Erstmals minimal nach Berne

„Du stinkst nach Gülle“, mit diesen Worten empfing mich meine bessere Hälfte als ich bei meiner Schwiegermutter aufschlug. In der Tat begleitete mich auf meinem Lauf nach Berne der Güllegestank Kilometer über Kilometer 😦 Nach den monatelangen Regenfällen nutzten die Landwirte die augenblicklich gefrorenen Böden um die Gülle aus den übervollen Lagern endlich auf die Felder zu bringen. Das stinkt nicht nur zum Himmel sondern auch in den Klamotten und mir selber auch :mrgreen:

Das war aber auch das einzige, wenn auch wirklich ausreichende Handicap, auf meinem Weg zur Schwiegermama. Ok, ein kleiner Verlaufer kam noch hinzu, da ich eine neue Teilstrecke ausprobierte. Aber das war kein Drama, war ich doch bis zum Ende gut und locker unterwegs, deshalb fielen die gut zwei Mehrkilometer nicht ins Gewicht.

Erstmals bin ich den Weg nach Berne in den V-Trails angetreten und habe diese zwischendrin auf Feldwegen für sieben Kilometern ausgezogen. Ein paar restlos zerfurchte, gefrorene Stellen zwangen mich zwar ganz kurz zum Gehen, ansonsten hat das aber wieder Spaß gemacht 🙂

Als Zwischenziel steuerte ich die im dreizehnten Jahrhundert errichtete St. Dionysius Kirche in Holle an, die zum Schutz vor Fluten auf einer sehr hohen Warft gebaut worden ist. Die Kirche steht ganz für sich alleine und ich wollte sie schon lange mal besuchen, leider war sie verschlossen.

Nach dem Abstecher zur Kirche und dem Wiederhineinschlüpfen in die V-Trails setzte ich meinen Weg gen Berne fort. Auch wenn ich in recht ruhigem Tempo unterwegs war, war ich trotzdem fasziniert wie locker und leicht meine Beine blieben.

Schließlich beendete ich den Lauf erst nach gut 26 km. Soweit war ich in der Kombination V-Trail/Barfuß noch nie gelaufen und zu leiden hatte tatsächlich nur die Nase, allerbest! 😆

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Nu hab ich den Salat

Ach, wo ist sie hin, die glasklare, frische Luft der vergangenen Wochen und Monate?

Donnerstag: Utkiek-Lauf erstmals bei sommerlicher Temperatur, aber noch gut erträglich.

Gestern ein kurzer Lauf in den minimalen Laufschuhen zwischen zwei Gewittern in feucht, schwüler Luft.

Heute ein langer Lauf nach Berne zu Schwiegermuttern bei drückender Wärme. Die Sonne stach und da der laue Wind von hinten kam, konnte er keine Erfrischung bringen. Dieses Klima machte mir wirklich zu schafen, drückte auf Kreislauf und Atmung und nach gut 10 km durfte mich sogar in die Büsche schlagen, weil auch der Darm rebellierte. Jede Wolke, jeden Windhauch hatte ich begrüßt, allerdings war das nicht viel und die Hoffnung auf einen erlösenden Schauer blieb unerfüllt. Die Lauffreude beschränkte sich auf kurze Abschnitte und nach 23,6 km war ich froh als ich endlich mit kochendem Kühler bei Adele einlief.

Immerhin war die sattgrüne Natur um Ablenkung bemüht und ich nutzte jeden Fotostopp zum Verschnaufen. Da hab ich also den Wettersalat auf den ich getrost verzichten kann. Die plötzliche Wärme und vorallem die Schwüle sind wirklich nicht meins und bedürfen definitiv noch der Gewöhnung.

Run to the Schwieger-Mum, der xste

Vor sechs Jahren habe ich das Zuhause meiner Schwiegermutter im ca. 20 km entfernten Berne das erste Mal laufend angesteuert. Seitdem kommt es immer mal wieder vor, dass ich zu ihr laufe während meine bessere Hälfte das Auto benutzt und meine Wechselklamotten mitnimmt.

Das ist quasi eine Win-win-Situation. Ich sehe meine weltbeste Schwiegermutter und bekomme gleichzeitig ausreichend Auslauf. Genügend Streckeenauswahl gibt es auch, Herz was will ich mehr.

Heute also wieder einmal links der Hunte durch Moor und Marsch via Gellen, Butteldorf und Huntebrück nach Berne. Dieser Februar-Sonntag erfreut dazu mit allerfeinstem Novembergrau.

Mit dem Tauwetter ist das frische Schneeweiß von letzter Woche auf den Moorteichen und -gräben verschwunden und die düstere Moormelancholie befindet sich auf dem Gipfelpunkt.

In Gellen sitzt wieder (oder immer noch?) dieses Bärchen auf einem Tisch an einem kleinen Rastplatz. Das hatte ich da schon bei meinem Lauf am 03.10.2016 gesehen, kurios. Für den Schlitten, der in Butteldorf in einem Vorgarten steht, gibt es in diesem Winter hoffentlich keine Einsatzmöglichkeit mehr.

Hinter Butteldorf öffnet sich die Marsch und das Grau verbindet sich mit der Weite der offenen Landschaft.

Ganz und gar nicht zur Novembertristesse paßt meine Lauffreude, die Beine schlagen von ganz alleine ein flottes Tempo an, das ich immer wieder vergebens zu bremsen versuche und so vermeldet die Garmin nach nur acht Tagen erneut einen neuen Halbmarathon-Rekord. Aber es steht immr noch eine 2 bei den Stunden, also kein Grund zur Sorge 😎

600 m  nach der Halbmarathon-Marke ist der Lauf auch zu Ende und es folgen ein schöner, gemütlicher und geselliger Nachmittag und ein ebensolcher Abend bei meiner Schwiegerma.

19-02-17-20

Ich wünsche mir, dass es noch viele, viele Gelegenheiten zum Run to Schwieger-Mum geben wird.

Schwiegermutters Bademantel

Tja, was soll ich sagen. Ich hatte heute wieder einen prima Lauf. Es trieb mich über 21,2 von leichtem Rückenwind geschobene Kilometer mal wieder zu Schwiegermuttern nach Berne. So locker, so easy wünschte ich mir immer unterwegs zu sein. Das Wetter war für einen dritten Advent perfekt. Um die 8° und trocken. Allerdings hatte ich den Rückenwindeffekt etwas falsch eingeschätzt und war etwas zu warm angezogen. Das war aber auch das einzige, kleine Manko des Laufs.

Durch die Bornhorster Wiesen ging es auf recht direktem Weg über Butteldorf und durch die Wesermarsch nach Berne.

Bei Schwiegermuttern angekommen, war mein Bester mit dem Auto samt meinem Rucksack mit den Wechselklamotten noch gar nicht da. Um nicht in den verschwitzten Laufklamotten ausharren zu müssen, bot mir meine Schwiegerma ihren Bademantel an, den mir meine Schwägerin rauskramte.

Während ich allerdings unter der Dusche stand, tauchte Jens auf und reichte mir den Rucksack ins Badezimmer. Das ersparte mir einen ganz heißen Auftritt. Da meine Schwiegermama sehr klein ist, wäre der Bademantel für mich doch sehr, sehr kurz gewesen.  Das hätte dem Ganzen, naja, wie soll ich sagen *hüstel* eine gewisse erotische Komponente gegeben :mrgreen:

So aber blieb mir dieser Auftritt erspart und der Sonntag so adventlich wie es sich gehört 🙂

Wege

Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch gerne mal feier. Nach Möglichkeit reichen mir aber Feiern, wo die Anzahl der Menschen noch an einen Esstisch paßt. Wenn aber wie gestern bei einer Party exorbitant laute Musik, fürchterliches Gedränge und entsetzliche Wärme zusammen kommen, dann ist bei mir schnell der Ofen aus. Gespräche sind mir im Krach zu anstrengend und ständiges Geschiebe löst bei mir Fluchtreflexe aus. Da versuche ich mich in Träume zu flüchten, wo ich möglichst ganz allein meiner Laufwege ziehe.

Deshalb habe ich heute meine Träume auch gleich in die Wirklichkeit umgesetzt. Wenn auch die Bedingungen sicher etwas suboptimal waren. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt zum Kaffeetrinken zu Schwiegermuttern zu laufen. Komme es was da wolle. Und es kam Sommer ❗ 27 bis 28° begleiteten mich auf dem Weg nach Berne. Es war mir egal weil es ein Sommertag war, wie er im Buche stand. Trockene Wärme und ein frischer Wind, der mich allerdings die meistens Zeit nur unmerklich von hinten schob. Das Ganze begleitet von den wunderbaren Gerüchen des Sommers, nach Heu, nach Kiefern, nach Wald, nach Sommer eben.

So zog ich meiner Wege, wie ich es mir am Abend vorher gewünscht hatte. Von regen Fahrradausflugsverkehr abgesehen hatte ich meine Ruhe. Ich begegnete nur dem Deichschäfer, der mich lichthupend aus seinem Auto heraus grüßte und wies einer Fahrradfahrerin mit ihrem Sohn den Weg nach Moorriem.

Die Wege waren vielfältig. Erstaunlich was da auf so einem Lauf immer alles zusammen kommt. Schmale, verkehrsarme Straßen, Radwege, Wirtsschaftswege, Sandwege, Trampelpfade. Asphalt, Schotter, Beton, Sand, Moorboden, Pflastersteine. Lange Geraden, verschlungende Pfade, schattenreich oder offen unter dem Sommersonnenhimmel. Zu guter Letzt ließ sich auch ein Stück Radweg an der Bundesstraße 212 nicht ganz vermeiden.

Unterwegs erwartete mich viel norddeutsche Landschaft, flach, weit, hoher Himmel. Ruhig und erholsam, schön!

Meine Groupies waren mir heute nicht so wohlgesonnen, ihnen war es wohl zu warm. Sie nahmen gleich eine aggressive Haltung ein. Die hellhäutige Verwandschaft etwas später war da doch um einiges gelassener 🙂  Ansonsten lief es sich trotz der Wärme wunderbar, die Beine und die Stimmung blieben bis zum Schluß locker. Nach 22 km war ich am Ziel, tropfnaß geschwitzt aber rundum zufrieden.

Gebt mir einfach Landschaft, gebt mir Laufschuhe, gebt mir meine Ruhe und die Welt ist in Ordnung 😀

Osterbrauch und kleine Irrtümer

Hier im Norden brennen zu Ostern vielerorts Osterfeuer. Ursprünglich geschah das am Abend des Ostersonntags. Inzwischen hat sich aber auch der Samstagabend etabliert. An diesem Abend gab es auch ein Osterfeuer in der Nachbarschaft von Heimos zweiter Heimat. Das war eine schöne Gelegenheit einen schönen Abend am Feuer zu verbringen, zu klönen, ein paar Bratwürste zu vertilgen und das ein oder andere Bierchen zu vernichten.

Den heutigen Ostersonntagsbesuch bei Schwiegermuttern habe ich wieder mit einem Lauf zu ihr nach Berne verbunden. Da morgen auch nochmal ein Lauf mit Heimo auf dem Plan steht, habe ich diesmal die kürzest mögliche Route gewählt. In meiner Erinnerung war diese Variante knapp 20 km lang. Aber entweder stimmte etwas mit meiner Erinnerung oder mit der Variante nicht. Als ich nach 18 km noch recht weit von Berne entfernt war, erkannte ich, dass es mit dem pünktlichen Erscheinen an der Osterkaffeetafel nichts werden würde 😯

Der zweite kleine Irrtum war dann, dass ein gut ausgebauter Betonweg eine Abkürzung darstellen könnte. Die Richtung war perfekt, allerdings endete der Weg plötzlich auf einer Wiese und auch hinter der Wiese kam nichts anderes als weitere Wiesen :-/

Diese Abkürzung kostete mich noch einen guten, zusätzlichen Kilometer. Nach diesm Irrtum blieb ich auf vertrauten Wegen. Ein Stück Straße läuft man dabei besser rechts, weil links im Notfall in Richtung Deich kein Platz ist um sich vor eventuellen Kamikaze-Autofahrern in Sicherheit zu bringen.

Platz war aber für mich noch an der Kaffeetafel, als ich mit noch vertretbaren 11 Minuten Verspätung bei Schwiegermuttern eintrudelte. Die letzten Kilometer hatte ich etwas Gas gegeben, um den zusätzlichen Zeitbedarf für die schlußendlichen 24,2 km zumindestens etwas wettzumachen 😀

Auf nahezu der gesamten Strecke hatte ich Rückenwind, da kann ich irgendwie so gar nicht mit umgehen. So war es mir trotz kühler Temperaturen viel zu warm. Ich brauche einfach meine Luftkühlung von vorne :mrgreen:

Faxen dicke

13.02.16 03

Zum Laufen in der norddeutschen Tiefebene gehört der Wind wie die Höhenmeter zu Läufen in südlicheren Gefilden. Der Wind in seinen unteschiedlichen Ausprägungen kratzt mich in der Regel nicht, im Gegenteil. Laufen gegen den Wind bringt etwas Pepp ins Laufen und bietet seinen ganz eigenen Trainingsreiz.

Aber heute ist er mir doch mächtig auf den S .. Keks gegangen. Ich hatte mir mal wieder vorgenommen zur Teatime bei Schwiegermuttern zu Fuß zu erscheinen. Mit ein paar Schnörkeln dehnte ich die One-Way-Tour auf 24 km aus. Der Weg nach Berne führte strikt nach Osten. Und wo kam heute der Wind her? Aus Osten! Und zwar strikt und stetig mit Stärke 4. Zudem sorgte er dafür, dass die höher vorgesagten Temperaturen auf 2 – 3° hängenblieben.

Die Strecke war reich an ländlicher Idylle und mein Kneippweg vom Dienstag lag auch wieder trocken. Dazu hatte ich mir aber sicherheitshalber die Gezeitenvorausberechnung im Internet angeschaut. Für die lange Kante hatte ich denn doch keinen Bock auf nasse Füße.

Erste Farbtupfer waren zu sehen. Es blüht die Herbstzeitlose, was sie laut Wikipedia im Frühjahr sehr selten tut. Auch die Schneeglöcken breiten sich in ersten Teppichen aus. In großen Teilen erhellte die Sonne die Szenerie und das Gemüt. Aber der Wind, dieser elende Wind saugte mir die Energie aus den Knochen und kühlte mich auf der freien Pläne aus. Diesen Effekt hatte ich so nicht vorausgesehen, sonst hätte ich mir noch eine Schicht mehr übergeworfen.

Nach nur 15 km mußte mir ein Energieriegel etwas auf die Sprünge helfen. Zum Glück war das in zwei Patronengürtelfläschenchen mitgeführte Wasser noch etwas warm. Ich hatte die Pullen mit heißen Wasser gefüllt und in zwei dicke Handschuhe und diese in den Laufrucksack gesteckt.

Kurz nach der Pause wurde es in Sachen Wind nochmal richtig böse, auf einer weiteren langen Gerade kein Baum, kein Strauch. Lauflust sieht anders aus. Endlich erreichte ich die neue Huntebrücke in Huntebrück, Deutschlands größte einflügelige Klappbrücke, wie ich der Presse entnehmen durfte. Noch steht die alte Brücke daneben und wartet auf ihr baldiges Abbruchende.

Von der Brücke waren es nur noch drei Kilometer bis Berne und der Wind traf mich auf dieser Schlußetappe nur noch von der Seite. Trotzdem war es gut und ich war froh am Ziel zu sein. Allerdings streikte der Thermostat von Schwiegermutterns Dusche und statt der erhofften heißen Dusche, gab es nur lauwarmes Wasser. Die Heizfunktion mußte danach der heiße Tee übernehmen.

Von den 24 Kilometern um die zwanzig Kilometer kalter Ostwind direkt von vorne, das hat gereicht. Tröstlich ist allerdings, dass es im Vergleich zum für morgen angekündigten Schnee- und Schneeregenwetter heute doch noch das bessere Laufwetter gewesen ist.

13.02.16 14

Nachgeholt

Gestern war ja nix mit Laufen, ich hatte mich den Unwetterwarnungen gebeugt und war zuhause geblieben. Das es dann nicht sonderlich dicke kam, war zum einen nicht zu ahnen und zum anderen auch gut so. Letztendlich wollte ich mich aber nicht wieder in einen Landrover flüchten müssen 😉

Heute war denn wieder alles in Butter: Sonne und Wolken im Wechsel, kaum Wind und die Temperaturen scheiterten ganz knapp an der 20°-Marke. So nutzte ich den geplanten Besuch bei Schwiegermuttern im ca. 20 km entfernten Berne wiedermal für eine Anreise per pedes.

Der Hunteseitenwechsel erfolgte wie üblich über die Brücke der Brücken, dann ging es vorbei am Blankenburger See über Iprump immer unter Deich lang Richtung Berne. In Huntebrück ist die neue Klappbrücke über die Hunte, es soll jetzt Deutschlands größte Klappbrücke sein, nun nahezu fertiggestellt. An der Straßenanbindung wird aber noch fleißig gewerkelt. Mein Darm zeigte sich heute etwas rebellisch, da bot mir die Baustelleneinrichtung praktischer Weise mit einem Dixiklo die komfortablere und sogar saubere Alternative zum Maisfeld 😉

In der Baustelle bog ich auch vom direkten Weg nach Berne ab, um mit einem Schlenker über Schlüterdeich und Dreisielen noch ein paar extra Kilometer zu laufen. Nach dem Aufenthalt auf dem Häuschen lief es sich wie befreit und ich blieb dann alle Kilometer mit einer 2 vorne unter 6er-Schnitt. Schlußendlich wurden es 25,4 km, die mein Fahrwerk klaglos über sich ergehen ließ. Damit hätte ich nach dessen etwas mürrischen Gehabe in den letzten Tagen nicht wirklich gerechnet. Das Handy konnte also in der Tasche bleiben und Jens mußte nicht mit dem Besenwagen kommen 🙂 Wenn ich gewollt und die Zeit gehabt hätte, hätte ich sicher auch noch die 30 km vollgekommen. Aber das mußte heute nicht sein, diese Distanz werde ich die kommenden Wochen eh noch unter die Füße nehmen.

Zurück in Oldenburg powerte ich mich aber noch auf einem Spaziergang mit meinem Liebsten aus 😎

Beseelt

Die Strecke Oldenburg – Berne, konkreter zu meiner Schwiegermutter, habe ich in den vergangenen Jahren schon des Öfteren unter die Laufschuhe genommen. Nach der Trauerfeier für meinen Schwager am Freitag war es aber nochmal wieder etwas ganz besonderes zu ihr zu laufen. Dazu habe ich auch noch eine in Teilen neue Streckenvariante gewählt, die ich im letzten Jahr beim Rennradeln entdeckt hatte. Die war sehr schön und bis auf die letzten zwei Kilometer extrem verkehrsarm.

Hinter dem Großen Bornhorster See bog ich ab ins Moor, vorbei an den Gellener Torfmöörten (Kleine Moorseen mit pechschwarzem Wasser), vorbei an Butteldorf, durch die Moorriemer Hellmer und dann vorbei an der Großbaustelle für die neue Huntebrücke in Huntebrück. Die letzten zwei Kilometer entlang der B 212 hätten sich nur durch ein paar Zusatzkilometer verhindern lassen. Aber ich wollte es bei den heutigen 22 km belassen. Schließlich ist der letzte Lauf im 20iger-Bereich schon einige Wochen her.

Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen von um die 15° machten diesen Lauf zu einem Fest. Es wird grün, überall wird das Auge der erwachenden Natur gewahr. Nach den ersten vier Kilometern begegnete mir kaum noch eine Menschenseele. Die Bauernhöfe dösten in der Sonne und ihre Bewohner offensichtlich auch. Meine Gedanken wanderten über ein breites Spektrum. Von der wunderbaren Trauerrede für meinen Schwager, die ein guter Freund von uns gehalten hat, über die Schönheit der Natur und des Frühlings bishin zu Ärger über meinen Chef. Zwischendurch ereilte mich nach langer Zeit mal wieder ein Runners High. Wie beseelt lief ich dahin, Gänsehaut überkam mich, ohne das ich fror. Das über die gesamte Strecke recht gleichmäßige 6:00er-Tempo stellte sich von alleine ein und behagte mir. Es lief wunderbar, nichts strengte an und ich hätte noch einige Kilometer dranhängen können.

Mehr kann man von einem Lauf wohl kaum erwarten!

Vom Winde verweht

Regen stört mich bekannter Weise nicht beim Laufen, im Gegenteil. Aber was heute an „Wetter“ angekündigt wurde, ließ mich doch etwas zweifeln wieder auf einen langen Törn zu gehen: Stürmischer Wind, bei Schauern Sturmböen der Stärke 8 bis 10 und vereinzelt Gewitter. Also studierte ich vor dem Start eingehend die Seite von wetteronline.de und betrachtete mit Argusaugen das Regenradar. Nachdem der morgentliche Dauerregen abgezogen war, sah es aber gar nicht so schlecht aus. So beschloß ich, dass einem Lauf zu meiner Schwiegermama nichts im Wege stand. Allerdings ist der direkte Weg nach Berne für meine augenblicklichen Ambitionen zu kurz, so dass ich erstmal die Bornhorster Seen umkurvte bevor ich mich über die Autobahnbrücke auf die andere Hunteseite und somit auf den Weg nach Berne begab.

Die massiven Regenfälle der vergangenen Tage haben das Land gesättigt, auf den Äckern steht teilweise das Wasser. Der Wind blies kräftig, die Bäume schaukelten und rauschten stark vor sich hin. Das schöne daran: Ich hatte den Wind heute fast die ganze Zeit auf dem Rücken 😀 So einen Schub über so eine lange Strecke durfte ich noch nie geniessen, immerhin war ich knapp 30km, genauer gesagt 29,6 km, unterwegs. Auf diese Weise ließ es sich unangestrengt laufen und ich war sparsam im Verbrauch. Nur 0,6 Liter Wasser und keinerlei Verpflegung 😉 Und darüber hinaus geschah das Unglaubliche, es hat die ganze Zeit nicht geregnet. Ich war ausnahmsweise wirklich nicht böse darum. Trotz Windunterstützung hielt ich das Tempo niedrig. Wenn es überhaupt etwas auszusetzen gab, dann war es die Tatsache, dass ich angesichts der Wettervorhersage meine gelbe Jacke gewählt hatte und so etwas zu warm angezogen war. Aber sie bot dafür guten Windschutz und der war auch wichtig.

Die Bilder fasse ich in einer Galerie zusammen. Es fiel mir mal wieder schwer nicht ständig stehenzubleiben und zu fotografieren, weil die norddeutschen Einöde doch einfach viel zu vielfältig ist 😀

Da ich damit gerechnet hatte, vom Regen durchweicht zu werden, habe ich nochmal meine alte Cam mitgenommen. Wer also mysteriöse Zeichen in einigen Bildern entdecken sollte, die Bedeutung ist gering, es handelt sich lediglich um einen Defekt 😉