Ups

… das war so gar nicht gewollt. Nach meiner kurzen Aua-Auszeit bin ich in dieser Woche wieder zur Laufnormalität zurückgekehrt. Mehr sogar, in den letzten sieben Tagen bin ich viermal gelaufen und dabei auf knapp 62 km gekommen. Das war definitiv so nicht geplant und ich hatte es so auch gar nicht auf dem Schirm. Aber mein Statistik lügt nicht und ich kann unverhofft  die laufstärkste Woche dieses Jahres verbuchen.

Bebildert sind aber nur zwei Läufe. Der vom Sonntag, wo sich der Sommer noch eine Auszeit gegönnt hatte, …

… und der heutige, wo der Sommer mit aller Macht wieder da war. Allerdings ein Sommer wie er besser nicht sein kann. 25° mit einer erfrischenden Brise aus Ost. Da läßt es sich laufen und der Start um kurz nach 17 Uhr machte auch die Sonnencreme entbehrlich.

Zuerst lief es durch die Bornhorster Wiesen entlang der Hunte, danach ging es durch die Marsch im Bereich Gellen, weiter entlang des Großen Bornhorster Sees und über das ländlich idyllische Bornhorst wieder zurück nachhause.

Mein Plan eines 20 + -Laufs ist damit aufgegangen. Meine nichtlügende Statistik hat mir nämlich erschreckender Weise auch verraten, dass mein letzter Lauf über 20 km schon über ein sagenhaftes Vierteljahr zurückliegt. Und da Berlin nun doch irgendwie so ganz langsam näher kommt, sollte ich auch allmählich in Quark kommen.

Apropos Quark, der kommt auch noch an meinem Unterschenkel zum Einsatz, um die allerletzten Reste meiner Unterschenkelmaleschen den Rest zu geben. Magerquark hilft da mal wieder mehr als alles andere. Faszinierend!

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Run to the Schwieger-Mum, der xste

Vor sechs Jahren habe ich das Zuhause meiner Schwiegermutter im ca. 20 km entfernten Berne das erste Mal laufend angesteuert. Seitdem kommt es immer mal wieder vor, dass ich zu ihr laufe während meine bessere Hälfte das Auto benutzt und meine Wechselklamotten mitnimmt.

Das ist quasi eine Win-win-Situation. Ich sehe meine weltbeste Schwiegermutter und bekomme gleichzeitig ausreichend Auslauf. Genügend Streckeenauswahl gibt es auch, Herz was will ich mehr.

Heute also wieder einmal links der Hunte durch Moor und Marsch via Gellen, Butteldorf und Huntebrück nach Berne. Dieser Februar-Sonntag erfreut dazu mit allerfeinstem Novembergrau.

Mit dem Tauwetter ist das frische Schneeweiß von letzter Woche auf den Moorteichen und -gräben verschwunden und die düstere Moormelancholie befindet sich auf dem Gipfelpunkt.

In Gellen sitzt wieder (oder immer noch?) dieses Bärchen auf einem Tisch an einem kleinen Rastplatz. Das hatte ich da schon bei meinem Lauf am 03.10.2016 gesehen, kurios. Für den Schlitten, der in Butteldorf in einem Vorgarten steht, gibt es in diesem Winter hoffentlich keine Einsatzmöglichkeit mehr.

Hinter Butteldorf öffnet sich die Marsch und das Grau verbindet sich mit der Weite der offenen Landschaft.

Ganz und gar nicht zur Novembertristesse paßt meine Lauffreude, die Beine schlagen von ganz alleine ein flottes Tempo an, das ich immer wieder vergebens zu bremsen versuche und so vermeldet die Garmin nach nur acht Tagen erneut einen neuen Halbmarathon-Rekord. Aber es steht immr noch eine 2 bei den Stunden, also kein Grund zur Sorge 😎

600 m  nach der Halbmarathon-Marke ist der Lauf auch zu Ende und es folgen ein schöner, gemütlicher und geselliger Nachmittag und ein ebensolcher Abend bei meiner Schwiegerma.

19-02-17-20

Ich wünsche mir, dass es noch viele, viele Gelegenheiten zum Run to Schwieger-Mum geben wird.

Läuferweisheiten

„Das Tempo tötet, nicht die Strecke“ Diese Läuferweisheit ist im positiven Sinne das Ergebnis meines heutigen Laufs. Bei sonnigem, 8° frischem Bilderbuchwetter machte ich mich wieder daran Ausdauerkilometer zu sammeln. Erneut hielt ich das Tempo bewußt niedrig um dem Fuß auf den vielen geplanten Kilometern so viel Schonung wie möglich zu geben.

Die Strecke führte mich durch das Ammerland, die Wesermarsch und zum Anfang und zum Schluß durch das Gebiet der Stadt Oldenburg. Klingt bombastisch, aber die Landkreise und die Stadt Oldenburg bilden nah an meinem Zuhause quasi ein Dreiländereck 😉

Über Wahnbek, vorbei am Funkturm, am Ipweger Moor und bayuwarisch anmutender Architektur ging es durch Geest und Marsch Richtung Gellen und weiter an die Hunte.

An Untergründen kam mir heute so ziemlich alles unter die Füße: Asphalt, Plastersteine, Klinkerstraße, Schotter- und Sandwege, Wiese, Deich und auch, weil ich mich einmal kurz verlaufen hatte, ein Maisstoppelacker 🙂

Nach ca. 8 km wurde ich mitten in der Pampa von einem Paar mit einem wunderschönen Boxer angesprochen. Die machten mich auf einen weiteren Hund in einiger Entfernung aufmerksam, der seinem Besitzer nicht gehorchte, auf dessen Rufen nicht hörte und immer wieder vor diesem weglief. Irgendwann hatte das Herrchen sein Tier aber wieder an der Leine, nachdem er ihm kreuz und quer über Wiesen und Felder hinterher gestiefelt war. Solange hatte ich mich mit dem Paar nett unterhalten und mich beim Weiterlaufen bedankt, dass sie mich davor bewahrt hatten, eventuell Opfer dieses Hundes zu werden.

Ich dieselte weiter, Kilometer um Kilometer, bis sich ein Weg als Sackgasse erwies und auf besagtem Maisacker endete. Diesen zu überqueren um an den dahinter liegenden Huntedeich zu kommen, gelang nicht. Ein Graben nebst Zaun versperrte den Weg. Also über den Acker wieder zurück und einen anderen Weg gewählt. Hier galt es nur noch ein Gatter zu überklettern, was mein linker Oberschenkel mit einem kurzen Krampf quittierte, und ich war wieder auf Kurs.

Das war dann aber auch die, im wahrsten Sinne des Wortes, letzte Hürde und ich tuckerte in stoischem Tempo weiter durch die Bornhorster Wiesen, in denen nun schon erkennbar weniger Wasser steht, und über die Treppe der Huntebrücke nachhause.

Auf satte 31,4 km mit einer Durchschnittspace von 6:35 (der langsamste Kilometer lag sogar mal bei 6:50 🙂 ) bin ich heute gekommen. Dabei gab es kein Mucken im Fuß und so ab KM 29 schlich sich auch noch so ein grenzdebiles Grinsen ins Gesicht und hielt bis zum Schluß an, lange schon nicht mehr erlebt, fanatastisch! 😀

Eine weitere (Ultra-)Läuferweisheit besagt: „Was Du in einer Woche laufen kannst, kannst Du auch an einem Tag laufen“. Diese Woche bin ich 50,8 km gelaufen. Bald sollen es 51 km an einem Tag sein. Paßt schon mal! An den 200 m soll es wohl nicht scheitern 😎

 

 

Kleiner Duathlon

Der Reiz des Neues ist anfänglich immer eine starke Konkurrenz für das Altbewährte. Bekanntlich gibt sich das mit der Zeit. Aber solange dem noch nicht so ist und ich zudem noch Urlaub habe, geht auch mal Biken und Laufen an einem Tag. Heute stand ein gepflegter Lauf auf dem Programm, aber das neue Spielzeug, wie gesagt, gleich an Tag zwei der Familienzugehörigkeit unbeachtet im Schuppen stehen zu lassen, ging gar nicht. So gönnte ich mir heute einen kleinen Duathlon. Allerdings beides nichts wildes.

Zuerst ein kurzer Ausritt mit dem neuen Pferdchen, 24 km in um die 54 Minuten.

27.08.14 01

27.08.14 02Frischer, blanker Asphalt mitten in der Pampa, glatt wie ein Kinderpopo. Da lacht das frisch gebackene Biker-Herz 😀

Anschließend, nach einer halbstündigen Pause, noch ein Lauf über knapp die halbe Bike-Distanz, genauer 11 km, im entspannten Tempo knapp unter 6:00 Min/KM.

27.08.14 03

Das Ganze fand an einem wunderbaren Spätsommertag mit wenig Wind und Temperaturen um die 20° statt.

Nach einer Biketour noch in die Laufschuhe zu steigen war eine neue Erfahrung für mich. Eine durchaus angenehme. Da die  Rennradtour nur eine kurze war, fühlten sich die Beine leicht, locker und gut aufgewärmt an. Ein paar Laufkilometer mehr wären noch locker drin gewesen. Aber leider gab der Tag heute zeitlich nicht mehr her.

How to shit in the woods

Womit man überall sein Geld verdienen kann … Eine Anleitung wie man sein Geschäft abseits vom hygiensich, sterilen Porzellan, inklusive Papier, Feuchtreinigungstüchern oder gar einem Bidet, verrichtet, hat der Menschheit gerade noch gefehlt. Das dem wirklich so ist, scheint der Verkaufserfolg von über einer Million Exemplaren in den USA und Kanada, zu belegen. Danke, liebe Anne, dass Du mich vor kurzem in einem Kommentar auf diesen Meilenstein der Literatur aufmerksam gemacht hast 😉

Nun denn, ich hatte leider nicht die Idee mit diesem Machwerk meine Brötchen zu verdienen. Allerdings habe ich habe ich mir das Werk auch nicht gekauft, sondern mich heute wieder mal so an der Praxis geübt. Gute 6 km hatte ich heute auf dem Tacho, als mein internes Warnsystem mich dringendst dazu aufforderte in the woods abzubiegen. Zum Glück war da sogar einer. Wenn mir schon nicht, wie vor ungefähr vier Wochen der Komfort eines sauberen Dixi-Klos geboten wurde, war damit zumindestens der Blickschutz gewahrt.

Das soll jetzt zu dem Thema aber auch reichen, dass mich zum dritten englischsprachigen Titel in Folge animierte. Schließlich hatte ich mir heute Großes vorgenommen. Ein Lauf zwischen 25 und 30 km sollte es werden. In der Nacht und am frühen Morgen hatte es kräftig geregnet und stürmischer Wind hat Schwüle und hohe Temperaturen erstmal verblasen.

Die Strecke führte durch Wahnbek, das Ipweger Moor und Gellen Richtung Hunte. Meine neuen Laufschuhe bekamen dabei nachzu alle Untergründe geboten, die man sich vorstellen kann. Pflastersteine, schmale Trails, Asphalt, Klinkerstraßen, Schotterwege, Sandwege und Rasen auf der Deichkrone. Ab Kilometer 16 ging es für 6 km stramm gegen den Wind an. Der Wind taugte auch dazu, das schweißnasse Laufshirt zwischendurch mal eben zu trocknen. Nur loslassen durfte man es dabei nicht;-)

Ich weiß auch nicht, wer Bernd ist und ob Bernd auch Sachal (siehe Bilder) genannt wird. Aber Bernd hat offensichtlich Fans oder Familie, die ihm bei seinem Lauftraining kräftig unterstützen. Einen Wettkampf hat es auf dieser Strecke meines Wissens nach nicht gegeben. Ob Bernd, wie ich heute, wohl auch schon so ein nettes Erlebnis mit so einem Cola-Gel der flüssigen Art hatte, weiß ich ebenfalls nicht. Als ich das Bedürfnis nach einem kleinen Push hatte, riss mir der Abreißer ab, ohne den Zugang zum koffeinhaltigen Inhalt freizugeben. Da mußte ich mit meinen Beißerchen nachhelfen und der Inhalt verteilte sich danach ungefähr zu gleichen Teilen in den Mund und auf die Hände. Auf den Händen erzeugte das Zeug die Wirkung von Sekundenkleber. Megaätzend! So mußte etwas Wasser aus einer meiner Trinkbuddeln helfen, meine Finger wieder gangbar zu machen. Bei einem Wettkampf wäre das wirklich das allerletzte gewesen, was man gebrauchen kann.

Auf den letzten Kilometern ließen meine Kräfte deutlich nach, mittlerweile brannte wieder die Sonne und der kühlende Wind ließ nach. Aus einer nicht zu identifizierden Wolke fielen 57 Regentropfen. Bei Kilometer 22 war der Saft derart alle, dass ich die Treppe zur Huntebrücke hochgegangen bin. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon beschlossen es bei 25 km bewenden zu lassen, die ich dadurch „voll“ machte, dass ich nochmal 150 m an meiner Haustür vorbeigerannt bin. An dieser angekommen, war ich fix und foxi und hätte keinen Meter mehr laufen wollen und leichte Kopfschmerzen machten sich breit. Aber trotz der leichten Widrigkeiten war es ein guter Lauf, bei dem ich insgesamt unter 6:00er Schnitt geblieben bin. Voll fett  😎