Meine liebste Jahreszeit

… ist ja bekannter Maßen der Herbst und in diesem Jahr ist er wirklich vom Feinsten. Angenehm warm, viel Sonne, kaum Regen. Offensichtlich also kein Wunder, dass ich schon im Oktober so gut und viel unterwegs war.

Den gestrigen Sonntag Vormittag fügte sich ein weiterer, schöner Herbstlauf in die lange Reihe seiner tollen Vorgänger ein. Es ging zu den beiden Bornhorster Seen. Milde Temperatur, eine Handvoll Sonnenstrahlen, ein paar Tropfen Regen und ansonsten Farben, Farben, Farben. Ich kann davon den Hals nicht vollkriegen 🙂

Heute kam zur Krönung noch endlich einmal Dauerregen dazu. Die soften Sandwege im Gellener Moor wurden dadurch noch softer und weckten das Spielkind in mir. Pfützenlaufen ohne Risiko. Erstaunlich sauber bin ich dabei trotzdem geblieben.

Auch der November meint es bislang sehr gut mit mir. Von mir aus könnte es so weitergehen 😎

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Belohnung

Nochmals wärmeres Wetter lockte mich wieder nach draußen. Bei 17° im November mußte ich einfach laufen. Um meine Füße für die vielen Aphalt-Kilometer der letzten Wochen zu belohnen, hatte ich mir dafür mal die Sandwege rund ums Gellener Moor ausgesucht.

Der feste Sand war zum Laufen ein Genuß. Warm in der Sonne, kühl und feucht im Schatten. Die Füße und Beine dankten mir diese Belohnung mit ausgesprochener Lauffreude. Schon lange nicht mehr war ich so fix unterwegs und erstmals fiel bei einem Barfußlauf bei zwei Kilometern die 4er-Pace-Schallmauer. Einen Kilometer lief ich in 4:40 min und den anderen in 4:30 min.

Die 12,2 km schlugen insgesamt mit einem Durchschnitt von 5:16 zu buche. Da kann ich nicht meckern. Die Beine waren einfach nicht zu bremsen 🙂

Überhaupt habe ich das Gefühl,  dass sich Waden und Füße nach Barfußläufen – von den Fußsohlen nach längeren Asphaltläufen mal abgesehen – nicht so erschöpft anfühlen wie sonst und ich auch schneller regeneriere. Ist das wirklich so oder bilde ich mir das nur ein? 🙄

Wie auch immer, das war ein mega-genialer Lauf 😀

fifty-fifty

Der Oktober war in diesem Jahr ein besonderer Monat. Kimatisch bot er bis über die erste Monatshälfte hinaus noch sommerliche Wärme, so dass man in kurzen Klamotten unterwegs sein und sogar noch an der Nordsee sonnenbaden konnte. Zum Ende brauchte es beim Laufen aber schon Handschuhe und selbst die ersten sibirischen Graugänse fanden sich schon wieder ein.

Aber auch läuferisch war der Oktober für mich ein besonderer Monat. Nach dem Berlin-Marathon lief ich in diesem Monat wie befreit soviele Kilometer wie in noch keinem anderen Monat in diesem Jahr und noch nie lief ich in einem Monat soviele Kilometer barfuß. Und zwar fast auf den Meter genau die Hälfte des gesamten Monatspensums. 115,9 Barfußkilometer standen 114,8 Kilometer vorwiegend in den V-Runs gegenüber. Zum Vergleich: Im gesamten März bin ich gerade mal 4 km barfuß gelaufen 😯

Als Rausschmeißer aus dem Oktober bin ich heute noch erstmals ein kurzes Stück barfuß im Dunkeln gelaufen.

Die nächste Besonderheit dieses Oktobers ist, dass in Niedersachsen das erste Mal der 31.10. Feiertag ist, Reformationstag. Die meisten werden ihn aber wohl leider Gottes nur mit Helloween in Verbindung bringen.

Dagegen hat Jens unser Haus deko-mäßig verbarrikadiert und wir gehen gleich essen. Einfach so, oder auch zur Feier des Oktobers mit all seinen Besonderheiten. Ein genialer Monat, auch läuferisch! 😀

Umgedreht

… ist offensichtlich extra ein mir entgegen kommender Läufer um mir zu sagen, dass er mit mir das erste Mal einem Barfüßerläufer begegnet ist. Er war mir beim Entgegenkommen schon wegen seines freundlichen Grußes aufgefallen, obwohl ich ihn kaum richtig erkennen konnte, weil mich die tiefstehende Sonne gnadenlos geblendet hatte.

Angesprochen hatte er mich dann ausgerechnet in einem Augenblick, wo ich kurz gegangen bin, weil die Straße da gerade ausschließlich aus einem Asphaltflicken neben dem anderen besteht, die sich alle in den verschiedensten Graden der Selbstauflösung befinden. Es ergab sich ein kurzes, freundliches Gespräch bevor er links abbog während ich geradeaus weiterlief.

Vorausgegangen war dem ein schöner Lauf in herrlich klarer und frischer Luft, bei der die Nachmittagstemperatur erstmals mit 8 bis 9° im einstelligen Bereich lag.

Knapp 16 km war ich unterwegs, die ich im Verhältnis 1/3 zu 2/3 in V-Runs/Barfuß gelaufen bin. Der Bereich der Huntebrückentreppe ist immer mit besonderer Vorsicht zu genießen. Hier sorgt das sich hier häufig aufhaltende Partyvolk immer für ein einziges Scherbenmeer. Wenn ich hier unbeschuht unterwegs bin, gehe ich hier ausschließlich, besser is das.

Ansonsten war es ein Lauf an einem Herbsttag wie er im Buche stand. Hatte ich schon einmal erwähnt, dass es für mich keine schönere Zeit gibt? 🙂

Das war so nicht geplant

Eine Pendelstrecke sollte es werden. Einmal vom Parkplatz an den Bornhorster Wiesen bis zum Ende des Weges entlang der Hunte am Klärwerk und zurück. Zweimal sieben nicht sonderlich einfallsreiche Kilometer, aber dafür ein anvisierter neuer Barfußstreckenrekord auf Asphalt. Die Strecke hatte ich mir ausgeguckt, weil auf ihr der Asphalt bis auf ein 400 m langes Teilstück von guter Qualität ist. Trotzdem hatte ich sicherheitshalber den Laufrucksack mit den Leguano-Socken für den Fall dabei, dass die Füße keinen Bock auf neuen Rekord hatten.

Auf ging es bei um die 13° und etwas frischem Wind. Nach nur zwei Kilometern kommt schon das 400 m-Teilstück mit dem miesen Asphalt, aber die Füße nahmen es diesmal erstaunlich gelassen. Das hatte ich schon anders erlebt. Also konnte ich entspannt bis zum Wendepunkt auf Höhe der zarte Düfte verbreitenden Kläranlage weiterlaufen. Bis hierher lief es ausgezeichnet, sollte es auch. Bis 10 km bin ich bislang schon das ein oder andere mal ohne Probleme gekommen. Auch als nach knapp 12 km wieder die 400 m Schrottasphalt zu laufen waren, ging alles glatt. Etwas langsamer, etwas mehr mit dem ganzen Fuß aufgesetzt, paßte. Von da an nur noch die zwei Schluß-Kilometer und das 14 km-Maß war voll.

Am Parkplatz angekommen war ich super zufrieden. Auf der anderen Seite fühlte ich mich, fühlten sich auch meine Füße irgendwie noch etwas unausgelastet. Die Sohlen sahen super aus, nichts schmerzte, nichts brannte. Und so bin ein einfach noch einmal ein Teilstück der Pendelstrecke gependelt und habe schlußendlich den Halbmarathon voll gemacht ❗

Ein perfekter Lauf ohne Probleme, lediglich die Waden waren auf den letzten vier, fünf Kilometern nicht mehr ganz so amused, ob der ungeplanten Verlängerung. Ansonsten: Füße gut, alles gut. 21,2 km im 6:21iger Tempo, damit hätte ich nie gerechnet, krass.

Summer-business as usual

Nach dem frischen, langen Lauf vom Sonntag gibt es jetzt wie Summer-Business as usual 🙂  Aber ich mache mir Olivers Blogtitel zu eigen und laufe einfach immer weiter, notfalls auf allen vieren :mrgreen:

Keine Sorge, alles nur gestellt, so schlimm war es heute gar nicht 😆

Als Rausschmeißer aus dem Juli war ich noch einmal 10,4 km barfuß unterwegs und bin dabei um eine Erkenntnis reicher geworden: Ausgetrockneter, harter Boden mit trockenem Gras kann richtig rutschig sein. Keine neue Erkenntnis hingegen: Sonnenverwöhnter Asphalt ist heiß… Aber gerade noch laufbar! 😀

Und die Bilanz für den Juli fällt trotz kurzzeitiger Sommergrippe und widriger Wetterbedingungen gar nicht mal schlecht aus 🙂

Vollproll oder Rocky Balboa läßt grüßen

Mangels Alternative pfeife ich mir zur Zeit einen Hitzelauf nach dem anderen rein. Just als ich gestern loslaufen wollte, fing es erst an einzelne dicke Tropfen zu regnen und anschließend grummelte es. Dabei sah das Regenradar völlig unauffällig aus. Erst ein nochmalige Aktualisierung des Radarbildes ergab, dass sich offensichtlich hinter der Stecknadel, die Oldenburg markiert, eine Regenwolke verbarg, die sich direkt über der Stadt zu einem Gewitter entwickelte. Aber nach nur einer halben Stunde hatte sich das kleine Gewitterchen nach Westen verkrümelt und ich konnte loslaufen. Die Luft war nun allerdings zum Schneiden und auch nach dem Kurzgewitter hatte es noch 29°.

 

Da hab ich das getan, was ich bei großer Hitze gerne tue, mir ein Baumwollhemdchen übergeschmissen. Was sonst nur ekelig ist, mag ich bei solch extremen Bedingungen, dass mir der Fetzen auf der Haut klebt und kühlt. Hat son bischen was von Rocky Balboa, wenn ich auch mit seinem Körper nicht ganz mithalten kann, zumindestens nicht mit dem zu damaliger Zeit 😆

 

Als ich zum Ende des Laufs in meiner Straße den Garmin stoppte und die Auffahrt hoch spazierte, grummelte es wieder und während ich noch auf der Gartenbank etwas abdampfte fing es an zu regnen und ich blieb einfach sitzen, herrlich! 😀 Als das Gewitter dazu kam, habe ich mich dann aber doch ins Haus verkrümelt.

29.05.18 05

Von Gewitter, Wolken oder einfach nur einem Schauer zur Abkühlung konnte ich heute nur träumen. Nach einem Routinecheck beim Zahnarzt bin ich gleich weiter zum Laufen in die Bornhorster Wiesen gefahren. Es war genauso warm und schwül wie gestern und nach nur 200 m entschied ich mich aufgrund totaler Einsamkeit mein Baumwollshirt gleich ganz auszuziehen. Über 11 km habe ich mir das noch nie gegeben. Aber bis auf ein paar (Renn-)Radfahrer war bei diesem Klima niemand sehen. Die letzten gut 6 km war ich so spärlich bekleidet wie noch nie, da ich da auch noch barfuß lief.

 

Der Vollproll läßt grüßen, aber angenehm war es schon, speziell wenn die wenigen Windzüge direkt an die Haut kamen. So bin ich gestern und heute zusammen immerhin schwül-feuchte 22 km gelaufen. Da muß man es sich halt selber schön machen 😛

Idylle mit Schönheitsfehlern

Ein einziges Pfingstläufchen habe ich an diesem langen Wochenende hinbekommen, zuviel anderes stand auf dem Plan. Aber dieses Läufchen war ein wirklich tolles. Automobil hatte ich mich zum Gellener Moor begeben, ich wollte auf angenehmen Untergründen einen schönen Barfußlauf unternehmen. Auf weichen Sandwegen ging es los, wenn auch der erste an einigen Stellen mit Schotter „ausgebessert“ wurde, aber das ließ sich gut umlaufen. Nach gut acht Kilometern lief ich dann direkt ins Moor. Das explodierende Grün zaubert eine fantastische Stimmung ins Moor. Allerdings wurde dort die durch Einsamkeit gekrönte Idylle durch eine wahre Insekteninvasion getrübt. So lange ich im Laufschritt blieb war alles ok, aber wehe ich machte auch nur eine kurze Pause, dann wurde ich regelrecht von irgendwelchen blutsaugenden Viechern überfallen. Zum Ende des Laufs zierten reichlich Einstiche meine Beine und selbst meine Kopfhaut wurde durch das Buff gestochen.

Aber von dieser Kleinigkeit abgesehen war es ein genialer Lauf. Gute 10 km auf tollen weichen Naturwegen und knappe vier auf Asphalt. Die 14,1 km waren dabei ein neuer Barfußlängenrekord. Es hat wirklich Spaß gemacht *juck* kratz*  😆

72,14 %

Gestern konnte ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder am Utkiek aufkreuzen. Dank der Zeitumstellung konnte die Lauflampe das erste Mal zuhause bleiben und auch die zahlreichen Regenschauer des Tages hatten pünktlich zum Lauf ihren Dienst quittiert. Das alles und auch der Sonnenschein halfen aber nicht darüberhinweg, dass meine Beine schwer und die paar poppeligen Höhenmeter beschwerlich waren. Lag es an dem 18 km-Lauf zwei Tage zuvor? Müßig sich darüber Gedanken zu machen.

Den schweren Beinen zur Liebe wollte ich den nächsten Lauf auch erst irgendwann in den kommenden Ostertagen unternehmen. Allerdings lockte der heutige Karfreitag mit dem besten Wetter, das für die Feiertage vorhergesagt ist. Somit habe ich meine Beine doch zum Laufen überredet und ihnen zur Belohnung eine längere Barfußetappe versprochen. Nicht gerechnet hatte ich aber mit dem ausgesprochen lebenhaften Ostwind, der der ersten Hälfte des Laufes eine unerwartete Anstrengung verleihte, so dass ich gar nicht auf das Wohlbefinden der Beine achten konnte 🙂

Ohne nachzudenken war ich wieder auf meiner alltäglichsten Alltagsstrecke unterwegs. Nach exakt 3,9 km pellte ich mich aus den V-Runs und trabte locker auf dem Feldweg neben dem Geestrandgraben her.

30.03.18 01

Nach knapp 1,5 km ging es dann weiter zu den Bornhorster Wiesen. Diese hatten noch einmal ordentlich Nachschub an Wasser erhalten, was offensichtlich auch die Graugänse nach wie vor zum Bleiben animiert. Auf jeden Fall waren die Vogelschwärme im strahlenden Sonnenlicht wieder einmal ein grandioses Schauspiel.

Nach knapp 7 km konnte ich endlich dem Ostwind den Rücken zudrehen. Von nun an lief es locker und fluffig. Erstmals zog ich zum Ende der Huntestrecke meine Laufschuhe nicht wieder an. Die Treppe zur Huntebrücke ging ich aber vorsichtig, hier liegen leider immer wieder Scherben zerschmetterter Flaschen, aber die Rampe herunter konnte ich wieder entspannt laufen.

Vom Ende der Rampe bis nachhause waren es dann nur noch zwei Kilometer, auf den ich einigen Asphaltabschnitten übelster Qualität über den Randstreifen ausweichen konnte. Die allerletzten Meter genoß ich noch fußschmeichelnde Klinkerbürgersteige und dann war meine längste Barfußetappe auf sehr wechselhaften Untergründen zu Ende.

10,1 von 14 km, dass macht 72,14 % Barfußanteil. Die haben aber auch erst einmal gereicht, die Fußsohlen haben die Herausforderung zwar gut überstanden, aber signalisierten auch, dass es viel weiter trotzdem noch nicht sein muß. Aber sooo weit weg ist die vollständige Standardrunde in Barfuß gar nicht mehr. Irgendwann werde ich sie mal in Angriff nehmen, eilt ja nicht. Ach ja, die Beine haben sich übrigens überhaupt nicht gemuckt 🙂

Von der Landebahn abgekommen

Es ist ja unglaublich wieviel Zeit man vertuddeln kann um eine 35 m²-Wohnung herzurichten. So verbrachten wir nahezu den kompletten Freitag damit unsere Berliner Herberge herzurichten und zu möblieren. Samstag ging es dann noch auf ausführliche Shoppingtour in Sachen Interieur. Da mußte am heutigen Sonntag unbedingt ein Lauf her, der mich ausnahmsweise mal wieder über das Tempelhofer Feld führte 😉

Nur 200 m von der Haustür entfernt, konnte ich schon jede Großstadthektik, die sich Sonntags aber eh in Grenzen hält, hinter mir lassen und auf die ehemalige Einflugschneise des Flughafen Tempelhofs, die einstmals ein Friedhof war, einbiegen.

Nach gerade mal einem Kilometer erreichte ich dann das Tempelhofer Feld, das in seiner Weitläufigkeit nahezu mit meiner norddeutschen Heimat mithalten kann 🙂 Dazu begleiteten mich knalliger Sonnenschein und klare, kalte Luft. Kaiserwetter!

Nach fünf Kilometern bin ich dann ganz willentlich von der nördlichen der beiden Start- und Landebahnen abgekommen und auf den Trampelpfaden der großzügigen Rasenflächen barfuß weitergelaufen. Das ist auf dem Tempelhofer Feld gefahrlos möglich, da es eine hervorragende (Müll-)Infrastruktur und eine effektive Parkaufsicht gibt. Auf spitze Eisscherben muß man allerdings selber etwas aufpassen 🙂

Als ich mich zum Ende der Barfußetappe noch einen Moment sonnte, kam ein Ehepaar auf Fahrrädern daher. Er sagte zu ihr: Siehst Du, er hat warme Füße und Du nicht. Wobei sie in dicken Winterstiefeln steckte, aber auf dem Fahrrad ist das halt schon eine andere  Hausnummer, muß man fairerweise sagen 😀

Nach 5,4 km Barfußkilometern zog ich dann meine Leguano-Socks wieder an und trabte am Urban gardening-Feld vorbei …

… zurück ins traute, kleine Heim. Ein genialer 12 km-Sonnen-Lauf, während es in Oldenburg aus trübem Himmel schneite. Manchmal hat man halt doch Glück zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein 😀