Wenn sich alles in Kreisen bewegt

… gehst Du links, geh ich rechts… Ich mag diesen Titel von Johannes Oerding!

Wenn sich eine muntere Läuferschar in einem großen, großen Kreis bewegt, dann läuft sie rechts und läuft sie rechts und läuft sie rechts und läuft sie rechts. So bewegte sich diese Winterlauftruppe eines Winters von West nach Ost vom Dollart zum Jadebusen, im Winter darauf von Nord nach Süd vom Jadebusen nach Oldenburg und im letzten Winter von Ost nach West von Oldenburg bis ins niederländische Bourtange. Nun fehlt noch die Bewegung von Süd nach Nord von Bourtange nach Emden um diesen großen Kreis zu schließen.

Zur ersten Etappe dieser Kreisvollendung machten sich am  gesterigen zweiten Advent auf: Antje, Freya, Kerstin, Sylke, Axel, Ralf, Stephan und meiner einer.

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Leider ließ es der Fotograf etwas an Schärfe vermissen

Auf der Fahrt in die Niederlande schüttete es dabei teilweise wie aus Eimern und wir fühlten uns schon an die Läufe im letzten Winter erinnert, die teilweise zu den reinsten Regenschlachten ausgeartet waren. Aber pünktlich zum Start wurde es trocken und sollte es auch die gesamte Strecke über bleiben. Darüberhinaus wärmten üppige 10° nicht nur das Läuferherz sondern den gesamten Bewegungsapparat und ebenso üppiger, stürmischer Wind aus Südwest schob uns beherzt über nahezu die gesamte Distanz.

Wenn der norddeutsche Flächländer über die Flachheit der Landschaft staunt, dann ist er in den Niederlanden. Unglaublich, dass es hier wirklich noch einmal platter erscheint als in unseren eigenen, topfebenen Gefilden und die höchsten Erhebungen waren da schon einige Rübenberge am Wegesrand 🙂 Um das bereits erwähnte Wetterglück noch zu vollenden, blinzelte zwischenzeitlich auch noch die Sonne, von einigen Laufbegeisterten besonders begeistert begrüßt 😀

Weiter ging es gen Norden, immer entlang der deutsch-niederländischen Grenze. Ein Blick auf irgendein Haus sagte uns immer sofort auf welcher Seite wir gerade waren: Groß und neu: Deutschland; klein, unaufgeregt und symphatisch: Holland. Beiden Seiten gleich sind die teilweise langen geraden Strecken, die nicht gerade jedermanns Freund waren, und Windkraftanlagen 🙂

Am Ende einer dieser langen Geraden mit flauschigen Untergrund gab es die obligatorische und verdiente Pause mit Heißgetränken und gebrannten Mandeln, lecker!

So gestärkt konnten wir auf die Pferdestärken verzichten und unseren Weg entlang den Resten alter Festungsanlagen fortsetzen, die zeigen, dass die Niederländer offensichtlich schon manchen Kummer mit uns Germanen hatten 🙂

Als Abwechselung zu den langen Geraden waren uns die aber herzlich willkommen. Danach ging es nämlich wieder kilometerlang an einem Kanal entlang. Zum Glück endete dieses Stück dann doch irgendwann, noch bevor wir vom Kanal selbigen voll hatten 😀

Von da an war es nur noch ein Katzensprung bis zu unserem Etappenziel Bad Nieuweschans. Hier brachen wir mit einer über drei Winter mühsam aufgebauten Tradition. Nicht nur, dass wir das Schlußselfie vergessen haben, nein, es wurde anschließend auch nicht gemeinsam auf ein Stück Torte eingekehrt. Bad Nieweschanz lockte nämlich mit einem Thermalbad und dieser Verlockung konnte der Großteil unserer Truppe einfach nicht widerstehen 🙂

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In den 36° warmen Termalbecken ließen sich in fantastisch ruhiger und entspannter Atmosphäre auf herrlichste Weise die müden Laufknochen auflockern und die Lebensgeister wieder wecken, ergänzt um köstliche Stärkungen im zum Termalbad gehörenden Restaurant, wobei zumindestens ich dann doch noch zu meinem Stück Torte gekommen bin 😛

Der Lauf war diesmal irgendwie überraschend schnell vorbei und bis zum Ende locker gelaufen und mein Garmintacho zeigte zum Schluß 24,5 km an. Erstaunlich barfußtauglich war die Strecke auch, insgesamt bin ich 11 km ohne Latschen gelaufen. Schlußendlich war es für mich tatsächlich auch noch mein längster Lauf seit meinem Selfmade-Marathon von Anfang Mai ❗ Cool, wie die nette Runde, in der wir da unterwegs waren, auf dieser flachsten aller flachen Strecken, mit a bisserl Matsch 😀

Furioses Finale

Etwas gedauert hat es mit der Schlußetappe unserer Winterlaufserie von Oldenburg in das niederländische Bourtange. Terminschwierigkeiten sorgten dafür, dass die finale Etappe dem Winter gen Frühling entrückte. So richtig böse war keiner von uns darum, waren die Wetterbedingungen der ersten vier Etappen teilweise doch mehr so semioptimal 😀

Wer die Wetterkapriolen und überhaupt den gesamten Streckenverlauf noch einmal nachlesen möchte, bitte sehr: Hier die Links zu Nummero Eins, Zwei, Drei und Vier 😀

Nun aber zum späten Ende dieses Etappenlaufwinters am heutigen Karfreitag. Tja, und was soll ich sagen: Ein Wetterchen vom Feinsten, knalliger Sonnenschein, muckelig warme Temperatur und sacht von hinten schiebender Ostwind entschädigten für so manchen abgesoffenen Kilometer in den vergangenen Wintermonaten.

Start nach dem obligatorischen Startgruppenfoto war, wie immer, das Ziel der vorherigen Etappe, in diesem Fall Neulehe im tiefsten Emsland. Mit dabei diesmal: Antje, Kerstin, Sylke, Axel, Ralf, Stephan und ich.

Der Landkreis Emsland ist einer der größten Landkreise der Republik, dass merken wir, gefühlt nimmt dieser Landkreis nämlich kein Ende. Doch wir arbeiten uns gnadenlos zur holländischen Grenze vor und überqueren dabei den Dortmund-Ems-Kanal, die Ems und die Emsland-Autobahn A 31.

So hat jeder noch so große Landkreis einmal ein Ende und wir erreichen nach ca. 20 km die niederländische Grenze. Kurz zuvor trennte sich unsere Gruppe. Knieprobleme zwangen Axel zum Gehen und Kerstin und Sylke begleiteten ihn, während wir Übrigen im berühmt, berüchtigten ruhigen Tempo weiterliefen. Kurz vor Burtange wechselten wir von der Straße noch auf einen schmalen Wanderweg und boten so den Wanderern auf direkten Weg noch vor uns in der  Festung Bourtange einzutreffen, die wir nach 24,4 km erreichten.

Nach dem Umziehen gab es zur Feier des Abschlußes des Winteretappenlaufs Stephans berühmten, sauleckeren Zirbenschnaps, der allerdings nach langem Lauf unter knalliger Sonne doch etwas zu Kopf stieg 😆 Danach enterten wir in der Festung das erst beste Café und füllten die leeren Engergiespeicher traditonell mit Kuchen auf 🙂

So gestärkt erkundeten wir noch die idyllische Festung und nach dem Schlußgruppenfoto mit Kanone …

… ging es dann wieder eine gute Stunde zurück in heimatliche Gefilde. Fazit: Die Schlußwinteretappe (gezwungener Maßen) in den Frühling zu verlegen war ein voller Erfolg. Ungewohnte 23° C waren schon fast zuviel des Guten, schließlich ist noch niemand von uns an diese Temperatur akklimatisiert. Aber bei Sonne lacht einfach das Herz und die Strecke war auch die reizvollste aller fünf Etappen. Die Festung Bourtange als Schlußziel war ein schöner Höhepunkt. Besser hätte es heute nicht laufen können, von Axels Knieproblem einmal abgesehen.

Unserer besonderer Dank gilt wieder einmal Ralf für die Idee, die Planung und die Umsetzung des dritten Winteretappenlaufs in Serie!

Go west

Winterzeit, Etappenlaufzeit. Den dritten Winter in Folge läßt es sich Ralf nicht nehmen einen Etappenlauf auf die Beine zu stellen. Nach dem Lauf vom Dollart zum Jadebusen (von West noch Ost) im vorletzten und dem Lauf vom Jadebusen nach Oldenburg (von Nord nach Süd) im vorherigen Winter geht es diesmal nach Westen und zwar sogar sehr weit nach Westen ❗ Von Oldenburg werden wir bis in das niederländische Bourtange laufen, wo die dortige Festung zeigt, dass man sich unter Nachbarn nicht immer so wohl gesonnen war, wie in der heutigen Zeit.

25.11.18 01

Start war heute, wie üblich, der Schlußpunkt der letzten Etappe des vorherigen Etappenlaufs, in diesem Fall der Parkplatz beim ehemaligen Kloster Blankenburg. Diesmal dabei waren Birgit, Sylke, Oliver, Ralf, Stephan, meinereiner und Antje, die ab Kilometer 6 zu uns stieß, da sie vormittags schon an einem anderen Lauf teilgenommen hatte.

Der Weg zum Ziel des heutigen Tages, der Bauernschaft Harbern II in der Gemeinde Wardenburg führte erst einmal unabdingbar durch bekanntes Oldenburger Terrain. Aber selbst hier gab es für fast jeden von uns noch ein paar kurze unbekannte Laufstrecken zu entdecken.

Hinter Oldenburg ging es dann weiter über Hundsmühlen, Tungeln und Achternmeer Richtung Harbern Numero Zwo. Das trübe, aber trockene Wetter paßte richtig gut zu der moorigen Gegend, die wir dabei durchquerten.

Unterwegs trafen wir auf eine wirkliche liebevoll dekorierte Hütte zum Rasten. Leider wurde sie gar nicht so richtig gewürdigt, die Truppe hatte es heute irgendwie etwas eilig 😛 Daran müssen wir definitiv noch wieder etwas arbeiten 😉

Weiter ging es entlang großzügiger Torfabbauflächen und nach nahezu auf den Meter genau 21 km trudelten wir in Harbern Römisch zwei ein.

Von dort aus machten wir uns auf den automobilen Weg ins nahe Wardenburg um dem zu fröhnen, was zum Ende einer jeden Etappe Pflicht ist. Lediglich Oliver war in keinster Weise ausgelastet und lief noch von Wardenburg zurück nach Oldenburg. Aber er isst auch keine Torte, wie er uns versicherte. Kann man das bei diesem Anblick verstehen? 😆

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Es befindet sich übrigens ein Stück Torte mehr auf dem Tisch als Leute daran gesessen haben. Warum das so ist, davon gibt es von mir keinen Kommentar 😎