Winter, heut hab ich dich tanzen gesehen

Grundsätzlich vermisse ich den Winter ja nicht. Wenn er aber schon ein paar Jahre nahezu komplett durch Abwesenheit glänzte, bin auch ich ganz verzückt, wenn es, wie gestern, einmal einen ganzen Tag lang schneit und die weiße Pracht auch liegenbleibt. Da geht es mir wie im folgenden Lied besungen:

Als es anfing zu schneien hatte es zuerst noch nicht gefroren und der Schnee wollte noch von nassem Grund weggeschoben werden, was selbst meinen Kummer gewohnten Füßen etwas zu kalt war und mich zu Flipflops greifen ließ. Zwischendurch hatte es auch einmal geeisregnet, dann aber kam nur noch Schnee und es fing an zu frieren, was ein spätabendliches Nachräumen wesentlich angenehmer machte 🙂

Heute strahlte dann die Sonne vom blankgeputzten Himmel. Das ich bei diesem Wintertraum laufen gehen mußte, war natürlich klar. Ich zog die Trail-Luna Osos an die Füße und los ging es erstmal über geräumte und nicht geräumte und vielfach mit Salz oder Granulat gestreute Fußwege. Die schmalen Straßen ohne Fußwege wirkten leider als würde der Schnee schon ein paar Tage liegen, vereist und holperig, wie angetaut und wieder gefroren. Aber die Osos boten guten Grip.

Das es auch Eisregen gegeben hatte, sorgte teilweise für kristallene Baumkronen, Büsche und Zäune. Zusammen mit dem Schnee bot sich eine hier lange nicht mehr gesehene Traumlandschaft. Der Nachteil vom Eisregen war, dass er den Schnee verharscht hat und dieser deshalb nicht wirklich zum Barfußlaufen taugte. Ausprobieren mußte ich es natürlich trotzdem und so gelang mir der erste Barfußschneelauf meines Lebens. Zwar nur auf 1,1 km, dann wurde das ganze leider doch etwas schartig, aber immerhin.

Ansonsten war viel los, massenhaft Spaziergänger, Kinder rodelten den Deich hinunter, mitten im Nirgendwo war ein Schneemann gebaut worden und sogar Ski-Langläufer waren auf meiner Leib- und Magenstrecke unterwegs. Es gab viel zu gucken und die Leute hatten mit mir viel zu gucken, mit zwei Mountainbiker ergab sich sogar ein kurzes Gespräch. Es war so schön das alles auf sich wirken zu lassen und all die Betrübnis dieser Zeit war einfach mal wie weggeblasen, für eine gewisse Zeit eine andere Welt.

Ich bin 17 km durch den Schnee gelaufen, die Temperatur lag so bei ein bis zwei Grad minus und es war kaum Wind. Zudem war ich mit einer 6:05er Pace noch gar nicht einmal so langsam unterwegs für diese ungewohnte Wegeverhältnisse 🙂

Wieder zurück erwachte dann noch das Spielkind in mir, auch wenn ich zum Glück die Kamera nicht getroffen habe 😆 Angeblich sollen wir Männer ja eh nie richtig erwachsen werden, da könnte durchaus etwas dran sein 😛