Nachgeholt

Gestern war ja nix mit Laufen, ich hatte mich den Unwetterwarnungen gebeugt und war zuhause geblieben. Das es dann nicht sonderlich dicke kam, war zum einen nicht zu ahnen und zum anderen auch gut so. Letztendlich wollte ich mich aber nicht wieder in einen Landrover flüchten müssen 😉

Heute war denn wieder alles in Butter: Sonne und Wolken im Wechsel, kaum Wind und die Temperaturen scheiterten ganz knapp an der 20°-Marke. So nutzte ich den geplanten Besuch bei Schwiegermuttern im ca. 20 km entfernten Berne wiedermal für eine Anreise per pedes.

Der Hunteseitenwechsel erfolgte wie üblich über die Brücke der Brücken, dann ging es vorbei am Blankenburger See über Iprump immer unter Deich lang Richtung Berne. In Huntebrück ist die neue Klappbrücke über die Hunte, es soll jetzt Deutschlands größte Klappbrücke sein, nun nahezu fertiggestellt. An der Straßenanbindung wird aber noch fleißig gewerkelt. Mein Darm zeigte sich heute etwas rebellisch, da bot mir die Baustelleneinrichtung praktischer Weise mit einem Dixiklo die komfortablere und sogar saubere Alternative zum Maisfeld 😉

In der Baustelle bog ich auch vom direkten Weg nach Berne ab, um mit einem Schlenker über Schlüterdeich und Dreisielen noch ein paar extra Kilometer zu laufen. Nach dem Aufenthalt auf dem Häuschen lief es sich wie befreit und ich blieb dann alle Kilometer mit einer 2 vorne unter 6er-Schnitt. Schlußendlich wurden es 25,4 km, die mein Fahrwerk klaglos über sich ergehen ließ. Damit hätte ich nach dessen etwas mürrischen Gehabe in den letzten Tagen nicht wirklich gerechnet. Das Handy konnte also in der Tasche bleiben und Jens mußte nicht mit dem Besenwagen kommen 🙂 Wenn ich gewollt und die Zeit gehabt hätte, hätte ich sicher auch noch die 30 km vollgekommen. Aber das mußte heute nicht sein, diese Distanz werde ich die kommenden Wochen eh noch unter die Füße nehmen.

Zurück in Oldenburg powerte ich mich aber noch auf einem Spaziergang mit meinem Liebsten aus 😎

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Deichläuferfreundlich

… zeigte sich der heutige Sonntag. Wir wurden heute zum Mittagessen ausgeführt. Dabei war das Wetter so wunderprächtig, dass wir beim Restaurant im beschaulichen und landschaftlich reizvoll gelegenen Dreisielen draußen essen konnten. Sonnig, warm aber nicht heiß. Allerdings lockte das Wetter auch Tiraden von Ausflüglern mit allen Formen von Transportmitteln ins Freie. Das ließ meine Miene angesichts des für den Nachmittag geplanten Laufs etwas verfinstern. Ruhe würde ich wohl knicken können.

Allerdings hatte ich die Rechnung ohne das Sonntagswetter gemacht. So hatte sich der für die Nacht angekündigte Regen schon zeitiger auf die Socken gemacht und fegte pünktlich zu 17 Uhr meine Laufstrecke leer und erfreute mich zusätzlich mit nasser Abkühlung 😀 Viel hatte er zwar nicht zu bieten, aber immerhin. Nass glänzte der Asphalt, die Füße blieben aber über den gesamten Lauf trocken.

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Eine Regenjacke lohnte nicht, zumal es einfach angenehm warm blieb, zwischendurch war es auch noch wieder kurz trocken. Irgendwie ließ sich das ganze am besten mit einem Wort beschreiben: Perfekt!

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Das Tempo hatte ich bewußt gezügelt und so stand zum Ende der 15 km eine dicke, fette, hochbekömmliche 6 vor dem Komma.

Wie soll ein Sonntag sein? SO soll ein Sonntag sein 😀

Moorland, Marschenland, Deichland

Nach meinem Höhenrausch vom Donnerstag wollte ich den Freitag mit seinem Bilderbuchwetter nicht gänzlich ungenutzt lassen. Endlich war die Temperatur mal rennradverträglich. Ein Fahrt rein zum Beineausschütteln. Richtung Loy und durchs Moor über Fuchsberg und Gellen wieder zurück. Knapp 38 km, mit einer lecker, erfrischenden Buttermilch-Pause am Melkhus in Fuchsberg.

Der Wind war zwar nicht unbedingt mein Freund, aber egal, ich brauchte ja keinen Wettkampf zu gewinnen. Auf jeden Fall hat der kleine Ausritt Spaß gemacht, speziell die Rückenwindpassagen 😎

Mit dem schönen Wetter war es am heutigen Sonntag definitiv vorbei. Endlich mal wieder Regen, die Natur sehnte sich schon sehr nach ihm. Und auch ich hatte schon lange keinen Regenlauf mehr. Das änderte sich heute. Meine allerliebste Schwiegermutter feierte ihren 84. Geburtstag und zwischen Mittagessen und Kaffeetafel ließ ich mir die Gelegenheit nicht nehmen, von Berne aus zu einem Lauf zu starten.

Von Berne ging es über Bettingbühren, Dreisielen, Schlüterdeich und Weserdeich bis zur Fähre Farge – Berne und von dort aus wieder zurück nach Berne. 14 km mit teilweise schönstem, strömendem Regen. Dabei ging es immer wieder die Deiche der Ollen, der Hunte und der Weser rauf und runter. Dazwischen flaches, inzwischen sattgrünes Land, Marschenland. Ich liebe diese Ecke der Wesermarsch mit ihrer hohen Dichte an Reetdachhäusern, ihrer Weite, den vielen Wasserläufen und den Seitenarmen der Weser.

Gut, dass zwischendurch der Regen so stark war, dass ich die Kamera nicht rausholen mochte, sonst wäre ich wohl aus dem Fotografieren nicht herausgekommen.  Meine Lauftight schäumte mal wieder, wie sie es gerne tut, wenn sie klitschnass wird. Ich lief auf dem Weserdeich in Weserdeich am Geburtshaus meiner Schwiegermutter vorbei, unter dessen Blechdach sich noch das originale Reetdach befindet. Leider ist dieses Haus nicht mehr im Familienbesitz.

Ein Abstecher an den Weserstrand mußte auch noch sein. Ein kurzer Blick über den Strom, ein letztes Mal den gewaltigen Weserdeich hinauf und zwei Kilometer später war ich wieder zurück. Klitschnaß und hochzufrieden. Die durchtrieften Laufschuhen blieben vor der Haustür und in der inzwischen sehr frisch gewordenden Luft dampfte es aus ihnen 🙂

Nach dem Duschen war die Kaffeetafel schon im Gange und nach so einem wunderbaren Lauf schmeckten Torte und Kuchen natürlich besonders gut 😀