Schaurig

Heute stand die Dezemberetappe unseres Etappenlaufs von Oldenburg nach Bourtange auf dem Plan. Eigentlich hätte ich gar nicht dabeisein können, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt und böse war ich wirklich nicht darum, dass ich nun aller Voraussicht nach bei allen fünf Etappen mitlaufen kann.

Vom November-Zielort Harbern II machten wir uns auf nach Friesoythe. Wir, dass war in diesem Fall eine etwas männerlastige Truppe mit Quotenfrau, bestehend aus Sylke, Axel, Ralf, Stephan und mir. Birgit hatte kurzfristig abgesagt, mangels Laufregenklamotten war ihr die Wettervorhersage zu schaurig. Da konnte wir es uns allerdings nicht verkneifen ihr vom Zielort, wo wir ja erst einmal die Autos deponieren mußten, ein Sonnenbild zu schicken 🙂

09.12.18 00

Sorry Birgit, dass mußte einfach sein 🙂

Schaurig wurde es dann aber doch noch, als wir uns in Harbern II nach dem obligatorischen Startfoto erst einmal auf eine ca. 8 Kilometer lange, nahezu schnurgerade Straße begeben haben. Diese Straße führt durchs Moor und durch große Torfabbauflächen. Da kam mir in einem poetischen Moment in den Sinn: „Schaurig ist es ,übers Moor zu gehen …“. paßte doch ganz gut zur schaurig, schaurigen Stimmung dort. Allerdings verzog sich der Schauer recht schnell und es sollte bis fast zum Ende des Laufs trocken bleiben.

Das Moor wurde dann durch eine nicht minder schaurige agrarindustriegeprägte Gegend abgelöst, wo sich nahezu ein Massentierstall an den anderen reiht. Das Oldenburger Münsterland ist diesbezüglich wirklich gestraft. Die Ställe haben heutzutage teilweise industrieschlotartige Schornsteine, die die Dünste der Massentierhaltung großzügig verteilen, tausend Nasen möchte ich haben … Dort wo kein Stall steht, stehen Windkraftanlagen und Biogasanlagen. Der Landwirt von heute ist breit aufgestellt und es geht ihm gut dabei, wie die Häuser zeigen. Groß, größer am größten, hier ein Türmchen, da ein Erker, da ein paar Säulen am Eingangsportal, schön ist was gefällt, Bilder habe ich mir aber verkniffen. Trotz dieser vielen Schaurigkeiten haben wir der Versuchung widerstanden, dieser Gegend schnellstmöglich mit dem Bus zu entkommen, der hier tatsächlich sogar am Sonntag dreimal fährt.

Für unsere Verpflegungspause haben wir aber ein recht idyllisches Fleckchen gefunden.

Anschließend ging es weiter über Altenoythe nach Friesoythe. In Friesoythe bin ich geboren und habe dort bis zu meinem 33. Lebensjahr gelebt. Ein sauberes, adrettes Städtchen, in das ich aber nie mehr zurück möchte. Allerdings nicht deshalb umliefen wir, begleitet von einem schwachen Schauer, Friesoythe nördlich bis zu unserem Zielort, der alten Zugbrücke über den alten Friesoyther Kanal, der zu einer Zeit schiffbar war, als man die Kähne noch mit Pferden gezogen, sprich getreidelt hatte.

Am Ziel gab es einen von Stephan selbstgemachten, extrem leckeren Zirbenschnaps und von Axel von seiner Mutter selbstgebackene, nicht minder extrem leckere Kekse. Was uns aber natürlich nicht daran hinderte in Friesoythe noch eine Cafe aufzusuchen und, wie immer, den Etappen-Lauftag gemütlich und kulinarisch und mit ein wenig Schnack ausklingen zu lassen.

Knappe 25 km waren wir heute unterwegs, für Sylke und Stephan etwas lang, da sie sich im Geiste der ursprünglichen Plangung auf ca. 20 km eingestellt hatten. Aber sie haben sich natürlich tapfer geschlagen und im warmen Café waren die Mehrkilometer auch schnell wieder vergessen 🙂

Merke: Auf einem insgesamt gut 100 km langen Etappenlauf durchquert man nicht immer nur die reine Idylle 🙂 Der Stimmung hat das aber keinen Abbruch getan und ich war wirklich froh, dass ich doch dabei sein konnte.

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Go west

Winterzeit, Etappenlaufzeit. Den dritten Winter in Folge läßt es sich Ralf nicht nehmen einen Etappenlauf auf die Beine zu stellen. Nach dem Lauf vom Dollart zum Jadebusen (von West noch Ost) im vorletzten und dem Lauf vom Jadebusen nach Oldenburg (von Nord nach Süd) im vorherigen Winter geht es diesmal nach Westen und zwar sogar sehr weit nach Westen ❗ Von Oldenburg werden wir bis in das niederländische Bourtange laufen, wo die dortige Festung zeigt, dass man sich unter Nachbarn nicht immer so wohl gesonnen war, wie in der heutigen Zeit.

25.11.18 01

Start war heute, wie üblich, der Schlußpunkt der letzten Etappe des vorherigen Etappenlaufs, in diesem Fall der Parkplatz beim ehemaligen Kloster Blankenburg. Diesmal dabei waren Birgit, Sylke, Oliver, Ralf, Stephan, meinereiner und Antje, die ab Kilometer 6 zu uns stieß, da sie vormittags schon an einem anderen Lauf teilgenommen hatte.

Der Weg zum Ziel des heutigen Tages, der Bauernschaft Harbern II in der Gemeinde Wardenburg führte erst einmal unabdingbar durch bekanntes Oldenburger Terrain. Aber selbst hier gab es für fast jeden von uns noch ein paar kurze unbekannte Laufstrecken zu entdecken.

Hinter Oldenburg ging es dann weiter über Hundsmühlen, Tungeln und Achternmeer Richtung Harbern Numero Zwo. Das trübe, aber trockene Wetter paßte richtig gut zu der moorigen Gegend, die wir dabei durchquerten.

Unterwegs trafen wir auf eine wirkliche liebevoll dekorierte Hütte zum Rasten. Leider wurde sie gar nicht so richtig gewürdigt, die Truppe hatte es heute irgendwie etwas eilig 😛 Daran müssen wir definitiv noch wieder etwas arbeiten 😉

Weiter ging es entlang großzügiger Torfabbauflächen und nach nahezu auf den Meter genau 21 km trudelten wir in Harbern Römisch zwei ein.

Von dort aus machten wir uns auf den automobilen Weg ins nahe Wardenburg um dem zu fröhnen, was zum Ende einer jeden Etappe Pflicht ist. Lediglich Oliver war in keinster Weise ausgelastet und lief noch von Wardenburg zurück nach Oldenburg. Aber er isst auch keine Torte, wie er uns versicherte. Kann man das bei diesem Anblick verstehen? 😆

25.11.18 28

Es befindet sich übrigens ein Stück Torte mehr auf dem Tisch als Leute daran gesessen haben. Warum das so ist, davon gibt es von mir keinen Kommentar 😎

Vier Tage nach Aschermittwoch

..ist alles vorbei, die treuen Laufbande, sie brechen entzwei. Von all den leckeren Torten, darf ich nichts mehr wissen, wie schön es auch sei, es ist alles vorbei …  *lalalalalah*

Nein, nein, wir haben uns gestern nicht über die vierte und letzte Etappe der Winterlaufserie vom Jadebusen nach Oldenburg geschunkelt. Es wurde noch nicht einmal über Karneval geredet, schließlich sind wir zum Glück im karnevalsresistenten Norden. Dieser Karnevalsklassiker schoß mir einfach nur durch den Kopf bei dem Gedanken, dass es nun eben halt erstmal wieder vorbei ist, mit diesen gesellig, chilligen Läufen durch nordische Winterlandschaften.

Aber bevor mit der Ankunft vor den Toren des ehemaligen Klosters Blankenburg, heute eine zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge, und anschließender Kaffeetafel alles vorbei war, ging es noch einmal über entspannte 22 km von der Weser gen Oldenburg.

Der Start war, wie immer, das Ziel der letzten Etappe. In diesem Fall die Juliusplate direkt an der Weser. Von da aus liefen wir über Ranzenbüttel, Dreisielen, Huntebrück, Neuenhuntdorf, Buttelerhörne und Iprump zum besagten Kloster Blankenburg. Klingen die Namen nicht teilweise einfach nur genial? 😀

Ach ja, wir, das waren übrigens Birgit, Ralf, Stephan, Uli und icke.

Eigentlich hätte ich es mir bei der optischen Wiedergabe dieses Laufs einfach machen und auf den Lauf vom Samstag letzter Woche verweisen können, weil wir zum Großteil auf der gleichen Strecke unterwegs waren. Ging aber nicht, weil gestern zum einem nämlich die Sonne schien und ich zum anderen die Strecke noch nie in diese Richtung gelaufen war 😀

Im gemütlichsten Trimm Trab mit großzüigen Pausen verging der Lauf wie im Fluge und Birgit wunderte sich, in welch kurzer Abfolge die Laufuhr trotzdem Kilometer um Kilometer abpiepste.

Die letzten knapp zwei Kilometer gönnte ich mir dann noch ein Barfußauslaufen und dann war es das auch schon. Beim abschließenden, traditionellen Torteessen konnte Uli leider nicht mehr dabei sein. Aufopferungsvoll habe ich aber für ihn mitgegessen. Beim Betrachten des Tortenbildes könnt Ihr raten, welches Stück meines ist 😎

Vier Läufe von November bis Februar, insgesamt knapp 90 km. Schön war es und mein Dank geht an dieser Stelle wieder an Ralf, der mit der Idee, der Planung und der Realisierung uns dieses Laufvergnügen bereitet und den Winter verkürzt hat. Nun kann er also eigentlich kommen, der Frühling! 😀

Jenseits der Weser

… bewegten wir uns heute auf dem dritten Teil des Etappenlaufs vom Jadebusen nach Oldenburg. Wir, dass waren diesmal Axel, Kerstin, Ralf, Tomma und ich. Start war das Ziel der zweiten Etappe, der Parkplatz an der Fähre Brake – Sandstedt. Mit dieser Fähre setzten wir auch gleich über, um auf der anderen Weserseite mal wieder unterm Deich längs zu laufen.

Unser Chefplaner und -organisator Ralf ist gesundheitlich leicht angekratzt, alleine gelassen hat er uns deshalb zum Glück nicht, sondern hat die Tour mit dem Kick-Bike mitgemacht. Coole Sache, es hat wunderbar funktioniert. Das Knipsen des obligatorischen Startgruppenfotos hat der gutgelaunte und witzige Fährmann übernommen. So ging es schon gleich mit viel Spaß los 🙂

Die Weser ist doch schon ein etwas anderes Kaliber als die Hunte und erreicht nicht allzu weit vor ihrer Mündung in die Nordsee schon eine beachtliche Breite. Auf ihr sind richtig große Seeschiffe unterwegs und sie hat auch noch Platz hat für Deutschlands größte Flußinsel, Harriersand.

Milde Temperaturen und eine Sonne, die immer wieder milchig durch die Wolken blinzelte, begleiteten uns, so dass nicht nur die Lichtstimmung wunderschön war, sondern auch unsere 🙂

Neben Wissenswerten über Deichhöhen und Pegelstände (schließlich schützen die Deich hier unser aller Leben) …

… konnten wir auch ein paar Blicke auf meine Groupies werfen, die trotz des milden Wetters noch ein Dach über dem Kopf bevorzugten.

Weiter ging es durch eine weite, wenn auch etwas feuchte Landschaft, wie ich sie liebe …

… zum U-Boot-Bunker Valentin. Dieses monströse Zeugnis aus Deutschlands dunkelster Vergangenheit hat Dimensionen, die sich kaum mit der Digi-Cam einfangen lassen.

Sehr empfehlenswerte Informationen zu der bedrückenden Geschichte gibt es auf der eigens dafür von der Stadt Bremen angelegten Seite und unter Wikipedia.

Nach Verlassen dieses denkwürdigen Ortes hatten wir es nicht mehr weit, bis wir die Fähre Farge – Berne erreichten, die uns wieder auf der anderen Weserseite und direkt vor einem Restautrant/Café ablieferte 🙂

Bei bester Aussicht und nun einsetzendem Regen genossen wir das, was zu unseren Etappenläufen zum Schluß einfach immer dazugehört.

22,5 km im berühmt berüchtigen ruhigen Tempo bei warmen Januarwetter und mit guter Laune waren es heute. Diese Etappenläufe sind immer ein Highlight in diesem wie auch schon im vorherigen Laufwinter.

28.01.18 44

Und einen haben wir ja noch vor uns! 😀

Acht Höhenmeter

Wir schreiben das Jahr 2017 und vier Läufer bewegten sich durch die unendlichen Weiten der Wesermarsch. Die Weiten sind hier natürlich nicht nur unendlich, sondern auch unendlich flach. So eröffnete Ralf uns zum Start der zweiten Etappe unserer kleinen Winterlaufserie vom Jadebusen nach Oldenburg, dass wir heute auf 25 Kilometern satte 8, in Worten ACHT, Höhenmeter zu überwinden hatten.

Dabei war der Deich zum Jadebusen noch gar nicht mitgerechnet, den wir zum Start in Schweiburg kurz erklommen hatten um einen Blick über den Jadebusen schweifen zu lassen und das obligatorische Startselfie zu schießen. Wir, das war heute eine sehr kleine Gruppe bestehend aus Axel, Kerstin, Ralf und mir. Ich hätte bei dieser Etappe eigentlich zeitlich passen müssen, aber ein frühere Rückkehr aus den Niederlanden, machte es mir dann doch möglich. Nach einem emotional schwierigen Samstag war ich auch froh an diesem Sonntag so wieder auf andere Gedanken kommen zu können.

Es ging los auf anfänglich noch teils glatter Strecke und dann kam was in der Wesermarsch unweigerlich kommen muß. Flaches Land und lange Graden. Da ist man um jede Abwechselung froh und wenn es nur kuriose Weihnachtsbäume oder Seehunde sind 🙂

Auch eine kleine Rast war willkommen und ließ sich in der strahlenden Sonne sehr genießen. Zur weiteren Kurzweil gab es in einem öffentlichen Schaukasten auch noch Witze zu lesen und das sogar nicht ganz stubenreine 😯

Auf dem weiteren Weg konnten wir die weitere Verspargelung der Wesermarsch und Störche im Winter betrachten …

… und ich durfte währenddessen bei Kilometer 16 die Erfüllung meines Jahreskilometerziels feiern. Einen Kilometer später konnte ich das denn tatsächlich auf dem kleinen Weihnachtsmarkt im beschaulichen Ovelgönne tun. Ralf hat freundlicher Weise einen Glühwein ausgegeben. Allerdings war ich der einzige, der echten Glühwein getrunken hatte, während die drei anderen es ganz solide bei heißem Apfelsaft belassen hatten. Warum ich allerdings unterm Mistelzweig ungeküsst geblieben bin, verstehe ich überhaupt nicht 😛 Dafür durften Axel und Kerstin beim Glücksraddrehen noch die dicken (Trost-)Preise abräumen.

Nach Verlassen des Weihnachtsmarkts (der Weihnachtsmarkt/Glückwein-Kilometer hatte eine Pace von knapp 20 min 😆 ) nahmen wir die letzten sechs Kilometer zum Etappenziel, dem Fähranleger Brake Sandstedt in Angriff. Im Braker Stadtteil Golzwarden und mit der Überquerung des Weserdeichs sammelten wir auf den letzten zwei Kilometern wohl gleich alle acht Höhenmeter auf einmal. Vorher waren uns eigentlich keine Steigungen aufgefallen. Düwel uk, war das steil :mrgreen:

Nach einem Blick über die Weser, Klamottenwechsel, Schlußselfie und der Feststellung, dass unser Törn nur 23 km lang gewesen ist …

… folgte der übliche krönende Abschluß einer jeden Etappe durch die norddeutsche Tiefebene:

17.12.17 28

😀

Bedarf es noch der Erwähnung, dass es schön war? Ich genieße diese besonderen Läufe in netter Gesellschaft immer wieder außerordentlich!

Kleine Schlußbemerkung in eigener Sache: Die 23 km waren ein neuer Längenrekord in Minimalen (2 km mehr als mein bisheriger). Das ganze fast ausnahmslos auf Asphalt. Axel zeigte sich erstaunt, dass ich diese Strecke in solchen Badelatschen gelaufen bin. Diese Titelierung haben meine Merrell Vapor Glove aber nun wirklich nicht verdient, haben sie doch einen guten Job gemacht, auch wenn mir die Fußsohlen zum Schluß doch etwas brannten 🙂

Und weiter geht`s!

Ziemlich genau vor einem Jahr starteten wir auf den dreiteiligen Etappenlauf vom Dollart zum Jadebusen. Ralf tüpftelte die Strecke aus und lud dazu ein, die trüben Wintermonate mit schönen Landschaftsläufen im sutschen Tempo aufzuhellen. Heraus kamen dabei drei Läufe, wie sie schöner nicht sein konnten. Wer Lust hat sich diese Winterlaufgenüsse noch einmal anzuschauen, guckt hier:

Emden – Timmel

Timmel – Wiesede

Wiesede – Cäciliengroden

Die Sache war so fantastisch und hat allen Beteiligten so viel Spaß gemacht, dass wir Ralf im Ziel Cäciliengroden beknieten, bedrängten, nötigten die Laufserie in diesem Winter fortzusetzen. Und was soll ich sagen? Ralf hat unser Flehen erhört! In vier Etappen geht es diesmal über insgesamt ca. 85 km vom Jadebusen, mit einem großzügigen Schlenker an und über die Weser, nach Oldenburg.

Gestern durften wir uns auf den ersten Abschnitt begeben. Von Cäciliengroden, unserem Zielort vom 05.02.2017, nach Schweiburg.

Jadebusen.

Wir, das waren dieses Mal Axel, Kerstin, Marion, Ralf, Sylke und icke. Die Strecke war dabei eines Deichläufers extrem würdig, ging es doch fast ausschließlich entlang des Deiches, der den Jadebusen einkesselt.

Zum Start gab es erst einmal einen Blick über den Deich auf den Jadebusen mit Wilhelmshaven (oder Schlicktown, wie man hier wenig respektierlich sagt) im Hintergrund. Dann ging es aber auch schon auf Strecke. Die meiste Zeit lag der Deich links und geradeaus ging es geradeaus, mal zwei Kilometer lang, dann mal 1,3 Kilometer lang und als Tagesrekord auch einmal vier Kilometer lang. Ralf soll im Vorfeld erwähnt haben, dass die gestrige Etappe die langeweiligste war, ich weiß gar nicht, wie er darauf kommt und wir haben definitiv auch keine Witze darüber gemacht 😀

Reichlich Abwechselung gab es dann im Nordseebad Dangast mit etwas Heimatkunde, etwas Geschichte und allerlei Kunstwerken. Und Humor: Ein Gassigeher rief uns zu, wir mögen uns doch nicht unsere Knie kaputtlaufen. Sprachs und zog an seiner Zigarette. Ich habe mir jeglichen Kommentar verbissen, wenn`s auch schwer fiel 😀

 

Nach Dangast ging es dann wieder immer weiter den Deich entlang. Und weiter… und weiter …

Bei so viel Deich, bei so viel Weite, bei so viel Geradeaus konnte man schon einmal Schneemänner sehen, wo gar kein Schnee lag 😆 Und vielleicht auch etwas aggressiv werden :mrgreen:

Sämtliche Scherze beiseite: Deich, lange Geraden und große Weite können sehr kurzweilig sein und die gut 20 km vergingen wie im Fluge. Schlußendlich fehlte auch nicht, was bei unseren winterlichen Etappenläufen auch einfach nicht fehlen darf:

26.11.17 31

Spaß hat es gemacht, zumal auch das Wetter mitgespielt und sämtliche angesagten Regen-, Schnee- und Graupelschauer um uns herum gelotzt hatte 🙂 Mit Schrecken habe ich heute leider festgestellt, dass ich die zweite Etappe terminlich nicht mitlaufen kann. Aber die dritte und vierte sind gesetzt. Laufen im Winter ist schließlich fantastisch und bei solchen Laufgelegenheiten noch viel mehr!

Vom Dollart zum Jadebusen III

Etappe 3: Von Wiesede nach Cäciliengroden

Gestern liefen wir die Schlußetappe unseres Dreiteilers vom Dollart zum Jadebusen. Wir, das waren Freya, Marion, Ralf, Stephan und meinereiner, der ich nach rechtzeitig abgeklungener Erkältung doch mitlaufen konnte.

Beinahe hätte uns diesmal das Wetterglück verlassen. Nach den beiden ersten Etappen mit jeweils sonnigem Bilderbuchwinterwetter, regnete es auf der Anfahrt zu unserem Zielort Cäciliengroden zeitweise im Strömen. Es regnete auch noch auf der Transferfahrt zum Start. Dann allerdings verkündete Ralf am Steuer, dass er gerade den Scheibenwischer abgeschaltet habe. Und es blieb dann tatsächlich während des gesamten Laufs trocken. Diesiges Wetter stört die norddeutsche Läuferseele ja nicht, zumal es wenig windig und um die 4° „warm“ war.

05-02-17-01

Von Wiesede, dem Zielort der zweiten Etappe, starteten wir also frohen Mutes gen Jadebusen und durchquerten dabei …

05-02-17-05

… und streiften knapp an …

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… vorbei.

Gesäumt wurde unsere Strecke dabei von historischer Wallheckenkulturlandschaft mit wunderschönem, altem Baumbestand.

05-02-17-04

Auf diese Warnung komme ich im weiteren Verlauf noch zu sprechen

Kurzzeitig begleitete uns ein zufällig auf uns treffender Läufer. Ein netter Typ, von dem sich noch ganz nebenbei herausstellte, dass er der Bürgermeister der Gemeinde Friedeburg ist. Wir traffen aber nicht nur Bürgermeister sondern auch andere freundliche und gar nicht scheue Gesellen. Idyllisch ist es in Friesland.

Das ändert sich auch nicht mit der Überquerung des Ems-Jade-Kanals…

… den wir wenig später nach Passieren einer etwas angeknacksten Kirche nocheinmal überquerten. Wer da jetzt irgendwie eine Schlaufe gemacht hat, der Kanal oder wir, ist immer noch ungeklärt 🙄 Von nun an folgten wir dem Kanal für ca. 3 km. Erst auf befestigtem Weg und dann direkt auf der regenweichen Deichkrone. Letztere sorgte binnen kürzester Zeit bei unserer kleinen Läufertruppe für klitschnaße Füße .

Aber laufende Füße sind immer warme Füße und so ging es weiter durch die friesische Landschaft mit Nationlfahne und vorbei am Schloß Gödens …

… in das wunderschöne Dorf Neustadtgödens, wo Schilder viele Häuser zieren, die Auskunft über das Handwerk und den Handel geben, die in ihnen betrieben wurden oder noch betrieben werden (Bild 1 ist damit allerdings nicht gemeint 🙂 ).

Nun komme ich noch einmal auf die anfangs schon erwähnte Warnung zurück:

05-02-17-43

Am Ortsausgang von Neustadtgödens begegnete uns nämlich eine Truppe, die den Boßelsport ausübte. Wer sich über das Boßeln näher informieren möchte, folge bitte diesem Link. Das Boßeln wird auf öffentlichen Straßen betrieben, deshalb auch die Warnschilder und als Nichtboßeler heißt es dann sich vor den heranrauschenden B0ßelkugeln durch einen Sprung an den Straßenrand in Sicherheit zu bringen 🙂

Aber auch diese Gefahr haben wir schadlos überstanden und brauchten nur noch die A 29 zu überqueren um uns unserem Ziel Cäciliengroden am Jadebusen zu nähern. Dort angekommen, hüllte sich der Jadebusen aber fast genauso in Nebel wie der Dollart beim Start Anfang Dezember.

Das tat unserer Feierlaune nach 26,3 km Etappen- und fast auf den Meter genau 80 Gesamtkilometern allerdings keinen Abbruch. Und auch das Schnäpschen zum Anstoßen auf diese Glanzleistung schmeckte, nach dem wir denn irgendwann die Flasche aufbekommen haben. Vielleicht hätte ich die anschließend im Café verzehrten, dicken Tortenstücke vorher essen sollen 😀

Fazit: Es waren drei tolle Läufe in immer wieder bester Gesellschaft durch wunderbare und abwechselungsreiche Landschaften. In Gedanken feilen wir sogar schon an einer Fortsetzung auf weiteren Etappen. Aber bis das soweit ist, geht mein besonderer Dank an Ralf für die Organisation und die perfekte Führung und an seine Frau Heike wie auch an Stephan für die Chauffeurs- und Bringedienste.

Wer sich noch über die ersten beiden Etappen informieren möchte klicke bitte hier und hier 🙂

05-02-17-57

😀

Vom Dollart zum Jadebusen II

Etappe 2: Von Timmel nach Wiesede

Anfang Dezember starteten wir den dreiteiligen Lauf vom Dollart zum Jadebusen am Emdener Hafen. Wer seinerzeit diese erste Etappe laufend und lesend verpaßt hat, kann letzteres hier noch nachholen 🙂

Nun folgte gestern der zweite Streich, beginnend am Dezember-Ziel Timmeler Meer. Teilnehmer waren diesmal Marion, Sylke, Tomma, Ralf, Stephan und meiner einer.

15-01-17-05

Schon die Anfahrt verhieß uns, wie schon bei der ersten Etappe, absolutes Bilderbuchwetter, diesmal allerdings sogar noch garniert mit einem Hauch von Schnee.

Nach einer kurzen Durchquerung von Timmel …

… begaben wir uns auf Teile der Deutschen Fehnroute. Das diese durchaus wörtlich zu nehmen ist, läßt sich schon an den Namen der durchquerten Orte ablesen. Westgroßefehn, Mittelgroßefehn, Ostgroßefehn, Spetzerfehn und Wilhelmsfehn sind nur die Orte unter einer Viezahl von „Fehns“ in dieser Region, die wir durchlaufen haben.

 

Dieser Landstrich mit seinen vielen Kanälen und Zugbrücken, den langgezogen und idyllischen  Ortschaften mit ihren schönen, typisch geduckt gebauten Häusern und Höfen, im Einklang mit dem flachen Land und dem hohen Himmel, ist von bestechender Schönheit. Und selbst für mich sind die langen Geraden entlang der Kanäle in ihrer schieren Unendlichkeit schon etwas besonderes.

Das Laufen auf den schneebedeckten, aber trotzdem größtenteils griffigen Wegen in der klaren, sonnigen Winterluft war ein Traum.

Dann begegnete uns inmitten der weiten Landschaft dieser „Berg“, den wir als Utkiek-Truppe natürlich sofort stürmen mußten.

Erstaunlich wie wenig Meter in die Höhe schon genügen um einen faszinierenden Blick über die Weite der Landschaft zu gewinnen. Aufgeschüttet ist dieser Hügel übrigens aus der Erde vom Kanalbau.

Danach ging es weiter und weiter immer an Kanälen entlang, nur kurz unterbrochen von etwas Moor. Erst kurz vor unserer Ankunft in Wiesede am Rande von Friedeburg trübten ein paar dunklere Wolken den strahlenden Schein der nun schon tiefstehenden Sonne und in der Ferne ging ein Schneeschauer nieder.

Ein paar Schneeflocken rieselten dann auch, als wir uns nach 26 km in einem Café die verbrauchten Kalorien wieder anfutterten.

15-01-17-49

Tomma ist irgendwie nicht mit aufs Bild gekommen 😯

Es war wieder ein genialer Lauf in einer im Vergleich zur ersten Etappe schon ganz anderen Landschaft. Wieder eine tolle Truppe, wieder viel Spaß. Besser konnte es nicht sein!