Kitzelig

Mein (Lauf-)Leben ist wirklich reich an Anekdoten geworden seitdem ich viel barfuß unterwegs bin. Die neuste Anekdote heute: Ich trabe an der Hunte entlang und von hinten überholt mich im Schneckentempo ein Fahrradfahrer und ich ahnte schon, dass es zu einer Ansprache kommt. Ein etwas skurriler Typ mit Seehundschnäuzer, witziger Mütze auf einem viel zu kleinen Fahrrad sprach mich an, ob ich denn überhaupt noch kitzelig unter den Füßen bin, schließlich müßte ich doch eine ganz dicke Hornhaut haben 😀

Ich konnte ihn aufklären, dass die Füße durch die Barfußlauferei nichts von ihrer Empfindsamkeit einbüßen. Wenn auch ich schon lange nicht mehr an den Füßen gekitzelt worden bin, vermute ich doch das sich auch daran nichts geändert hat 😆 Auch in Bezug auf die weit verbreitete Meinung, dass sich vermehrt Hornhaut bildet, konnte ich ihm erzählen, dass sich diese durchs Barfußgehen und -laufen reduziert, dafür aber die Haut der Sohle erheblich widerstandsfähiger wird.

Der gute Mann bedankte sich für die Informationen, wünschte mir noch einen schönen Tag und radelte langsam von dannen. Ich schmunzelte noch eine Zeit lang über diese ungewöhnliche Frage. Witzig, auf was die Leute alles kommen, aber über solche Anekdoten freue ich mich und Freundlichkeit kommt sowieso immer an 🙂

 

Begegnungen

Meine heutige Laufrunde war ein absolute Standardnummer, über die Huntebrücke, um den Blankenburger See, über die Huntebrücke, einen kurzen Schlenker über Bornhorst und fertig.

Als ich nach zwei Kilometer zur Rampe zur Huntebrücke abbog, stand dort am Beginn des Fußweges ein Auto, zu hören waren merkwürdige Töne, nicht gerade melodisch für meine Ohren. Da das Auto mitten aufm Pad stand, mußte ich dicht daran vorbeilaufen. Auf der Kofferraumkante des Vans saß ein Mann und spielte Saxophon. Nicht gerade nach meinem Geschmack, der Taktgeber taktete laut dazu, aber irgendwie schon witzig, dass dort jemand mitten in der Pampa am Rande der Autobahn Saxophon spielte.

Mit einem Schmunzeln lief ich zur Brücke hoch …

10.08.15 01

… gönnte mir nach dem Wiederrunterlaufen einen kurzen Blick über den Blankenburger See …

10.08.15 02

… und lief weiter Richtung Kloster Blankenburg. Auf dem Gelände dieses ehemaligen Klosters wird im November nach vierjähriger Pause wieder eine zentrale Aufnahmestelle für Asylanten in Betrieb genommen. Mindestens 600 Menschen werden dann dort ihr erstes Dach überm Kopf in Niedersachsen bekommen.

10.08.15 03

10.08.15 05*die Klosterkapelle*

Auf dem Klostergelände lebt seit vielen Jahren ein Pfau, gehört hatte ich sein markerschütterndes Geschrei schon öfters, gesehen hatte ich noch nie. Heute begegnete er mir, ein imposantes Tier:

10.08.15 04

Ich joggte die Treppe hoch und lief über die Brücke zurück auf die andere Hunteseite. Das Wetter zeigte sich „düster as in Mors“, wie man hier sagt. Auf gut Hochdeutsch: Dunkel wie im Allerwertesten 🙂

10.08.15 06

10.08.15 07

10.08.15 08

Auf den letzten paar Hundert Metern fängt es an zu regnen. Auf dem Rad-Fußweg, der auch hinter unserem Haus entlang führt, stehen zwei Männer unter einem Baum und suchen Schutz vor dem Regen, damit die Kippen nicht ausgehen. Einer von den beiden, ein Glatzkopf, entfährt das ach so sinnige „Eins, zwo, drei, vier“ und als er dann auch noch sieht, dass ich das Laufshirt vom Oldenburger JVA-Marathon trage, ruft er: „öööh, da war ich auch drin“ Das glaube ich ihm sogar, aber im Gegensatz zu mir bestimmt nicht nur zum Laufen 😀

Auf nur 11,5 km kann es also schon zu so mancher Begegnung kommen 🙂