Sieben Gläser Wein

… können uns nicht gefährlich sein! So nenne ich, frei nach Roland Kaisers Schlager von anno quark, diesen Post. Der sang zwar seinerzeit von sieben Fässern, aber wir wollen es mal nicht übertreiben. Immerhin stimmt die Zahl 7.

Wovon rede ich überhaupt ❓ Natürlich vom Ahrathon 2016 ❗

Aber bevor ich bezüglich des Ahrathons in die Details gehe, bedarf es noch eines kurzen Blick auf den Vortag. An diesem Tag reiste ich schon nach Köln, wo mich meine Gastgeberin Elke am Bahnhof empfing. Da es regnete, bot sich ein standesgemäßer Zeitvertreib im Deutschen Sportmuseum an. Hier verbrachten wir den Nachmittag bevor wir uns mit Elkes eidgenössischen Ehemann zum Essen trafen. Danach ging es weiter ins Gaffel am Dom, wo sich für eine gute Stunde Anja zu uns gesellte. Für mich ein sehr freudiges Wiedersehen, für Anja, Elke und Chris ein erstmaliges und sicher nicht letztes Zusammentreffen.

17.06.16 01

Genial, dass das Treffen trotz Anjas Zeitknappheit geklappt hat

Nun aber zum Ahrathon, zu dem wir uns am Samstag morgen auf den Weg machten. Diesen auf der Halbmarathondistanz zu bestreiten hatten sich vorgenommen: Elke, Heidrun, Doris, Chris, meine Wenigkeit und noch ein paar tausend Andere.

Dieser Lauftag war für mich so überladen mit Eindrücken, dass ich ihn deshalb mal in seine Bestandteile zerlege:

Der Lauf:

Vom 5 km-Lauf, über 10-km, Halbmarathon und Marathon wurde hier alles geboten, inklusive Kostüm- und Staffelwertungen. Der Halbmarathon hatte mit Abstand das größte Teilnehmerfeld. Es war so groß, dass in drei Wellen gestartet werden muße. Die Organisation klappte, das Teilnehmerfeld war bunt. Allein in unserer 5-er-Gruppe war vom frischgebackenen 100 km-Biel-Bezwinger bis zur Halbmarathondebütantin alles vertreten.

Wer allerdings Bestzeiten laufen will, sollte sich eine andere Laufveranstaltung suchen, speziell an den Verpflegungspunkten ist für die Schnellen kaum ein schnelles Durchkommen. Darauf komme ich aber nochmal zurück.

Die Landschaft:

Man fühlt sich an die Mosel versetzt, die Hänge entlang der Ahr dienen nahezu ausschließlich dem Weinanbau. Für einen wie mich, der sonst nur Marsch, Geest, Hunte, Wiesen und Deiche kennt, ist die hügelige Landschaft nahezu exotisch. Ich nenne sie aber mal lieblich. Ich denke, dass trifft es ganz gut. Wenn auch die Steigungen diesen Charakter auf kurzen Etappen schon einmal verlieren können. Die mindersteilen Passagen kam ich zwar inzwischen ganz gut hoch, aber etwas giftigere Anstiege ließen mich dann doch wieder in den Gehmodus wechseln, was bei diesem Lauf aber eh keine Rolle spielte.

Lieblich auch die Orte und auch die Ahr, wenige Wochen nach den Unwetterfluten. Das wir sogar einen Paß überquert hatten, war aber wohl doch eher nur mir aufgefallen 🙂

Warum ich allerdings so merkwürdige Blicke erntete, als ich beim Anblick von Schloß Neuschwanstein in Verzückung geriet, verstehe ich auch nicht :mrgreen:

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Neuschwanstein müßte nur mal wieder gestrichen werden

Die Verpflegung:

Warum die Verpflegung einen Extrapunkt darstellt? Nun, weil eben diese das Highlight dieses Laufes darstellt. Nicht Wasser, Iso oder Tee ist hier die hauptsächliche Flüssigkeitsversorgung, sondern -wer hätte das gedacht- der Wein. Und da bekanntlich gut essen muß, wer gut trinken will, ließ auch das Feststoffangebot nichts, aber auch garnichts zu wünschen übrig. Beim Ahrathon können auch Gourmets die Laufschuhe schnüren, sie würden definitiv nicht enttäuscht werden.

Die Stimmung:

Unglaublich, dass bringt es am besten zum Ausdruck, die Stimmung war einfach unglaublich. Daran war sicher nicht nur der Wein, sondern auch das absolut perfekte Wetter schuld. Wie eingangs erwähnt hat hier nur der eilige Läufer ein Problem, sich einen Weg durch die gutgelaunten Normalo-Läufer zu bahnen. Mein Mitleid hält sich da in Grenzen, schnell geht halt anderswo.

Ein Beispiel zur Stimmung? :

Der Ahrathon bittet zum Tanz:

Die Gruppe:

Fünf Läufer/-innen, fünf Läufertypen, aber der Ahrathon vereint alle. Biel-Bezwinger oder Erst-Halbmarathon-Bezwingerin, dass spielt beim Ahraton keine Rolle. Und so laufen auch einmal Eheleute zusammen einen „Wettkampf“, die dies sonst nie tun würden. Kein Wunder bei den Durchschnittschnittsgeschwindigkeiten, der beispielhaft angezeigte 17. Kilometer war bei weitem nicht der langsamste 😀

Allerdings hatte ich das Gruppenerlebnis zum Schluß etwas getrübt. Auf den letzten Kilometern war ich etwas weiter vorne und dann überkam mich eine spontane Lust zu rennen und ich lief alleine durchs Ziel. Das gab mir aber wenigstens die Möglichkeit die anderen Vier beim Zieleinlauf zu fotografieren.

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Im Ziel vereint

Irgendetwas um 3:30 Stunden haben wir gebraucht, persönliche Schlechtzeit 😀 Welchen Platz wir belegt haben? Keine Ahnung, wen interessiert das? Die letzten waren wir aber nicht 😎

Das Fazit:

Ein Lauf der anderen Art. Hier geht es nicht um Bestzeiten und Platzierungen, hier geht es um Spaß an der Freude, Spaß am Laufen und um Wein und Genuß. Eine erfrischende Alternative zu den üblichen Wettläufen. Aber eines darf man nicht vergessen, trotz oder gerade wegen dieser Besonderheit des Ahrathon wollen 21,1 km oder gar 42,2 km erst einmal gelaufen werden.

Dem tut der Genuß von ein paar Tröpfchen Wein aber absolut keinen Abbruch. Davon hatte ich gleich zu Beginn des Laufes  drei Laufmädels in Lila und Pink überzeugt, obwohl ich gar nicht wissen konnte, dass es so kommt. Oder doch …?