Ich hatte Zeit und ich hatte Lust

04.05.19 21Deshalb sollte es heute ein etwas längerer Törn werden. Allerdings versprachen die Wetteraussichten nichts Gutes, auch hatte ich gelinde Zweifel bezüglich der Länge, die ich mir vorgenommen hatte. Kalt sollte es sein und immer wieder schauern und graupeln. Der Wetterkartencheck sah aber gar nicht mal schlecht aus. Das Regenradar versprach, dass der kräftige Nordwestwind von der Nordsee her nur noch einen Schauer bringen sollte. Danach war nichts mehr zu sehen. Es sollte sich bewahrheiten! Also auf ging`s, kurz vor Mittag bei gerade mal 8°. Die Luft aber war genial, zwar kalt aber glasklar.

Ich umkurvte zu erst den Großen Bornhorster See …

 … und danach den Kleinen Bornhorster See. Hier erwischte mich der auf dem Regenradar sichtbare Schauer, es war ein Graupelschauer und es wurde mit stürmischen Windböen eiskalt. Da war ich froh, dass ich die Handschuhe in den Rucksack gesteckt hatte, die nun erst einmal zum Einsatz kamen.

Dann ging es weiter Richtung Wahnbek, über die Autobahnbrück der A 29, die vor einigen Jahren einmal traurige Berühmtheit erlangt hatte. Bei dem Bilderbuchwetter, dem Himmel und der Landschaft mochte ich an diese düstere Tat allerdings nicht lange denken.

Schnell hatte ich das dann auch wieder vergessen, lief weiter über flauschige Sandwege und nervige Schotterpisten Richtung Gellener Moor und gönnte mir ein erstes kurzes Päuschen.

Weiter führte mich die Reise nach Fuchsberg, zu einem der Melkhüser, die es hier in der Region gibt. Nach 20 km konnte ich nicht widerstehen und lies mir ein Stück Rhabarber-Baiser-Kuchen und eine große Tasse Tee schmecken. Neben Wasser meine einzige Verpflegung auf diesem Lauf.

So gestärkt trabte ich weiter Richtung Butteldorf um von dort aus wieder Kurs Richtung Oldenburg zu nehmen. Damit wurde dann auch die Laufstrecke wieder so langsam alltäglich vertraut.

Bei dem kräfitgem Wind, der zum Glück mehr von der Seite als von vorne kam, lief ich den Weg entlang der Hunte unter der Huntebrücke durch bis zu seinem Ende beim Klärwerk, bog dann auf ruhige Nebenstrecken ab um so allmählich wieder dem trauten Heim zuzustreben. Nicht aber ohne vorher noch beim Bäcker die Brötchen für das morgige Sonntagsfrühstück gekauft zu haben, justemang bevor er zugemacht hatte. Schlußendlich mußte ich noch ein paar Schlaufen einbauen um die Strecke vollzukriegen, die ich mir in den Kopf gesetzt hatte. Das hatte dann auch geklappt und nach 42,4 km beendete ich den Lauf und somit zum zweiten Mal in meinem Läuferleben einen Marathon ganz für mich alleine.

Bester Laune und mit noch nicht einmal gestreßten Beinen konnte ich diesen Lauf abschließen. Es hätte sogar noch weitergehen können, aber ich war ja nun schon lang genug unterwegs gewesen. Die Durchschnittspace von 6:27 ist nämlich nur die halbe Wahrheit, da ich jede Laufpause abgestoppt hatte. Wenn man nämlich zwischendurch Tee- und Kuchenpause macht, hier fotografiert, da fotografiert, Sandalen immer mal wieder an- und auszieht und zu guter Letzt auch noch beim Bäcker einkaufen geht, braucht man schon verdammt lange 😀

28,2 km war ich in den Pies Sucios und 14,2 km barfuß unterwegs. Ich will es nicht verhehlen, dass war eine absolut geile Sache heute 😎 Zumal ich in diesem Jahr erst einen einzigen Lauf von 30 km gemacht hatte. Bei so einem frischen Wetter wie heute, bei dem ich nicht ins Kochen gerate, kann ich offensichtlich laufen, laufen, laufen, genial!04.05.19 25

Schmutzige Füße

Ich bin ja des Spanischen nicht mächtig, aber mich interessierte einfach mal was der Name meiner Laufsandalen auf Deutsch bedeutet. So habe ich „Pies Sucios“ einmal in den Google-Übersetzter eingeben und heraus kam „Schmutzige Füße“. Da mußte ich doch herzhaft lachen. Nicht nur weil „Schmutzige Füße“ schon ein sehr skuriller Name für Sandalen sind, sondern auch weil es so wunderbar zu meinem Lauf am Dienstag paßte. Da wollte ich nämlich gleich die etwas unentspannten 17 km vom Montag wieder vergessen machen und bin auf einer verhältnismäßig kurzen Runde um den Woldsee und den angrenzenden Wald gegangen. Dabei war der Weg direkt um den See sowas von matschig, dass sich sehr schnell schmutzige Füße in den „Schmutzigen Füßen“ eingestellt hatten. Wie praktisch, dass ich die „Schmutzigen Füße“ und meine schmutzigen Füße zum Ende der knapp acht Kilometer gleich im Woldsee wieder sauber machen konnte. Dabei mußte ich nur aufpassen, dass die federleichten Sandalen nicht gleich vom Wind abgetrieben wurden 😆

Ansonsten hatte sich die Mission des Vergessens des Montagslaufs erfüllt und es war ein wunderbarer Lauf. Tagsdrauf hatte ich einen noch kürzeren Lauf gemacht. Einmal rauf zur Huntebrücke, andere Seite wieder runter zum Blankenburger See und zurück. 5,4 lockere Barfußkilometer.

Am Donnerstag beim Utkiek-Lauf war ich wieder mit den „Schmutzigen Füßen“ unterwegs und nach einer Weile fragte mich Stephan „Mal Hand auf`s Herz, hast Du keine kalten Füße?“ Ich konnte ihm hoffentlich glaubhaft versichern, dass meine Füße nicht nur nicht kalt sondern sogar wunderbar warm waren.

Am heutigen Samstag habe ich die „Schmutzigen Füße“, ich will sie ab sofort aber wieder Pies Sucios nennen, klingt doch irgendwie netter, einem ersten Langstreckentest unterzogen. Irgendetwas um die 20 km + hatte ich mir vorgenommen. Zur Sicherheit, falls es irgendein Problem geben sollte, hatte ich in meinen Laufrucksack die Leguano Laufsocken eingepackt. Bei stürmischen Wetter ging es über den Bahndamm der alten Braker Bahn, vorbei an Kleinem und Großem Bornhorster See, ins Gellener Moor und weiter zur Hunte.

Zwischendurch habe ich immer mal wieder kurz angehalten und geschaut, ob speziell dort wo die Bändsel zwischen den großen Zehen und ihren Nachbarn durchgehen alles in Ordnung ist. Dabei mußte ich aufpassen, dass mir die jeweils ausgezogene Sandale nicht davon flog 😀 Auf den letzten ca. fünf Kilometern zog Regen auf und der Wind drehte noch einmal richtig auf. Da wurden mir tatsächlich die Füße sogar mal etwas kalt 😆 Darüberhinaus weichte die Haut auf und ich war denn doch froh, als ich nach 24,5 km wieder zuhause ankam. Die waren dann, gerade durch die Näße zum Ende, auch wirklich genug. Passiert ist aber nichts und es war ein super Lauf. Ich muß feststellen, dass mir die Laufsandalen „drohen“ den hochgeschätzten FiveFingers den Rang abzulaufen, so genial empfinde ich das Laufen mit den schmutzigen Füßen an den Füßen 😀

In den letzten sechs Tagen bin ich fünfmal gelaufen und es kamen dabei gute 64 km zusammen. Gar nicht mal schlecht dafür, dass gerade der erste dieser Läufe nicht so wirklich gut gelaufen war 😎

Nicht ungewöhnlich, aber ungewohnt

Der Wind, der Wind schrieb Doris letztens und berichtete über den kalten Ostwind, der über das Salzburger Land strich und die Temperatur in Echt und gefühlt in den Keller rauschen ließ. Dieser Wind hat offensichtlich ein recht großes Wirkungsgebiet. Auch hier im Norden sorgte er bei ebenfalls realen 3° und gefühlten Minustemperaturen für ausgesprochen schattige Verhältnisse, zumal er hier recht kräftig und -im Gegensatz zum Wallersee- ohne Sonne daherkam .

Deshalb zog ich es gestern einmal vor die freien Wiesen geben das halbwegs baumbestande Gellener Moor zu tauschen um etwas Windschutz zu genießen. Dabei macht Kälte Beine, war ich auf den 15 km doch verhältnismäßig flott unterwegs 😎

Heute ließ ich es etwas ruhiger angehen, wagte mich aber trotz der selben Wetterlage wieder an die Hunte. So leicht bekleidet wie Manfred traute ich mich das aber nicht. Neben Handschuhen und Mütze brauchte ich am Oberkörper schon drei Lagen um mich wohlzufüllen und habe trotzdem nicht geschwitzt.

21.11.18 01

Ungewöhnlich ist diese Wetterlage für November ja wirklich nicht, aber eben einfach ungewohnt nach all diesen vielen, wunderbaren, warmen Herbstwochen, während derer man aus dem Sommermodus gar nicht richtig herauskam.  Und nun haben wir in eineinhalb Wochen schon den ersten Advent, irre! 😯

Der April

… hat dieses Jahr gefühlt mehr Sommertags als das ganze Jahr 2017 zusammen und leitete nach dem sehr kalten März einen abrupten Übergang vom Winter in den Sommer ein. Da ächzt der morsche Deichläufer und sein Körper erinnert sich wieder des Schwitzens. Aber g..l ist es ja schon in Minimalbekleidung den bleichen Körper der Sonne auszusetzen. Wenn gleich das auch, je nach Tageszeit, jetzt wieder mit dem elenden Geschmaddel des Eincremes mit Sonnenschutz verbunden ist.

Mittwochabendfeierabendrunde:

Der Utkiek-Lauf war ebenfalls hochsommerlich, aber bilderlos. Am heutigen Sonntag gönnte ich mir einen etwas längeren Lauf am Nachmittag. Ob die Tageszeit gerade geschickt gewählt war, sei einmal dahin gestellt, es war schon ganz schön sonnig und warm. Aber zwischen dem Gerechtwerden des Schlafbedürfnisses und den für den Abend angekündigten Gewittern blieb halt nur dieses Zeitfenster 😆

Um den Großen Bornhorster See herum ging es Richtung der Gellener Torfmöörten, dem kleinen, wunderschönen Moorgebiet, und von dort aus weiter Richtung Bornhorster Wiesen und Hunte. Der Weg ins Gellener Moor, den ich auch am Mittwoch ein Stück gelaufen war, war in der Zwischenzeit frisch geschottert worden. Da war ich froh, dass ich mich für die V-Trails entschieden hatte und diese konnten beweisen, was sie können. Und sie können 🙂

Unterm Deich, auf der knapp drei Kilometer langen Geraden, stand die Luft und sommerlicher konnte das Lauffeeling gar nicht ausfallen. Auch an der Hunte hatte ich den eh sehr schwachen Wind von hinten und garte im eigenen Saft vor mich hin. Endlich wieder Salzränder im Laufshirt! 😀

23 km sollten, mußten, durften deshalb auch reichen. Schließlich soll es nächstes Wochenende noch etwas weitergehen, gepaart mit ein paar Höhenmetern. Da muß der morsche Deichläufer sein eh knapp gesätes Laufpulver ja nicht komplett im Aprilsommer verbrennen 😛

Mangelnde Traktion

Nach den doch sehr asphaltigen 23 Kilometern vom Sonntag wollte ich mir und meinen Füßen etwas Gutes tun. Deshalb habe ich mir heute eine kleine Runde durch das Moor des Naturschutzgebietes Gellener Torfmöörte gegönnt. Kleine Runde bedeutete auch, dass ich ohne Schuhe gelaufen bin.

Zuerst zwar noch gute 2 km über Asphaltstraße, an deren Rändern sich auf der einen Seite noch die letzten Schneereste von der vorherigen Woche und auf der anderen Seite schon das Moor zeigten …

… in das es nun hineinging.

War es auf dem nassen Asphalt anfänglich (eis)kalt, waren die Füße schon nach kurzer Zeit wohlig warm und auch kurzes Stehenbleiben zum Fotografieren macht ihnen überhaupt nichts aus. Dafür hatten sie ein anderes Problem: Die Pfade durchs Moor waren sehr matschig, hier hatten sich wohl ein paar Mountinbiker ausgetobt, und irgendwie mangelt es den Fußsohlen an Profil 😯 Wenigstens konnte ich meine unbändige Laufkraft an manchen Stellen nur mühsam auf den Boden bringen und einmal hätte es mich um Haaresbreite lang hingelegt, als die Füße plötzlich jegliche Haftung verloren :mrgreen:

Dagegen waren die Sandwege zum Schluß absolut griffig und eine Pfütze, um sich zum Schluß den Schlamm von den Füßen zu waschen, bot sich auch noch 😆

7,4 Kilometer Spaß auf höchstem Niveau, ich hätte ewig so weiterlaufen können. Aber Zeit und Vernunft waren zwei kräftige Gegenspieler. Aber heute ist nicht aller Tage, ich komm wieder ins Moor, keine Frage.

Mein erster Halbmarathon

Nein, der Titel bedeutet nicht, dass ich jetzt anfange in den Annalen des Deichläufers zu kramen, um Sentimentales aus den Anfangsjahren meiner Lauferei zu posten 🙂 Hier und heute geht es um meinen ersten Lauf über die Halbmarathondistanz in minimalen Laufschuhen, konkret in den Five Fingers V-Trail.

Geplant war das zwar eigentlich nicht, ich hatte mir eine 17 – 18 km lange Strecke ausgeguckt, aber die wunderbare Freizeit, die uns die 500-jährige Reformiererei heute bescherte, wollte genutzt werden und so vollführte ich bei Kilometer 8,5 km einen spontanen Richtungswechsel, der dann Halbmarathon bedeutete.

Statt zur Hunte bog ich zum Gellener Moor ab, wo ich mich in Gellen immer freue, dass dieser kleine Geselle seit Jahren nie stibitzt wird.

In den Gellener Torfmöörten gab es wegen der Hinterlassenschaften von Xavier noch etwas Hindernislauf. Herwart hingegen hat hier zum Glück keine weiteren Bäume umgeworfen.

Hundert Meter vor der Haustür, an der verkehrsberuhigt engsten Stelle unserer Straße, habe ich dann noch einen Haufen Kastanien beiseite gekickt, die da irgendein Torfkopf hingekippt oder verloren hat, bevor sich da noch Fußgänger oder Radfahrer im Dunkeln auf den Pinsel legen, und das wars dann mit dem ersten richtigen, ungedämpften Longjog in den Annalen des Deichläufers 😀

Die Stellen, wo mir bei meinen vorherigen Läufen die Five Fingers doch Blasen hinterlassen hatten, hatte ich vorsichtshalber mit Leukopor abgeklebt und so gab es diesmal keine Probleme, zumal die Füße heute nahezu trocken blieben. Allerdings merkten die Sehnen zum Schluß schon, dass das Stretching heute etwas länger gedauert hat, aber ansonsten bin ich die 21,2 km im geruhsamen 6:20iger Schnitt locker durchgetrabt. Nice 🙂

Testlauf, Regenlauf, läuft! II

Heute fielen Test- und Regenlauf zusammen. Es wurde Zeit eine Standortbestimmung in Bezug auf den nahenden Berlin-Marathon vorzunehmen. Der letzte Lauf über 30 km war der Hermannslauf am 30.04., da sollte es heute ein Lauf mit irgendwas zwischen 25 – 30 km werden. Feinen Nieselregen und bescheidene 15° nahm ich dabei als optimale Laufbedingungen gerne hin.

Ich lief um den Kleinen Bornhorster See, der bei diesem Wetter nahezu hundefrei war, um den Großen Bornhorster See und bog dann in das Gellener Moor ab. Mein Vorhaben dort vier bis fünf Kilometer barfuß zu laufen wurde aber nach nur 1,8 km von frisch mit Holzschnitzel versehenen Wegen durch das Moor torpediert, dass war mir dann doch zu unbequem. Zur Entschädigung fing es dafür aber ab Kilometer 14 noch einmal richtig an zu schütten. Herrlich!

Wenig später verabschiedete sich der Regen entgültig und es kam sogar etwas die Sonne heraus.

Nach ca. 22 km fühlte ich eine erste Schwere in den Beinen, aber ansonsten lief es gut. Über die weiteren Kilometer sank lediglich das Tempo von ruhig auf sehr ruhig. Stoisch dieselte ich weiter, konditionell gab es nichts zu meckern und nach summa summarum 31 km in einer Gesamtpace von 6:20 war ich wieder zuhause.

Im Vorfeld richtig durchgeplant hatte ich diesen Lauf nicht. Die Strecke hatte ich nur grob im Kopf, zu Essen hatte ich nichts mit und zum Befüllen der Trinkblase hatte ich keinen Bock. Stattdessen hatte ich lediglich zwei leere Halbliter-Mineralwasserflaschen mit Leitungswasser gefüllt und ins Heckabteil verfrachtet. Nach den ersten 200 m hatte ich gemerkt, dass ich meine Salztabletten nicht eingesteckt hatte, aber nach 200 m dreht man halt nicht mehr um. Bei den Temperaturen war das kein Drama und Wadenkrämpfe blieben aus. Irgendwie lies Olivers letzter Blogbeitrag grüßen 😀

Lief wieder mal, da kann ich nicht meckern. Ob es auch weiterhin läuft, wird sich kommende Woche zeigen. Montag werde ich den Bluttest auf Borreliose-Antikörper wiederholen lassen, da der Fleck einfach nicht verschwinden will. Im Gegenteil, der ist noch etwas größer geworden. Eine eventuelle Anitbiotika-Kur käme mir eigentlich ziemlich ungelegen.

Aber egal, der heutige Lauf hat mir ein gutes Gefühl für ein paar mehr Kilometer gegeben und schlimmstenfalls wandere ich die letzten Kilomter beim Berlin-Marathon ins Ziel.