Ausgeblieben

… ist das für heute versprochene Winterwunderland. Dabei hatte ich mich schon so auf einen Lauf durch den Schnee, während es immer noch weiterschneit, gefreut.

Statt der angekündigten 10 cm Neuschnee sah es zu Beginn meines Laufes allerdings so aus:

Aber immerhin fing es nach ungefähr einer Dreiviertelstunde doch noch an zu schneien und Flora und Fauna bekamen wenigstens etwas Zuckerguß.

Die Temperatur war ein Hauch im Plus und machte es dem Schnee schwer gleich liegenzubleiben. Allerdings war es schon kalt genug meine Garmin nach knapp 10 km mit Totalausfall aussteigen zu lassen. Mistvieh, die Nummer bringt sie bei Kälte jetzt schon zum zweiten Mal 👿 Was will das Schönwettersensibelchen denn erst bei richtigem Frost machen? Soll ich sie da auf eine Wärmflasche binden? 😦

Ohne Aufzeichnung ging es also weiter. Hinterm Klärwerk sind die Xavier-Schäden noch immer nicht beseitigt und auf matschigem Weg durfte ich mich noch ein paar Mal durchs umgestürtze Gebäum schlagen. Dafür sah es abseits der Hunte schon etwas mehr nach Winteridylle aus und reetgedeckte Häuser strahlen gerade bei Schnee so etwas ungeheuer Gemütliches aus, dass man am liebsten klingeln und sich bei einer Tasse Tee an den Ofen setzen möchte 🙂

Habe ich natürlich nicht gemacht, sondern bin brav meine 17 km-Runde zu Ende gelaufen. Auch wenn es nicht der erhoffte Winterzauber war, war es eine schöne Runde mit zum Schluß doch etwas kalten Füßen in durchnäßten V-Trails. Ach, was haben die Füße beim Warmwerden erst einmal gejuckt 😆

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Frischmilch

02.12.17 04

Heute hatten wir hier im Norden den ersten Tagfrost dieser Herbst-/Wintersaison. Zwar nur minimal, aber  nach Windchill waren es bis zum – 7°. Grauer Himmel mit leichtem Nebel und die sachte vor sich hindampfende Hunte und der sachte vor sich hin dampfende Große Bornhorster See sorgten für die typische, norddeutsche Wintermelancholie, die ich so sehr mag.

Mit dem Wind auf dem Rücken waren die ersten Kilometer regelrecht gemütlich. Ich bin die Strecke  so gelaufen, dass der spätere Gegenwind durch den Deich der Elsflether Straße und die Bäume um den Großen Bornhorster See einigermaßen weggefangen wurde und so blieb es auch da nahezu kuschelig 🙂

Am Großen Bornhorster See waren noch ein paar Kühe draußen, eine hatte sich sogar gemütlich abgelegt, wenn das keine Frischmilch gibt, weiß ich es auch nicht.

Findet die Kuh 😀 :

15,7 enspannte Kilometer auf fast trockener Strecke, so dass die Zehensocken diesmal wieder zuhause bleiben konnten.

 

Kind, zieh Dir Socken an

Nein, ich bekomme immer noch keine kalten Füße, auch bei der jetzt herrschenden Witterung nicht. Allerdings bringt meine Minimalschuhlauferei ein Problem mit sich, dass ich zuvor in klassischen Laufschuhen nicht hatte. Kann ich meine inzwischen heißgeliebten FiveFingers und meine Leguanos bei trockenem Wetter problemlos barfuß laufen, so ändert sich das bei Nässe. Sind Schuhwerk und Füße naß, fängt es bei mir irgendwann irgendwo immer an zu scheuern. Soweit so doof, aber Abhilfe ist ja nun wirklich kein Problem, rein in die gemeine Socke und ab dafür. Aber halt, die gemeine Socke ist nicht kompatibel mit den FiveFingers. Hier half mir das Internet weiter und ein paar Klicks und Tage später, trudelten sechs Paar Zehensocken bei mir ein.

Die wollten vorgestern natürlich sofort ausprobiert werden. Obwohl sehr dünn, wird es mit ihnen schon etwas enger in den V-Runs, geht aber noch. Und gute 14 km mit Feldweg- und Trampelpfadeinlage später pellte ich heile Füße aus nassen V-Runs und Zehensocken. So wollte ich das haben 🙂

 

Gestern gönnte ich mir einen Mittagspausentageslichtlauf. Wieder mit Socken an den Füßen. Diesmal allerdings die Leguano Socken. Die habe ich mir eigentlich gar nicht zum Laufen gekauft, sondern sie liegen immer im Auto, für den Fall, dass ich schnell mal was an den Füßen brauche. Umso überraschter war ich, wie schön und angenehm es sich in den Dingern laufen läßt, im wahrsten Sinne des Wortes wie auf Socken. Die wie Antirutschsocken aussehenden Leguanos sind extrem unauffällig am Fuß. Allerdings würde ich sie nur für Asphalt oder sonstige feste Untergründe empfehlen, da sie nicht so stabil am Fuß sitzen wie ein Schuh und deshalb z. B. bei plötzlichen Wendemannövern verrutschen können. Im Gelände wäre das sicher nicht so angenehm.

Bei passender Gelegenheit werde ich die Leguanos auf jeden Fall wieder anziehen, die Füße haben sich beim Laufen sauwohl in ihnen gefühlt. Trotzdem habe ich sie nach gut 4 km ausgezogen und bin noch einmal gute 3 km barfuß gelaufen, wobei ich bei nasskalten 3° den Blick auf die inzwischen wieder gefluteten Bornhorster Wiesen genossen habe.

Heute drehte ich eine kleine Runde zum Kleinen Bornhorster See, da Utkiek ausgefallen ist, wegen is nich. Diesmal mit den V-Trails und Zehensocken. Ein paar matschige Kilometer sorgten auch diesmal wieder für die nötige Testnässe und nach den insgesamt 10 km waren die Füße wieder, wie gewünscht, unversehrt.

Das waren drei Läufe, die mich nicht von den Socken gehauen haben, allerdings im positiven Sinne 😆

Reaktionen

Großes Publikum hatte ich als ich heute auf meiner Standardrunde nach 5,5 km die geteerten Wege durch das Naturschutzgebiet Bornhorster Wiesen erreichte. Sehr ruhiges, teils sonniges Novemberwetter bei um die 11° lockte massenhaft die Leute ins Freie. Meine V-Trails hatte ich schon gute eineinhalb Kilometer vorher ausgezogen und in den Rucksack verfrachtet.

Ein Barfußläufer im November erzielt Aufmerksamkeit und provoziert Reaktionen und das sogar überwiegend positive. Wo die Leute sonst in der Regel noch nicht einmal zum Grüßen fähig sind, erhielt ich heute bei einem älteren radelnden Päärchen von ihm einen gehobenen Daumen mit den Worten „sehr gut“ und der nächsten, ebenfalls älteren Radlerin entlockte es ein erstauntes „Oh“. Ein weitere Radfahrerin lachte mich erfreut an und bei einem jungen Paar auf Fahrrädern rief mir der junge Mann ein „Nicht schlecht“ zu. Immer wieder konnte ich beobachten wie die Blicke der Leute zu meinen Füßen wanderten. Manche guckten dann schnell wieder weg, wendeten den Blick in die Ferne, frei nach dem Motto, wenn wir so tun als ob wir den armen Irren nicht wahrnehmen, vielleicht tut er uns dann auch nichts 😆

Besonders genial fand ich es, dass ich auch noch, obwohl wirklich langsam im ungefähren 6:30iger Tempo unterwegs, einen anderen Läufer überholen und verblasen konnte. Der hat nur geguckt wie ein kaputtes Auto :mrgreen:

Es ist schon erstaunlich wie wenig es braucht um echten Exotenstatus zu genießen, man braucht nur die Schuhe auszuziehen 😀 Witzig war es und Spaß hat es gemacht, die Leute mal kurz aus ihrer Lethargie zu wecken.

Die gesamten 14,2 km bin ich übrigens halbe halbe gelaufen. 7,2 km V-Trails und 7 km barfuß.

 

 

„Gut nachgedacht“

Vorab ein kleiner Rücksprung auf den Sonntag. Der war ein goldener Oktobertag  par excellence. Leider konnte wir ihn auf Grund anderer Verpflichtungen erst am späten Nachmittag genießen. Dafür wurde uns auf meiner Lieblingslaufstrecke ein besonderes Schauspiel geboten. Die Hunte lag spiegelglatt da und trat bei auflaufendem Wasser ganz seicht und zum Zuschauen über die Ufer. Dazu ein Bildercontainer, den ich Euch einfach nicht vorenthalten kann:

Das absolute Kontrastprogramm gab es bei meinem gestrigen Lauf. Grauer Himmel, starker Regen, Regen, Nieselregen, kein Regen. Das ganze bei 13°, die sich aber wärmer anfühlten.

Dazu bin ich das erste Mal in meiner „Läuferkarriere“ barfuß von zuhause losgelaufen. Einfach sehen wie weit ich komme, fünf bis sechs Kilometer stellen ja inzwischen kein großes Problem mehr da.

 

10.10. 01

Aber ausgerechnet gestern war meinen Füßen nach Mimimi. Nach nur 1,7 km habe ich es sein lassen. Die Füße waren einfach sensibel drauf, Schuhe an, Daumen runter 😉 Danach aber lief das Laufen wie es laufen soll und obwohl selbst mir die vielen Regenläufe der letzten Wochen so langsam reichen, konnte ich diesen nochmal wieder richtig genießen 🙂

 

 

Allerdings hätte ich mal vorher besser nachdenken sollen, wann ich wo laufe. Auf den letzten vier Kilometern kam ich nämlich voll in die Dunkelheit. Und gerade wo es so richtig zappenduster wurde, bog ich von der übersichtlichen, gut erkennbaren Strecke an der Hunte ab zur Brücke. Schon auf dem Weg zur Treppe durfte ich mich dann durch die ersten umgekippten Bäume schlagen und versank dabei teilweise im Modder. Auch auf der Rampe versperrten mir Bäume den Weg. Einen anderen Weg nehmen oder umkehren war aber auch keine Option, es konnten überall Bäume liegen bzw. der generelle Rückweg wäre dann zu einem sehr langen Lauf ausgeartet. Also habe ich mich weiter durchs Gehölz geschlagen. Insgesamt waren es vier umgekippte Bäume auf ungefähr einem Kilometer.  Zum Glück hatte ich mein Notfallhandy dabei, dessen Taschenlampe mit Ach und Krach genügend Licht spendete damit ich mich durchzuwuseln konnte.

Ich kam mir vor wie beim tough mudder und meine brandneuen Merrell Vapor Glove wurde bei ihrem zweiten Ausritt so richtig eingeweiht :mrgreen: Allerdings hätte ich etwas mehr Grip gebrauchen können, den bieten die gar nicht. Dafür war der Matsch aber sogar in die Schuhe geschwappt. Deshalb durften sie anschließend ausnahmesweise mit unter die Dusche 😆

 

Was für ein nasser und schmutziger Lauf, also mit allem gepaart was Spaß macht 😀 Allerdings wäre ich ohne mein treues Outdoorhandy echt aufgeschmissen gewesen.

10.10. 08

 

 

Lauf-Sightseeing

Achtung, dieser Post enthält eine geklaute Idee! Die liebe Helge und die liebe Karina vom Tridreamteam mögen uns das nachsehen 🙂 

In diversen Großstädten dieser Welt gibt es ja Laufsightseeing, wo man die Städte im Laufschritt durcheilt und an den Sehenswürdigkeiten kurz stehen bleibt um vom Laufguide mit dem nötigen Input versorgt zu werden. Diesen Tempostreß hatten Doris, Jens und ich uns beim gestrigen Oldenburgbesichtigungsbummel aber erspart. Aber das Tempo, das Volker beim Tortenbeseitigen vorlegt, ist trotzdem beeindruckend! 😉 Das war aber nur ein Stück! Anmerkung der Redaktion 😛

Aber der heutige Lauf auf meiner Lieblings- und Standardlaufrunde artete in so eine Sightseeingtour aus. Immer wieder stoppten wir an verschiedenen Punkten, ließen die Blicke schweifen und ich gab meinen kommentatorischen Senf dazu, sofern ich denn mal von etwas Ahnung hatte. Das war nicht immer der Fall, so mußte ich auf Fragen von Doris wie „Wohin führt der Geestrandgraben?“ oder „Wie tief ist die Hunte hier?“ passen.

Deshalb versuchte ich mit fotogenen Motiven wie z. B. am Großen Bornhorster See abzulenken 😀  Ach so! Ich dachte, die Abstecher zu diversen hübschen Plätzchen seien von Anfang an so geplant gewesen… aber eigentlich versuchte ich nur, mit meinen Fragen Volker ein wenig runterzubremsen! Das war gar nicht nötig! Anmerkung der Redaktion 🙂

Zum Glück war Doris auch von den Schafen verzückt und weitere allzu tiefgründige Fragen blieben aus 😆 Erstrecht als Doris die von unzähligen Fotos bekannte, nahezu unendliche Weite meines Laufreviers selbst erleben durfte. Ach ist das flach da!!! Ich konnte gaaanz weit sehen.

Auf meiner Lieblingsbank versuchte sie dann das Posing meines Vorstellungsbildes nachzuahmen.

Fast gelungen, oder? 😀 Geht aber auch zu zweit:

02.10. 07

Weiter ging es dann auf teils frisch geteerter Strecke immer entlang der Hunte. Gelegentlich hörte ich Doris dabei kichern, immer wenn ihr bekannte Ausblicke von meinem Blog live begegneten 🙂 Lustiges Gefühl durch einen gut bekannten Blog zu laufen. Heimatliche Gefühle konnte ich bei ihr auch noch aufkommen lassen, als wir uns der österreichischen Grenze am anderen Hunteufer näherten 😀

Auch die Treppe hoch zur Huntebrücke erklomm Doris meisterhaft (hatte ich da vorhin noch was von „flach“ gesagt? 😯 da hatte ich ja die Treppe noch nicht gesehen!) und meine Groupies staunten nicht schlecht, dass ich in Damenbegleitung unterwegs war.

15 Kilometer sind wir gelaufen, für die wir uns zwei Stunden Zeit ließen. (Mein Bremsmanöver war schlußendlich also doch erfolgreich! 😀 ) Schließlich ist so eine Sightseeinglaufrunde kein Bestzeitmarathon! 🙂

Nein, Marathon war es keiner, aber den phänomenalen Pflaumenkuchen in rauhen Mengen, den wir im Anschluß bei Volkers Mutter vertilgen durften, haben wir uns trotzdem verdient!

Missliche Lage

An die Hunte im Bereich der Bornhorster Wiesen komme ich ja fast nie :mrgreen: Deshalb entschloß ich mich gestern dort einfach mal spazieren zu gehen. Dieser Umstand kam einem Schaf sehr gelegen, das sich selber in eine ziemlich missliche Lage gebracht hat:

10.05.17 10

Keine Ahnung warum Schaf meinte einen Ausflug auf das Siel unternehmen zu müssen. Fakt war nur, es steckte mit dem Kopf im Geländer fest. Wenn es versuchte den Kopf herauszuziehen, trat es hinten über und drohte in die Hunte zu stürzen. Wenn es versuchte sich hinzulegen, hing der Hintern hinten über und es stand sofort wieder auf, blieb einen Moment ruhig stehen und dann ging das Spiel von vorne los, hinten übertreten, hinlegen, aufstehen, stehenbleiben.

Ich rief den Deichschäfer an und während ich auch ihn wartete, gelang es mir das Schaf seitlich zu drehen und dann erst ein Ohr und schließlich den ganzen Kopf durch die die Gitterstäbe zu frimeln, was es -ganz Schaf- stoisch über sich erheben ließ. Allerdings hatte ich das Schaf falsch herum gedreht und es zeigte nun mit dem Allerwertesten Richtung rettender Wiese und ließ sich auch nicht dazu bewegen rückwärts zu gehen. Dies gelang schließlich dem Deichschäfer. Zum Dank rannte das Schaf dann durch zwei Zäune und mitten durch eine Kuhherde und selbst der Hüttehund hatte keine Chance es zurückzutreiben. So wurde es erstmal in Ruhe gelassen und wird wahrscheinlich irgendwann von ganz alleine zur Herde zurückgekehrt sein.

Deswegen bin ich halt so gerne an der Hunte, es wird nie langweilig 🙂 Und deshalb bin ich dort heute auch gleich wieder gelaufen. Allerdings mit automobiler Anreise. Ich wollte mit den minimalen Leguanos laufen und da möchte ich die Strecken noch etwas kürzer halten. Schlußendlich waren es dann aber doch 8 km, von denen ich 1,3 km gleich ganz ohne Schuhe auf der Deichkrone gelaufen bin, die allerdings gar nicht so fluffig war, wie ich mir das vorgestellt hatte. Mit den leichten Knautschtretern läuft es sich ohne Anstrengung allerdings witziger Weise etwas flotter als mit normalen Laufschuhen.

Unterwegs sah ich diesen Raubvogel (Bild 2) auf einem Zaunpfahl sitzen. So nah bin ich noch nie einem gekommen. Er guckte von mir weg und ich mußte mich räuspern, damit er überhaupt zu mir her schaute und noch zwei Schritte näherkommen bis er dann doch wegflog, cool 🙂 Weiß jemand, was das für einer ist?

Ich sag ja, es wird nie langweilig auf dem platten Land 😀

Leerlauf

Mit dem Syltlauf im März und dem Hermannslauf vor einer guten Woche sind nun schon die ersten beiden Jahreshighlights passé. Das dritte geplante Highlight ist zugleich auch schon das letzte für dieses Jahr und läßt mit dem Berlin-Marathon noch bis Ende September auf sich warten. Da es bei mir in den kommenden Wochen und Monaten aus persönlichen Gründen eine gewisse Planungsuntersicherheit gibt, ist das auch gut so.

Mit meinem Fitness-Level bin ich ganz zufrieden und ich möchte die Laufumfänge in den kommenden Wochen und Monaten nach Möglichkeit auf dem jetzigen Niveau halten, dann brauche ich für den Berlin-Marathon nicht mehr viel draufpacken.

Und deshalb trabe solange ich einfach durch meine platte Heimat. Sollte sich spontan irgendeine Abwechselung bieten und ich Zeit haben, werde ich dann die Gelegenheit beim Schopfe packen. Und ich kann peu à peu an meiner Umstellung auf  Minimal-Schuhwerk und ein paar Barfußetappen arbeiten.

So wie heute, als ich feststellen mußte, dass Schafe schneller sind als sie aussehen. Als ich aus den Schuhen schlüpfte, waren die Schafe weit weg. Als ich nach 400 m die Kehrwende zurück zu meinen Schuhen machte, nahmen drei Schafe direkt Kurs auf meine schicken, noch fast neuen Wave Rider. Da wurde ich unbeschuht mal richtig flott, fürchtete ich doch, dass die Schafe das frische Neon-Grün der Schuhe für lecker ansehen könnten. Die Schafe waren schlußendlich vor mir da, interessierten sich dann aber glückerweise in keinster Weise für meine Treter 😀  Und den Hinterlassenschaften der Wollknäuel bin ich auch noch gekonnt ausgewichen. Es wird also auch ohne irgendwelche Highlights nicht langweilig  😎

Dafür sorgt auch die sattgrüne Natur und das launische Wetter. Auch wenn mir der kalte Nieselregen des heutigen Tages mächtig auf den S…. ähh auf die Nerven ging, zum Abend war es sonnig und der kalte Wind zusammen mit der klaren Luft erneut ein Genuß. 16 Feierabendkilometer vom Feinsten ❗

Patsch Patsch – Patsch Patsch

Es verändert sich was an meinem Laufstil. Deshalb erklang das Patsch Patsch -Patsch Patsch heute nicht nur, weil ich im strömenden Regen unterwegs war, sondern auch weil ich wohl inzwischen komplett auf dem Mittelfuß lande. Das klingt zwar erstmal nicht so elegant, aber ich bin zufrieden, die Richtung stimmt und ich komme nicht mehr zuerst mit der Ferse auf, die das schon lange nur noch mit gut gedämpfen Laufschuhen toleriert.

Somit spüre ich die Veränderung im Laufstil auch während ich in diesen gut gedämpften Laufschuhen stecke. Das konsequente Einbauen von kurzen Barfußetappen in nahezu jeden Lauf macht sich bemerkbar. Sehr genau merke ich wie der Fußballen nun das meiste Körpergewicht auffängt. Die Zehen spreizen sich und reizen den kompletten Raum der Zehenbox aus. Ein Gefühl als wäre ich nicht auf Füßen sondern auf Tatzen unterwegs. Witzig und angenehm.

Aber ich spüre auch den stärkeren Zug in der Achillessehne und auch das Zehenskelett läßt spüren, dass die Fußmuskulatur noch viel Zeit braucht bis sie stark genug ist, schützend und stützend zu agieren. Nichts fürchte ich mir als dass mir ein irgendein Mittelfußknochen durchknackt. So bleibt es erstmal, speziell auf Asphalt, weiterhin bei noch recht kurzen Barfußabschnitten. Zumal sich das Barfußlaufen auf Asphalt auch irgendwie noch nicht richtig flüssig und rund anfühlt.

Durchgezogen werden die schuhlosen Einlagen aber auf jeden Fall, auch heute bei strömendem Regen, 9° und kräftigem Wind.

Die schwierigste Nummer war es mit naßen, kalten Händen, die naßen Socken und die naßen Schuhe an die naßen Füße zu bekommen 😀 Man muß nicht bekloppt sein für solche Aktionen, aber es erleichtert die Sache doch sehr :mrgreen:

16 spaßige, locker und fluffig gelaufene Kilometer bei bestem Deichläufer-Wetter. Herz, was willst du mehr.

Vorgezogen

Eigentlich wollte ich nach dem nicht ganz so locker gestandenden, langen Samstagslauf noch einen weiteren Tag pausieren. Aber wenn ein Umzug mit der Arbeitsstelle dermaßen in die Hose geht, weil am neuen Standort die Büromöbel noch gar nicht da sind und selbst wenn sie schon da gewesen wären, diese hätten gar nicht aufgestellt werden können, weil mein Büro und das Nachbarbüro wegen eines Türdurchbruchs noch Baustelle sind und man deshalb nichts anderes zu tun hat als 2/3 des Tages totzuschlagen und Süßigkeiten zu vertilgen, dann muß zwingend Bewegung her, um den Gemütszustand wieder ins Lot zu bringen.

Hat auch geklappt. Die Waden waren zwar noch nicht so locker wie Bisquitteig, aber auch nicht mehr so hart wie Salzteig. Ansonsten waren angenehme Frische und Ruhe an der Hunte genau das was ich gebrauchen konnte.

Gute 15 km zum Abreagieren, die, je weiter es dem Ende zuging, immer lockerer wurden. Und mit etwas Glück werde ich morgen im Laufe des Tages auch wieder ansatzweise arbeitsfähig sein.