Verkabelt

Jedes Jahr zu Ostern und Weihnachten freue ich mich auf die gemeinsamen Läufe mit Heimo. Auch an diesem Ostersonntag war es wieder ein Genuß gemeinsam mit ihm eine 15 km-Runde zu drehen. Seit unserem letzten Lauf zu Weihnachten ist schließlich reichlich Zeit vergangen und wir hatten uns deshalb viel zu erzählen. So plauderten wir munter vor uns hin und die Zeit während diesen ausgesprochen besonderen Laufs verging wie im Fluge.

Was diesen Lauf zu etwas ausgesprochen besonderen machte? Natürlich die Corona-Krise, deshalb konnte Heimo nicht wie üblich von München ins nahe Wardenburg kommen. Trotzdem starten wir gemeinsam, wie vereinbart, Punkt 14 Uhr, zu unserer traditionellen Tour. Dazu stöpselte ich, was ich sonst nie mache, Ohrhörer an mein Smartphone, wählte Heimo an und steckte, nach zustandegekommener Verbindung, das Smartphone in meinen FlipBelt.

Heimo hatte sich in ähnlicher Weise verdrahtet und ab ging es. Beide waren wir dabei auf der Suche nach Strecken, auf denen nach Möglichkeit nicht so viel los war. Aufgrund von ganzen Völkerstämmen, die unterwegs waren, begrub ich schnell den Gedanken einmal an die Hunte zu schauen und wählte wieder den Weg ins Gellener Moor. Heimo zog es in den Bereich eines Rangierbahnhofes und dessen teils richtig idyllischen Umfeldes.

Mit glasklarer Verbindung ohne irgendwelche Störgeräusche konnten wir uns, wie sonst auch, austauschen und über alles Mögliche unterhalten, absolut genial ❗ Mindestens ähnlich genial waren die vielen verduzten und irritierten Gesichter der Mitmenschen, die mich munter redend alleine durch die Gegend laufen sahen 😀

München:

Oldenburg:

Beide hatten wir sonniges und ungefähr gleichwarmes Sommerwetter und beide erreichten wir nach ca. 7,5 km unsere jeweiligen Lieblingsstellen, die in beiden Fällen auch unsere Wendepunkte waren:

Dieser gemeinsame Lauf mit einem coronakompatibelen Abstand von ca. 600 km zueinander war so eine supercoole Sache, dass wir uns vorgenommen haben, das bei passender Gelegenheit noch einmal zu wiederholen.

Dabei war das schon unser zweiter gemeinsamer Lauf. Auch am Karfreitag sind wir auf ähnliche Weise zusammengelaufen, nur war ich da technisch auf einen entsprechenden Smalltalk noch nicht vorbereitet. Dafür gab es aber einen virtuellen Cuntdown 😀

Heimo lief, anfangs noch von Angela begleitet, durch den Olympia-Park, während ich, bei nur ungefähr halb so hohen Temperaturen wie in München, im Bereich des Kleinen und des Großen Bornhorster Sees unterwegs war.

Beide Läufe waren super, aber richtig großartig war doch der heutige Lauf mit der Unterhaltung. Nichtsdestotrotz hoffe ich natürlich, dass wir spätenstens zu Weihnachten doch wieder ganz klassisch miteinander laufen können, ganz ohne das technische Gedöns 🙂

12.04.20 10

🙂

Und weiter geht`s!

Ziemlich genau vor einem Jahr starteten wir auf den dreiteiligen Etappenlauf vom Dollart zum Jadebusen. Ralf tüpftelte die Strecke aus und lud dazu ein, die trüben Wintermonate mit schönen Landschaftsläufen im sutschen Tempo aufzuhellen. Heraus kamen dabei drei Läufe, wie sie schöner nicht sein konnten. Wer Lust hat sich diese Winterlaufgenüsse noch einmal anzuschauen, guckt hier:

Emden – Timmel

Timmel – Wiesede

Wiesede – Cäciliengroden

Die Sache war so fantastisch und hat allen Beteiligten so viel Spaß gemacht, dass wir Ralf im Ziel Cäciliengroden beknieten, bedrängten, nötigten die Laufserie in diesem Winter fortzusetzen. Und was soll ich sagen? Ralf hat unser Flehen erhört! In vier Etappen geht es diesmal über insgesamt ca. 85 km vom Jadebusen, mit einem großzügigen Schlenker an und über die Weser, nach Oldenburg.

Gestern durften wir uns auf den ersten Abschnitt begeben. Von Cäciliengroden, unserem Zielort vom 05.02.2017, nach Schweiburg.

Jadebusen.

Wir, das waren dieses Mal Axel, Kerstin, Marion, Ralf, Sylke und icke. Die Strecke war dabei eines Deichläufers extrem würdig, ging es doch fast ausschließlich entlang des Deiches, der den Jadebusen einkesselt.

Zum Start gab es erst einmal einen Blick über den Deich auf den Jadebusen mit Wilhelmshaven (oder Schlicktown, wie man hier wenig respektierlich sagt) im Hintergrund. Dann ging es aber auch schon auf Strecke. Die meiste Zeit lag der Deich links und geradeaus ging es geradeaus, mal zwei Kilometer lang, dann mal 1,3 Kilometer lang und als Tagesrekord auch einmal vier Kilometer lang. Ralf soll im Vorfeld erwähnt haben, dass die gestrige Etappe die langeweiligste war, ich weiß gar nicht, wie er darauf kommt und wir haben definitiv auch keine Witze darüber gemacht 😀

Reichlich Abwechselung gab es dann im Nordseebad Dangast mit etwas Heimatkunde, etwas Geschichte und allerlei Kunstwerken. Und Humor: Ein Gassigeher rief uns zu, wir mögen uns doch nicht unsere Knie kaputtlaufen. Sprachs und zog an seiner Zigarette. Ich habe mir jeglichen Kommentar verbissen, wenn`s auch schwer fiel 😀

 

Nach Dangast ging es dann wieder immer weiter den Deich entlang. Und weiter… und weiter …

Bei so viel Deich, bei so viel Weite, bei so viel Geradeaus konnte man schon einmal Schneemänner sehen, wo gar kein Schnee lag 😆 Und vielleicht auch etwas aggressiv werden :mrgreen:

Sämtliche Scherze beiseite: Deich, lange Geraden und große Weite können sehr kurzweilig sein und die gut 20 km vergingen wie im Fluge. Schlußendlich fehlte auch nicht, was bei unseren winterlichen Etappenläufen auch einfach nicht fehlen darf:

26.11.17 31

Spaß hat es gemacht, zumal auch das Wetter mitgespielt und sämtliche angesagten Regen-, Schnee- und Graupelschauer um uns herum gelotzt hatte 🙂 Mit Schrecken habe ich heute leider festgestellt, dass ich die zweite Etappe terminlich nicht mitlaufen kann. Aber die dritte und vierte sind gesetzt. Laufen im Winter ist schließlich fantastisch und bei solchen Laufgelegenheiten noch viel mehr!