Kampf

Meine Depri hat mich zur Zeit wieder stärker im Griff und es ist dadurch wieder ein verstärkter Kampf den Alltag zu bestehen, während ich mich doch am liebsten an einen einsamen stillen Ort zurückziehen würde. Da ist es auch nicht gerade förderlich, dass sich das Laufen für mich zur Zeit auch nicht sonderlich leicht anfühlt. Zwar sind meine Beschwerden in den Achillesfersen nur noch hintergründig vorhanden, aber das Laufen fühlt sich zur Zeit einfach beschwerlich an und das Tempo ist sehr langsam.

Trotzdem ist es mir gelungen, diese Woche wieder einmal knapp die 50 km-Marke zu knacken und auch immer wieder etwas schwimmen zu gehen. Wie am Montag bei Dauerregenwetter, wo es am herrlich leer war und der See in der kühlen Luft vor sich hin dampfte.

Nach dem Dauerregen stand das Wasser teilweise noch tagelang auf den Wiesen, aber die Luft war für Mensch und Tier wieder etwas angenehmer. Auch wenn ich beim Laufen schwitzte wie die S.. 🙂

Zum Ausklang der Laufwoche widerstand ich dem Ruf ins Gotteshaus (ich liebe das Geläut der Ohmsteder Kirche, auch wenn es in dem Handy-Video etwas schepprig klingt) …

… und lief lieber in Gottes Natur, obwohl die aufgrund des schönes Wetters recht bevölkert war. Speziell am Kleinen Bornhorster See war schon am Vormittag viel Betrieb bei bester Badestimmung. Deshalb reichte auch ein kurzer Sprung in die Fluten, bevor ich mich wieder nach Hause trollte.

Dieser Lauf fühlte sich immerhin schon einmal wieder etwas besser an. Irgendwann muß es ja wieder aufwärtsgehen und wird es auch. Bis es soweit ist wird eben gekämpft 🙂

Tiefgang

… oder von der Banalität des Laufbloggens.

Sicherlich hat auch schon der Letzte bemerkt, dass wir uns in einer recht schweren Zeit befinden. Auf das Thema Flüchtlinge war ich ja erst vor ein paar Tagen eingegangen. Das wir in diesem Zusammenhang auch eine negative Veränderung der politischen Landschaft und in unserer Gesellschaft fürchten müssen ist ein weiteres. Hinzu kommen Sorgen über den Klimawandel, die Umweltverschmutzung, ein ächzendes Gesundheitssystem, Überalterung der Gesellschaft, soziales Gefälle und und und. Letztendlich dürfen wir uns jeden Morgen beim Aufwachen wundern, dass uns unser Globus noch nicht um die Ohren geflogen ist.

Zudem hat noch jeder persönliches Päckerl zu tragen. Wo geht es heute noch ruhig zu im Job? Nirgends, Arbeitsverdichtung und Streß nehmen immer mehr zu. Ein Ende dieser Spirale ist wohl erst absehbar, wenn wir alle am Grund liegen. Zu guter Letzt hat ja auch jeder noch seinen ganz eigenen Sorgen, familärer oder gar gesundheitlicher Art.

Unter jedem Dach ein Ach, sagt meine Patentante immer, die in wenigen Tagen ihren 90igsten Geburtstag feiert. Recht hat sie.

Und dann kommen da so ein paar Läuferleins um die Ecke, bedienen sich irgendeiner Blogplattform und haben nichts anderes zu tun als über das Laufen zu schreiben. Als wenn wir keine anderen Sorgen hätten.

Doch, die haben wir, wie oben ausführlich beschrieben. Aber nichtsdestotrotz ist das Laufen ein Thema, das uns Läufern wichtig ist. Liegt ja irgendwie auch in der Natur der Sache 😉

Also warum nicht darüber schreiben, was uns Spaß macht. Bewußt oder unbewußt einen Kontrapunkt setzen zu all dem Elend in der Welt. Das Laufen genießen, daran Spaß haben und das mit anderen zu teilen, auch das brauchen wir. Ja, ich gehe sogar soweit, dass für mich Laufbloggen auch einfach mal nur einen Unterhaltungswert haben darf, warum nicht?

Die Freude die Natur zu erleben, die positive Wirkung der Bewegung, den Wechsel der Jahreszeiten spüren oder auch die Jagd nach Bestzeiten, die Bewältigung eines Marathons oder eines Ultras, die damit verbundenen Emotionen, das alles gehört in die weite Welt prosaunt. Kein Problem wird dadurch besser, dass man Trübsal bläst. Positive Stimmung aufnehmen hilft schließlich auch im Alltag und macht uns widerstandsfähiger gegen all das was uns drückt.

So können wir uns im Laufalltag begleiten, unterstützen, mitfiebern, mitfreuen, (Verletzungs-)Sorgen teilen. Mit offenen Ohr und ggf. auch mit Rat zur Verfügung stehen und ernst werden, wenn es ernst ist.

Dürfen wir von Laufblogs Tiefgang erwarten? Jaein. Ein Laufblog muß sich nun wirklich nicht auf  Daily Soap-Niveau bewegen. Aber er darf in meinen Augen, wie schon erwähnt durchaus unterhalten und zerstreuen. Er darf und sollte natürlich auch informtiv und ernsthaftig sein.

Aber wieviel Tiefgang steckt in dem Thema Laufen? Das muß jeder für sich selbst geantworten und vorallem selber sehen, was er da für sich erwartet.

Ich jedenfalls freue mich nach wie vor Alltägliches vom Laufen zu lesen, virtuell über die wildestens Trails in den Bergen zu rennen, auf diese Weise am Strand zu laufen, Bilder aus den verschiedensten Ecken der Republik und darüber hinaus zu sehen, Vorbereitungen auf bestimmte Laufziele zu begleiten und die Freude über das Erreichen zu teilen oder aufbauende Worte zu finden, wenn es nicht geklappt hat.

Gibt es etwas banaleres als einen Fuß vor den anderen zu setzen und nur dabei in den Laufschritt zu verfallen? Trotzdem ist dieses Thema nahezu unerschöpflich 😀 Deshalb gehört es aufgeschrieben. Gerade jetzt in diesen Zeiten, jawohl ❗