Ein ganz normaler Laufmonat

… oder auch nicht.

Im Mai bin ich 170,2 km gelaufen. An und für sich ist das keiner besonderen Erwähnung wert. Das ist so der Monatsdurchschnitt der letzten Jahre um schlußendlich auf round about 2.000 km pro anno zu kommen. Was die Jahresstatistik angeht, hinke ich 2018 aber hinterher. Eine kleine OP, Grippe und die Umstellung auf Minimal sind die Gründe dafür.

Aber zurück zum Mai. Was diesen Monat doch zu etwas besonderen macht, sind die 44,9 gelaufenen Barfußkilometer. Ein gutes Viertel oder, für die Mathematiker unter uns, 26,38 % der gesamten Monatskilometer. Ein neuer Rekord! (zum Vergleich im April waren es gerade mal 4 km 😛 ). Großen Anteil daran hatte mein bislang längster Barfußlauf über 14,1 km. Aber es kommt auch schon vor, dass bei Mix-Läufen mit Barfuß- und Schuhanteilen, der Barfußanteil höher liegt. So geschehen z. B. bei meinem leicht bekleideten Proletenlauf vom 30. Mai (5,1 km V-Runs, 6,2 km barfuß).

Wo ich gerade bei der Zahlenspielerei bin, mache ich doch einfach noch etwas weiter. Das letzte Mal, dass ich einen gedämpften Laufschuh an den Füßen hatte, war der Berlin-Marathon am 24.09.2017. Seitdem ging es nur noch auf dünnen Sohlen oder eben auch barfuß weiter.

Das Durchwühlen meiner Tabellen förderte für die Zeit nach dem Marathon folgende Zahlen zu Tage: Insgesamt bin ich seitdem 1.262,2 km unterwegs gewesen, davon barfuß 186,7 km oder 14,79 %. Die  1.075,5 km in Minimalschuhen verteilten sich dabei auf 12 ❗ Paar Schuhe, wobei nicht alle dabei wirklich Laufschuhe sind 🙂 Ich könnte jetzt auch noch jedem Schuh seine Kilometer zuordnen, aber das würde hier wohl doch etwas zu weit führen 😛

Schlußendlich liegt der Schnitt der letzten acht Monate mit gut 154 km noch nicht einmal großartig unter dem was ich mir sonst so erschleiche. Damit hätte ich gar nicht gerechnet und so hebt sich leicht erstaunt eine Augenbraue 🙂

Kleiner Wermutstropfen, so ich ihn denn überhaupt so nennen mag, ist, dass ich immer langsamer werde. Wenn ich auch seit November dreimal neue Kilometerrekorde aufgestellt habe, meistens steht bei meinen Kilometerzeiten eine dicke, fette Sechs vorne. Aber so what, dafür sind die Gräten schon seit langer Zeit heile geblieben und das ist das absolut wichtigste.

Langes Geschreibsel, kurzer Sinn, meine Umstellung des Laufstils und der Laufschuhe ist schon recht weit fortgeschritten und ich habe das Einschlagen dieses Weges, den ich nun schon insgesamt 15 Monate beschreite, noch keinen Tag bereut. Ich bin wirklich rundum zufrieden. Läuft!

 

 

 

 

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Schöne Wärme

Das was uns der Mai an Wetterchen präsentiert ist aller Hochsommerehren wert. Bei meinen Läufen hatte es diese Woche immer zwischen 26 und 29°. Eigentlich ist das ja überhaupt nicht meins, da solche Temperaturen hier im Norden in der Regel mit einer gewissen Schwüle einhergehen. Nicht aber dieser Tage. Knochentrockene Luft und frischer Wind machten das Laufen durchaus angenehm. Der Wind ist allerdings Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil er die eh dürstende Natur weiter austrocknen läßt und Segen, naja, weil es sich mit ihm eben wunderbar laufen läßt.

So war ich entgegen meiner sonstigen Warmwetterlaufgewohnheiten diese Woche durchaus fleißig 🙂 Mal mit mal ohne Schuhe war ich am Dienstag gute 16 km unterwegs…

 

… am Donnerstag 12 …

 

…. ebenso wie am Samstag, wo ich mich auf zwei Kilometern sogar vollprollmäßig shirtless der Sonne hingegeben habe.

 

Die Laufwoche lief dann heute noch einmal mit 15,5 km aus. Erstmals seit langer Zeit schoben sich aber Wolken vor die Sonne, die auch etwas nach Unwetter aussahen. Aber es blieb trocken, lediglich der so verläßliche Wind ließ mit dem Wolkenaufzug nach und prompt war es auf den letzten Kilometern gleich so miefig wie ich es eben nicht mag.

 

Trotzdem brauchte ich nicht in den, mitten auf dem Land ordentlich am Straßenrand geparkten, Einkaufswagen steigen, in der Hoffnung, dass mich jemand nachhause schiebt 😆

Das war eine schöne Laufwoche! Mal sehen wie es sich in den kommenden Tagen verhält, die Temperaturen sollen ja noch etwas weiter aufdrehen. Da kann ich nur hoffen, dass mein Freund, der Wind, mir weiter treu bleibt 🙂

 

Idylle mit Schönheitsfehlern

Ein einziges Pfingstläufchen habe ich an diesem langen Wochenende hinbekommen, zuviel anderes stand auf dem Plan. Aber dieses Läufchen war ein wirklich tolles. Automobil hatte ich mich zum Gellener Moor begeben, ich wollte auf angenehmen Untergründen einen schönen Barfußlauf unternehmen. Auf weichen Sandwegen ging es los, wenn auch der erste an einigen Stellen mit Schotter „ausgebessert“ wurde, aber das ließ sich gut umlaufen. Nach gut acht Kilometern lief ich dann direkt ins Moor. Das explodierende Grün zaubert eine fantastische Stimmung ins Moor. Allerdings wurde dort die durch Einsamkeit gekrönte Idylle durch eine wahre Insekteninvasion getrübt. So lange ich im Laufschritt blieb war alles ok, aber wehe ich machte auch nur eine kurze Pause, dann wurde ich regelrecht von irgendwelchen blutsaugenden Viechern überfallen. Zum Ende des Laufs zierten reichlich Einstiche meine Beine und selbst meine Kopfhaut wurde durch das Buff gestochen.

Aber von dieser Kleinigkeit abgesehen war es ein genialer Lauf. Gute 10 km auf tollen weichen Naturwegen und knappe vier auf Asphalt. Die 14,1 km waren dabei ein neuer Barfußlängenrekord. Es hat wirklich Spaß gemacht *juck* kratz*  😆

72,14 %

Gestern konnte ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder am Utkiek aufkreuzen. Dank der Zeitumstellung konnte die Lauflampe das erste Mal zuhause bleiben und auch die zahlreichen Regenschauer des Tages hatten pünktlich zum Lauf ihren Dienst quittiert. Das alles und auch der Sonnenschein halfen aber nicht darüberhinweg, dass meine Beine schwer und die paar poppeligen Höhenmeter beschwerlich waren. Lag es an dem 18 km-Lauf zwei Tage zuvor? Müßig sich darüber Gedanken zu machen.

Den schweren Beinen zur Liebe wollte ich den nächsten Lauf auch erst irgendwann in den kommenden Ostertagen unternehmen. Allerdings lockte der heutige Karfreitag mit dem besten Wetter, das für die Feiertage vorhergesagt ist. Somit habe ich meine Beine doch zum Laufen überredet und ihnen zur Belohnung eine längere Barfußetappe versprochen. Nicht gerechnet hatte ich aber mit dem ausgesprochen lebenhaften Ostwind, der der ersten Hälfte des Laufes eine unerwartete Anstrengung verleihte, so dass ich gar nicht auf das Wohlbefinden der Beine achten konnte 🙂

Ohne nachzudenken war ich wieder auf meiner alltäglichsten Alltagsstrecke unterwegs. Nach exakt 3,9 km pellte ich mich aus den V-Runs und trabte locker auf dem Feldweg neben dem Geestrandgraben her.

30.03.18 01

Nach knapp 1,5 km ging es dann weiter zu den Bornhorster Wiesen. Diese hatten noch einmal ordentlich Nachschub an Wasser erhalten, was offensichtlich auch die Graugänse nach wie vor zum Bleiben animiert. Auf jeden Fall waren die Vogelschwärme im strahlenden Sonnenlicht wieder einmal ein grandioses Schauspiel.

Nach knapp 7 km konnte ich endlich dem Ostwind den Rücken zudrehen. Von nun an lief es locker und fluffig. Erstmals zog ich zum Ende der Huntestrecke meine Laufschuhe nicht wieder an. Die Treppe zur Huntebrücke ging ich aber vorsichtig, hier liegen leider immer wieder Scherben zerschmetterter Flaschen, aber die Rampe herunter konnte ich wieder entspannt laufen.

Vom Ende der Rampe bis nachhause waren es dann nur noch zwei Kilometer, auf den ich einigen Asphaltabschnitten übelster Qualität über den Randstreifen ausweichen konnte. Die allerletzten Meter genoß ich noch fußschmeichelnde Klinkerbürgersteige und dann war meine längste Barfußetappe auf sehr wechselhaften Untergründen zu Ende.

10,1 von 14 km, dass macht 72,14 % Barfußanteil. Die haben aber auch erst einmal gereicht, die Fußsohlen haben die Herausforderung zwar gut überstanden, aber signalisierten auch, dass es viel weiter trotzdem noch nicht sein muß. Aber sooo weit weg ist die vollständige Standardrunde in Barfuß gar nicht mehr. Irgendwann werde ich sie mal in Angriff nehmen, eilt ja nicht. Ach ja, die Beine haben sich übrigens überhaupt nicht gemuckt 🙂

Aus Eins mach Zwei

Statt der 33,333 Syltlauf-Kilometer bin ich mit meinem Sunset-Run und meiner gestrigen dünstig-diesigen Runde in zwei Läufen ungefähr die gleiche Strecke auf der Insel gelaufen. So stimmt abschließend wenigstens die Bilanz 😛

Vorgenommen hatte ich mir gestern eigentlich einen schönen Barfuß-Strandlauf, aber entgegen der Gezeitenvorhersage stand die Nordsee recht hoch und zwang daher zum Ausweichen in den weichen Sand, was sehr kräftezerrend ist und die Achillessehnen jubeln läßt. Weil die Alternative in den Ausläufern der Wellen zu laufen, dann doch etwas kalt war, habe ich nach nur 3,7 km den Strand wieder verlassen, bin wieder in die V-Trails geschlüpft und auf der ehemaligen Bahnstrecke auf der Wattenmeerseite weitergelaufen. Schade, war es doch so schön einsam am Strand.

Das Wetter war grau und diesig und ab und zu nieselte es leicht. Das ergab ein ganz anderes Bild als beim Sunset-Lauf vor zweit Tagen:

Auf der alten Bahnstrecke lief ich zunächst noch nach Norden und drehte dann kurz vor Rantum um.

So durfte ich auch zweimal den Parkplatz der ach so angesagten Assi ….  ähhh, sorry Sansibar passieren. Wie bestellt brummte auch gerade so ein Luxus-SUV von dannen. Die Bretterbude in den Dünen haben wir uns in all den Jahren, die wir schon nach Sylt kommen, noch nie gegeben. Wir kommen auch ohne die Hoffnung darauf einen Promi zu erblicken durch unseren Urlaub 😆

Weiter ging es zurück nach Hörnum, vorbei am Hafen, und nach einem guten Halbmarathon war ich wieder an der Ferienwohnung.

Am Oststrand wurde übrigens der verwehte Sand der Sturmtage wieder verteilt, Sandkastenspiele für ganz große Jungs 😆

So, die Bilanz ist also gerettet! Dann kann es morgen auch wieder nachhause gehen 😎

Die wilde 13 oder was habe ich denn da alles?

Eine harmlose Frage von Anne auf meinen letzten Post

„Dein Minimalschuh-Arsenal wächst und wächst, wie es scheint. Darf ich mal fragen, wie viele Paare du momentan dein Eigen nennst?“

… und schwupps habe ich den Aufhänger für einen neuen Beitrag und nutze die Gelegenheit das ganze Rudel hier einmal vorzustellen. Auf Annes Frage hin mußte ich erst einmal durchzählen und komme auf die stolze Zahl von 13 Paaren, die ich allerdings nicht alle zum Laufen nutze.

Deswegen fange ich mal mit den Alltagstretern an.

1:  Diese Merrells für den Alltag habe ich mir schon vor über 5 Jahren gekauft. Damals hatte ich schon einmal sehr dilettantisch versucht auf Minimal umzustellen. Diese Teile sind sehr bequem und noch am dichtesten dran am klassischen Schuh.

2: Die Leguano aktiv haben optisch etwas von Hausschuh, sind aber extrem bequem und es läßt sich auch gut in ihnen laufen. Dazu nehme ich allerdings inzwischen in der Regel das gelbe Paar.

3: Diese Joe Nimbles aus Leder bieten einen minimalen Hauch von Eleganz, sind damit im Alltag auch mal für Anlässe geeignet, die etwas mehr Stil verlangen. Das geschmeidige Leder ist sehr kuschelig.

4: Die Solerunner FX Trainer werden eigentlich als Laufschuhe propagiert. Ich trage sie allerdings lieber im Alltag. Mit ihrer superdünnen Sohle sind sie von allen Minimalen, die am allerdichtesten am Barfußfeeling dran sind. Zum Laufen bieten sie mir für meinen Geschmack aber etwas zuwenig Sitz. Zudem sind die Dinger höllenwarm.

5: Auf der Marathonmesse in Berlin habe ich mir im letzten Jahr die Magical Shoes Receptor Explorer Vegan II gekauft. Diese Schuhe mit dem sperrigen Namen stammen von einer polnischen Firma und sind zur Zeit meine liebsten Alltagsstreter. Wirklich minimal, luftig und extrem flexibel. Das einzig Störende an ihnen war lediglich der anfängliche Gestank nach verbranntem Gummi, den sie aber inzwischen abgelegt haben. Der Verkäufer sagte mir, dass man auch gut in ihnen laufen kann. Das habe ich aber bislang noch nicht ausprobiert, kommt aber noch.

Jetzt geht es weiter mit den Laufschuhen:

1: Diese Merrells stammen ebenfalls noch von meinem ersten Minimalschuhprojekt von vor über fünf Jahren. Nahezu noch neuwertig sind sie mir aber für meinen heutigen Geschmack etwas zu steif und das Obermaterial zu sperrig.

2: Der Merrell Vapor Glove 3 ist ein sehr feiner Schuh, mit dem ich sehr gerne laufe. Super Sitz, breite Zehenbox, geschmeidige Vibramsohle. Alles bestens.

3: Auch der Merrell Trail Glove 4 sitzt super, allerdings habe ich ihn noch nicht viel getragen. Ein weitergehendes Urteil steht also noch aus.

4: Joe Nimble PowerToes, dieser Schuh ist eine echt Besonderheit. Mit 180 € mein teuerster Laufschuh ever. Das nächste Superlativ: noch nie hat mir ein Lauf auf den ersten sieben Kilometern soviel Wunden geschlagen wieder dieser. Mit meinem Umtauschwunsch gescheitert, wartet dieser Schuh darauf, dass ich ihn mal bei Schnee und Eis mit dicken Socken als Träger für die Yaktrax verwende.

5: Die Vibram FiveFingers V-Run sind absolut geile Teile. Mit ihnen macht das minimale Rennen enorm viel Spaß. Nachteil: Bei Nässe brauche ich Zehensocken, sonst gibts Scheuerstellen. Eine Scheuerstelle an der rechten Ferse bekomme ich leider immer, aber ein Streifen Leukoplast schafft Abhilfe und ab geht die Lutzi.

6: Noch einmal eine Steigerung zu den V-Runs sind für mich die Vibram FiveFingers V-Trail. Etwas mehr Material macht sie etwas sanfter zum Fuß und so laufe ich sie ebenfalls megagern, nicht nur abseits fester Wege. Auf den Schotterwegen des Utkiek sind sie aber richtig in ihrem Element. Bei Nässe brauche ich allerdings auch in ihnen Zehensocken.

7: Das quietschige Gelb nimmt diesen Leguano aktivs ihre Alltagstauglichkeit, was nichts an ihrem Supersitz und dem extrem angenehmen Obermaterial ändert. Es läuft sich ausgesprochen kommodig in ihnen. (Sorry, auf vorheriges Saubermachen hatte ich keine Lust 😉 )

8: Die Leguano classic, ich nenne sie einfach Socken, laufen sich überraschend angenehm. Man läuft im wahrsten Sinne des Wortes wie auf Socken. Sie sind perfekt, wenn man eigentlich barfuß laufen will, aber zwischendurch mal Schutz an den Füßen braucht, zumal sie kaum Platz brauchen und notfalls auch mal in die Taschen der Laufjacke passen. Am liebsten trage ich sie auf Asphalt oder ähnlichem, weil sie nicht so stabil am Fuß sitzen, sind sie für unbefestigte Wege für meinen Geschmack nicht so geeignet. Im Prinzip hätte ich sie auch unter den Alltags“schuhen“ einsortieren können, auch da nutze ich sie gerne, wenn ich mal eben nicht barfuß sein kann oder möchte.

Barfuß ist noch einmal das Stichwort, es gibt noch ein paar Treter, die inzwischen schon mehr Kilometer machen, als manche der hier vorgestellten Latschen:

17.02.18 Natur

Vielseitige Allrounder für fast jedes Geläuf und fast jedes Wetter 🙂

Sicherheitshalber möchte ich noch eben erwähnen, dass ich dieses ganze Schuhzeugs von meinem eigenen Geld gekauft habe. Der Senf, den ich zu ihnen abgegeben habe, gibt also zu 100 % meine eigene Meinung und Einschätzung wider.

Schwärme(n)

Wieder ein Wetterchen heute 😀 Als wollte der Februar für all seine Monatsgenossen des letzten halben, dreiviertel Jahres etwas gutmachen. Strahlender Sonnenschein, klare und trockene Luft lassen mich ins Schwärmen geraten.

Als hätten sie meine Schwärmerei geahnt, stiegen die Wildgänsen mit einem Mordsspektakel in riesigen Schwärmen auf. Beeindruckend! Leider stößt in solchen Momenten meine kleine Digi-Cam doch an ihre Grenzen, sie hat aber trotzdem ihr Bestes versucht 🙂

Selten konnte ich das Ganze bei so einem wunderbaren Wetter beobachten. Die Schwärme zogen, Schatten auf den Weg werfend, über meinen Kopf. Wahnsinn. Zum Glück waren es aber nur Schatten, die sie auf den Weg und auf mich warfen und nichts anderes 😛

Ich war sehr langsam unterwegs und hatte dabei das Gefühl ewig und ewig weiterlaufen zu können. Da war ich traurig (oder doch froh?), dass meine Zeit begrenzt war. Gereicht hat sie auf jeden Fall um diese zauberhaften Momente im Kopf zu konservieren. Herrlich!

13.02.18 09

 

Erstmals minimal nach Berne

„Du stinkst nach Gülle“, mit diesen Worten empfing mich meine bessere Hälfte als ich bei meiner Schwiegermutter aufschlug. In der Tat begleitete mich auf meinem Lauf nach Berne der Güllegestank Kilometer über Kilometer 😦 Nach den monatelangen Regenfällen nutzten die Landwirte die augenblicklich gefrorenen Böden um die Gülle aus den übervollen Lagern endlich auf die Felder zu bringen. Das stinkt nicht nur zum Himmel sondern auch in den Klamotten und mir selber auch :mrgreen:

Das war aber auch das einzige, wenn auch wirklich ausreichende Handicap, auf meinem Weg zur Schwiegermama. Ok, ein kleiner Verlaufer kam noch hinzu, da ich eine neue Teilstrecke ausprobierte. Aber das war kein Drama, war ich doch bis zum Ende gut und locker unterwegs, deshalb fielen die gut zwei Mehrkilometer nicht ins Gewicht.

Erstmals bin ich den Weg nach Berne in den V-Trails angetreten und habe diese zwischendrin auf Feldwegen für sieben Kilometern ausgezogen. Ein paar restlos zerfurchte, gefrorene Stellen zwangen mich zwar ganz kurz zum Gehen, ansonsten hat das aber wieder Spaß gemacht 🙂

Als Zwischenziel steuerte ich die im dreizehnten Jahrhundert errichtete St. Dionysius Kirche in Holle an, die zum Schutz vor Fluten auf einer sehr hohen Warft gebaut worden ist. Die Kirche steht ganz für sich alleine und ich wollte sie schon lange mal besuchen, leider war sie verschlossen.

Nach dem Abstecher zur Kirche und dem Wiederhineinschlüpfen in die V-Trails setzte ich meinen Weg gen Berne fort. Auch wenn ich in recht ruhigem Tempo unterwegs war, war ich trotzdem fasziniert wie locker und leicht meine Beine blieben.

Schließlich beendete ich den Lauf erst nach gut 26 km. Soweit war ich in der Kombination V-Trail/Barfuß noch nie gelaufen und zu leiden hatte tatsächlich nur die Nase, allerbest! 😆

Es macht wirklich Spaß!

Nach meinen gestrigen Tempoheldentaten wollte ich heute eigentlich pausieren, aber dieses Traumwetter konnten ich einfach nicht ungenutzt lassen. Ein kurzes Läufchen zum Beine ausschütteln muste einfach sein. Was lag da also näher als bei der Gelegenheit wieder die Schuhe wegzulassen und durchs Moor zu traben 🙂

Der kurze Lauf gab mir auch die Gelegenheit erstmalig auszuprobieren, wie es sich auf gefrorenem Boden und ein paar kläglichen Schneeresten läuft. Kurzum: Bei leichtem Frost, Trockenheit und Sonnenschein kein Problem. Lediglich gefrorerer, zerfruchter Matsch wird doch etwas schartig.

Nach wenigen hundert Metern waren die Füße warm und blieben es auch. Die 7,4 km machten einfach Spaß und ich mußte zwischendurch immer wieder grinsen, wie ich da so barfuß durch die Winterlandschaft lief. Auch wenn ich mir zwischendurch mal einreden mußte, doch noch alle Tassen im Schrank zu haben 😆

Schuhangebot

In den Überschwemmungsmonaten des Winters bietet die Hunte alljährlich ein großes Warenangebot feil. Zugeben, es ist in der Regel eher 1 b-Ware, aber vom Vogelhaus ohne Dach, über Kühlschranktüren, kaputten Stühlen, Tischplatten, Behältnissen jeglicher Art bis hin zu Bierkästen, verschlissenen Bobbycars und sogar Fleisch in Form verendeter Tier ist wirklich alles und noch viel mehr dabei. Im Frühling 2013 zählte ich sogar einmal 20 Schuhe auf 2,5 km.

Ein Schuhangebot unterbreitete mir die Hunte auch heute wieder, vielleicht aus Mitleid, weil ich barfuß an ihr entlang trabte. Wir kamen aber nicht ins Geschäft, ich habe keinen Bock auf klobige, wohl schon getragene und quatschnasse Schuhe. Und dann war es auch nur einer, vermutlich nicht einmal in meiner Größe. Ne ne, da blieb ich lieber unbeschuht.

Auch, wenn ich mir heute mal am linken Fuß den zweitkleinsten Zeh ausgeschraddelt habe, ein kleiner Kollateralschaden der heutigen sieben Barfußkilometer, den ich doch lieber in meinen V-Runs begrenzte. Somit tat er dem wunderbaren Lauf, bei ruhigem, 2 ° frischem Winterwetter, kaum einen Abbruch. Der Lauf hätte ewig dauern können 😀