„Gut nachgedacht“

Vorab ein kleiner Rücksprung auf den Sonntag. Der war ein goldener Oktobertag  par excellence. Leider konnte wir ihn auf Grund anderer Verpflichtungen erst am späten Nachmittag genießen. Dafür wurde uns auf meiner Lieblingslaufstrecke ein besonderes Schauspiel geboten. Die Hunte lag spiegelglatt da und trat bei auflaufendem Wasser ganz seicht und zum Zuschauen über die Ufer. Dazu ein Bildercontainer, den ich Euch einfach nicht vorenthalten kann:

Das absolute Kontrastprogramm gab es bei meinem gestrigen Lauf. Grauer Himmel, starker Regen, Regen, Nieselregen, kein Regen. Das ganze bei 13°, die sich aber wärmer anfühlten.

Dazu bin ich das erste Mal in meiner „Läuferkarriere“ barfuß von zuhause losgelaufen. Einfach sehen wie weit ich komme, fünf bis sechs Kilometer stellen ja inzwischen kein großes Problem mehr da.

 

10.10. 01

Aber ausgerechnet gestern war meinen Füßen nach Mimimi. Nach nur 1,7 km habe ich es sein lassen. Die Füße waren einfach sensibel drauf, Schuhe an, Daumen runter 😉 Danach aber lief das Laufen wie es laufen soll und obwohl selbst mir die vielen Regenläufe der letzten Wochen so langsam reichen, konnte ich diesen nochmal wieder richtig genießen 🙂

 

 

Allerdings hätte ich mal vorher besser nachdenken sollen, wann ich wo laufe. Auf den letzten vier Kilometern kam ich nämlich voll in die Dunkelheit. Und gerade wo es so richtig zappenduster wurde, bog ich von der übersichtlichen, gut erkennbaren Strecke an der Hunte ab zur Brücke. Schon auf dem Weg zur Treppe durfte ich mich dann durch die ersten umgekippten Bäume schlagen und versank dabei teilweise im Modder. Auch auf der Rampe versperrten mir Bäume den Weg. Einen anderen Weg nehmen oder umkehren war aber auch keine Option, es konnten überall Bäume liegen bzw. der generelle Rückweg wäre dann zu einem sehr langen Lauf ausgeartet. Also habe ich mich weiter durchs Gehölz geschlagen. Insgesamt waren es vier umgekippte Bäume auf ungefähr einem Kilometer.  Zum Glück hatte ich mein Notfallhandy dabei, dessen Taschenlampe mit Ach und Krach genügend Licht spendete damit ich mich durchzuwuseln konnte.

Ich kam mir vor wie beim tough mudder und meine brandneuen Merrell Vapor Glove wurde bei ihrem zweiten Ausritt so richtig eingeweiht :mrgreen: Allerdings hätte ich etwas mehr Grip gebrauchen können, den bieten die gar nicht. Dafür war der Matsch aber sogar in die Schuhe geschwappt. Deshalb durften sie anschließend ausnahmesweise mit unter die Dusche 😆

 

Was für ein nasser und schmutziger Lauf, also mit allem gepaart was Spaß macht 😀 Allerdings wäre ich ohne mein treues Outdoorhandy echt aufgeschmissen gewesen.

10.10. 08

 

 

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Völlig närrisch

Traditionell nehmen Jens und ich an einer Weihnachtsfeier teil, die immer erst im neuen Jahr zelebriert wird. Sinn und Zweck ist es, dass dann alle wieder recht entspannt sind und Zeit haben. Der Faktor Zeit sorgte in diesem Jahr aber für die späteste Weihnachtsfeier ever. Sie fand nämlich gestern statt. So kam es zu dem kuriosen Umstand, dass Weihnachtsfeier und Rosenmontag zusammen fielen. Anlaß genug mich erstmals seit Grundschulzeiten zu „verkleiden“. So langsam komme ich halt in ein Alter, wo mir eben nichts mehr peinlich ist. Reicht jetzt aber auch erstmal wieder für die nächsten 40 Jahre :mrgreen: Immerhin waren einige Geschenke beim Schrottwichteln mindestens genauso schräg 😛

Närrisch war dann heute auch das Wetter: Sonne, Regen, Graupelschauer, Sturmböen. Das kommt wohl dabei raus, wenn Petrus Kamelle wirft 😀 Allerdings hatte er mit dem armen Deichläufer ein Einsehen und zu meinem Lauf blieb es fast trocken, der Wind ließ nach und die Temperatur war mit 7° fast schon warm.

Die Lichtstimmung war durch den raschen Wechsel von dunklen Wolken und dem Schein der tiefenstehenden Sonne enorm und nach langer Zeit erreichte ich die Hunte mal wieder zum Scheitelpunkt der Flut. Für mich der schönste Moment am Fluß. Meine kurze Barfußetappe konnte ich um eine noch kürzere Kneippeinlage ergänzen, da auf 20, 30 Metern das Wasser auf dem Laufweg stand. Kann man auch als närrisch bezeichnen, war aber schön 🙂

So, das war mal Karneval auf meinem Blog. Helau, Alaaf usw und so fort. Ach ja: Und Frohe Weihnachten! 😆

Kein Topf mit Gold und schon wieder nasse Füße

23.02.16 06

Geahnt hatte ich es ja schon immer, dass das nix is mit dem Topf voll Gold am Ende eines Regenbogens. Aber nun habe ich den Beweis. Während es in meinem Rücken regnete zeigte sich vor mir ein Regenbogen und dessen Ende war ich während meines heutigen Laufes ganz, ganz nah.

Und da war nix, nütscht, niente, alles Besch….. Wieder nix mit reich, also immer noch weiter malochen 😦 Genauso wie weiterlaufen, woran ich zugebener Weise mehr Spaß habe :mrgreen:

Das 5 – 6° frische Wetter sorgte für aprilmäßige Abwechselung mit beeindruckenden Licht- und Wolkenspielen. Sonne, Wolken und Schauer wechselten in rasanter Folge.

An der Hunte dann wieder das …

… schon wieder Land unter. Aber bei weitem nicht so schlimm wie vor zwei Wochen. Also Augen auf und durch 🙂

Gibts heute auch mal als Film:  😀

 

Als Krönung des heutigen Laufs blieb es endlich bis zum Schluß hell 🙂 Ansonsten bleibt das Fazit: Nasse Füße sind  beim Laufen wesentlich verläßlicher als plötzlicher Reichtum 😉

23.02.16 18

 

Soll ich oder soll ich nicht?

10.02.16 01

Viel Regen gab und gibt es dieser Tage und gestern abend sogar Schnee. Den hat der heutige Regen allerdings gleich wieder dahingerafft. Durch das viele Naß stehen immer mehr Wiesen unter Wasser und die Kanäle und Gräben sind wieder randvoll.

Einen Kilometer vor der Hunte kommt mir heute ein Läufer entgegen und sagt mir „Dahinten ist Schluß“. Und das meint er damit:

10.02.16 04

Hochwasser! Der Weg, den Anja und ich am Sonntag noch gewandert sind, steht komplett unter Wasser.

Gleiche Perspektive: Links am Sonntag, rechts heute

10.02.16 06

Soll ich oder soll ich nicht? Das Wasser steht bis fast zu den Bäumen im Hintergrund auf dem Weg

Ist hier wirklich Schluß? Bekloppt ist es ja schon, aber schlußendlich kann ich nicht widerstehen, laufe los, an den tiefsten Stellen gehe ich. Ca. 900 m laufe und stiefel ich so durch die Fluten.

Bis zum oberen Rand der Socken steht mir an den tiefsten Stellen das Wasser. Und kalt ist es. Ich denke, dass es sich kaum von den 5° Lufttemperatur unterscheidet. Aber es ist faszinierend, wie schnell die Füße nach der Kneippkur wieder warm sind und auch, ohne Übertreibung, bis zum Schluß mollig warm bleiben. So toure ich nach dem F(l)ußbad mit kindlicher Freude durch den mal stärkeren, mal schwächeren Regen. Schlußendlich 14,8 km, auf den ich wieder die Hokas ersäuft habe 😀

10.02.16 11

Fast

… hätte es heute für einen Lauf im Hellen schon gereicht. Immerhin bin ich pünktlich aus dem Büro gekommen und konnte somit schon um 16:20 Uhr starten. 10° bedeuteten naürlich wieder Kurze-Hosen-Wetter, wenn auch der Wind gefühlt einiges weniger davon machte.

Es war gerade Hochwasser an der Hunte und Hochwasser ist für mich immer das Schönste. So wirkt die Landschaft immer noch etwas rauer und ursprünglicher.

Vom vorgestrigen 24iger war eigentlich nichts mehr zu spüren, trotzdem ließ ich es etwas ruhiger angehen. Das war aber nicht der Grund, dass mir dann auf den letzten drei Kilometern doch das Licht ausging. Deswegen brauche ich aber den Kopf nicht zu verlieren (siehe letztes Bild  :mrgreen:   ). In den nächsten zwei Wochen sollte das Licht schließlich so langsam für den ganzen Lauf reichen 🙂

 

Frühes Hochwasser

Nach meinem langen Lauf vom Samstag hatte ich vorgestern und gestern erstmal ein dick geschwollenen Knöchel am linken Fuß. Schuld daran war allerdings nicht der Lauf, sondern eine Mücke, die da wohl für ihren Stich eine besonders sensible Stelle erwischt hat. So eine Schwellung hatte ich, glaube ich, noch nie, vom Juckreiz mal ganz abgesehen 🙂

Heute war alles wieder gut und ich drehte meine Standardrunde entlang der Hunte. Diese war randvoll und plätscherte sogar fröhlich über den niedrigen Sommerdeich.

01.09.15 01

Auf einigen Metern war deshalb auch der Weg überschwemmt, das Wasser blubberte sogar durch den rissigen Asphalt. Harmlos zum Glück, die Füße wurden nur etwas naß.

Die ersten Kilometer liefen noch etwas eckig, erst ab dem 8. kam so etwas ähnliches wie Flow auf. Den nutzte ich auch gleich um einen Läufer voraus nach und nach ein- und schlußendlich zu überholen. Auch ein Genussläufer à la Deichläufer kennt also Jagdinstinkte :mrgreen: Allzu stark mußte der Jagdtrieb aber nicht sein, ich mußte das Tempo nicht sonderlich erhöhen um ihn einzuholen. Dazu wäre es heute auch nicht der richtige Lauf gewesen, schließlich stand er unter regenerativen Charakter 🙂 Deshalb waren die 14 km auch mehr als genug.

01.09.15 08

01.09.15 09

Das Wetter war nach gestrigen extrem schwülen 30° mit heute nur noch 16° ein absoluter Läufertraum!