Vom lonely Wolf zum Rudeltier?

Na, meine liebe Leserschaft, soll ich mich hier mal wieder zum gestrigen Corona-Gipfel auslassen? Nein, ich erspare es Euch und mir. Das Ergebnis spricht für sich, wie immer Ihr das jetzt auslegt :mrgreen:

Widme ich mich also lieber dem Angenehmen in dieser Zeit:

Das ich in letzter Zeit desöfteren mit Torben laufe, sollte hier schon einigermaßen bekannt geworden sein. Da er als verhinderter Schwimmer nicht ganz lange Strecken läuft, nehme ich dafür sogar in Kauf, dass ich ihn jedesmal bei sich Zuhause abhole und dort auch wieder abliefere. Zusätzlich nehme ich ebenfalls in Kauf, dass dadurch meine Barfußlaufstatistik leidet. Rundum das Zuhause von Torben sind die Strecken weitestgehend barfußuntauglich.

Was ich dafür allerdings gewinne ist Gesellschaft und Motivation. Offensichtlich kompensiere ich die zermürbende Corona-Einsamkeit ausgerechnet etwas beim Laufen, wo ich eigentlich die Einsamkeit immer schätze. In den Zeiten als meine Depression und das nasskalte Winterwetter auf ihrem langanhaltenden Höhepunkt waren, waren mir die Laufverabredungen auch eine wichtige Motivation, die ich sonst so nie nötig hatte. Zwei von meinen vier bis fünf Läufen die Woche bin ich nun also mit Torben unterwegs.

Wie auch am vergangenen Sonntag, wo Torben ja eigentlich kneippen und ich noch einmal ein kurzes Vollbad im Kleinen Bornhorster See nehmen wollte. Allerdings war es am Sonntag so kalt und es bließ so ein kräftig-kalter Nordwestwind, dass wir das Ansinnen aufgegeben haben. So blieb es bei mir beim Kneippen und Torben hat immerhin einmal kurz die Wassertemperatur gefühlt 😎

Immerhin bekennt der Frühling trotz anhaltender Kälte schon einmal etwas Farbe:

Heute nachmittag hatte ich wieder leichte Motivationsprobleme und schnappte mir daher mein nächstes Opfer 👿 Jens hatte kürzlich in einer Reha Gefallen am Nordic Walken gefunden (Laufen kommt aus gesundheitlichen Gründen für ihn leider nicht in Frage und auch er ist ein Opfer geschlossener Schwimmbäder) und sich letzte Woche bei Feinkost Albrecht auch schon die passenden Stichwaffen gekauft. Deshalb fragte ich ihn, ob er nicht Lust hätte in den Bornhorster Wiesen eine erste Runde zu drehen, während ich laufen gehe. Er hatte! 🙂

So sind wir zu den Bornhorster Wiesen rausgefahren und Jens hat sich mit den Stöckern bewaffnet auf den 5 km langen Rundweg gemacht und ich bin derweil eine Pendelstrecke gelaufen. So haben wir zwar nicht wirklich gemeinsam gesportelt, aber wir sind immerhin gemeinsam gestartet und auch ungefähr zeitgleich wieder gemeinsam ins Ziel gekommen. Schön war das und Jens hat es auch gefallen.

So genieße ich momentan die Gesellschaft, ob es allerdings ein wirklicher Wandel vom Einzelgänger bzw. -läufer zum Rudeltier wird, wird die Zukunft zeigen. Im Moment paßt es einfach und es tut hoffentlich nicht nur mir gut.

Fast ein ganzes Auto

Heute auf einem meiner gelegentlichen Läufe an der Hunte: Nanu, was parkt denn da am Wegesrand? Ein Fiat 500 Cabrio! Faszinierend!

Leider weist das Auto doch erhebliche Gebrauchsspuren und vorallem schwerwiegende Unfallschäden durch Seitenkollisionen links und rechts auf. So bedauerlich das ist, für mich ist es ein großes Glück, wäre ich doch sonst mehr als nur in Versuchung geraten auch dieses Fundstück zu bergen und mit Nachhause zu schleppen. Dafür wäre es auch etwas unhandlich gewesen, vorallem über mehrere Kilometer 🙄

Allerdings habe ich die Vermutung, dass ich am 23.Januar, bei dem Lauf auf dem ich das Krokodil geborgen hatte, schon einmal ein Fragment von diesem Gefährt gefunden habe:

Leider konnte ich das heute nicht wieder entdecken, obwohl ich es in den letzten Wochen noch mehrmals gesehen hatte. Ansonsten hätte ich es mitgenommen und ausprobiert, ob es paßt. Die übereinstimmenden Bruchkanten an Fiat und Seitenteil-Fragment legen das aber nahe. Das Bruchstück lag ungefähr zwei Kilometer vom Auto entfernt und, wie gesagt, das habe ich schon vor Wochen gesehen, während der Fiat erst heute auftauchte. Ich vermute, dass ihn erst jetzt jemand in der Uferböschung entdeckt und an den Wegesrand verfrachtet hat.

Im weiteren Verlauf des Laufs fand sich dann auch noch folgende Frage auf dem Weg:

Tja, ich habe da so meine Vermutungen 😦

Als ich dieses Foto machte, schloß von hinten ein Ende Zwanzig, Anfang Dreißig jähriger Läufer auf. Der muß ne ganze Ecke schneller als ich gewesen sein, hatte ich ihn doch vorher gar nicht bemerkt. Er lief an mir vorbei ohne mich eines Blickes zu würdigen. Als ich wieder anlief stellte ich aber fest, dass er langsamer war als ich und ich setzte locker flockig zum Überholen an. Nach dem Überholen war ich dann bemüht schnellstmöglich Abstand zu ihm herzustellen, schnaufte und prustete er doch, als wäre er auf Marathonweltrekordkurs und, was noch schlimmer war, er rotzte permanent vor sich hin, ekelig! Wozu das gut sein soll erschließt sich mir nicht wirklich, der muß doch zum Ende völlig ausgetrocknet sein, wenn man sein ganzes Inneres nach draußen befördert, bäh.

Da gefielen mir die nach den Stürmen und Dauerregen noch einmal ordentlich vollgelaufenen Bornhorster Wiesen doch erheblich besser.

Helges Fun Factory

Nach einigen doch recht fordernden Barfußläufen auf Asphalt, Beton und Pflastersteinen wollte ich meinen diebezüglich etwas gereizten Fußsohlen mal etwas Erholsames und Schmeichelndes bieten. Nachdem mich vor drei Tagen Klausilein ja recht ordentlich durchgepustet hatte, nahm gestern Vormittag sein Nachfolger Luis so langsam Fahrt auf. Beiden gemeinsam war viel viel Regen und ich unternahm einen kleinen Ausflug zu den schönen Sandwegen zwischen dem Ipweger Moor und den Gellener Torfmöörten. Vollgesogen mit Wasser und bedeckt mit riesigen Pfützen boten sie einen weichen, matschigen Untergrund für die Fußsohlen, quasi wie eine Fango-Packung, nur nicht ganz so warm 😉

Manche Pfützen waren auch tiefer als es den Anschein hatte und der Matsch spritzte beim Durchlaufen bis zu den Oberschenkeln. Da erwachte das Spielkind im Manne und ich mußte an Helge denken, die auch immer viel Spaß hat, wenn ihr der Matsch um die Ohren fliegt 😀 Deshalb übernehme ich auch einmal die Spaßskala von Helge und bewerte den 12 km-Lauf mit einer 10 +++ 😀

Praktischerweise fing es auch erst wieder an zu schütten, als ich wieder im Auto saß.

Trocken blieb es auch auf meiner heutigen Vormittagsrunde mit Torben. Wir liefen gemeinsam zum Kleinen Bornhorster See, wo ich endlich mal einen Fotografen für meinen Kneippgang hatte, dass mußte ich doch gleich ausnutzen 😛

Torben hätte es auch gerne selber ausprobiert, aber mit nassen Füßen wieder in Socken und Schuhe zu kommen, ist eben nicht so einfach. Was ist das doch schön mit den Sandalen 😀 Aber beim nächsten Mal nehmen wir für ihn ein Handtuch mit 😎

What shall we do with the drunken sailor ?

Heute war mal wieder einer dieser Tage, wo wir auch im Norden schon einmal das Wort Sturm in den Mund nehmen. Es gab hier zwar schon weit aus mehr Wind als heute, aber ganz schön pustig war es trotzdem. So pustig, dass ich es vorzog für meine Laufrunde mit dem Auto zu den Bornhorster Wiesen zu fahren. Der vorteilhafte Grund: Dort kann einem nichts auf den Kopf fallen. Nachteil: Es gibt auch nichts, was den Wind abhält bzw. Schutz vor diesem bietet.

Egal, fix aus dem beim Parken im Wind leicht vor sich hin schaukelnden Auto ausgestiegen und losgetrabt. Den ersten Kilometer hatte ich noch Rückenwind, der es mir schwer machte Kurs zu halten. Teilweise lief ich seitlich schräg im Wind, wurde kräftig von ihm geschubst und brauchte gelegentlich die gesamte Wegbreite 😀 Dabei kam mir der viel besungene betrunkene Seemann in den Sinn 😆

Aber immerhin war es nicht so heftig, dass ich mir mit dem einen Bein gegen das andere geschlagen habe, was bei anderen Sturmläufen schon vorgekommen ist. Nach dem ersten Kilometer ging es dann voll in den Wind und es kam mir gar nicht einmal so schlimm vor. Okay, das ein oder andere Mal bin ich nahezu auf der Stelle getreten, aber es lief, wenn auch eine Pace von um die 7:30 auf gerader flacher Strecke nicht unbedingt für Bestzeiten zu gebrauchen war 😆

Das einzige Mal, dass mein Blick sorgenvoll nach oben ging, war beim Unterqueren der Huntebrücke. Die ist bei Sturm schon so manchem Lkw oder Anhängergespann zum Verhängnis geworden, aber runtergefallen ist zum Glück doch noch nie ein Fahrzeug 🙂 Witzigerweise konnte ich auch nach dem Wendepunkt mit Rückenwind kein zügiges Tempo anschlagen und nur einige wenige Male schob mich der Wind derart, dass ich nichts anderes machen konnte als immer schneller zu werden.

Zu Anfang hatte es teilweise noch kräftig geregnet und die Regentropfen schossen mir wie Hagelkörner ins Gesicht, so dass ich mir teilweise die Hand über die Augen halten mußte. Etwas später blinzelte aber sogar ab und zu die Sonne. Dem Sturm hatte ich auch zu verdanken, dass ich mir die Strecke heute nur mit zwei Läufern und einem Spaziergänger teilen mußte, sehr angenehm. Einer der Läufer -Typ athletisch-muskulöser Sportstudent- überholte mich, fragte mich kurz „Tut das nicht an den Füßen weh?“ und entschwand so schnell, dass ich nur ein kurzes „Nö“ antworten konnte. Kurze Zeit später bog er ab und übersprang elegant zwei Pforten in den Weidezäunen *neid*

Der letzte Kilometer bot mir dann noch einmal die volle Dröhnung von vorne und die Pace sank gegen 9. Schlußendlich lief ich die gut 14 km im 6:47er Tempo mit einem Durchschnittspuls von 164. Die Sache war eben doch etwas fordernder 😎

Überhaupt hatten wir hier neben dem Sturm die letzten Tage so ziemlich alle Wetter: Regen, Sonne, Nebel und vorgestern sogar noch einmal Schnee, der aber zum Glück nicht liegengeblieben ist. An dem Tag mußte auch wieder die kleine Kneippvariante im Kleinen Bornhorster See reichen 🙂

War sonst noch was? Nö, mehr fällt mir zumindestens nicht ein 🙂

Kurze Fragen zu kurzen Läufen

Während ich heute etwas länger gelaufen bin und mit 20,1 km mit Ach und Krach den zweiten 20iger in diesem Jahr voll bekommen habe, ging mir nicht nur ein gewisser „Duft“ durch die Nase …

… sondern auch eine gewisse Frage durch den Kopf. Aber zuerst noch ein paar wenige Eindrücke zum heutigen 20iger, den ich wieder komplett barfuß laufen konnte:

Was mir nun bei diesem Lauf u. a. durch die Kopf ging, war die Frage, ab wann ist ein Lauf eigentlich ein Lauf? Warum? Weil ich am vergangenen Wochenende einmal nur zum Brötchenholen gelaufen bin. An dem samstäglichen Vormittag war es kalt und ich überlegte auf welche Art und Weise ich die 1,3 km zum Bäcker zurücklegen sollte. Im Regelfall mache ich das mit dem Fahrrad, hatte aber irgendwie keine Lust aufgrund der Kälte extra Schuhe anzuziehen. Ein Spaziergang dauerte mir zu lange und das Auto kam schon einmal gar nicht in Frage. So entschied ich mich eben mal schnell in die Laufklamotten zu schlüpfen und hinzujoggen. Weil der direkte Weg eine nicht barfußtaugliche Rollsplit-Passage enthält, legte ich mit einem kleinen Schlenker schlußendlich satte 3,1 km zurück. Hin, rein zum Bäcker und wieder zurück. Mit dieser beeindruckenden Kilometerzahl konnte ich dann noch fett meine etwas maue Februar-Statistik pimpen 😀

Wenn man sich die Regeln fürs Streaken anschaut, muß man ja täglich mindestens eine Meile, sprich 1,6 km, zurücklegen. So gesehen war es schon ein „richtiger“ Lauf, mit dem Vorteil, dass aufgrund von kühler Temperatur und Kürze kein anschließendes Duschen notwendig war 🙂

Hier einmal zwei kurze Fragen zu kurzen Läufen an meine treue, laufende Leserschaft:

  • Ab wann ist für Euch ein Lauf ein Lauf, für den es sich lohnt die Laufklamotten anzuziehen?
  • Lauft Ihr eventuell auch extra nur mal um eine kleine Besorgung zu erledigen?

Ein Schmetterling und ein Schatz

Heute in der Mittagszeit flatterte ein Schmetterling, genauer gesagt ein Zitronenfalter, vor dem Haus herum. Ein Schmetterling im Februar, ich wüßte nicht, dass mir schon jemals einer zu dieser Jahreszeit begegnet ist. Es war aber mit 16 ° auch nochmal verdammt warm. So warm, dass ich meinte die diesjährige Badesaison eröffnen zu können. Nein, im Ernst, schon seit längerem liebäugelte ich damit, meine regelmäßigen Kneippkuren im Kleinen Bornhorster See einmal zu „vertiefen“ 🙂 Einfach mal ausprobieren wie es sich anfühlt und bei 16 ° brauchte ich ja wenigstens nicht beim Aus- und Anziehen zu frieren 🙂

Als ich gestern meine Laufrunde mit Torben drehte, war es noch wärmer als heute. Trotz kurz/kurz geriet ich so richtig ins Schwitzen. Wir liefen gerade an der Hunte entlang, als Torben am anderen Ufer auf dem Deich eine Kiste liegen sah. Er war der felsenfesten Überzeugung, dass es sich nur um eine Schatzkiste handeln könne. Da blieb uns nichts anderes übrig als die geplante Route zu ändern, den Fluß über die Huntebrücke zu überqueren, um auf eben diesen Deich zu gelangen. Auf dem bin ich tatsächlich noch nie gelaufen, allerdings führt er stadteinwärts auch direkt auf die Hafenanlagen zu.

Als wir bei der Kiste ankamen, war die Enttäuschung groß, der Schatz wurde offensichtlich schon geraubt und nur die leere Kiste zurückgelassen 😦 Als wir diesen Schock verdaut hatten, konnten wir aber immerhin mal eine andere Strecke genießen, u. a. über die Kaianlage vom Hafen. Da dort gerade keine Schiffe lagen, die be- und entladen wurden, trauten wir uns dort entlang und es war sogar so aufgeräumt, dass ich dort bedenkenlos barfußlaufen konnte.

Die Strecke wurde durch die Schatzsuche etwas länger und führte Torben nahe an einen Streckenrekord. Wenn das kein wahrer Schatz gewesen ist! 🙂

Leben!

Vom Grundsatz her bin ich ein Mensch, der gerne und viel alleine sein kann. Beim Laufen und überhaupt. Das ich trotzdem ein halbwegs soziales Wesen bin zeigt allerdings alleine schon dieser Blog. Das ich darüberhinaus durch Kontakteinschränkungen und die allgemeine Verunsicherung durch das allseits präsente Elendsthema leide ist auch hinlänglich bekannt. Umso schöner, dass Elke eine spontane Idee hatte, kurzfristig ein virtuelles Bloggertreffen einzuberufen. Zu acht tauschten wir uns über knapp drei Stunden über alles Mögliche und Unmögliche aus. Es war so toll! Danke an alle, die dabei waren und speziell an Elke für die Organisation und Bereitstellung der technischen Basis.

Zwei Tage später zog mich ein Handwerkertermin in meiner Wohnung in meine Lieblingsstadt. Große Lust hatte ich keine, herrscht doch auch in der Hauptstadt tote Lockdownhose. Das es trotzdem wieder einmal ganz anders kam, läßt mir jedesmal das Herz aufgehen. Johann hat mich zum Essen und Filmabend eingeladen. Es blieb beim Essen, wir hatten uns soviel zu erzählen, dass wir in der Küche hängenblieben. Da braucht es keinen Fernseher 🙂 Am Nachmittag war ich noch mit meiner Nachbarin zwei Stunden spazieren. Tags drauf war ich gerade am kochen, als aus dem Vorderhaus die Einladung zum Essen kam. Da habe ich spontan die Pfanne vom Herd genommen, noch das Rührei gemacht und mit rübergenommen zu Ulrike und Christoph, um mit ihnen einen schönen Abend zu verbringen. Am Tag drei hatte ich dann Besuch, mein Barfuß-Freund Frank kam zu mir. Zuvor hatten wir uns etwas zu essen geholt und dann gab es viel zu schnacken bei dem ein oder anderen Bierchen und Likörchen.

Nachmittags war ich noch spazieren. Das Laufen hatte ich mir gespart, ahnte ich doch schon, dass an einem unglaublich schönen Vorfrühlings-Sonntag auf dem Tempelhofer Feld die Höhle los sein wird. Es war die Höhle los, was auf dem gigantisch großen Areal aber kein Problem darstellt. Lediglich an den Zugängen war es extrem wuselig. Es wurde gechillt, spaziert, gelaufen, geradelt, gekitesurft, gesurft und getanzt. Es wurde Basketball gespielt und Tennis und Volleyball und Fußball. Obwohl es mir eigentlich schon etwas zu viele Menschen waren, habe ich die Atmosphäre einfach nur in mich aufgezogen. Soviel Aktivität und soviel gute Laune, das war nach diesen schrecklichen Winterwochen einfach nur fantastich. Einfach Leben!

So ein Tag schon im Februar, wo ich in kurzen Hosen spazieren konnte, war für alle Menschen ein echter Glücksfall.

Gerade einmal fünf Tage vorher bin ich noch im grauen Restwinter-Tauwetter in Oldenburg laufend unterwegs gewesen.

Und heute schwitzte ich erstmals aufgrund der Temperaturen:

Wenn es die letzten Tage überhaupt einen Wermutstropfen gab, dann war es das ganz Neukölln und auch das Tempelhofer Feld mit Tonnen von Split vollgeschmissen sind. Barfußlaufen kann ich da knicken und die fiesen Steinchen finden auch immer wieder den Weg in die Sandalen. Aber was kratzt mich das, wenn ich mal wieder so richtig leben konnte, nicht nur mit echten Menschen, sondern auch mit echten, guten Freunden!

Das passende Lied dazu:

The one and only

Ladies and Gentlemen, Deichlaeufer.de proudly presents: The one and only run in long pants in the winter season 2020/2021! 😀

Heute vormittag war ich für 10 Uhr mit Torben zum Laufen verabredet. Um 9:00 Uhr betrug die Temperatur noch -10 ° und Torben hat keine lange Laufhosen. Da kam auch schon eine WhatsApp-Nachricht von ihm, ob wir den Start auf 11 Uhr verschieben wollen. Mir sollte es recht sein. Um 11 Uhr hatte es dann auch nur noch – 7 ° und ich war hin- und hergerissen, ob ich die lange Hose auch auslassen solte. Ich habe mich dagegen entschieden und Torben begrüßte mich mit den Worten „Was hast du denn da für eine Schlafanzughose an?“ 😀 Ich hatte mich nämlich einfach für eine Trainingshose entschieden, weil ich lange Tights nämlich genauso gerne mag wie Oliver überhaupt Tights, also gar nicht 😆

Nun, ich hätte es auch bei einer kurzen Hose belassen sollen, binnen kurzer Zeit war mir nämlich sehr sehr warm. Oben rum hatte ich noch ein Thermounterhemd untergezogen und unten rum eben die Schlafanzughose 🙂 Dazu die Fingerhandschuhe, wo man noch so dünne Fäustlinge überstreifen kann, puuuuh. Im strahlenden Sonnenschein mit nahezu ohne Wind kam es einem nämlich überhaupt nicht wie – 7 ° vor. Lediglich die Leguanos mit dünnen Socken paßten ganz gut und ich bin wirklich überrascht welch guten Grip diese soften Puschen auf Schnee und Eis bieten. Übrigens sehr faszinierend: Torben kann in einer 6er Pace maschieren! Das streute er immer mal kurz ein, Wahnsinn!

Aber nun denn, dass war er halt eben, mein einziger Winterlauf in langer Hose, ab übermorgen soll es recht mild werden und auch erst einmal bleiben. Darum gehe ich mal ganz optimistisch davon aus, dass es nicht noch einmal so kalt wird, dass die Langen noch einmal in die Diskussion kommen 🙂

Dieses strahlende Wetter mit wenig Wind hatten wir die ganze Woche, nur nicht ganz so kalt wie heute. So gingen sich am Mittwoch sogar die ersten Barfußkilometer des Februar aus, da sich der Weg an der Hunte überraschend schneefrei zeigte und da wo noch Schnee lag, ließ es sich barfuß gut drüberlaufen. 7 der 16 km konnte ich deshalb unten ohne unterwegs sein, sogar für meine Verhältnisse recht flott mit unter 6er Pace für die gesamten 16 km. Es war aber auch einfach traumhaft schön. Darüberhinaus war auch gar nicht so viel los auf der Strecke, was wohl auch daran lag, dass man den beliebten Spaziergängerparkplatz an den Huntewiesen unverständlicherweise gesperrt hat.

Donnerstag bin ich noch einmal unbebildert mit Torben gelaufen und gestern hatte ich mir eine Laufpause gegönnt. Um aber das hammergeile Wetter nicht ungenutzt zu lassen, habe ich einen wunderbaren, acht Kilometer langen Spaziergang zum Kleinen Bornhorster See gemacht. Inklusive einem ausgiebigen Sonnenbad und jeweils einer kleinen Kneippkur vor und nach dem Sonnetanken. Klever wie ich bin hatte ich mir nämlich auf Verdacht, dass es ein Loch im Eis gibt, ein Handtuch mitgenommen 😎

Somit habe ich den sonnigen Wintertagen nahezu das Maximale abgerungen und mir ordentliche Vitamin D-Dosen gegeben 😀

Noch geht`s

… in kurzen Hosen. Findet auch Torben. Allerdings sind ca. – 2 ° nun auch wirklich nicht sooo kalt, zumal es zum heutigen Lauf keinen nennenswerten Wind gab. Allerdings war meine Schuhwahl wieder daneben. Ich hatte nach einer Ewigkeit mal wieder die V-Trails plus Zehenzocken rausgekramt. Dabei dienten die Zehensocken nicht als Kälte- sonders als Scheuerschutz gegen Blasen, da ich die FiveFingers einfach nicht mehr gewohnt bin. Schon nach 100 m, beim Überqueren der Straße mit ihrem Schneematsch, waren die Füße naß. Da hätte ich auch wieder die Sandalen anziehen können, zumal auch meine Fersen von der befremdlichen Umhüllung nicht sonderlich begeistert waren. Immerhin blieben die Füße diesmal warm 😎

Etwas anstrengender ist das Laufen auf und im Schnee ja schon, aber zum Glück nicht durchgehend so tricky wie die Treppe von der Huntebrücke hinunter zum Deich. Aber das Winterwonderland entschädigt doch für alles 🙂

Nicht so schlimm wie befürchtet

… fielen bei uns in Oldenburg bislang der lang angekündigte Sturm und Schneefall aus. Trotzdem bin ich gestern mit gut 20 km etwas auf Vorrat gelaufen. Das war auch gut, Schnee, eisiger Wind und – 6 °, gefühlt im zweistelligen Minusbereich, hätten mich heute trotz nicht ganz so großer Heftigkeit nicht unbedingt zum Laufen nach draußen gelockt.

Bilder habe ich diese Woche nur bei meinem Lauf am Mittwoch gemacht. Bei kräftigem Tauwetter und teilweise ebenso kräftigen Regen, wurde der Lauf zu einer recht nassen Angelegenheit und führte über Kilometer durch Schmelzwasser- und Regenpfützen. Mein geplanter Kneippgang im Kleinen Bornhorster See mußte aber wegen noch geschlossener Eisdecke ausfallen.

Vom heutigen Schneesturm-Sonntag ein paar kleine Eindrücke vor und während eines Spaziergangs mit Jens, ein Wetter bei dem man sogar den Schneemann reinholt und froh ist, dass die Heizung läuft (Bild von „unserem“ Fernwärmekraftwerk)

Zum Abschluß noch ein kleines Video, das zeigt, dass es doch ein kleines Bisschen windig ist: