Laufen ist Leben

Nach drei Tagen, die intensiver und fordernder nicht hätten sein können, sind wir gestern aus Nimwegen zurückgekehrt und durften heute gleich erneut Abschied nehmen. Mit nur 56 Jahren verstarb die Frau unseres Deichschäfers nach schwerer Krankheit und einer verunglückten Alltagsoperation.

Nach dieser Abschiedsfeier hielt mich nichts mehr, ich mußte laufen. Laufen um zu leben. Die Sinne endlich wieder auf etwas anderes lenken. Atmen, laufen, schwitzen, dem Körper die Bewegung geben, die in den letzten Tagen zurückstehen mußte.

Die Sinne waren zwar nicht frei, dass war auch nicht zu erwarten, dass war auch okay. Der Kopf leistete Schwerstarbeit, dass übertrug sich unbewußt auf die Beine. Schon lange war ich nicht mehr so schnell unterwegs.

Selbst die Barfußetappen verliefen im Rekordtempo. Der Körper wollte dem Kopf etwas gutes tun. Nichts strengte an, nichts murrte, nichts muckte. Die Beine versuchten offensichtlich mit den Gedanken mitzuhalten. Dieses Zusammenspiel hat gut getan. 18,4 km im für Deichläuferverhältnisse nahezu Expresstempo. Dabei habe ich gespürt, dass alles funktioniert, was sonst auch immer scheinbar so selbstverständlich funktioniert. Ich war mir mal wieder so richtig bewußt, dass die Maschine Körper läuft wie geschmiert. Ein Geschenk. Dieser Lauf war ein Segen. Laufen ist Leben!