Aus Eins mach Zwei

Statt der 33,333 Syltlauf-Kilometer bin ich mit meinem Sunset-Run und meiner gestrigen dünstig-diesigen Runde in zwei Läufen ungefähr die gleiche Strecke auf der Insel gelaufen. So stimmt abschließend wenigstens die Bilanz 😛

Vorgenommen hatte ich mir gestern eigentlich einen schönen Barfuß-Strandlauf, aber entgegen der Gezeitenvorhersage stand die Nordsee recht hoch und zwang daher zum Ausweichen in den weichen Sand, was sehr kräftezerrend ist und die Achillessehnen jubeln läßt. Weil die Alternative in den Ausläufern der Wellen zu laufen, dann doch etwas kalt war, habe ich nach nur 3,7 km den Strand wieder verlassen, bin wieder in die V-Trails geschlüpft und auf der ehemaligen Bahnstrecke auf der Wattenmeerseite weitergelaufen. Schade, war es doch so schön einsam am Strand.

Das Wetter war grau und diesig und ab und zu nieselte es leicht. Das ergab ein ganz anderes Bild als beim Sunset-Lauf vor zweit Tagen:

Auf der alten Bahnstrecke lief ich zunächst noch nach Norden und drehte dann kurz vor Rantum um.

So durfte ich auch zweimal den Parkplatz der ach so angesagten Assi ….  ähhh, sorry Sansibar passieren. Wie bestellt brummte auch gerade so ein Luxus-SUV von dannen. Die Bretterbude in den Dünen haben wir uns in all den Jahren, die wir schon nach Sylt kommen, noch nie gegeben. Wir kommen auch ohne die Hoffnung darauf einen Promi zu erblicken durch unseren Urlaub 😆

Weiter ging es zurück nach Hörnum, vorbei am Hafen, und nach einem guten Halbmarathon war ich wieder an der Ferienwohnung.

Am Oststrand wurde übrigens der verwehte Sand der Sturmtage wieder verteilt, Sandkastenspiele für ganz große Jungs 😆

So, die Bilanz ist also gerettet! Dann kann es morgen auch wieder nachhause gehen 😎

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Eine Blogpause ist ja keine Laufpause

… kommentierte Claudi auf meine Abmeldung in meine Sendepause. Recht hatte sie, denn in den letzten knapp drei Wochen bin ich viel gelaufen. Das Laufen hat natürlich gut getan, genau so wie die Auszeit vom Blog. Diese ist deshalb sogar etwas länger ausgefallen als geplant. Gekrönt war diese Auszeit von einem Aufenthalt auf meiner Lieblingsinsel und zweiten Heimat Sylt. Anlaß war die Teilnahme am Syltlauf, auf den ich aber noch gesondert zu schreiben komme.

Neben dem Lauf war die Woche auf der Insel einfach Labsal für die Seele.

24.03.17 01

„Hier ist das Meer, das wirkliche, das Atem gibt und Glauben an ein neues Leben. Das ICH sammelt sich wieder aus seiner Zerfahrenheit und ist bereit für die große Leidenschaft der Welt“

                                                                                                                        Hermann Kasack (1925)

Zwei Regentage und fünf Tage blankgeputzter Strahlehimmel, der den kalten Wind vergessen machte,  sind eine hervorragende Bilanz für eine Märzwoche auf Sylt.

Und bei solchen Anblicken geht mir einfach das Herz auf:

08

Morgens wie abends…

… die Inselnatur gibt so unendlich viel.

Und der Syltlauf war einfach nur genial, dazu aber in den nächsten Tage Meer ähh mehr 🙂

Sylt-Nachlese

Wie schon direkt nach unserer Rückkehr angekündigt, möchte ich Euch heute nochmal etwas von Sylt vorschwärmen. Es war einfach zu schön 🙂

Schon die Anreise haben wir zelebriert. Seit ca. einem Jahr gibt es die Fährverbindung Cuxhaven – Brunsbüttel, die die Autostrecke für uns um ca. 140 km verkürzt und uns das stauträchtige Hamburg mit seinem Elbtunnel ersparte. So genossen wir eineinhalb Stunden Schifffahrt statt Autobahnstreß.

Allerdings wollte wieder alle Welt nach Sylt, so dass wir vor der Autoverladung in Niebüll zwei Stunden Wartezeit hatten. So what, 14 Tage Sommerurlaub warteten schließich auf uns.

14 Tage mit unglaublich schönem und warmem bis heißem Sommersonnenwetter. So ein reinrassiges Hochsommerwetter mitten im September hatten wir noch nie auf der Insel. Ein Traum, der kaum in Worte zu fassen ist! Deshalb lasse ich hier einfach nur ein paar Bilder sprechen:

Noch nie war ich so oft, so viel und so lange im Wasser wie dieses Mal.

Darüberhinaus ist die Natur einfach unglaublich schön und das erste Mal sahen wir vom Strand aus gleich mehrmals Schweinswale. Diese ungefähr delfingroßen Tiere sind allerdings relativ fotoscheu.

 

Unter den hohen Temperaturen hatte allerding mein Laufprogramm erheblich gelitten. Gepaart mit sehr wenig Wind und die, durch das Meer, hohe Luftfeuchtigkeit machte die Wärme das Laufen zu einer extrem schweißtreibenden Angelegenheit. Deshalb konnte ich mich zu gerade mal drei Laufeinheiten von bescheidener Länge aufraffen. Urlaub also auch vom Laufen. Mein Workout am Strand zu absolvieren  machte allerdings viel Spaß.

Und hüllenlos planken können nicht nur andere :mrgreen:

06-09-16-06

Erstmals besichtigten wir den Hörnumer Leuchtturm, in dem kurz nach seiner Erbauung sogar die erste Schule des Ortes unterbracht war. Heute kann man sich dort standesamtlich trauen lassen. Mancher mag sich die Frage stelle, welche dieser beiden Nutzungen schlimmer ist oder war :mrgreen:

Da meine Mutter aus unserem Urlaubsort Hörnum stammt, habe ich bei unseren Urlauben dort auch immer etwas Heimatgefühle. In dem roten Haus ist meine Mutter groß geworden und in dem weißen Haus hat bis kurz vor seinem Tod im letzten Jahr noch mein Onkel gewohnt. Leider alles nur gemietet, so dass der Traum vom Häuschen auf Sylt leider ein Traum bleiben muß.

Und so ließ sich unserer Abreise leider nicht verhindern, was offensichtlich selbst den Himmel bekümmerte. Das einzige Wolkengrau zeigte sich an unserem Abreisetag an dem wir auch wieder die Fähre benutzten. Weils so schön entspannend war und eine Schifffahrt so gut zu einem Urlaub am Meer paßt.

Sylt 2015 – Gefühlswelten

Sylt 2015

Spät war er in diesem Jahr, unser Urlaub. Ich will nicht sagen zu spät, aber die Tage in meiner zweiten Heimat Hörnum auf Sylt waren diesmal deshalb einfach zu wenig. Trotzdem oder gerade deswegen waren es traumhafte Tage. Das besonder Sylt-Erleben fängt ja schon immer mit der Anreise an. Spätestens sobald man mit dem Auto auf dem Syltshuttle gefahren ist, beginnt im Prinzip der Urlaub.

Von der Inselhauptstadt Westerland sind es dann noch knappe 20 km und Hörnum ist erreicht. Unser neues Gefährt hat seine Jungfernfahrt mit Bravour bestanden 🙂

24.09.15 01

Hörnum, vertraut seit Kindertagen. Meine Mutter stammt von hier, meine Großvater lebte hier, ebenso wie zwei Onkel und eine Tante. Nun lebt hier keiner mehr aus der Familie. Mein zuletzt verbliebender Onkel starb vor wenigen Wochen und so ist es diesmal ein besonderes Gefühl in diesem Ort zu sein, das mich anfangs etwas fremdeln ließ. Aber Hörnum ist Hörnum und Sylt ist Sylt. Abseits von neureichem Yuppiegedöns ist diese Insel das was sie immer war: Ein Traum, ein Naturparadies mit wunderbaren Stränden und endlosem Meer.

Das Wetter war zwar ausgesprochen durchwachsen, aber es gab auch so warme Phasen, dass unsere Kakaopralinen auf dem Couchtisch durch die Sonneneinstrahlung durch die Fenster etwas aus der Form geraten sind 😀

Kacke*sieht aus wie…*

Gelaufen bin ich natürlich auch, dreimal insgesamt mit 61 km (17, 32, 12). Den letzten beiden Läufen werde ich noch einen gesonderten Post widmen. Neben den Laufkilometern kamen noch viele (Strand-)Spaziergehkilometer hinzu, wobei wir auf unserem längsten Marsch am Strand dermaßen den A…. naß bekommen haben, aber egal, auch das gehört zu einem Urlaub an der Nordsee 🙂

Wie eingangs gesagt, die Tage vergingen viel zu schnell und gerne wären wir noch eine Woche geblieben. Aber zwei Wochen haben wir uns für nächste Mal fest vorgenommen, weil es lohnt sich:

Am letzten Tag galten unsere Gedanken noch mal meinem Onkel, der vor seinem Heimatort seebestattet worden ist. Bei einer Schifffahrt in die Nähe des Besetzungsgebietes erwiesen wir ihm die letzte Ehre.
25.09.15 11
Es gibt für mich keinen schöneren Ort! Zum Erholen, zum Entspannen und … zum Erinnern.
25.09.15 15