser immerwährende Ausnahmezustand, das alles brach über mir zusammen und erlaubte mir fast kein klares Denken und ich war zu fast nix fähig. So war ich auch überhaupt erst am Ostermontag imstande, diesen Ausflug mit Jens zu unternehmen und zu genießen.

Jetzt bin ich erstmal froh, dass ich in gut einer Woche in die Klinik kann. Bzw. bin ich noch froher wenn ich erst einmal da bin, damit dieses leichte Unbehagen, bezüglich dessen was mich dort erwartet, hoffentlich von mir abfallen kann. Immerhin weiß ich schon, dass die Klinik ein Schwimmbad hat und Sport sicher ein Teil der Therapie sein wird.

Ganz schön strecken

Zarte Wärme fächelte gestern übers Land und nach dem ich mich vormittags schon aufs Fahrrad geschwungen hatte um zu meinem Psychotherapeuten zu radeln, machte ich mich nachmittags noch einmal auf zu einer kleinen Runde durch mein eigentliches Laufgebiet. Dabei galt es auf der ersten Hälfte ganz schön gegen den Wind anzustrampeln, den man auf den Bildern aber so gar nicht sieht. In den Bornhorster Wiesen steht noch recht viel Wasser und bot mir einen schönen Anblick. Zu selten war ich in den letzten Wochen hier.

Heute dann mein erster Lauf nach Rückkehr aus Berlin und der erste nach drei Läufen wieder ohne Sandalen. Dafür mit Informationen zu den Zwergschafen, auf der anderen Seite der Wiese habe ich nämlich ein Schild mit QR-Code entdeckt, der sich auch von dem Foto ablesen läßt. Ansonsten ist die Internetadresse auch in der genannten E-Mail enthalten.

Zwei Wochen war ich auch schon nicht mehr im Wasser und durfte feststellen, dass das lausige Wetter der letzten Zeit der Wassertemperatur keinen Gewinn gebraucht hat. Dafür ließ es sich nach dem kalten Bad bei um die 21 ° herrlich sonnenbaden, wobei ich mich für das Foto ganz schön durchstrecken mußte, damit mein Winter- und wenig Sportspeck nicht so sehr auffällt 😆

Und das kann nur ich: rechts barfuß, links bereift 😛

Zwei Welten

Solange die Sonne scheint und das tut sie zur Zeit ja reichlich und solange das Laufleben nach wie vor eingeschränkt ist, peppe ich meine Läufe nun jeweils mit einem (sehr 😀 ) kurzen Bad im Kleinen Bornhorster See auf. Beim gestrigen dritten Mal zeigte sich auch schon ein kleiner Gewöhnungseffekt oder wird das Wasser einfach nur langsam wärmer? 🙄

16.03.22 mit Schlenker entlang des Großen Bornhorster Sees

Nächster Lauf am 21.03.22

Bei diesem Lauf durften meine neuen Shammas ein zweites Mal „echte“ Kilometer machen. Bislang machten sie nur Strecke, in dem ich sie immer im Laufrucksack mitschleppe 😛 Aber auf dem Rückweg wirkte mein linker Fußballen linksseitig etwas gestresst, nachdem ich auf dem Hinweg über ein Steinchen gelaufen war. Deshalb habe ich per Sandalen für Entlastung gesorgt und dem Shamma-Konto fette 3,6 km hinzugefügt 🙂

Heute gönnte ich mir bei sonnigen 18 ° eine kleine Fahrradtour, nichts wildes, einfach nur zum genießen, schauen, in die Sonne blinzeln und einen vierten Hupfer ins Wasser.

Und nun einmal etwas abseits vom Laufen

Wie das Leben so spielt, lernte ich Anfang des Jahres in den Weiten des WWW Vlad (Name von der Redaktion geändert, mein weiß heutzutage ja nie) aus Russland kennen und wir chatten seitdem alle paar Tage via Telegram. Vlad hat Deutsch studiert und so ist der Austausch völlig problemlos und für mich sehr komfortabel. Wenige Tage nach Ausbruch des Krieges fragte ich wie es ihm geht und bekam zur Antwort:

„Mein Herz bricht und leidet“

Diese rührenden Worte zeigen, dass wahrlich nicht alle Russen mit den Machenschaften eines gewissen Herrn Putin einverstanden sind. Es ist auch für viele Russen ganz schlimm.

Auf der anderen Seite lebt gerade für einige Tage Nadja (auch der Name ist geändert), eine Künstlerin aus der Ukraine, in meiner Wohnung in Berlin. Sie wurde eigentlich von meinen lieben Nachbarn in deren Zuhause aufgenommen. Allerdings kuriert die Tochter meiner Nachbarn gerade ihre Corona-Infektion aus, so dass sie Nadja ein Infektionsrisiko gleich zu Beginn nicht zumuten wollen. So bleibt sie solange in meiner Wohnung, bis die Tochter wieder gesund ist. Meine Nachbarin erzählte, dass Nadja schon viel Schreckliches erlebt hat, bevor sie sich zur Flucht entschlossen hat. Bei meinem nächsten Aufenthalt in Berlin werde ich Nadja kennenlernen und wenn es sich ergibt und paßt, werde ich ihr von Vlads Worten erzählen.

Eigentlich versuche ich ja den Ukraine-Krieg nicht an mich heranzulassen. So ganz scheint es mir wohl nicht zu gelingen. Sobald das Ganze auch nur einwenig ein persönliches Gesicht bekommt, kann es einem aber auch nicht kalt lassen.

Ereignisreiche Tage

Donnerstag vor eineinhalb Wochen hatte ich nach drei Jahren mal wieder einen Check-Up bei meinem Hausarzt, in aller Frühe. Ergebnis: Wenn der Kopf schon Probleme macht, ist wenigstens der Körper fit und gesund. Lediglich mein Vitamin D-Spiegel ist extrem zu niedrig und der Cholesterinwert etwas zu hoch. Gegen den Vitamin D-Mangel gibt es jetzt Pillen, in Zeiten in denen ein Virus durch die Gegend fleucht, ist ein niedriger Vitamin D-Spiegel nämlich etwas kontraproduktiv. Interessant ist, dass mein Fitnesslevel trotz des wenigen bis gar kein Sport in den letzten Monaten auf dem gleichen Level wie 2019 liegt. „Weniger ist manchmal mehr“ war dazu der Kommentar meines Arztes.

Diese Motto nahm ich mir dann gleich für nächsten 11 Tage zu Herzen. Nach dem Check-Up nutzte ich nämlich die Gunst der frühen Stunde um im heftigen Sturm mit dem Auto nach Berlin zu schaukeln. Die Fahrt verlief problemlos, der auf der Huntebrücke umgewehte Sattelzug lag genauso auf der Gegenfahrbahn wie der quer über die Fahrbahn liegende Baum auf der Autobahn kurz vor Berlin. Die zwei aufeinander folgenden Stürme blieben bei uns zum Glück hier wie dort folgenlos. Auch mein Auto überlebte es schadlos, dass es in Berlin unter zwei Bäumen parkte. Um auf das Motto zurückzukommen, ich bin in Berlin und das Wochenende danach in Oldenburg nicht einmal gelaufen. Dafür gab es in Berlin reichlich gutes Essen, zweimal war ich eingeladen und einmal habe ich zum Grünkohlessen eingeladen. Irgendwie hatte ich insgesamt essenstechnisch einen guten Lauf, auch an den Abenden, die ich mich alleine bekochte, war es so lecker geworden, dass ich mich ständig überfressen habe 😆 Folgenlos blieb die ganze Völlerei allerdings auf der Waage, puuuh 😀

Einen Tag war das Wetter so gnädig, dass ich einen längeren Spaziergang unternehmen konnte.

Außerdem zieren jetzt endlich Deckenlampen mein Berliner Wohnzimmer und die Küche. Drei Nachmittage für zwei Lampen spricht für die Qualität Berliner Altbaudecken und der beteiligten Handwerker 😆 Samstag ging es wieder zurück, in einer Rekordzeit von 3:15 Stunden für gute 450 km. Der Verkehr auf den Autobahnen war ruhig, die Fahrt war langweilig und so fuhr ich mal (natürlich nur ausnahmsweise) nach dem Motto „Nur fliegen ist schöner“ 😀

Bye bye, Berlin

Gestern machten Jens und ich einen sonnigen Sonntagssparziergang an der Weser bevor …

… ich heute dann endlich mal wieder laufen war, nicht das aus weniger doch irgendwann mal zu wenig wird 😛 Zur Feier des Tages konnte ich dabei meinen brandneuen Shamma Warriers einweihen, die ich mir endlich mal bestellt hatte und die während meiner Tage in Berlin in Oldenburg angekommen sind. Allerdings mußten erst einmal gute drei Kilometer reichen, zu sehr reizte mich bei dem genialen Wetter das Barfußlaufen.

Was ich aber schon nach den drei Kilometern ahnen kann: Die Warriers sind genial, sie sitzen wie keine andere Sandale am Fuß und der Fersenriemen neigt nicht zum rutschen. Allerdings wollen sie in Ruhe eingetragen werden, wie eine erste kleine Blessur an der Ferse schon nach nur dieser kurzen Distanz zeigt.

Die weiteren 7 m trabte ich also barfuß, genoß die Sonne, die Farben und das viele Wasser, was noch überall steht.

Ein toller Lauf, der nur durch einen Radfahrer getrübt wurde, von dem ich annahm, dass er mich auf mein Barfußlaufen ansprechen würde, stattdessen meinte er mir seine Meinung zum Ukraine-Krieg und der Politik dazu mitteilen zu müssen und ich wurde ihn nur wieder los, in dem ich in einer Hofeinfahrt so tat, als ob ich da zuhause wäre. Das Thema muß ich von einem Wildfremden beim Laufen wirklich nicht haben. Ich bin dann erst weitergelaufen, als er außer Sichweite war. Danach wurde ich von einer anderen Fahrradfahrerin als „tapfer“ tituliert und eine weitere rief mir zu, dass mein Tun gesund sei. Das hat mir dann schon erheblich besser gefallen 😉

Mit dem heutigen Lauf endet auch schon der zweite Laufmonat des Jahres. Exakt mit 50 km, reiner Zufall, ich schwöre. Ungrader sind da mit 38,3 die Barfußkilometer 🙂

Entdeckungen

Heute erfolgte Lauf Nr. 2 in 2022, wieder zusammen mit Torben. Diesmal erfolgte die Anreise zu ihm automobil, da ich das dringende Bedürfnis hatte weiterzufahren, um mal wieder in den Bornhorster Wiesen und an der Hunte zu laufen, die für mich laufend zur Zeit außer Reichweite liegen. Das hatte auch den Vorteil, dass ich diesmal auf den Schmuck langer Beinkleider verzichten konnte. Darüberhinaus wollte ich doch mal antesten, was meine verweichlichten Fußsohlen zu den ersten Barfußkilometern dieses Jahres sagen.

So vier bis fünf Grad waren temperaturmäßig jetzt zwar nicht so der Fußsohlen-Burner, zumal der Asphalt feucht war, aber nach zwei Kilometern waren die Füße warm und, das sei schon einmal vorweggenommen, sie haben die insgesamt sieben Kilometer schadlos überstanden. Zur Not hätte ich aber Sandalen im Laufrucksack dabei gehabt.

Trübe Aussichten

Winterzeit ist auch immer Entdeckungszeit an der Hunte. Im letzten Winter gab bis hin zum Fiat 500-Rutscherauto einiges zu sehen. Unsere heutige Ausbeute war allerdings wenig spektakulär. Eine kaputte Thermoskanne, die erhaben aufrecht im Gras stand und ein ebenso aufrecht stehendes Blechfaß, das einmal „Lagerfett“ enthielt.

Nicht entdecken konnten wir heute allerdings die Krebse, die wir bei einem Lauf am 12.11.21 in einem Fleth gesehen hatten, obwohl wir intensiv nach ihnen Ausschau hielten.

Dieser kurze, gechillte Lauf verlief gut und ohne Probleme und hat uns beiden trotz des trüben Wetters Spaß gemacht. Mal gucken, was es bis zum Ende der Hochwasser-Saison noch zu entdecken gibt. Vielleicht findet sich ja noch etwas für meine kleine Sammlung 🙂

Verweichlicht

Ich wünsche allen meinen Lesern noch ein

Möge es ein Jahr mit viel Licht werden, es muß ja nicht gleich goldenes sein 🙂

Ich melde mich hier auf meinem Blog zurück mit einem kleinen „Zustandsbericht“: Seit dem 01. Oktober 2021 bin ich krankgeschrieben und bin es auch weiterhin. Wie es weitergeht wird sich wohl im Laufe des Januar entscheiden. Ich muss leider sagen, dass sich mein Optimismus für das Jahr 2022 in Grenzen hält. Dafür hat mich meine Krankheit nach wie vor zu fest im Griff und auch die äußeren, von mir kaum zu steuernden, Einflüsse stimmen mich nicht gerade froh. Aber es ist ja nicht so, dass ich nicht auch positiv denken kann: Dadurch, dass ich von diesem Jahr nichts erwarte, kann ich eigentlich kaum noch enttäuscht und es eigentlich nur besser werden 🙂

Das trifft auch auf das Laufen zu. Weniger als zur Zeit geht nicht, schlechter kann es nicht mehr werden und meine einzige Hoffnung für 2022 besteht darin überhaupt wieder regelmäßig in einem gewissen Umfang laufen zu können.

Damit noch ein kurzer Rückblick auf 2021, in dem ich mein Kilometer-Ziel nur um knapp 1.000 Kilometer verpaßt habe 😆 Naja, wenn man im Juli und August jeweils gerade noch 100 km läuft, im September nur 50, im Oktober unter 50, im November nur noch unter 40 und im Dezember nur 10 km, dann wird es halt eng mit den anvisierten 2.400 km. Dank der recht starken ersten Jahreshälfte sind es aber immerhin doch noch 1.456,8 km, davon 794,6, sprich 54,54 %, barfuß, geworden. Paßt, für ein besch… eidenes Jahr will ich da gar nicht meckern 🙂

Für heute animierte mich Torben zum ersten Lauf diesen Jahres. Fünf Kilometer wollten wir, sieben wurden es, männliche Unvernunft halt. Für diesen Lauf habe ich mich voll aufgerödelt. Naßkalte 2 ° ließen mich zur langen Tight greifen, darüber noch ne Shorts ziehen und das erste Mal nach 19 Monaten die V-Runs über die Füße streifen. Die lange Behosung war aber zu meiner Verteidung nicht dem Laufen geschuldet, sondern der An- und Abreise von und zu Torben mit dem Fahrrad. Da waren mir nackte Beine dann doch zu kalt, ebenso wie Sandalen auf dem Fahrrad bzw. barfuß zu laufen.

Zu dieser Verweichlichung mit langen Hosen beim Laufen bei Plusgraden gesellt sich noch ein Verweichlichung meiner Fußsohlen. Das nahezu Nichtlaufen in den letzten Monaten, gepaart mit überhaupt wenig Outdoor-Aktivität, von ein paar Spaziergängen einmal abgesehen, führt zu einer enorm schnellen Rückbildung der stabilen Fußsohlenhaut. Das hätte ich in diesemm Tempo nicht erwartet. Macht aber nichts, da ich eh noch eine längere Zeit wohl nur kürzere Strecken laufe kann, kann ich die Fuhsohlen auch langsam wieder abhärten. Verweichlicht war übrigens auch meine Garmin und fand das Satelittensignal heute erst kurz vor Ende des Laufs und dichtete dann noch über einen halben Kilometer dazu :-/

Wie meine geneigte Leserschaft also merkt, sprühe ich (noch?) nicht gerade vor überbordenden Optimismus und Elan. Aber, siehe oben, es kann ja nur werden, hoffe ich zumindestens inständig.

Etwas Aufklärung

Hallo, hier eine kurze Unterbrechung meiner Pause. Warum? Weil ich über ein kurzes Video gestolpert bin, in dem ein Arzt über die Anzeichen einer Depression aufklärt. Nun bin ich mir der Symptome meiner Depression durchaus bewußt, aber ich war doch noch einmal erstaunt bis erschrocken, dass so ziemlich alles was dieser Arzt dort benennt auf mich zutrifft. Das auch der Punkt „besonders häufig bei Männern auch Aggression“ auf mich zutrifft, äußtere sich auf diesem Blog ja das ein oder andere Mal in meinen Ausfällen zum Thema Corona. Irgendwie habe ich das Bedürfnis dieses Video hier einmal vorzustellen. Vielleicht macht es etwas verständlicher was mit mir los und Ihr dürftet selber schon einige Verhaltensweisen von mir wiedererkennen.

Darüberhinaus möchte ich Euch ein sehr gutes Video vorstellen, in dem sich ein geplantes Comedy-Gespräch zu einem sehr guten Gespräch über Depressionen entwickelt, ab 9 Min 30:

Abschließend möchte ich noch das Video von Torsten Sträter verlinken, dass im vorherigen Video schon kurz vorstellt wird, das beweißt, dass man auch Depressionen mit Humor darstellen kann, wobei mir die Erfahrung einer Überdosierung mit Antidepressiva im Zusammenhang mit Bier zum Glück fehlt 😀 :

Vielleicht hat ja der eine oder die andere von Euch und Zeit sich diese Videos anzuschauen. Ich möchte Euch aber defintiv nicht dazu nötigen und es deshalb auch gar nicht kommentiert wissen. Aus diesem Grunde habe ich die Kommentarfunktion ausnahmsweise einfach mal abgeschaltet.

Euch weiterhin alles Gute und eine schöne Adventszeit!

Freundliche Worte

… waren nicht gerade meine Stärke wenn es in der Vergangenheit um meine Kritik an den Maßnahmen der Politik in Sachen C ging. Ihr werdet Euch sicher leidvoll erinnern. Inzwischen bin meiner Aggression müde und nur noch erschöpft und traurig. Traurig und erschüttert nehme ich hin, dass es mir bei kommenden Berlin-Besuchen erneut nicht erlaubt ist ein Bierchen in meiner Stammkneipe zu trinken, ich nirgends eine Pizza, einen Kuchen essen oder eine Tasse Kaffee trinken darf. Ich nehme es auch nur traurig und ohne jede Häme und Genugtuung zur Kenntnis, dass solche Selbstverständlichkeiten dort auch Geimpfte und Genesene wieder nur noch getestet wahrnehmen dürfen. Erschüttert nehme ich zur Kenntnis, dass ich als gesunder Mensch, der seine Gesundheit auch noch durch einen Test nachweist nicht an der Weihnachtsfeier des Möbelhauses, mit dem Jens zusammenarbeitet, teilnehmen kann, weil das ausgewählte Restaurant „2 G“ betreibt. Würde meine Krankheit nicht meiner Arbeitsfähigkeit im Wege stehen, würde ich mich künftig testen lassen müssen, um arbeiten zu dürfen. Beistimmte Personen würde dies sicher auch noch mit Genugtuung kontrollieren. Künftig werde ich nicht einmal mehr ungetestet einen Bus oder eine U-Bahn benutzen dürfen.

Nach ca. zwei Jahren Pandemie wird immer alles nur noch schlimmer. Es wird beschimpft, verunglimpt, gedroht und diskriminiert und nicht nur ich fühle mich an finsterste Zeiten deutscher Geschichte erinnert. In Östereich, das uns ja immer ein paar Wochen voraus ist, dürfen ungeimpfte Menschen grundlos nicht mehr das Haus verlassen, ja nicht einmal mehr zum Friseur gehen. Kontakteinschränkungen stehen hier wie dort im Raume. Aber sind sind faktisch eh schon da, weil man ja nichts mehr machen darf.

Nein, ich bin nicht mehr wütend und aggressiv. Das sind andere. Das sind Ex-Bundespräsidenten, die ungeimpfte Menschen bekloppt nennen, oder Weltärztepräsidenten, die uns ungeimpfte Menschen der Tyrannei bezichtigen, dass sind Minsterpräsidenten, die mit „ihrer Geduld am Ende sind“(was ist eigentlich mit meiner, mit unser aller Geduld), dass sind Medien, die ungeimpfte Menschen (Kimmich) durch einen medialen Hexenkessel treiben. All das passiert, während sich immer deutlicher zeigt, dass die Impfung nicht das hält was von ihr versprochen wurde. Auch das nehme ich nicht mit Häme sondern mit größtem Bedauern zur Kenntnis, weil sich unsere Führungsriege einzig und allein darauf versteift hat und es keinen Plan B gibt. Alles andere was ich den Mächtigen unseres Landes und großen Teilen der Welt in diesem Zusammenhang unterstellen könnte, würde mir wohl einen Aluhut aufsetzen und mich als Schwurbler und höchstwahrscheinlich gar als Nazi darstehen lassen. Deshalb spare ich mir das.

Nein, ich bin nicht mehr wütend und aggressiv. Ich bin traurig, depressiv und hoffnungslos. Auch weil die, die meinen auf der richtigen Seite zu stehen, all das hinnehmen, mit einem Achselzucken kommentieren oder sich schlimmstenfalls noch an Hass, Hetze und Beschimpfungen beteiligen. Auch dieses Wegsehen, Hinnehmen und Beteiligen hat es in unserer Geschichte schon gegeben.

Ja, ich bin mir diesen „gewagten“ Vergleichs durchaus bewußt und nehme Schnappatmung und Protest (hier entsteht das erstaunlicherweise) bei einigen schon fast körperlich wahr. Aber ich stehe dazu!

Aber weil ich der Wut und der Aggression überdrüssig bin, weil ich müde, erschöpft und depressiv bin, möchte ich hier statt weiterer Worte den offenen Brief eines untadeligen Sportlers (immerhin ist das hier ja auch noch ein Sportblog) veröffentlichen, einer der nicht weniger ist als der erfolgreichste Olympionike Österreichs. Sein offener Brief verkörpert alles was meine Meinung zu diesem Thema ist, nur gelingt es Felix Gottwald, im Gegensatz zu mir in den vergangenen Zeiten, diese meine Meinung und die vieler anderer in recht freundliche, verbindliche Worte zu fassen. Ganz nebenbei hat solch ein renommierter Sportler, der da auch noch eine nicht restlos unbedeutete Stelle aufgibt, ein ganz anderes Gewicht, als ich kleiner bedeutungsloser Blogger.

Aber eines werden Felix Gottwald und ich dann doch gemeinsam haben: Es wird sich trotzdem nichts ändern. Die Herrschenden werden ihr Verhalten nicht ändern und die Beherrschten werden es in der Großzahl weiter über sich ergehen lassen. Demokratie? Grundrechte? Wer braucht das schon wenn es um den absoluten Gesundheitsschutz geht? Sollte Corana irgendwann doch einmal zu Ende sein, wird sich einen neues Thema finden lassen. Den Anfängen wurde nicht gewehrt.

Nun aber zu dem offenen Brief von Felix Gottwald an den Sportminister und Vize-Kanzler Österreichs:

Offener Brief von Felix Gottwald an Sportminister Werner Kogler

Ich möchte Sie darüber informieren, dass ich mit sofortiger Wirkung als Vorsitzender der Breitensportkommission der Bundes-Sport GmbH zurücktrete und nicht mehr zur Verfügung stehe.

Ich bin angetreten, um einen Beitrag für eine echte Bewegungskultur in unserem Land zu leisten.

Ich bin angetreten, um die Anzahl der gesunden Lebensjahre in unserem Land gemeinsam zu steigern.

Und ich bin angetreten, um ein Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen, durch Bewegung und Sport die Welt, in der wir leben, besser zu meistern.

Nach nun neun offiziellen Monaten in dieser Funktion stelle ich fest: Es mag in unserem Land gerade um viel gehen, aber sicher nicht um die Gesundheit und das Wohl der Österreicher:innen und der in Österreich lebenden Menschen – und das inmitten der größten Gesundheitskrise.

Spaltung, Hetze, Diskriminierung – das sind die Regierungsgebote der Stunde.

Ich schäme mich zutiefst für unser Land und bin als Österreicher zornig, traurig und (ver-)fassungslos zugleich.

Ich habe jegliches Vertrauen in die Politik verloren, und mir fallen beim besten Willen keine Argumente mehr ein, warum ich ihr auch nur eine Silbe glauben sollte. Die Art des Diskurses innerhalb der Politik, die Wortwahl, die Inkongruenz, die Geringschätzung, die mich als mündigen Bürger und Steuerzahler erreicht, irritieren mich zutiefst und würden wohl jedes Unternehmen in der Privatwirtschaft umgehend in den Ruin treiben.

Als nachweislich Gesunder, der mit vernünftigen und sinnvollen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sehr verantwortungsvoll umgeht, werde ich jetzt wie Millionen andere vom sozialen und damit auch vom sportlich bewegten Leben ausgegrenzt. Ich habe als Sportler immer Verantwortung übernommen und übernehmen müssen. Daran hat sich nichts geändert und wird sich – unabhängig von Druck, jeglichen Regeln und Verordnungen – nichts ändern. Ich habe Gesundheitswissenschaften studiert, weil ich mich zeit meines Lebens damit beschäftigt habe, wie Gesundheit – und nicht wie Krankheit – entsteht. Sport und Bewegung sind und bleiben dafür ein wesentlicher Teil der Lösung.

Gerade Sie als Sportminister hätten es in der Hand, Hebel in Bewegung zu setzen, die Bewegung und (Breiten-)Sport in der wohl größten Gesundheitskrise unserer Zeit fördern und nicht verhindern.

Wie weit sind Sie bereit zu gehen?

Und: Wie weit seid ihr als Regierung bereit zu gehen?

Als erfolgreichster Olympiasportler Österreichs habe ich ganz oft verloren und nur ganz selten gewonnen. Als Sportler habe ich gelernt, mit Niederlagen und mit dem Scheitern umzugehen, daraus zu lernen, mich weiterzuentwickeln und mir selbst und anderen mit Respekt und Würde zu begegnen. Diese Tugenden vermisse ich derzeit seitens der Politik zur Gänze.

Ich war überzeugt, dass unser Land aus der Geschichte gelernt hat.

Ich bin erschüttert, festzustellen, dass wir als Gesellschaft anmaßender, skrupelloser und diskriminierender geworden sind, als ich das je zuvor erlebt habe.

Ich möchte wieder in einem Land leben, auf das wir stolz sein können, in einem Land, in dem wir als Gesellschaft eine Kultur des Füreinanderdaseins pflegen. Entscheidungen und Handlungen, die von Verstand, Verständnis und Vertrauen geprägt sind, wünsche ich mir von Herzen. Die Hoffnung, dass es dafür – unabhängig von den äußeren Umständen – nie zu spät ist und dass heute immer der beste Zeitpunkt bleibt, damit wieder zu beginnen, lässt mich abschließend Danke sagen. Danke allen Mitgliedern und dem Team der Bundes-Sport GmbH für die Art, wie ich aufgenommen wurde, und für deren Bemühen, beim Vorhaben, eine echte Bewegungskultur in unserem Land zu etablieren, mitzuwirken. Ich bin gescheitert – und das ist okay so. Weiterzumachen, als ob ich die unsportlichen und ungesunden Entwicklungen rund um diese Pandemie nicht mitbekommen würde, ist für mich keine Option. Ich möchte auch allen Einzelnen Danke sagen, die auf ihre Art und mit ihren Möglichkeiten einen Beitrag leisten, dass wir zusammenhalten und Verständnis füreinander haben und es nicht zulassen, uns als Gesellschaft von dieser Art der Politik weiter auseinanderdividieren zu lassen, und dass wir deshalb diese Krise gemeinsam und mit unterschiedlichen persönlichen Entscheidungen und Überzeugungen meistern werden.

Bewegung und Sport und viel frische Luft werden uns dabei helfen und ganz nebenbei noch einer Pandemie unserer Zeit – nämlich Übergewicht und Bewegungsarmut – entgegenwirken.

Ich persönlich werde mich weiterhin mit meinen Möglichkeiten für eine echte Bewegungskultur in unserem Land einsetzen, wissend, dass eine solche beharrlich aufgebaut werden und vom politischen Aktionismus wohl unabhängig sein muss.

Mit besorgten und bewegten Grüßen,

Felix Gottwald

Ramsau am Dachstein, 15. November 2021

#einfachdeinbestesgeben #felixgottwald #feelgood_zellamsee #feelgood_benefit

#bewegdich #bewegungskultur

Denkt doch bitte einmal über seine und auch meine Zeilen nach.

Vielen Dank!

Sportliche Höchstleistung

Zu erst möchte ich mich bedanken. Bei allen, die mir nach meinem letzten Beitrag Zuspruch gegeben haben, über die Kommentare oder auf anderem Wege. Es hat mir sehr gut getan und ich habe mich inzwischen wieder gefangen. Meine Gefühlswelt schwankt aber alle paar Minuten sehr stark zwischen kämpferisch und Kopf in den Sand stecken.

Einen Kommentar möchte ich allerdings von meinem Dank ausdrücklich ausschließen, nämlich diesen hier:

„dann impf dich halt du vollidiot ………“

Ich weiß zwar nicht, was mein Beitrag mit dem Thema Impfen zu tun hatte, aber das weiß der knuddelig, symphatische Zeitgenosse, dessen Kommentar ich dann doch lieber gelöscht habe, wohl selber nicht. Vielleicht möchte ihn ja jemand fragen, deshalb unten stehend einmal seine „Name“, der sich aber sicher auch auf Depp reduzieren läßt, und seine E-Mail-Adresse.

Momentan fällt es mir schwer mich zu konzentrieren und so kam es einer sportlichen Höchstleistung gleich, heute so etwas Simples wie zwei Online-Überweisungen durchzuführen. Der Alltag kann wirklich eine immense Herausforderung sein. Aber auch das wird sich wieder geben.

In Sachen Laufen habe ich mich gestern durch Torben (der sonst ja lieber Kurzstrecke) läuft, zu einem etwas flotteren Zehner hinreißen lassen. Fand meine Ferse nicht so toll. Aber es war gestern einfach so eine geniale Abendstimmung, da konnten wir nicht anders. Außerdem erlebe ich es auch nicht alle Tage, dass Torben sich vor mir zu Boden wirft, um zwei schöne Gegenlichtaufnahmen von mir zu machen 🙂

Ihr seht, es ist noch etwas Leben in mir drin. Hatte ich schon Danke gesagt? Danke nochmals!