Absurdistan

Gestern war ich mit Kopfschmerzen laufen, die ich schon den ganzen Tag hatte. Kopfschmerzen machen schlechte Laune und diese, inzwischen zwar schon wieder verflogene, möchte ich einmal nutzen, drei exemplarische Absurditäten zu erzählen, die das Leben in Corona-Zeiten auch nicht gerade einfacher machen.

Example No. One:  Da berichtet unsere hiesige Tageszeitung dieser Tage, dass städtische Ordnungskräfte in der Oldenburger Parkanlage „Großer Bürgerbusch“ unterwegs gewesen sind, um Läufer von der Finnbahn auf die benachbarten Spazierwege zu scheuchen. Die Finnbahn sei schließlich eine Sportstätte und Sportstätten sind jetzt nun einmal geschlossen. Der Pressesprecher der Stadt rechtfertigt das Vorgehen auch noch mit der Breite der Finnbahn von 1,50 m, so dass sich begegende Läufer im Vorbeilaufen den Mindestabstand zueinander nicht einhalten könnten. Das ist natürlich auf den anderen Wegen des Parks, wo auch Spaziergänger, Radfahrer, Inliner usw. unterwegs natürlich gar kein Problem! Was für ein Blödsinn!

Plan Großer Bürgerbusch

Das weiße Oval ist die Finnbahn, die fliederfarbenen sind die anderen Wege

Example No two: Das Einkaufen des Alltäglichen ist jetzt teilweise eine ziemlich stressige Sache. In jedem Supermarkt muß man sich orientieren, wie und ob überhaupt Zugang und Bewegungsmöglichkeiten organisiert sind. So wird z. B. oft das Mitführen eines Einkaufswagens vorgeschrieben um die Leute besser auf Abstand zu halten. Soweit so gut und auch nicht in Frage zu stellen. Wenn man aber, wie ich gestern, mitten im Laden feststellt, dass man einen Artikel vergessen hat, dann aus alter Gewohnheit den Einkaufswagen beiseite stellt und zurückgeht, um dann zwei, drei Meter vor Erreichen des betreffenden Regals von einer Verkäuferin gestoppt zu werden und sich den betreffenden Artikel nicht nehmen darf, sondern erst umdrehen und den ganzen Weg zurückgehen muß um den Einkaufswagen zu holen, obwohl gerade nichts los war, dann ist so etwas nur noch Schikane. Aber okay, ich habe brav meine Missetat gesühnt, schließlich hatte ich ja in dem Moment die Gesundheit meiner Mitmenschen aufs Übelste gefährdet.

Example No three: Momentan werden sie zu Recht gefeiert, unsere Helden dieser Krise. Neben Ärzten und Pflegekräften sind dies vielfach Lkw-Fahrer und Supermarktmitarbeiter. Während Lkw-Fahrer aber kaum noch die Möglichkeit haben irgendwo Toiletten- und Sanitäranlagen aufzusuchen, bedanken sich die Supermarktketten, immerhin die Gewinner in dieser Krise, nun oft publikumswirksam bei den Mitarbeitern in ihren Werbeanzeigen und -Spots. Eine Supermarktkette geht sogar soweit, dass sie ihren Mitarbeitern einmalig Warengutscheine zukommen läßt. Die Höhe beträgt für Vollzeitkräfte 125,00 € und wird für die Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigen auf Heller und Pfennig auf die entsprechende Stundenzahl umgerechnet. Da bleibt wirklich mal etwas hängen, da klotzen die Leute doch gleich wieder vollmotiviert rein 👿

Da kann man sich nur noch (Achtung Wortwitz) die Haare raufen, laufen gehen und auf ruhige Strecken hoffen, was immerhin ansatzweise gelingt 😀

Aber eben nur ansatzweise, allerdings machen das schöne Wetter und die Natur das bei weitem wieder wett  😉

Für die Ostertage habe ich mir läuferisch durch meine – schriftliche- große Klappe nun auch noch etwas aufgebrummt. Ich werde bei Gelegenheit berichten 🙂 Eine verschworene Gruppe meiner Leserschaft ist aber eh schon im Bilde 😛