Schisser

Ach, was wäre ich doch gerne cool. So eine richtig coole Sau 😎 Allerdings werde ich das in meinem Leben wohl nicht mehr werden, dieses schwere Schicksal habe ich zu schultern *seufz*

Aber ich nehme dieses Schicksal an, jawohl, und es wird danach gehandelt. Und somit habe ich es getan, bzw. tun lassen, weil ich die Schrauben nicht aufbekommen habe (wie uncool ist das denn 😦 ): Ich habe an meinem Rennrad die Klickpedale wieder ab- und normale Sportpedale wieder dran bauen lassen.

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Das ist so entsetzlich uncool ❗ Aber ich kann mich mit diesen Klickpedalen einfach nicht anfreunden. Als diese Dinger seinerzeit anmontiert worden sind, hatte ich mich ja gleich beim Ein- bzw. Ausklicken üben auf die Fr… gelegt (soooo uncool, sage ich Euch) und dabei den linken Arm dermaßen geprellt, dass ich vier Wochen überhaupt nicht fahrradfahren konnte (laufen ging zum Glück). Seitdem verweigerte mir mein Kopf einen lockern Umgang und ich war quasi bei jedem einzelnen Stopp angespannt.

Bei einem Ausritt im letzten Jahr wäre ich um Haaresbreite wieder nicht aus den Dingern gekommen. Im letzten Bruchteil einer Sekunde ist es mir dann doch noch geglückt und ein Kippen mit dem Schädel gen Bordsteinkante blieb mir erspart.

Seitdem bin ich echt der Schisser und habe keinen Bock darauf aus diesem Grunde das Rennrad im Schuppen versauern zu lassen. Und da ich weder die Tour de France gewinnen noch die Hochalpen erklimmen will, sondern einfach nur ab und zu entspannt ne Runde biken will (biken klingt jetzt widerum cool, finde ich), wird jetzt wieder „normal“ getreten. Ständiges auf der Seite liegen ist ja auch irgendwie uncool 😎

So konnte ich meine heutige Achillessehnenschonrunde, meine erste Rennradausfahrt in diesem Jahr, auch genießen. Als Alternativ-Traingsgerät für geschundene Läufergräten tut es das Rennrad schließlich auch so 😉

Viel Zeit blieb heute nach Feierabend leider nicht, aber in gut eineinhalb Stunden kam ein knapper Marathon zusammen. 40,5  völlig uncoole aber dafür sehr entspannte Kilometer 😀

Alles, bloß nicht laufen

Zwei kostbare Tage meines Urlaubes waren mir noch geblieben. Die beiden Tage zuvor bin ich gelaufen und danach stand mir angesichts des schwülen Hochsommerwetters nicht der Sinn. Also mußten Alternativen her. Gefunden habe ich sie für Samstag mit einer Wanderung im Wiehengebirge. Für die, die dieses „Gebirge“ jetzt nicht sofort einordnen können: Das Wiehengebirge liegt im Raum Osnabrück als Teil des Teuteburger Waldes und liegt somit eine gute Autostunde von Oldenburg entfernt. Konkret hat es mich nach Bad Essen verschlagen. Über den Daumen gepeilt bin ich 15 km unterwegs gewesen, die Strecke so lala, teils sehr schön, teils langweilig auf autobefahrenen Asphaltstraßen. Da hätte ich schon damit gerechnet, dass sich der Verschönerungsverein Bad Essen etwas mehr hätte einfallen lassen. Aber es gab immerhin etwas Wald und einwenig Auf- und Ab, das ich auch mal auf eine eventuelle Laufstreckentauglichkeit abchecken wollte. Naja, muß nicht wirklich sein, für das, was sich mir da geboten hat, ist auch die Anfahrt etwas zu lang. Aber eine nette Abwechselung war es trotzdem. Dabei durfte ich feststellen, dass Kornfelder knacken, so als würden einzelne dicke Regentropfen auf das Korn fallen. Allerdings war es knallig sonnig. Ob das Korn vielleicht nach feuchter Nacht am trocknen war? Im Wald hingegen war es so feucht tropisch, dass mir der blanke Schweiß auf allen Körperteilen stand und ein willkommes Ziel für allerlei Insektengetier war.

Bad Essen selber hat ein spaciges Gradierwerk mit wabbernder Salznebelquelle, ein cooles Ding um den Kurgästen etwas zu bieten. Ansonsten ein nettes Örtchen mit typischer Kuratmosphäre.

Der heutige Sonntag diente noch einmal zum Ausschlafen, einem späten Frühstück und anschließenden Relaxen im Garten. Gegen 18:00 Uhr habe ich mich dann aber noch aufs Fahrrad geschwungen um dem Tag noch eine gewisse sportliche Note zu geben. Ein Ritt nach Rastede, dem Residenzort vor den Toren Oldenburgs, mit Schloß, Palais und waldartigem Park. Ganz nett, allerdings sogar zum frühen Abend noch fürchterlich überlaufen. Davon habe ich mich auf der Rückfahrt mit einem großzügigen Schlenker über mein Lieblingslaufgebiet noch wieder erholt. Die Tour hat wirklich Spaß gemacht und war eine gute Alternative zu einem neuerlichen Lauf durch diesen schwülen Sommer.

Unter anderem ganz angenehm war, dass mein einziges Radshirt einen Reißverschluß bis fast zum Bauchnabel hat. Nicht unbedingt sexy, aber ungemein frischluftfördernd :mrgreen: Knapp 40 km sind da noch „auf die Schnelle“ zusammengekommen.

Streusalz für Schwiegermuttern

Schonung für die Ferse ist ja schön und gut. Schonung für den Restkörper tut aber nicht unbedingt nötig. Jens hat gestern für seine Mutter einen 10 kg-Eimer Streusalz gekauft. Dieser stand nun bei uns in Oldenburg und Schwiegermama wohnt ca. 20 km entfernt in Berne. Da bot es sich einfach an, den Anhänger ans Fahrrad zu kuppeln, den Salzeimer draufzuwuppen und die Fuhre nach Berne zu steuern.

Gelinde Zweifel an meinem, eigentlich recht unspektakulären, Vorhaben kamen mir heute mittag lediglich beim Blick auf die Wetterdaten.

25.01.14 Wetterdaten1

Gekrönt wurde das ganze vom Ostwind, der in Böen in Stärke 5 daher kam und verantwortlich war für die gefühlte Temperatur. Und eben diesen Wind hatte ich auf der Hinfahrt die meiste Zeit von schräg vorne bzw. direkt von vorne. Gewappnet habe ich mich gegen diese Minusgrade und den Eiswind u. a. mit den dicken Winterstiefeln, zwei Paar Socken und zwei Paar Handschuhen. Trotzdem war die Hinfahrt Hardcore. Teilweise in den untersten Gängen strampelte mit dem 10 kg-Bremsklotz im Anhänger gegen den Wind und das Tempo lag teilweise nur bei erschütternden 14 – 15 km/h.

25.01.14 Bike1

25.01.14 Windkraftanlagen

Es wunderte mch denn auch nicht, dass ich auf der gesamten Strecke der einzige Radfahrer gewesen bin. Sehr schön allerdings, dass in der Wesermarsch auch die Radwege geräumt und gestreut werden.

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Bei diesem Wind war es schon klar, dass ich trotz der Kälte mächtig ins Schwitzen gekommen bin und mein Atem sorgte für dezenten Eisansatz im Bart 😀

25.01.14 Eisbart

Tja, bei Schwiegermuttern angekommen, durfte ich mir denn von ihr sagen lassen, dass ich bekloppt bin 😛 Aber solche oder so ähnliche Aktionen ist sie inzwischen von mir gewohnt. So gab es zur Erholung schön heißen Tee und die letzten Weihnachtsplätzchen. Die Funktionsklamotten konnten schnell wieder trocknen und die Zehen und Finger wieder auftauen 😀

Auf der Rückfahrt konnte ich mich dann, um die 10 kg erleichert, vom Wind treiben lassen. Ohne große Anstrengung lag das Tempo bei guten 22 km/h und kurz vor Einsetzen der Dämmerung war ich wieder zuhause. Es war irgendwie ne coole Aktion 😀 Aber der Wind in unserer Region ist der Grund dafür, dass das Biken wohl nie so recht mein Sport werden wird.