Eine Woche keine Sonne

Ich könnte Straßenlaternen umarmen und muß auspassen nicht vor Autos zu laufen, weil mich die Scheinwerfer so magisch anziehen wie die Motten das Licht. Das macht eine komplette Woche Dauergrau mit zusätzlichem ätzenden, kalten Ostwind mit mir. Der Winter gibt noch einmal alles einen an den Rande einer Depression zu bringen 😦

Da kostet sogar der Laufstart etwas Überwindung. Aber wie so oft, wenn man denn erstmal läuft, ist ja irgendwie doch immer alles ok. Das galt zwar nicht für den Utkiek-Lauf am Donnerstag, der auf einer Spaßskala von 1 – 10 eine – 5 bekommen hätte. Heute sah die Welt aber schon wieder ganz anders aus und mittendrin stellte sich auch mal wieder ein schon lange nicht mehr erlebter Runnershigh ein. Na also, geht doch 😎

Vor dem eisigen Wind, der die bei 0° liegende Temperatur gefühlt deutlich ins Minus trieb, flüchtete ich ins einigermaßen baumbestandene Moor. An einer besonders geschützten Stelle trabte ich auch wieder ein kurzes Stück barfuß.

Auf dem Rückweg boten mir die Deiche an Hunte und Kanal weitestgehend Windschutz und kurz vor Zuhause lugte dann doch tatsächlich für einen kurzen Moment die Sonne durch die Wolken. Für länger und ein Bild in Gänse hat es zwar noch nicht gereicht, aber immerhin, es gibt sie noch.

Auf Halbmarathondistanz habe ich der Winterdepression heute Paroli geboten und das sogar mit einem kleinen Pokal auf meiner Garmin für die schnellste HM-Zeit, die sie bis dato gemessen hat. Mal sehen, wie lang der Atem des Winters noch ist, der sch… ausdauernde Ostwind soll auf jeden Fall noch anhalten. Aber heute habe auf jeden Fall ich gewonnen 😀

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Man gau, man gau

Zu hochdeutsch: Man schnell schnell. Und wenn ick mi gau na de Arbeit auf den Laufweg mache, kann ich die Lauflampe jetzt schon zuhause lassen. Für mich immer das erste Indiz, dass der Winter sich so ganz langsam dem Ende zuneigt, auch wenn es gerade erst heute in den frühen Morgenstunden nochmal einen Hauch neuen Schnee gegeben hat.

Die Landwirte sind auf jeden Fall auch schon wieder aktiv, die Güllefässer rollen wieder. Es stinkt im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel. Auch die Holzfäller waren weiter fleißig, die gelagerte Holzmenge hat sich noch einmal verdoppelt. Verrückt, und es stehen immer noch überall Bäume 🙄

Leichter Frost mit schneidig kaltem Ostwind ließ mich mal wieder zur Langtight greifen. Dafür habe ich mir eine andere Verrücktheit in den Kopf gesetzt. Ich möchte jetzt immer mal wieder ein kurzes Stück barfuß laufen und am besten fängt man damit an, indem man damit anfängt. Was ich damit bezwecken will, weiß ich selber nicht. Aber ich habe da einfach mal Bock drauf, nachdem ich seit September zuhause nur noch barfuß oder sockfuß unterwegs bin und auch auf Sylt nicht nur am Strand längere Strecken barfuß zurückgelegt habe.

Kalte Füße bekam ich für die paar Minuten wenigstens nicht. Nur mit dem Tageslicht wurde es zum Schluß doch noch knapp. Aber zum Sehen reichte es noch vollens und zum Gesehen werden hatte ich ja meine quietschgelbe Jacke.

08-02-17-08

Zuhause angekommen bekam ich dann von meiner besseren Hälfte den freundlichen Hinweis, meine Laufklamotten bitte umgehend in die Waschmaschine zu schmeißen, so sehr hatten sie sich der „frischen Landluft“ angenommen 😦

Blankgeputzter Himmel

05-01-17-01

… bei herrlich klarer und kalter Luft am Mittag deutete es schon an: Heute abend am Utkiek war Schluß mit kurzen Hosen.

Da kann man schon mal gucken wie ein erschrockenes Kaninchen 😀 Immerhin schlief der eisige Nordwind pünktlich zum Lauf ein und der Utkiek präsentierte sich noch schneefrei.

Lange Lauftights, die schickste Erfindung seit sherwood forest 😀

Alles über Deichhöhe ist überflüssig

Das ist ja eigentlich das Motto meines Blogs 🙂 Aber momentan reicht die Höhe der Deiche sogar um die Sonne dermaßen wegzufangen, dass die daneben liegenden Wege in deren Schatten tief winterlich bleiben.

06-12-16-08

Aber auch der Schatten von Bäumen, Gebäuden und sonstigen Gedöns reicht zur Zeit für etwas schlüpfrige Wegeverhältnisse. Auch der Blick aus dem Fenster beim Umziehen zum Lauf zeigte eindeutig: Winter. Da friert sogar der Weihnachtsmann 🙂 Eisiger Nebel und Eis auf dem Kanal zeigten ebenfalls: Winter! Sinnigerweise hatte ich mir mit den Nike Pegasus die Schuhe mit dem mäßigsten Profil ausgesucht :-/

Auf den ersten 7 Kilometern beißt ein leichter Ostwind in die betuchten Oberschenkel. Witzigerweise störte das die Waden weniger. Der Rückweg mit Rückenwind war da etwas molliger.

Das Zettelchen mit der Frage wie wir Weihnachten feiern, steckte auch immer noch im Zaunpfahl. Weitere Zettel konnte ich aber nicht entdecken.

06-12-16-10

Auf der Rampe runter von der Huntebrücke ist mir dann das passiert, was ich schon seit Jahren fürchte. Mitten auf dem Weg guckt das Ende eines Rohres aus dem Boden, rostbraun wie der Boden selber. Immer habe ich darauf aufgepaßt, aber heute bin ich bei der Suche nach dem Rohr draufgetreten. Zum Glück ist bis auf leichtes Umknicken ohne Folgen nichts passiert.

Irgendwann werde ich das Ding mal mit Neonfarbe ansprühen :-/

Einen knappen Kilometer vor Zuhause traf ich einen Kollegin mit ihrem Vater und Hund. Ich stoppte mich und den Garmin für einen kurzen Schnack. Diese Pause nutzte der Garmin trotz ausreichend Strom um sich einfach komplett abzuschalten. Er ließ sich erst nach dem Lauf durch Anstöpseln an den PC wieder zum Leben erwecken und zeigte dabei noch 21% Akkukapazität an. Macht das Ding jetzt nach nur einem Dreivierteljahr schon die Grätsche? Ich hoffe nicht, ich bin doch so hilflos ohne das Teil 😦

Der Lauf hatte heute also ein paar Widrigkeiten. So what, die klare Luft und die Abendstimmung waren wieder mal genial.