Nich gut …

Vorgestern habe ich den August lauftechnisch noch einmal barfuß auf der Huntestrecke begrüßt. Zum Ende des unspektakulären und langsamen Laufes stand ich dann noch kurz da um etwas abzukühlen, als ein Radfahrer an mir vorbeifuhr. Als er mich ansprach verzichtete er auf einen Gruß, weil dann hätte die Zeit während des Vorbeiradelns für seine gewichtige Botschaft wohl nicht gereicht und beglückte mich mit der halb vernuschelten Mitteilung: „Nich gut, was Du da machst, hab ich mal einen Fersensporn von bekommen“, auf die mir in dem Moment nur ein „okay“ einfiel. Weg war er. Verständlich, dass er sich nicht auf ein Gespräch oder gar eine Diskussion eingelassen hatte, schließlich sprach seine Aussage für sich und damit erübrigte sich selbstverständlich auch jeglicher Dialog.

Nun stand ich da, fühlte mich mit meiner frevelhaften Tat ertappt, schließlich könnte hinter meinen momentanen Fersenproblemen ja auch tatsächlich ein Fersensporn stecken, wer weiß? Obwohl ich stark vermute, dass es auch schon (lauf)beschuhte Menschen mit Fersensporn gegeben haben soll, werde ich mich dieser unmissverständlichen Äußerung natürlich umgehend beugen und mir unverzüglich wieder Hokas, Pegasuses oder sonstige Laufsofas* an die Füße bappen um diesen Barfuß-Sündenfall nach drei Jahren wieder zu beenden! 😀

So kam es dann auch. Tags darauf schnürte ich zwar doch noch keine Kuschelpuschen* aber immerhin Sandalen an die Füße. Um ganz bewußt die Barfußchallenge zu beenden und nicht doch noch auf weitere Rekorde in dieser Hinsicht zu schielen und mich damit evtl. zu stressen, bin ich im Wald am Woldsee gelaufen. Die Strecke ist nahezu 100%ig nicht barfußgeeignet. Der Wald ist nicht groß, es bedarf schon einer Doppelrunde um 10 km zu laufen, aber er bot doch einwenig Schatten, denn die Sonne schien trotz teils dunkler Wolken kräftig, obwohl die Temperatur nur bei um die 19° lag. Aber eben diese Frische wollte ich noch einmal mitnehmen, bevor auch bei uns im Norden die Hitze Fuß fassen soll.

Erstaunlicher Weise durfte ich nach fünf Wochen unten ohne gleich wieder feststellen, dass meine Ferse auf das Laufen mit Sandalen empfindlicher reagiert als gänzlich barfuß, nicht dramatisch, aber doch spürbar. Für mich ist das unerklärlich, aber deshalb habe ich beschlossen nun doch nicht diesem weisen Radfahrer zu folgen, sondern weiterhin, wo immer es geht, auf jegliches Schuhwerk zu verzichten 🙂

*in Bezug auf meine etwas saloppen obigen Äußerungen zu Laufsofas und Co möchte ich noch einmal ausdrücklich daraufhinweisen, dass das für MICH gilt und ich damit keinerlei Wertung über Läufer abgeben möchte, die mit solchen Schuhen gut zurechtkommen!