Blockwart

Die Fürsorge unserere Corona-Politiker kennt ja keine Grenzen und so werden sogar völlig selbstlos verfassungsrechtliche Bedenken weggewischt um uns mit einer pauschalen Ausgangssperre vor dem Virus zu schützen. Da dieses Killervirus nach Kenntnis dieser Politiker ab einer Inzidenz von 100 + exakt zwischen 22:00 und 5:00 Uhr die Menschen auf der offenen Straßen niedermäht, müssen alle in dieser Zeit zuhause bleiben. Das gilt allerdings nicht für Spaziergänger und Einzelsportler. Vorallem letztere sind für das Virus wohl zu schnell und die Gefahr von diesem eingeholt zu werden besteht erst ab Mitternacht. Somit kann der gemeine Einzelsportler noch den Wettlauf mit dem Virus aufnehmen und in der Zeit zwischen 22:00 und 0:00 Uhr schauen, ob sich der gemeine, gesetzestreue Deutsche an das Ausgangsverbot hält.

Diese Chance einmal Blockwart zu spielen konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und bin gestern um kurze nach 22 Uhr losgelaufen. Nein, im Ernst, ich wollte einfach einmal erleben, wie eine ausgangsgesperrte Stadt so wirkt. Ich hoffe ja, dass dieses Ereignis in meiner Lebenszeit ein einmaliges bleiben wird, schaun wir mal. Auf jeden Fall mußte ich mich in dem Sinne beeilen, dass die Stadt Oldenburg schon den dritten Tag in Folge eine Inzidenz von unter 100 hat und damit die Ausgangssperre in Kürze zu kippen droht.

Bevor wir also unsere nächtliche, aber sowieso fast sinnbefreite Freiheit wieder erlangen, bin ich Richtung Innenstadt und durch die Fußgängerzone gelaufen. Hier meine Eindrücke:

Extra für Manfred, wenn auch etwas dunkel:

Weiter geht es über ZOB, Bahnhof und Hafen Richtung Fußgängerzone.

Schloßplatz und Fußgängerzone menschenleer, ebenso wie die Kneippenstraße Wallstraße. Hier wurde ich noch von einer Frau mit Migrationshintergrund übel angemeckert, was ich da machen würde, ich würde die Autos fotografieren, sie würden schließlich arbeiten und rief schon einen Kollegen zur Hilfe. Auf meinen Hinweis, mich würden die Autos nicht interessieren und sie könne sich die Fotos gerne anschauen, wurde sie geringfügig freundlicher und wünschte mir schlußendlich noch einen schönen Abend.

Wieder raus aus der Fußgängerzone ging es weiter über die Hauptumsteigestelle „Lappan“, an der einsam eine Familie mit vier kleinen Kindern auf einen Bus wartete, zurück über den großen Verkehrskreisel Pferdemarkt und die Nadorster Straße nachhause.

Fazit: Schön ist das nicht, eine Stadt so zu erleben. Zwar waren noch überraschend viele Autos unterwegs, von denen zwei von der Polizei kontrolliert wurden (ob wegen der Ausgangssperre weiß ich allerdings nicht) und zu Beginn begegneten mir auch noch einige Fahrradfahrer, ansonsten aber war die Stadt bis auf ganz wenige Fußgänger tot. Zu der Atmosphäre paßte ein windstilles, feuchtes Wetter, bei dem es auf den letzten paar hundert Metern noch leicht anfing zu regnen.

Hoffen wir, dass dieser elende Spuk bald ein für allemal ein Ende hat.