Spielverderber

Es herbstelt unverkennbar. Meine Jahreszeit. Goldene Farben, feucht-erdiger Geruch in Wald und Flur, klare Luft, sanftes Licht, frische und somit lauffreundliche Temperaturen. Ich liebe diese Zeit.

Allerdings wartet die Natur im Herbst auch mit der einen oder anderen kleinen Boshaftigkeit auf. Von oben lauert da schon einmal gelegentlicher und bei einem Treffer durchaus schmerzhafter Beschuß durch Eicheln und Kastanien. Schlimmer noch: Liegen sie erst einmal zu Hauf am Boden ist Schluß mit Lustig in Sachen Barfußlauferei. Eichen- und Kastanienhaine sind jetzt die reinsten Spielverderber. Wie hier am Donnerstag im Gellener Moor:

Da nützt es nix, da muß dann minimales Schuhzeugs an die Füße. Es sei denn es finden sich solche breiten Sandwege

04.10.18 03

Wo es die nicht gibt sind auch die Segnungen der menschlichen Zivilisation nicht zu verachten. Asphalt kann so schön sein 😀 Allerdings ist Asphalt auch nicht gleich Asphalt, aber das mache ich demnächst mal zu einem eigenen Thema. Ansonsten hat Asphalt auch noch den Vorteil, dass die Füße so schön sauber bleiben 😎 Beim heutigen Lauf entwickelte sich das Bike-Shirt dabei zum Lastesel, da mir der Windbreaker bei einschlafendem Wind zu warm wurde, wanderte er zusammen mit den VFF, Digi-Cam und Handy ins Heckabteil 😆 Obwohl es zum Schluß nur noch 9 bis 10° hatte.

Zum Schluß wurde es aber nicht nur frisch, sondern es ging auch noch das Licht aus 😯 Auch daran muß ich mich erst wieder gewöhnen 🙂

 

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Heiß!

Du kannst mich mal an die Füße fassen heißt ja eigentlich so etwas ähnliches wie LMAA. Als Jens mir heute abend in unserem Leib- und Magenrestaurant unterm Tisch einmal an die Füße faßte,  durfte er erleben was für mich Alltag ist: Heiße Füße! „Die strahlen die Hitze ja richtig ab“ staunte Jens. Genau das ist es was mich auch im Alltag aus den Schuhen haut, ein Stunde feste Schuhe und Socken und ich laufe Amok 😯

Vorausgegangen war dem „An die Füße fassen“ ein 7 km-Barfußlauf am frühen Abend bei absolut traumhaften Spätsommerwetter. Mehr wollte ich nach den sonntäglichen 31 km im Rahmen des Tupperns nicht laufen. Dafür drehte ich tempomäßig etwas auf und absoliverte meinen bisher schnellsten Barfuß-Kilometer ever. 4:39 min/km sind für mich persé schon schnell und auf nackten Sohlen ein Allzeitrekord. Dafür habe ich mir allerdings mit einem im letzten Jahre neu geteerten Wegeabschnitt an der Hunte auch den schiersten Asphalt ausgesucht, den mein Laufrevier überhaupt zu bieten hat 🙂

Ich beließ es allerdings bei dem einen Rennkilometer, trotzdem war ich nach dem insgesamt etwas flotteren Lauf allerbester Laune. Zum Brennen bringe ich den Asphalt allerdings noch nicht, so heiß sind meine Füße denn doch noch nicht und das Tempo sowieso nicht 😆

Summer-business as usual

Nach dem frischen, langen Lauf vom Sonntag gibt es jetzt wie Summer-Business as usual 🙂  Aber ich mache mir Olivers Blogtitel zu eigen und laufe einfach immer weiter, notfalls auf allen vieren :mrgreen:

Keine Sorge, alles nur gestellt, so schlimm war es heute gar nicht 😆

Als Rausschmeißer aus dem Juli war ich noch einmal 10,4 km barfuß unterwegs und bin dabei um eine Erkenntnis reicher geworden: Ausgetrockneter, harter Boden mit trockenem Gras kann richtig rutschig sein. Keine neue Erkenntnis hingegen: Sonnenverwöhnter Asphalt ist heiß… Aber gerade noch laufbar! 😀

Und die Bilanz für den Juli fällt trotz kurzzeitiger Sommergrippe und widriger Wetterbedingungen gar nicht mal schlecht aus 🙂

Für den kleinen Barfußlauf zwischendurch

… eignet sich so ein Radlershirt mit seinen Taschenband auf dem Rücken vorzüglich. Weil da passen nämlich prima die Five-Fingers rein und ich brauche sie somit nicht in der Hand zu halten 😀

Ausprobiert heute auf einem 12,6 km langen Lauf durch die norddeutsche Steppe, wovon eben die letzten vier Kilometer barfuß waren.

Hände frei, nicht die ganze Zeit einen Rucksack auf dem Buckel und zu spüren sind die ultraleichten Treter auf dem Rücken auch kam. Rundherum praktisch also und witzig aussehen tut es auch noch 😆

Ups

… das war so gar nicht gewollt. Nach meiner kurzen Aua-Auszeit bin ich in dieser Woche wieder zur Laufnormalität zurückgekehrt. Mehr sogar, in den letzten sieben Tagen bin ich viermal gelaufen und dabei auf knapp 62 km gekommen. Das war definitiv so nicht geplant und ich hatte es so auch gar nicht auf dem Schirm. Aber mein Statistik lügt nicht und ich kann unverhofft  die laufstärkste Woche dieses Jahres verbuchen.

Bebildert sind aber nur zwei Läufe. Der vom Sonntag, wo sich der Sommer noch eine Auszeit gegönnt hatte, …

… und der heutige, wo der Sommer mit aller Macht wieder da war. Allerdings ein Sommer wie er besser nicht sein kann. 25° mit einer erfrischenden Brise aus Ost. Da läßt es sich laufen und der Start um kurz nach 17 Uhr machte auch die Sonnencreme entbehrlich.

Zuerst lief es durch die Bornhorster Wiesen entlang der Hunte, danach ging es durch die Marsch im Bereich Gellen, weiter entlang des Großen Bornhorster Sees und über das ländlich idyllische Bornhorst wieder zurück nachhause.

Mein Plan eines 20 + -Laufs ist damit aufgegangen. Meine nichtlügende Statistik hat mir nämlich erschreckender Weise auch verraten, dass mein letzter Lauf über 20 km schon über ein sagenhaftes Vierteljahr zurückliegt. Und da Berlin nun doch irgendwie so ganz langsam näher kommt, sollte ich auch allmählich in Quark kommen.

Apropos Quark, der kommt auch noch an meinem Unterschenkel zum Einsatz, um die allerletzten Reste meiner Unterschenkelmaleschen den Rest zu geben. Magerquark hilft da mal wieder mehr als alles andere. Faszinierend!

Ein ganz normaler Laufmonat

… oder auch nicht.

Im Mai bin ich 170,2 km gelaufen. An und für sich ist das keiner besonderen Erwähnung wert. Das ist so der Monatsdurchschnitt der letzten Jahre um schlußendlich auf round about 2.000 km pro anno zu kommen. Was die Jahresstatistik angeht, hinke ich 2018 aber hinterher. Eine kleine OP, Grippe und die Umstellung auf Minimal sind die Gründe dafür.

Aber zurück zum Mai. Was diesen Monat doch zu etwas besonderen macht, sind die 44,9 gelaufenen Barfußkilometer. Ein gutes Viertel oder, für die Mathematiker unter uns, 26,38 % der gesamten Monatskilometer. Ein neuer Rekord! (zum Vergleich im April waren es gerade mal 4 km 😛 ). Großen Anteil daran hatte mein bislang längster Barfußlauf über 14,1 km. Aber es kommt auch schon vor, dass bei Mix-Läufen mit Barfuß- und Schuhanteilen, der Barfußanteil höher liegt. So geschehen z. B. bei meinem leicht bekleideten Proletenlauf vom 30. Mai (5,1 km V-Runs, 6,2 km barfuß).

Wo ich gerade bei der Zahlenspielerei bin, mache ich doch einfach noch etwas weiter. Das letzte Mal, dass ich einen gedämpften Laufschuh an den Füßen hatte, war der Berlin-Marathon am 24.09.2017. Seitdem ging es nur noch auf dünnen Sohlen oder eben auch barfuß weiter.

Das Durchwühlen meiner Tabellen förderte für die Zeit nach dem Marathon folgende Zahlen zu Tage: Insgesamt bin ich seitdem 1.262,2 km unterwegs gewesen, davon barfuß 186,7 km oder 14,79 %. Die  1.075,5 km in Minimalschuhen verteilten sich dabei auf 12 ❗ Paar Schuhe, wobei nicht alle dabei wirklich Laufschuhe sind 🙂 Ich könnte jetzt auch noch jedem Schuh seine Kilometer zuordnen, aber das würde hier wohl doch etwas zu weit führen 😛

Schlußendlich liegt der Schnitt der letzten acht Monate mit gut 154 km noch nicht einmal großartig unter dem was ich mir sonst so erschleiche. Damit hätte ich gar nicht gerechnet und so hebt sich leicht erstaunt eine Augenbraue 🙂

Kleiner Wermutstropfen, so ich ihn denn überhaupt so nennen mag, ist, dass ich immer langsamer werde. Wenn ich auch seit November dreimal neue Kilometerrekorde aufgestellt habe, meistens steht bei meinen Kilometerzeiten eine dicke, fette Sechs vorne. Aber so what, dafür sind die Gräten schon seit langer Zeit heile geblieben und das ist das absolut wichtigste.

Langes Geschreibsel, kurzer Sinn, meine Umstellung des Laufstils und der Laufschuhe ist schon recht weit fortgeschritten und ich habe das Einschlagen dieses Weges, den ich nun schon insgesamt 15 Monate beschreite, noch keinen Tag bereut. Ich bin wirklich rundum zufrieden. Läuft!

 

 

 

 

Schöne Wärme

Das was uns der Mai an Wetterchen präsentiert ist aller Hochsommerehren wert. Bei meinen Läufen hatte es diese Woche immer zwischen 26 und 29°. Eigentlich ist das ja überhaupt nicht meins, da solche Temperaturen hier im Norden in der Regel mit einer gewissen Schwüle einhergehen. Nicht aber dieser Tage. Knochentrockene Luft und frischer Wind machten das Laufen durchaus angenehm. Der Wind ist allerdings Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil er die eh dürstende Natur weiter austrocknen läßt und Segen, naja, weil es sich mit ihm eben wunderbar laufen läßt.

So war ich entgegen meiner sonstigen Warmwetterlaufgewohnheiten diese Woche durchaus fleißig 🙂 Mal mit mal ohne Schuhe war ich am Dienstag gute 16 km unterwegs…

 

… am Donnerstag 12 …

 

…. ebenso wie am Samstag, wo ich mich auf zwei Kilometern sogar vollprollmäßig shirtless der Sonne hingegeben habe.

 

Die Laufwoche lief dann heute noch einmal mit 15,5 km aus. Erstmals seit langer Zeit schoben sich aber Wolken vor die Sonne, die auch etwas nach Unwetter aussahen. Aber es blieb trocken, lediglich der so verläßliche Wind ließ mit dem Wolkenaufzug nach und prompt war es auf den letzten Kilometern gleich so miefig wie ich es eben nicht mag.

 

Trotzdem brauchte ich nicht in den, mitten auf dem Land ordentlich am Straßenrand geparkten, Einkaufswagen steigen, in der Hoffnung, dass mich jemand nachhause schiebt 😆

Das war eine schöne Laufwoche! Mal sehen wie es sich in den kommenden Tagen verhält, die Temperaturen sollen ja noch etwas weiter aufdrehen. Da kann ich nur hoffen, dass mein Freund, der Wind, mir weiter treu bleibt 🙂

 

Idylle mit Schönheitsfehlern

Ein einziges Pfingstläufchen habe ich an diesem langen Wochenende hinbekommen, zuviel anderes stand auf dem Plan. Aber dieses Läufchen war ein wirklich tolles. Automobil hatte ich mich zum Gellener Moor begeben, ich wollte auf angenehmen Untergründen einen schönen Barfußlauf unternehmen. Auf weichen Sandwegen ging es los, wenn auch der erste an einigen Stellen mit Schotter „ausgebessert“ wurde, aber das ließ sich gut umlaufen. Nach gut acht Kilometern lief ich dann direkt ins Moor. Das explodierende Grün zaubert eine fantastische Stimmung ins Moor. Allerdings wurde dort die durch Einsamkeit gekrönte Idylle durch eine wahre Insekteninvasion getrübt. So lange ich im Laufschritt blieb war alles ok, aber wehe ich machte auch nur eine kurze Pause, dann wurde ich regelrecht von irgendwelchen blutsaugenden Viechern überfallen. Zum Ende des Laufs zierten reichlich Einstiche meine Beine und selbst meine Kopfhaut wurde durch das Buff gestochen.

Aber von dieser Kleinigkeit abgesehen war es ein genialer Lauf. Gute 10 km auf tollen weichen Naturwegen und knappe vier auf Asphalt. Die 14,1 km waren dabei ein neuer Barfußlängenrekord. Es hat wirklich Spaß gemacht *juck* kratz*  😆

72,14 %

Gestern konnte ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder am Utkiek aufkreuzen. Dank der Zeitumstellung konnte die Lauflampe das erste Mal zuhause bleiben und auch die zahlreichen Regenschauer des Tages hatten pünktlich zum Lauf ihren Dienst quittiert. Das alles und auch der Sonnenschein halfen aber nicht darüberhinweg, dass meine Beine schwer und die paar poppeligen Höhenmeter beschwerlich waren. Lag es an dem 18 km-Lauf zwei Tage zuvor? Müßig sich darüber Gedanken zu machen.

Den schweren Beinen zur Liebe wollte ich den nächsten Lauf auch erst irgendwann in den kommenden Ostertagen unternehmen. Allerdings lockte der heutige Karfreitag mit dem besten Wetter, das für die Feiertage vorhergesagt ist. Somit habe ich meine Beine doch zum Laufen überredet und ihnen zur Belohnung eine längere Barfußetappe versprochen. Nicht gerechnet hatte ich aber mit dem ausgesprochen lebenhaften Ostwind, der der ersten Hälfte des Laufes eine unerwartete Anstrengung verleihte, so dass ich gar nicht auf das Wohlbefinden der Beine achten konnte 🙂

Ohne nachzudenken war ich wieder auf meiner alltäglichsten Alltagsstrecke unterwegs. Nach exakt 3,9 km pellte ich mich aus den V-Runs und trabte locker auf dem Feldweg neben dem Geestrandgraben her.

30.03.18 01

Nach knapp 1,5 km ging es dann weiter zu den Bornhorster Wiesen. Diese hatten noch einmal ordentlich Nachschub an Wasser erhalten, was offensichtlich auch die Graugänse nach wie vor zum Bleiben animiert. Auf jeden Fall waren die Vogelschwärme im strahlenden Sonnenlicht wieder einmal ein grandioses Schauspiel.

Nach knapp 7 km konnte ich endlich dem Ostwind den Rücken zudrehen. Von nun an lief es locker und fluffig. Erstmals zog ich zum Ende der Huntestrecke meine Laufschuhe nicht wieder an. Die Treppe zur Huntebrücke ging ich aber vorsichtig, hier liegen leider immer wieder Scherben zerschmetterter Flaschen, aber die Rampe herunter konnte ich wieder entspannt laufen.

Vom Ende der Rampe bis nachhause waren es dann nur noch zwei Kilometer, auf den ich einigen Asphaltabschnitten übelster Qualität über den Randstreifen ausweichen konnte. Die allerletzten Meter genoß ich noch fußschmeichelnde Klinkerbürgersteige und dann war meine längste Barfußetappe auf sehr wechselhaften Untergründen zu Ende.

10,1 von 14 km, dass macht 72,14 % Barfußanteil. Die haben aber auch erst einmal gereicht, die Fußsohlen haben die Herausforderung zwar gut überstanden, aber signalisierten auch, dass es viel weiter trotzdem noch nicht sein muß. Aber sooo weit weg ist die vollständige Standardrunde in Barfuß gar nicht mehr. Irgendwann werde ich sie mal in Angriff nehmen, eilt ja nicht. Ach ja, die Beine haben sich übrigens überhaupt nicht gemuckt 🙂

Aus Eins mach Zwei

Statt der 33,333 Syltlauf-Kilometer bin ich mit meinem Sunset-Run und meiner gestrigen dünstig-diesigen Runde in zwei Läufen ungefähr die gleiche Strecke auf der Insel gelaufen. So stimmt abschließend wenigstens die Bilanz 😛

Vorgenommen hatte ich mir gestern eigentlich einen schönen Barfuß-Strandlauf, aber entgegen der Gezeitenvorhersage stand die Nordsee recht hoch und zwang daher zum Ausweichen in den weichen Sand, was sehr kräftezerrend ist und die Achillessehnen jubeln läßt. Weil die Alternative in den Ausläufern der Wellen zu laufen, dann doch etwas kalt war, habe ich nach nur 3,7 km den Strand wieder verlassen, bin wieder in die V-Trails geschlüpft und auf der ehemaligen Bahnstrecke auf der Wattenmeerseite weitergelaufen. Schade, war es doch so schön einsam am Strand.

Das Wetter war grau und diesig und ab und zu nieselte es leicht. Das ergab ein ganz anderes Bild als beim Sunset-Lauf vor zweit Tagen:

Auf der alten Bahnstrecke lief ich zunächst noch nach Norden und drehte dann kurz vor Rantum um.

So durfte ich auch zweimal den Parkplatz der ach so angesagten Assi ….  ähhh, sorry Sansibar passieren. Wie bestellt brummte auch gerade so ein Luxus-SUV von dannen. Die Bretterbude in den Dünen haben wir uns in all den Jahren, die wir schon nach Sylt kommen, noch nie gegeben. Wir kommen auch ohne die Hoffnung darauf einen Promi zu erblicken durch unseren Urlaub 😆

Weiter ging es zurück nach Hörnum, vorbei am Hafen, und nach einem guten Halbmarathon war ich wieder an der Ferienwohnung.

Am Oststrand wurde übrigens der verwehte Sand der Sturmtage wieder verteilt, Sandkastenspiele für ganz große Jungs 😆

So, die Bilanz ist also gerettet! Dann kann es morgen auch wieder nachhause gehen 😎