Laufalltag!?

Gibt es den überhaupt? Einen Laufalltag? Ist nicht jeder Lauf für sich etwas besonderes, immer anders? Länge, Tempo, Strecke, Wetter, Jahreszeiten, Klamotten, die Laune, das Bewußtsein uvm. variieren doch mit jedem Lauf. Doch klar, nicht jeden Lauf nimmt man als etwas besonderes war und nicht jeder Lauf ist es auch, dass wäre wohl auch etwas viel verlangt. Ein Lauf kann aber auch deshalb Laufalltag sein, weil man ihn mit dem Alltag verbindet.

So wie gestern mal wieder. Zum Ende des Laufs wollte ich die Brötchen fürs Abendessen einkaufen. Von daher wählte ich die Strecke so, dass ich auf den letzten 1,5 km noch beim Bäcker vorbeikam. Was wiederum bedeutet, dass ich nicht gerade die romantischste Strecke entlang des Hafens und vorbei am Klärwerk gewählt hatte, nur um während dieses Alltagslaufs dann doch wieder etwas besonderes geboten bekommen zu haben. Oder sind die folgenden Bilder etwas, was man alltäglich erlebt? Da bekommt der Begriff Hafenromantik doch eine richtig tiefe Bedeutung und aus dem Alltagslauf wurde ein richtig schöner Lauf 🙂

Dazu paßte es auch, dass Jens und ich nach dem Abendessen noch länger in der Küche am Tisch sitzengeblieben sind und aus einem Glas Wein noch ein zweites und aus einer Flasche Bier noch eine zweite wurden. Sind diese Momente nicht herrlich, wo man einfach in der gemütlichen Küche hängenbleibt, miteinander schnackt und die Zeit genießt? Die Küche ist dafür immer ein besonderer Ort, geht Euch das manchmal auch so?

Heute vormittag ging es wieder auf nahezu dieselbe Strecke, wieder wollten die Brötchen geholt werden, diesmal fürs Frühstück. Dabei war der Lauf im Vergleich zum gestrigen sowas von anders. Das Wetter grau, regnerisch und ca. 2 ° kalt, so dass die Sandalen zum Einsatz kamen und der Hafen einen ganz anderen Eindruck vermittelte.

Um dem Lauf allerdings auch noch etwas mehr Alltag hinzufügen, ging es vor dem Besuch beim Bäcker noch in den Drogeriemarkt, um schnell die notwendigen Dinge einzukaufen, die ich brauche um die Pflege des Deichläufers nicht völlig zu vernachlässigen 😆 Mit samt den Brötchen und einer kleinen Überraschung zum morgigen Nikolaus wurde mein Turnbeutel diesmal richtig voll und rappelte auf den letzten zwei Kilometern geräuschvoll vor sich hin. Aber immerhin war der Einkauf noch weit von dem beabsichtigten Lauftransport eines Monitors entfernt, von dem Catrina kürzlich schrieb 😀

Auf dem letzten Kilometer habe ich dann unter der Nordtangenten-Brücke noch die kostenlose Sonntagszeitung mit einem halben Kilo Prospekten (Jens und ich lieben es nach dem Frühstück am Küchentisch Prospekte durchzublättern, obwohl wir in der Regel nie etwas davon kaufen) aufgepickt und steuerte schwer beladen, aber rundum zufrieden, das Zuhause an, wo der Küchentisch nun zum gemütlichen Frühstück einlud 🙂