Idylle mit Schönheitsfehlern

Ein einziges Pfingstläufchen habe ich an diesem langen Wochenende hinbekommen, zuviel anderes stand auf dem Plan. Aber dieses Läufchen war ein wirklich tolles. Automobil hatte ich mich zum Gellener Moor begeben, ich wollte auf angenehmen Untergründen einen schönen Barfußlauf unternehmen. Auf weichen Sandwegen ging es los, wenn auch der erste an einigen Stellen mit Schotter „ausgebessert“ wurde, aber das ließ sich gut umlaufen. Nach gut acht Kilometern lief ich dann direkt ins Moor. Das explodierende Grün zaubert eine fantastische Stimmung ins Moor. Allerdings wurde dort die durch Einsamkeit gekrönte Idylle durch eine wahre Insekteninvasion getrübt. So lange ich im Laufschritt blieb war alles ok, aber wehe ich machte auch nur eine kurze Pause, dann wurde ich regelrecht von irgendwelchen blutsaugenden Viechern überfallen. Zum Ende des Laufs zierten reichlich Einstiche meine Beine und selbst meine Kopfhaut wurde durch das Buff gestochen.

Aber von dieser Kleinigkeit abgesehen war es ein genialer Lauf. Gute 10 km auf tollen weichen Naturwegen und knappe vier auf Asphalt. Die 14,1 km waren dabei ein neuer Barfußlängenrekord. Es hat wirklich Spaß gemacht *juck* kratz*  😆

Advertisements

Der April

… hat dieses Jahr gefühlt mehr Sommertags als das ganze Jahr 2017 zusammen und leitete nach dem sehr kalten März einen abrupten Übergang vom Winter in den Sommer ein. Da ächzt der morsche Deichläufer und sein Körper erinnert sich wieder des Schwitzens. Aber g..l ist es ja schon in Minimalbekleidung den bleichen Körper der Sonne auszusetzen. Wenn gleich das auch, je nach Tageszeit, jetzt wieder mit dem elenden Geschmaddel des Eincremes mit Sonnenschutz verbunden ist.

Mittwochabendfeierabendrunde:

Der Utkiek-Lauf war ebenfalls hochsommerlich, aber bilderlos. Am heutigen Sonntag gönnte ich mir einen etwas längeren Lauf am Nachmittag. Ob die Tageszeit gerade geschickt gewählt war, sei einmal dahin gestellt, es war schon ganz schön sonnig und warm. Aber zwischen dem Gerechtwerden des Schlafbedürfnisses und den für den Abend angekündigten Gewittern blieb halt nur dieses Zeitfenster 😆

Um den Großen Bornhorster See herum ging es Richtung der Gellener Torfmöörten, dem kleinen, wunderschönen Moorgebiet, und von dort aus weiter Richtung Bornhorster Wiesen und Hunte. Der Weg ins Gellener Moor, den ich auch am Mittwoch ein Stück gelaufen war, war in der Zwischenzeit frisch geschottert worden. Da war ich froh, dass ich mich für die V-Trails entschieden hatte und diese konnten beweisen, was sie können. Und sie können 🙂

Unterm Deich, auf der knapp drei Kilometer langen Geraden, stand die Luft und sommerlicher konnte das Lauffeeling gar nicht ausfallen. Auch an der Hunte hatte ich den eh sehr schwachen Wind von hinten und garte im eigenen Saft vor mich hin. Endlich wieder Salzränder im Laufshirt! 😀

23 km sollten, mußten, durften deshalb auch reichen. Schließlich soll es nächstes Wochenende noch etwas weitergehen, gepaart mit ein paar Höhenmetern. Da muß der morsche Deichläufer sein eh knapp gesätes Laufpulver ja nicht komplett im Aprilsommer verbrennen 😛

Mein erster Halbmarathon

Nein, der Titel bedeutet nicht, dass ich jetzt anfange in den Annalen des Deichläufers zu kramen, um Sentimentales aus den Anfangsjahren meiner Lauferei zu posten 🙂 Hier und heute geht es um meinen ersten Lauf über die Halbmarathondistanz in minimalen Laufschuhen, konkret in den Five Fingers V-Trail.

Geplant war das zwar eigentlich nicht, ich hatte mir eine 17 – 18 km lange Strecke ausgeguckt, aber die wunderbare Freizeit, die uns die 500-jährige Reformiererei heute bescherte, wollte genutzt werden und so vollführte ich bei Kilometer 8,5 km einen spontanen Richtungswechsel, der dann Halbmarathon bedeutete.

Statt zur Hunte bog ich zum Gellener Moor ab, wo ich mich in Gellen immer freue, dass dieser kleine Geselle seit Jahren nie stibitzt wird.

In den Gellener Torfmöörten gab es wegen der Hinterlassenschaften von Xavier noch etwas Hindernislauf. Herwart hingegen hat hier zum Glück keine weiteren Bäume umgeworfen.

Hundert Meter vor der Haustür, an der verkehrsberuhigt engsten Stelle unserer Straße, habe ich dann noch einen Haufen Kastanien beiseite gekickt, die da irgendein Torfkopf hingekippt oder verloren hat, bevor sich da noch Fußgänger oder Radfahrer im Dunkeln auf den Pinsel legen, und das wars dann mit dem ersten richtigen, ungedämpften Longjog in den Annalen des Deichläufers 😀

Die Stellen, wo mir bei meinen vorherigen Läufen die Five Fingers doch Blasen hinterlassen hatten, hatte ich vorsichtshalber mit Leukopor abgeklebt und so gab es diesmal keine Probleme, zumal die Füße heute nahezu trocken blieben. Allerdings merkten die Sehnen zum Schluß schon, dass das Stretching heute etwas länger gedauert hat, aber ansonsten bin ich die 21,2 km im geruhsamen 6:20iger Schnitt locker durchgetrabt. Nice 🙂

Testlauf, Regenlauf, läuft! II

Heute fielen Test- und Regenlauf zusammen. Es wurde Zeit eine Standortbestimmung in Bezug auf den nahenden Berlin-Marathon vorzunehmen. Der letzte Lauf über 30 km war der Hermannslauf am 30.04., da sollte es heute ein Lauf mit irgendwas zwischen 25 – 30 km werden. Feinen Nieselregen und bescheidene 15° nahm ich dabei als optimale Laufbedingungen gerne hin.

Ich lief um den Kleinen Bornhorster See, der bei diesem Wetter nahezu hundefrei war, um den Großen Bornhorster See und bog dann in das Gellener Moor ab. Mein Vorhaben dort vier bis fünf Kilometer barfuß zu laufen wurde aber nach nur 1,8 km von frisch mit Holzschnitzel versehenen Wegen durch das Moor torpediert, dass war mir dann doch zu unbequem. Zur Entschädigung fing es dafür aber ab Kilometer 14 noch einmal richtig an zu schütten. Herrlich!

Wenig später verabschiedete sich der Regen entgültig und es kam sogar etwas die Sonne heraus.

Nach ca. 22 km fühlte ich eine erste Schwere in den Beinen, aber ansonsten lief es gut. Über die weiteren Kilometer sank lediglich das Tempo von ruhig auf sehr ruhig. Stoisch dieselte ich weiter, konditionell gab es nichts zu meckern und nach summa summarum 31 km in einer Gesamtpace von 6:20 war ich wieder zuhause.

Im Vorfeld richtig durchgeplant hatte ich diesen Lauf nicht. Die Strecke hatte ich nur grob im Kopf, zu Essen hatte ich nichts mit und zum Befüllen der Trinkblase hatte ich keinen Bock. Stattdessen hatte ich lediglich zwei leere Halbliter-Mineralwasserflaschen mit Leitungswasser gefüllt und ins Heckabteil verfrachtet. Nach den ersten 200 m hatte ich gemerkt, dass ich meine Salztabletten nicht eingesteckt hatte, aber nach 200 m dreht man halt nicht mehr um. Bei den Temperaturen war das kein Drama und Wadenkrämpfe blieben aus. Irgendwie lies Olivers letzter Blogbeitrag grüßen 😀

Lief wieder mal, da kann ich nicht meckern. Ob es auch weiterhin läuft, wird sich kommende Woche zeigen. Montag werde ich den Bluttest auf Borreliose-Antikörper wiederholen lassen, da der Fleck einfach nicht verschwinden will. Im Gegenteil, der ist noch etwas größer geworden. Eine eventuelle Anitbiotika-Kur käme mir eigentlich ziemlich ungelegen.

Aber egal, der heutige Lauf hat mir ein gutes Gefühl für ein paar mehr Kilometer gegeben und schlimmstenfalls wandere ich die letzten Kilomter beim Berlin-Marathon ins Ziel.

Eine Woche keine Sonne

Ich könnte Straßenlaternen umarmen und muß auspassen nicht vor Autos zu laufen, weil mich die Scheinwerfer so magisch anziehen wie die Motten das Licht. Das macht eine komplette Woche Dauergrau mit zusätzlichem ätzenden, kalten Ostwind mit mir. Der Winter gibt noch einmal alles einen an den Rande einer Depression zu bringen 😦

Da kostet sogar der Laufstart etwas Überwindung. Aber wie so oft, wenn man denn erstmal läuft, ist ja irgendwie doch immer alles ok. Das galt zwar nicht für den Utkiek-Lauf am Donnerstag, der auf einer Spaßskala von 1 – 10 eine – 5 bekommen hätte. Heute sah die Welt aber schon wieder ganz anders aus und mittendrin stellte sich auch mal wieder ein schon lange nicht mehr erlebter Runnershigh ein. Na also, geht doch 😎

Vor dem eisigen Wind, der die bei 0° liegende Temperatur gefühlt deutlich ins Minus trieb, flüchtete ich ins einigermaßen baumbestandene Moor. An einer besonders geschützten Stelle trabte ich auch wieder ein kurzes Stück barfuß.

Auf dem Rückweg boten mir die Deiche an Hunte und Kanal weitestgehend Windschutz und kurz vor Zuhause lugte dann doch tatsächlich für einen kurzen Moment die Sonne durch die Wolken. Für länger und ein Bild in Gänse hat es zwar noch nicht gereicht, aber immerhin, es gibt sie noch.

Auf Halbmarathondistanz habe ich der Winterdepression heute Paroli geboten und das sogar mit einem kleinen Pokal auf meiner Garmin für die schnellste HM-Zeit, die sie bis dato gemessen hat. Mal sehen, wie lang der Atem des Winters noch ist, der sch… ausdauernde Ostwind soll auf jeden Fall noch anhalten. Aber heute habe auf jeden Fall ich gewonnen 😀

Die wundersame Geldvermehrung

Lust und Zeit hatte ich heute um es etwas länger rollen zu lassen. Nach frostiger Nacht fand der mittägliche Start immer noch bei – 1° statt. Da dachte ich mir, dass es doch ganz nett wäre nach dem Lauf in die Fluten eines Vollbades abzutauchen 😀 Problem allerdings: Badeschaum war alle 😦

Brot auch und Brötchen brauchte ich auch noch. Deshalb hatte ich den Laufrucksack mit ein paar Euro versehen und gesattelt, um zum Ende des Laufs kurz im Supermarkt nebst Bäckerfiliale einzukehren.

Aber erst einmal ging es auf Piste. Raureif und Hochnebel bestimmten die Szenerie.

Ich mag diese Stimmung, die kalte Luft mit wenig Wind tat gut und die Landschaft hat unter diesen Bedingungen so einen gewissen Zauber. Verstärkt wird dieser Zauber noch im Moor, wohin mich mein Weg u. a. führte.

Im Moor begann der Reif an den Bäumen zu tauen und tropfte kräftig auf Deichläufer und Teiche 🙂 Vom Gellener Moor ging es dann weiter zur Hunte.

Hier blinzelte ab und zu die Sonne durch den Hochnebel, zeichnete sich fahl wie der Mond ab. Während des ganzen Laufs blieb die Temperatur recht schattig. Etwas Wasser hatte ich mir mitgenommen und damit dieses nicht so eiskalt wird, habe ich es heiß in die Lauffläschchen gefüllt und die Fläschchen dann in dicke Handschuhe gepackt. Das bescherte mir auch nach zwei Stunden noch wohltemperiertes Wasser. Wenn ich im Kalten laufe, mag ich es durchaus etwas warm.

26-11-16-23

Nach gut 23 km trudelte ich dann am Supermarkt ein, kaufte Badeschaum, Brot und Brötchen, packte Badeschaum und Brot in den Laufrucksack und trabte mit der Brötchentüte in der Hand nachhause und machte dabei die 24 km voll.

26-11-16-24

Einen 5 €- und einen 10 €-Schein hatte ich eingesteckt, nicht ganz 10 € hatte ich ausgegeben. Als ich zuhause nach Badeschaum und Brot auch das Restgeld aus dem Rucksack frimmelte,  hatte ich neben etwas Kleingeld einen 5 €- und einen 10 €-Schein in der Hand. Wow, ich habe einen Wunderlaufrucksack!  😀

Aber leider steht eher zu vermuten, dass ich bei einem früheren Lauf mal einen 10 €-Schein im Rucksack vergessen habe. Schade eigentlich 😦

Aber ein heißes Vollbad ist ja auch ganz schön 😀

Goldener Oktober

… in Perfektion bot der heutige Sonntag. Ich war hin- und hergerissen, ob ich nach dem Abklingen des ätzenden Schnupfens wie geplant heute meinen letzen langen Lauf vor dem Marathon machen sollte.

Ich habe mich dagegen entschieden. Zum einem war es mir einfach schon zu warm, zum anderen lockte das Traumwetter alles aus dem Haus, so dass es mir auf meinen Laufwegen auch zu voll gewesen wäre und zum dritten war es mir dann doch lieber erst auf einer kürzeren Strecke zu testen, ob es mir wirklich so gut ging wie es sich anfühlte.

Ein weiterer Vorteil war, dass ich diesen wunderschönen Tag zusammen mit Jens genießen konnte. Ein Ausflug ins Gellener Moor war dafür ideal. Dort konnten wir die herrliche Natur ohne Menschenmengen genießen.

Den würzigen Duft der Vegetation nutzen auch noch ein paar Bienenvölker, die im Moor aufgestellt worden sind.

Da war noch ganz schön Betrieb. Wir zogen weiter und genossen die Herbsteindrücke im Moor:

  Am Randes des Moores ländliche Bilderbuchidylle…

… bevor sich die Landschaft wieder bis scheinbar in die Unendlichkeit öffnet.

16-10-16-23

Nach Beendigung dieses tollen Ausflugs und Stärkung an Mutters Kuchentafel, machte ich mich dann auf zur Laufrunde. 10 oder 14 km, dass wollte ich je nach Befinden nach 4 Kilometern an der Weggabelung entscheiden. Und es lief wunderbar. Ich konnte gut durch die Nase atmen, keine Schlappheit und keine Anstrengung. Wenn ich an meine verquollenen Augen vom Donnerstag denke, hätte ich nicht damit gerechnet.

Der Lauf in den Sonnenuntergang bescherte mir immer weniger Leute auf der Strecke. Das Tempo war nicht langsam und nicht schnell und es lief wie ich es mir besser nicht wünschen konnte.

Zum ersten Mal in diesem Herbst kam auf den letzten 2,5 km die Lampe zum Einsatz, gerade im Halbdunkel war etwas Licht ganz gut zu gebrauchen.

  16-10-16-31

Wenn jetzt nicht noch irgendwelche Nachwehen des Schnupfens zuschlagen, werde ich Dienstag Nachmittag mal ein paar Überstunden vernichten und nochmal ein langes Läufchen wagen und dann soll es das für die Marathonvorbereitung gewesen sein.

Übrigens: Das Gellener Moor hätte ich ohne meine Lauferei nie entdeckt und es war schön dieses mal in aller Ruhe zuerkunden.

Formtest

In vier Wochen will ich Marathon laufen und das wo ich den gesamten September lauftechnisch stinkenfaul gewesen bin. Gerade mal gute 100 km kamen im gesamten Monat zusammen. Ein Blick in meine Laufkladde offenbarte mir dann auch noch, dass mein letzter langer Lauf, die 30 km zum und um das Zwischenahner Meer, schon gut sechs Wochen her ist. Danach folgte nicht einmal mehr etwas im Zwanziger-Bereich 😯

O hauer hauer ha, das sind keine guten Voraussetzungen. Deshalb musste gestern ein Langer her. Einfach gucken was geht und damit eine Standortbestimmung vornehmen.

Eine große Runde über Wahnbeck, den Geestrand, das Gellener Moor zur Hunte mußte es sein. 13° bis 14° warme, klare Herbstluft, versüßt mit einem Regenschauer, sollten das Ganze abrunden.

Neben viel Natur und weiter Landschaft begegnete mir auch dieser einsame Geselle. Wer auch immer ihn da einfach auf den Tisch gesetzt hat.

Und mitten im Nirgendwo lag ein Bonbon auf dem Weg. Der Verpackung nach ein Exemplar, das am Vortag beim großen Kramermarktsumzug geworfen worden war. Erstaunlich, wo überall etwas verloren wird.

  02-10-16-13

30 km im bewußt ruhig gewählten Tempo (der Gesamtdurchschnitt lag bei 6:18 min/km) sind es geworden. Das in letzter Zeit immer mal wieder unruhige linke Knie hat den Lauf klaglos weggesteckt. Dafür wehklagten mal wieder die Fersen. Ansonsten lief es über die gesamte Distanz recht locker und die Beine wurden auch zum Ende hin nicht übermäßig schwer. Guuuut.

Das Ergebnis habe ich gebraucht um die notwenige Sicherheit zu bekommen. Die nächsten zwei Wochen reichen noch locker für zwei weitere längere Läufe und dann sollte es mit dem Marathon schon passen. Eilig werde ich es dabei eh nicht haben. Der Lauf wird sowieso neue persönliche Bestzeit bringen 😀 Aber auf der andere Seite gönne ich den Organisatoren und Helfern und mir trotzdem, dass wir noch einigermaßen zeitig ins Bett kommen. Und trotz PB möchte ich eigentlich auch nicht unbedingt Letzter werden 🙂

Die dunkelsten Tage

… diesen Winters erleben wir gerade. In 10 Tage ist schon die Wintersonnenwende. Viel kürzer werden die Tage somit nicht mehr. Trotzdem kam es mir heute kurios vor, schon um 10 nach 2 zu meinem Lauf zu starten und trotzdem erst im Dunkeln wieder an der Haustür zu landen.

Eine größere Runde habe ich mir gegönnt. Alter Bahndamm, Kleiner und Großer Bornhorster See, die Gellener Torfmöörten, Bornhorster Wiesen, Hunte und Huntebrücke. Nahezu sämtliche Klassiker meiner Laufrouten auf einmal.

Blaß schien die Sonne durch dünne Schleierwolken und um die 6° fühlen sich fast schon etwas nach Winter an. Die Natur hat jetzt jegliche Farbe verloren und speziell das Moor sieht mit seinen schwarzen Seen mystisch aus.

Ich mag diese durch nichts mehr zu überbietende Ruhe in der Natur und mußte nur einmal kurz auflachen, als mir in der tiefsten Einsamkeit des Moores eine Läuferin entgegen kam und den Blick gen Boden senkte um ja nicht grüßen zu müssen.

Später, unterm Huntedeich dachte ich an Rainer, der gestern im Matsch unterwegs war. Auf dem Feldweg hinterm Deich konnte ich mit Rainer in Sachen Schlammschlacht gut mithalten. Dabei sah der Weg so harmlos aus, aber das Wasser stand auch zwischen den beiden Fahrspuren 😀

Nach gerade mal zwei Kilometern hatten die Laufgaloschen einen neuen Höchststand der Verschmutzung erreicht und als ich wieder auf Asphalt aufbog schauten mich dort zufällig anwesende Vogelbeobachter an als wäre ich Mork vom Ork  😀

Mit zunehmender Kilometerzahl wurde der ansonsten runde Lauf etwas zäher und die Treppe zur Huntebrücke bin ich nach langer Zeit mal wieder gegangen. Die zweite Luft kam dann nochmal auf den letzten zwei der insgesamt 25 km. Da konnte ich auf einmal wieder rennen, lag wohl am Stallgeruch 🙂

Und gleich werden ausnahmsweise mal die Schuhe geschrubbt. Geht wirklich nicht mehr anders 😎

12.12.15 16

Hunde, Mücken, Herbst

Knapp zwei ruhige Laufwochen galt es heute zu beenden. Bummeln geht später, schließlich rückt der Marathon langsam näher und ein paar Kilometerchen gilt es da noch zu sammeln. Also stand der heutige Sonntagnachmittag im Rahmen eines langen Laufs.

Die Strecke führte mich zu Anfang auch mal wieder um den Kleinen Bornhorster See. Fürchterlich, die Hundedichte wird immer schrecklicher und die Tiere offensichtlich auch immer größer. Auch auf dem Weg um den Großen Bornhorster See begegneten mir noch einige Hundehalter mit ihren Gefährten. Erst als ich ins Moor abbog, hörte das ganze langsam auf. Die Birken sind die ersten Bäume, die deutlich einen auf Herbst machen. Im Moor sind sie zu Hauf vertreten, so dass trotz des gut 20° warmen, etwas drückenden Wetters der Herbst nicht mehr zu übersehen ist. Das warme Wetter ließ auch die Mücken nochmal richtig aufleben, 11 Stiche in ca. drei Minuten beim kurzen Stop am Moorsee, Hammer. Und witzigerweise haben sie nur durch die Kompressionsstulpen gestochen 🙄 Da waren die Hunde zum Glück allesamt friedlicher 🙂

Dann mußte ich noch eineinhalb Kilometer wieder zurücklaufen, weil der geplante Weg mit Dornengestrüpp überwuchert war. Da gab es auf geschätzten 200 m kein Durchkommen.

In der Bildmitte ist eigentlich ein Weg:

13.09.15 14

Als mich das Moor wieder ausgespuckt hat, ging es auf altbekannten Pfaden Richtung Hunte und wieder zurück nachhause. Auf den letzten Kilometern setzte seichter Regen, der aber weder durchnäßte noch kühlte.

Ob`s alleine am Wetter lag weiß ich nicht, auf jeden Fall strengte mich der Lauf etwas mehr an, als der letzte Lange mit seinen 38 km. Heute waren es 30,4 km, wobei jetzt meine Achillessehnen etwas mürrisch sind. Ich denke, dass liegt an die vielen verschiedenen Untergründen. Schotterwege, Sandwege, Wurzelwege, weiche Moorwege, Asphalt und Beton wechselten sich heute ab. Bis zum nächsten, kurzen Lauf am Dienstag werden sich die Sehnen aber sicher wieder beruhigt haben.