Ein Hauch von Winter

Dicke, nasse Flocken während eines Schneeschauers läuteten am Donnerstag Abend auf unserer Utkiek-Runde einen Wetterwechsel ein. Wenn der Schnee auch keine Chance hatte liegenzubleiben, machte das Gestöber im Lichtkegel unserer Lauflampen kurzzeitig fast blind und setzte sich u. a. schaumartig in meine dezente Gesichtsbehaarung 🙂

Tagsdrauf war es dann trocken und kälter und etwas Merkwürdiges zeigte sich am Himmel. Google erklärte diese Merkwürdigkeit als Sonne. Ein cooles Ding, bringt es nach gefühlt unendlichem Dauergrau doch Licht und hinter schrägen Dachfenstern sogar Wärme. Faszinierend!

Am heutigen Sonntag wollte ganz ganz viele Menschen dieses Himmelsphänomen bestaunen und bevölkerten meine Laufstrecken. Zuerst automobil und dann zu Fuß. Komplette Strecken per pedes zurückzulegen ist wohl nur uns Läufern gegeben 😀 Nur die Graugänse, die auf einer Wiese zwischen kleinem und großem Bornhorster See rasteten waren an der Zahl noch größer.

Auch der Parkplatz an meinem Huntelaufrevier war rappeldicke voll. Das Wetterchen war aber auch vom Feinsten, um die 0 ° und so gut wie kein Wind. Lediglich die Sonne war ob der vielen Aufmerksamkeit offensichtlich leicht verschreckt und versuchte sich hinter dünnen Wölkcken zu verstecken. Im Slalom umkurvte ich die Spaziergänger, wohlwissend, dass diese sich auf einem Rundkurs bewegen, den ich wenig später geradeauslaufend verließ. Fortan hatte ich nahezu meine Ruhe und lief auch noch ein kurzes Stück barfuß.

Nach knapp 17 km war ich wieder zuhause. Diese klare, kalte und ruhige Winterluft war ein Genuß und das beste ist, dass uns dieses Wetter sogar noch ein paar Tage erhalten bleiben soll. Das finde ich gut, so haben die Sonne und die Menschen wieder die Möglichkeit sich etwas aneinander zu gewöhnen und ich hoffentlich bald schon wieder nicht mehr ganz so viel Volk auf meinen Wegen 😀

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Ministreak

Diese Woche lief vom Zeitmanagement her etwas krude. So kam es, dass ich am Mittwoch den Herbst-/Winterlauf und gestern den Utkiek-Lauf gemacht hatte. Da ich dieses Wochenende auch so gar keine Zeit habe und außerdem heute das Wetter so schön war, habe ich am Nachmittag gleich den dritten Lauf in Folge angehängt.

Ein im November doch eher seltener, wunderbarer, sonniger Nachmittag wartete auch mich. Mit ca. 7° war die Temperatur ganz verträglich, wenn auch sie durch den leichten Ostwind etwas frischer wirkte. Dazu gab das langsam schütter werdende Herbstlaub in Sachen Farbenpracht noch einmal alles.

Etwas Besonderes ist es auch jedesmal einen neuen Laufschuh „in Betrieb“ zu nehmen. Dieses Bonbon kam heute noch dazu. In München konnte ich meinen Lieblingslaufschuh als Teilnehmer des Bestzeitmarathons zu einem recht günstigen Kurs erstehen. Die Gelegenheit habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

11-11-16-07

Das knallige Grüngelb paßte bestens zur Jacke und zum heutigen Wetter und so strahlte ich mit Sonne und Herbstlaub um die Wette 😀

Mein Ministreak bescherte mir gute 34 km, nahezu die komplette Bandbreite an Wetter, die diese Jahreszeit zu bieten hat, und ein paar Utkiek-Höhenmeter. Jetzt werde ich den lauffreien Samstag und Sonntag wohl überstehen 🙂

Übrigens überzog schon eine Stunde nach Laufende wieder erstes zartes Eis die Autodächer 😯

Mikrokosmos

Es könnte einem zur Zeit mal wieder Endzeitstimmung beschleichen, angesichts der Ereignisse in der Welt. Kaum zu bewältigende Flüchtlingsströme aufgrund von Krieg und Elend in der Welt (die mich auch beruflich sehr betreffen), jetzt wieder einmal perfider Terror in Paris. Und nur weil es eben in Paris ist, macht er uns auch überalle Maßen betroffen, solcher Terror ist in vielen arabischen Ländern hingegen nahezu Alltag. Ganz nebenbei „erfreuen“ wir uns an einem November, der uns entgültig deutlich macht, dass wir im Klimawandel angekommen sind. Und und und…

Nicht nur zartbesaitete Gemüter könnten angesichts der Geschehnisse verzagen. Schlußendlich hat ja auch noch jeder sein ganz ureigenes, privates Päckerl zu tragen. Und was fällt mir dazu ein? Statt den Kopf in den Sand zu stecken, ging ich laufen. Ich freute mich sogar auf  den Lauf. Sturm und Regen versprachen den Kopf freizumachen, abzulenken, Abstand zu gewinnen und die Gedanken zu ordnen. Dazu hatte ich mir eine je nach Lust und Laune zwischen 14 und 18 km variierende Strecke ausgeschaut. Und wenn denn Mitte November schonmal 13° da sind, ja meine Güte, dann nahm ich die halt auch eben positiv mit.

Sage und schreibe vier Kilometer blieben die Füße sogar trocken bis der erste unbefestigte Abschnitt dem ein Ende setzte. An der Hunte angekommen blies mir der stürmische Wind über sechs Kilometer den Regen ins Gesicht. Pfützen wollten durchpflügt werden und auf diesen sechs Kilometern beschränkte sich die akustsiche Wahrnehmung auf das Trommeln der Regentropfen und das Rauschen des Windes auf und an der Kapuze meiner Jacke. Zwischendurch stellte ich mir die Frage, was eigentlich schneller vorbeirauscht, der stürmische Wind oder meine Gedanken? Das Tempo hingegen sank aufgrund des Gegenwindes erheblich.

Abseits vom Asphalt versank ich regelmäßig in Pfützen und Schlamm, längst war schon die 18km-Variante ausgemacht, als ich beschloß, dass mir auch die nicht ausreicht. Wenig später, ich wollte die geflutete Unterführung in der Nähe des Kleinen Bornhorsters auf dem schmalen, trockenen Randstreifen passieren, versank ich kurz vor Erreichen dieses Randstreifens bis zu den Waden im Wasser. So naß, so schön. Die Strecken so menschenleer, so schön, die Beine so locker und so flott, so schön. Kilometer 18 und 19 lief ich noch um die 5:30, so schön.

Schlußendlich stand ich nach 23,6 km klitschnass und saudreckig wieder vor der Haustür. Ein Lauftraum, den nur Läufer verstehen können. Ein Sauwetter bei dem man keinen Hund vor die Tür schickt und ich hatte zweieinhalb Stunden meinen Spaß. Mein eigener Mikrokosmos, hier ist für mich die Welt noch in Ordnung. Und gerade das gibt mir auch die Kraft diesen ganzen realen Irrsinn dieser Welt weiter zu ertragen!

Meine Vorliebe

… für kurze Hosen kann ich diesen Herbst ja noch aufs Wunderbarste ausleben. Selbst in aller Frühe läßt es sich noch kurzbehost, bzw. ehrlicher gesagt hochgekrempelt zur Arbeit radeln.

11.11.15 01

Beim Laufen stellt sich die Frage nach der Länge des Beinkleides sowieso nicht so schnell. Erstrecht nicht bei 12° am Abend. Herz was willst Du mehr. Da ließ sich doch allerbestens austesten, was heute mein rechter Fuß unterhalb des Knöchels meinte, der nach dem vorgestrigen Lauf dort plötzlich mit einem unangenehmen Schmerz aufwartete, der auch gestern noch anhielt. Von einem überraschten Piekser zum Start abgesehen, der Fuß meinte wohl er kommt mit der Nummer durch, herrschte wieder Ruhe im Karton und so ließen sich 11 km im bewußt ruhigen Tempo schmerzfrei traben. Fein, so habe ich das gerne.

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Es stellt sich auch immer mehr heraus, dass ich mit meiner neuen Funzel sehr zufrieden bin. Die läßt mich nicht nur nach vorne sehen, sondern macht mich auch nach hinten sichtbar.

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Es kann es also weitergehen, mit kurzen Hosen freundlichen Temperaturen, mit dem guten Licht und mit der Schmerzfreiheit 😀

Graue Stunde

28.10.15 01

… statt blauer Stunde. Um bei Tageslicht zu laufen muß ich mich jetzt, nach der Zeitumstellung, schon ganz schön sputen noch rechtzeitig in die Laufschuhe zu kommen. Ganz geschafft habe ich es heute nicht und so war ich über die Zeit des Sonnenuntergangs unterwegs. Wie den ganzen Tag war auch zu dieser Stunde nichts von der Sonne zu sehen. Zäher Hochnebel ließ sich auch durch den etwas unangenehmen und kalten Ostwind nicht vertreiben. Entsprechend dümpelte die Temperatur so gerade eben über 7° rum.

Überraschend schnell wurde es dann auch richtig dunkel. Dabei hatte ich mich noch gar nicht mit Licht bewaffnet und so nutzte ich auf einem Kilometer auf dem zappendusteren Bahndamm die Taschenlampe meines Smartphones um überhaupt sehen zu können, wo ich hintrete. Die etwas nörgelige Stimmung aufgrund der Arbeitstagesereignisse konnte ich aber gut ablegen. Diese Novemberstimmung hat für mich durchaus auch mal ihre Reize.

11 km, auf denen ich durch alle Stufen des Graus ins Schwarz lief. Hat gepaßt. Punkt.

Gülden

… kommt er daher, der Oktober. So soll es sein und so könnte es weitergehen. Und den Samstag habe ich schon mal im Sack. Mein Rennrad mußte dringend wieder ausgeführt werden. Schließlich muß ich noch die Kilometer für die Erstinspektion zusammenkratzen. Weil, bei dieser Inspektion bekomme ich noch Klickpedale und die entsprechenden Schuhe. Und die will ich noch Möglichkeit vor der Rennradwinterstarre auch nochmal ausprobieren. Mit dem gestrigen Tripp habe ich das Mindestkilometersoll nun voll, konnte ich doch gute 80 km hinzufügen 🙂

Auf der Strecke entdeckte ich in Moorriem dieses zum Verkauf stehende Haus, mein Traum. Leider ist so ein Schmuckstück im Unterhalt nicht zu bezahlen 😦

11.10.14 01

Weiter ging es über das Huntesperrwerk bei Elsfleth an den Zusammenfluß von Hunte und Weser. Von dort aus fuhr ich weiter über Ranzenbüttel nach Warfleth. Dort steht die kleine Kirche mitten im Deich. Zwischendurch gönnte ich mir am Melkhus in Ohrt einen Himbeerschmaus, bestehend aus frischen Himbeeren, Milchreis, Milch und obendrauf Baiser. Lecker!

Einen Wechsel der Weserseite mit der Fähre ersparte ich mir. Dazu sind die Tage schon zu kurz. Aber ich muß ja auch im kommenden Jahr noch Touren haben 🙂

In Berne machte ich einen kurzen Zwischenstopp bei Freunden und sagte anschließend noch schnell bei Schwiegermuttern guten Tag, dann ging es zurück nach Oldenburg. Ab ungefähr KM 65 war dann etwas die Luft raus. Zwei Frühstücksbrötchen und der Himbeerschmaus hatten ihr Leben zur Befeuerung des Deichläufers offensichtlich ausgehaucht 😐 Trotzdem schlenkerte ich in Oldenburg noch kurz, um die Kilometerzahl auf 80 schön rund zu machen 😀

Nach der strammen Radtour durfte da der heutige Lauf etwas kürzer ausfallen. Außerdem steht Samstag nochmal ein Halbmarathon auf dem Plan, so dass ich mich diese Tage eh etwas zurücknehmen darf. Deshalb trollte ich mich lediglich auf 10,6 Kilometern in Richtung der Bornhorster Seen. Das sanfte Sonnenlicht bescheint dabei eine Natur, die sich immer noch nicht zwischen Sommer und Herbst entscheiden kann. Goldenes Laub steht im Kontrast zu noch satt grünen Bäumen und Wiesen. Und auf einem Feld blüht der Raps … 😯

Durch das schöne Wetter war nochmal alles und jeder auf Beinen und auf Rädern unterwegs. Dem konnte ich mich nicht entziehen, meine Stirnlampe hat keinen Strom und außerdem wollte ich die Sonne auch noch genießen 🙂

Fehlt / Fehlt nicht

Windstille ist bei uns im Norden fast so selten wie Wasser in der Wüste. Aber als ich heute zum Feierabend laufen ging, herrschte eben diese bei einem wolkenverhangenen Himmel und muckeligen 20°. Schön, dachte ich noch, nettes Wetter, bis mein Körper nach kürzester Zeit auf die fehlende Windkühlung mit Wasserkühlung reagierte. Sprich, ich ölte wie in der Sauna. In der stehenden Luft standen auch die Insekten, von denen sich gleich drei mein rechtes Auge als Ort zum Sterben ausgesucht hatten. Das war es dann aber auch an Widrigkeiten. Ansonsten war der 12 km-Lauf allerbest.

29.09.14 01

Ach ja, doch noch was zu möppeln: Meine im Mai erworbene Digi-Cam kann, wie ihre Vorgängerin, keine Bewegungsaufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen.

29.09.14 02

Naja, kann ich mit leben. Besser auf jeden Fall als mit Windstille, da fehlt mir was 🙂

Ist der fehlende Wind fürs Laufen für meinen Geschmack suboptimal, führte er allerdings am Sonntag in Verbindung mit viel Sonne zu einem traumhaft schönen Rennradtrip durch die Wesermarsch und entlang der Hunte.

Trotz recht spätem Start erst um 15:15 Uhr erfuhr ich mir noch eine nette 60 km-Runde. Dem genialen Spätsommerwetter zum Trotz, man muß sich aber inzwischen beeilen, bevor einem die untergehende Sonne allmählich das Licht ausdreht.

Gut zu Fuß

Mein Fahrrad befindet sich in einem erschütternden Zustand 😦 Nein, natürlich nicht mein neues Rennrad, sondern mein Alltags-Crossbike. Nach nur knapp zwei Jahren stünden eigentlich Reparaturen im Wert des halben, seinerzeit nicht gerade billigen Kaufpreises an. Das finde ich etwas heftig und so lasse ich nur den Antrieb (Ritzel und Kette) instandsetzen, nudel den nochmal wieder ab und dann wird es wieder was neues geben.

Aber vor dem Neukauf in ferner Zukunft steht morgen halt erstmal die Instandsetzung. Der Dealer, der mir das Rennrad verkauft hat, darf sich nun auch um dieses Gefährt kümmern. Er befindet sich direkt auf meinem Weg von und zur Arbeit. Von ihm aus nachhause sind es knapp 3 km. Ein gemütlicher Spaziergang.

Allerdings erst 3 km nachhause spazieren um anschließend noch Laufen zu gehen, ist auch irgendwie doof. Deshalb habe ich heute morgen mein Laufequipment mit zur Arbeit genommen. Zum Feierabend habe ich mich in selbiges geschmissen, habe meinen Drahtesel zur Wartung abgeliefert und bin von dort gestartet. Dabei ist das Schöne an Oldenburg, dass man egal wo man sich in der Stadt befindet, schnell im Grünen ist. In diesem Fall war ich nach knapp 3 km weitestgehend ruhigen Wohnstraßen und Spazierwegen, vorbei am Flötenteich, schon in Etzhorn und lief durch die wallheckengesäumten Wiesen.

Schon längst befand ich mich im vertrauten Laufrevier, näherte mich den Bornhorster Seen, passierte den Kleinen und umrundete den Großen.

Zwischenzeitlich garte ich bei Rückenwind im Windbreaker im eigenen Saft, nahm ihn schlußendlich in die Hand. Auf den letzten vier Kilometern setzte Regen ein und er kam wieder zum Einsatz. Nach 14 km statt der eigentlich nur notwendigen knapp 3 km war ich zuhause. Man ist halt doch noch gut zu Fuß 😀