fifty-fifty

Der Oktober war in diesem Jahr ein besonderer Monat. Kimatisch bot er bis über die erste Monatshälfte hinaus noch sommerliche Wärme, so dass man in kurzen Klamotten unterwegs sein und sogar noch an der Nordsee sonnenbaden konnte. Zum Ende brauchte es beim Laufen aber schon Handschuhe und selbst die ersten sibirischen Graugänse fanden sich schon wieder ein.

Aber auch läuferisch war der Oktober für mich ein besonderer Monat. Nach dem Berlin-Marathon lief ich in diesem Monat wie befreit soviele Kilometer wie in noch keinem anderen Monat in diesem Jahr und noch nie lief ich in einem Monat soviele Kilometer barfuß. Und zwar fast auf den Meter genau die Hälfte des gesamten Monatspensums. 115,9 Barfußkilometer standen 114,8 Kilometer vorwiegend in den V-Runs gegenüber. Zum Vergleich: Im gesamten März bin ich gerade mal 4 km barfuß gelaufen 😯

Als Rausschmeißer aus dem Oktober bin ich heute noch erstmals ein kurzes Stück barfuß im Dunkeln gelaufen.

Die nächste Besonderheit dieses Oktobers ist, dass in Niedersachsen das erste Mal der 31.10. Feiertag ist, Reformationstag. Die meisten werden ihn aber wohl leider Gottes nur mit Helloween in Verbindung bringen.

Dagegen hat Jens unser Haus deko-mäßig verbarrikadiert und wir gehen gleich essen. Einfach so, oder auch zur Feier des Oktobers mit all seinen Besonderheiten. Ein genialer Monat, auch läuferisch! 😀

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Umgedreht

… ist offensichtlich extra ein mir entgegen kommender Läufer um mir zu sagen, dass er mit mir das erste Mal einem Barfüßerläufer begegnet ist. Er war mir beim Entgegenkommen schon wegen seines freundlichen Grußes aufgefallen, obwohl ich ihn kaum richtig erkennen konnte, weil mich die tiefstehende Sonne gnadenlos geblendet hatte.

Angesprochen hatte er mich dann ausgerechnet in einem Augenblick, wo ich kurz gegangen bin, weil die Straße da gerade ausschließlich aus einem Asphaltflicken neben dem anderen besteht, die sich alle in den verschiedensten Graden der Selbstauflösung befinden. Es ergab sich ein kurzes, freundliches Gespräch bevor er links abbog während ich geradeaus weiterlief.

Vorausgegangen war dem ein schöner Lauf in herrlich klarer und frischer Luft, bei der die Nachmittagstemperatur erstmals mit 8 bis 9° im einstelligen Bereich lag.

Knapp 16 km war ich unterwegs, die ich im Verhältnis 1/3 zu 2/3 in V-Runs/Barfuß gelaufen bin. Der Bereich der Huntebrückentreppe ist immer mit besonderer Vorsicht zu genießen. Hier sorgt das sich hier häufig aufhaltende Partyvolk immer für ein einziges Scherbenmeer. Wenn ich hier unbeschuht unterwegs bin, gehe ich hier ausschließlich, besser is das.

Ansonsten war es ein Lauf an einem Herbsttag wie er im Buche stand. Hatte ich schon einmal erwähnt, dass es für mich keine schönere Zeit gibt? 🙂

Schleier des Herbstes

Regentropfen dröppeln heute morgen auf die Dachfenster und beenden ein paar wunderbar sonnige und warme Tage. Diese Tage waren goldener Oktober in höchster Vollendung und eine kleine, bescheidene Entschädigung für den hier oben im Norden nicht gerade überragenden Sommer. Diese sanfte Wärme, das milde Licht, ein Traum, den ich gerne festhalten würde um mich damit über den Winter zu retten.

Beim gestrigen Utkiek-Lauf kam bei mir das erste Mal in dieser Herbst-/Wintersaison die Brustlampe zum Einsatz. Bis wir am oldenburger Berg wieder auf die leuchtenden Accessoires verzichten können, wird sich schon der März dem Ende entgegen neigen 😦 Nicht dran denken!

In den Bornhorster Wiesen sind tausende Wildgänse eingetroffen. Sehr früh in diesem Jahr, ich hoffe mal nicht, dass das ein Indiz für die Härte des kommenden Winters sein wird 😯

Aber noch ist Herbst und am Rande des Weges zur Hunte liegen silbergraue Schleier auf dem Gras. Feinste Spinnennetze, von abertausenden ganz kleinen Spinnen gewoben, bewegten sich wie Wellen im sanften Wind.

Zarte und vergängliche Kunst:

Was würde uns nicht alles entgehen, wenn uns unser Sport nicht zu jeder Jahreszeit in die Natur treiben würde (Allerdings muß ich gestehen, dass dieses kleine Video „nur“ bei einem Spaziergang entstanden ist)

Goldener Oktober

… in Perfektion bot der heutige Sonntag. Ich war hin- und hergerissen, ob ich nach dem Abklingen des ätzenden Schnupfens wie geplant heute meinen letzen langen Lauf vor dem Marathon machen sollte.

Ich habe mich dagegen entschieden. Zum einem war es mir einfach schon zu warm, zum anderen lockte das Traumwetter alles aus dem Haus, so dass es mir auf meinen Laufwegen auch zu voll gewesen wäre und zum dritten war es mir dann doch lieber erst auf einer kürzeren Strecke zu testen, ob es mir wirklich so gut ging wie es sich anfühlte.

Ein weiterer Vorteil war, dass ich diesen wunderschönen Tag zusammen mit Jens genießen konnte. Ein Ausflug ins Gellener Moor war dafür ideal. Dort konnten wir die herrliche Natur ohne Menschenmengen genießen.

Den würzigen Duft der Vegetation nutzen auch noch ein paar Bienenvölker, die im Moor aufgestellt worden sind.

Da war noch ganz schön Betrieb. Wir zogen weiter und genossen die Herbsteindrücke im Moor:

  Am Randes des Moores ländliche Bilderbuchidylle…

… bevor sich die Landschaft wieder bis scheinbar in die Unendlichkeit öffnet.

16-10-16-23

Nach Beendigung dieses tollen Ausflugs und Stärkung an Mutters Kuchentafel, machte ich mich dann auf zur Laufrunde. 10 oder 14 km, dass wollte ich je nach Befinden nach 4 Kilometern an der Weggabelung entscheiden. Und es lief wunderbar. Ich konnte gut durch die Nase atmen, keine Schlappheit und keine Anstrengung. Wenn ich an meine verquollenen Augen vom Donnerstag denke, hätte ich nicht damit gerechnet.

Der Lauf in den Sonnenuntergang bescherte mir immer weniger Leute auf der Strecke. Das Tempo war nicht langsam und nicht schnell und es lief wie ich es mir besser nicht wünschen konnte.

Zum ersten Mal in diesem Herbst kam auf den letzten 2,5 km die Lampe zum Einsatz, gerade im Halbdunkel war etwas Licht ganz gut zu gebrauchen.

  16-10-16-31

Wenn jetzt nicht noch irgendwelche Nachwehen des Schnupfens zuschlagen, werde ich Dienstag Nachmittag mal ein paar Überstunden vernichten und nochmal ein langes Läufchen wagen und dann soll es das für die Marathonvorbereitung gewesen sein.

Übrigens: Das Gellener Moor hätte ich ohne meine Lauferei nie entdeckt und es war schön dieses mal in aller Ruhe zuerkunden.