Rückfall

… in finstere Zeiten bedeutete heute noch einmal die zweite Hälfte des Utkiek-Laufs. Eigentlich hatte ich mit Dunkelläufen schon abgeschlossen und die zweiwöchige Abwesenheit am Utkiek hatte mich zusätzlich entwöhnt. Aber immerhin bedurfte es schon nicht mehr während des ganzen Laufs der künstlichen Lichtquelle. Es wird 🙂

Schließlich hatte sich auch der letzte Regenschauer dieses ekelig nasskalten Tages kurz vor Laufstart ausgetobt und es blieb trocken. Trotzdem war dieser Lauf für mich alles andere als locker und ich war froh, dass wir uns heute nur 7,5 km zusammengekurvt haben. Irgendwie ist Donnerstagsabends immer mal wieder die Luft raus. Die Woche fordert da offensichtlich ihren Tribut. Man kann halt einfach nix mehr ab 😎

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Das erste Türchen

… meines gar nicht existierenden Laufadventskalenders offenbarte mir eine schöne Überraschung. Sitze ich doch heute morgen schlaftrunken vor meinem Becher Tee und versuche mich mit den Gedanken an den heutigen (Arbeits-)Tag anzufreunden als mir siedendheiß einfällt, dass da doch gestern eine E-Mail aus Berlin gekommen sein müßte. Also flugs den Rechner angeschmissen und schon wurde der Schlaf in meinen Augen durch Freude ersetzt. Erneut hatte ich Losglück und habe einen Startplatz für den Hauptstadtmarathon im September nächsten Jahres erhalten. Hurra, ich darf mich ins Großstadtgetümmel meiner Lieblingsstadt stürzen und Berlin erstmalig ausgiebig laufend erkunden 😀

Bis dahin fließt aber ja noch viel Wasser die Spree und die Hunte runter und die Alltagsläufe bestimmen mein Läuferleben.

Dass die nicht minderschön sein müssen als solche Highlights bewiesen meine letzten beiden Läufe. Am Montag gen0ß ich einen flotten Lauf bei kristallklarer Luft mit Temperaturen an der Forstgrenze und mit bezaubernder Abendstimmung. Im Schatten hatte sich den ganzen Tag Raufreif gehalten und die ersten kleineren Überschwemmungen in den Bornhorster Wiesen waren zum Teil gefroren.

Als ich zum Fotografieren einmal kurz die Handschuhe ablegte, sah ich in einem Zaunpfahl ein Zettelchen stecken. Ich konnte meine Neugierde nicht bezähmen und wurde mit dieser Frage (siehe Bild) konfrontiert. Wer auch immer diese Frage in den Weiten der Bornhorster Wiesen hinterlassen hat, ich konnte leider nicht anworten, da ich zum Laufen keinen Kugelschreiber mit mir rumtrage. Sorgsam steckte ich das Zettelchen wieder in den Spalt zurück und mußte schmunzeln, da ich noch am Morgen des selben Tages hier im Prinzip zu dieser Frage Stellung gezogen habe. Kuriositäten und Zufälle gibt es.

Gestern flitzte ich dann erneut sofort nach Feierabend los um noch etwas Tageslicht zu erhaschen. Dabei habe ich beide Bornhorster Seen umkurvt. Der angekündigte Regen mit  entsprechender Milderung hatte mich leider versetzt, so dass vereinzelte Pfützen immer noch gefroren waren.

Es war trotzdem ein schöner Lauf, auch wenn die Beine um einiges müder waren als am Montag.

So stehen sie einträchtig nebeneinander. Die Alltagsläufe und die Highlights. Ich möchte beides nicht missen 😎

Rauf und runter

… geht es in diesem November mit den Temperaturen. Am Dienstag durfte ich einen Lauf bei muckeligen 13° erleben, die sich durch das Nichtvorhandensein von Wind noch wärmer an fühlten. Das machte das neuerliche Wettrennen mit einem Binnenschiff zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Dass das Schiff mit auflaufendem Wasser und unbeladen die Hunte hinauffuhr, machte es für mich dabei nicht einfacher.

Dafür brachte mir das Wettrennen aber sogar zwei neue Temporekorde auf meiner seit März in meinem Besitz befindlichen Laufuhr. Über eine Meile und über einen Kilometer hatte sie noch nie so ein schnelles Tempo aufgezeichnet. Eine 4:47iger Pace als neue Bestmarke über den Kilometer zeigt aber deutlich, dass das Rennen halt nicht so meins ist. Deswegen konnte der Pott auf eineinhalb bis zwei Kilometer auch ungefähr eine halbe Schiffslänge auf mich gutmachen 🙂

So war der geplante ruhige Feierabendlauf über ein kurzes Stück zu einer Tempohatz geworden, quasi unverhofftes Intervalltraining in schöner Abendstimmung 😎

Und bevor ein falscher Eindruck aufkommt: Nein, ich bin nicht barfuß gelaufen, ich mußte nach dem 15 km-Lauf beim Dehnen nur dringend etwas abkühlen 🙂

Runter ging es denn mit der Temperatur beim Rauf und Runter des gestrigen Utkiek-Laufs. Die 3° bei sternenklarem Himmel machten aber auch den Lauf wieder zum Vergnügen.

Kurze Hosen

Wer heimst nicht schon mal gerne Bewunderung und Lob ein? Auch ich bin dafür durchaus empfänglich und wenn mir das schon nicht durch sportliche Leistungen gelingt, freue ich mich über das ein oder andere Ahhh und Ohhh und Sprüche wie „Harter Hund“ nur aufgrund der Tatsache, dass ich bis kurz vor der Frostgrenze in kurzen Hosen unterwegs bin.

Weniger freundliche Zeitgenossen mögen auch einfach nur denken, dass ich sie nicht mehr alle habe. Mir doch egal. Aber es ist nunmal so, dass mir die kurzen Buxen nichts ausmachen. Im Gegenteil, mir macht es Spaß die Frische an den Beinen zu spüren und ich friere an ihnen einfach nicht so schnell. Auch dann nicht, wenn der Kopf schon Mütze, die Hand Handschuh und der ganze Deichläufer schon dickes Laufshirt plus Jacke trägt.

Aber natürlich reagiere ich auch an den Beinen auf die Witterungsverhältnisse. In der Regel halt kurz, unter ca. 5° Dreiviertel und bei Frost eben Lang, schließlich will ich ja auch keinen Gefrierbrand bekommen 🙂

Am gestrigen Mittwoch verstand sich Kurz von selbst. 13° bedeuteten einen Temperatursprung im Vergleich zu Dienstag um gute 10°. Da tats obenrum sogar nochmal der dünne Windbreaker. Wind war auch endlich mal wieder ein Thema und an der Hunte wehte mir ein schon lange nicht mehr gekanntes kräftigeres Lüftchen entgegen.

Der Wind hatte zum heutigen Utkiek-Lauf sogar noch etwas zugelegt, so dass es auf den Höhen schon ganz schön zugig war. Dazu wurde das Ganze noch mit etwas Regen gewürzt. Zum Lauf hatte ich Uli im Auto mitgenommen, der auch gleich wieder über meine kurzen Hosen staunte. Mein Argument, dass sich nasse Haut alleine nicht so kalt anfühlt wie nasser Stoff auf nasser Haut, ließ er aber gelten 😀

Für etwas Sommerfeeling sorgten auf die Windharfe aufgemalte Pusteblumen. Bis es die wieder real zu sehen gibt, wird ja noch einige Zeit vergehen. So lange werde ich so oft es geht in kurzen Hosen unterwegs sein. Bewunderung wird dafür weiterhin gerne angenommen, ist für mich auch nicht so anstrengend wie durch sportliche Höchstleistungen :mrgreen:

Schwanensee

… oder laß lieber Herbstbilder sprechen …  😀

Mein heutiger Lauf führte mich über meine standardmäßigste Standardrunde: Bornhorster Wiesen, Hunte, Huntebrücke, farblich mit einem Standardnovembergrau abgestimmt. Abweichend vom Standard waren nur gleich drei Schwanenpaare auf dem kleinen Kanal, an dem ich auf dem Weg zu den Bornhorster Wiesen entlang laufe. Normalerweise hält sich dort in den Herbst-/Wintermonaten nur ein Schwanenpaar auf.

Es den Tieren in Sachen Grazilität gleich zu tun, ist mir aber irgendwie nicht so ganz gelungen. Beim Ballett brauche ich mich also wohl nicht zu bewerben 😀

Im Wettlauf mit einem Binnenschiff war ich aber auch nicht viel erfolgreicher. Ein 5:44iger Schnitt reichte nicht aus und der Pott zog mir langsam aber sicher und Meter für Meter davon. Schneller wollte ich aber nicht, deshalb kam mir ein kurzer Plausch mit dem Deichschäfer gerade recht um das Schiff entgültig ziehen zu lassen.

Trotz all dieser „Widrigkeiten“ war aber auch dieser Lauf gar nicht mal schlecht 😀

Schönere Bilder gibts von gestern, wo ich mit der Bahn zu einem Termin nach Hude gefahren bin. Dort hatte ich zwischendurch noch eine Stunde Zeit um einen Herbstspaziergang durch das Naturschutzgebiet Nordenholzer Moor zu machen. Etwas Sonne machte den Farbspektakel des Herbstes dabei nahezu perfekt.

05-11-16-18

 Da sage noch einer der November taugt nur um sich hinter dem Ofen zu verkriechen.

 Hatte ich schon mal erwähnt? Ich liebe den Herbst! 🙂

Wie gehts?

… Körper und Geist nach dem nächtlichen Scheitern an der Königsdisziplin in München? Das war die Frage, die ich mir heute selber gestellt habe. Der Utkieklaufdonnerstagabend sollte diese Frage beantworten. Und da wurde es für den Geist gleich erstmal ganz hart. Nichts und niemand von der Lauftruppe hatte sich eingefunden. Da schwankte ich kurz mit den Gedanken zwischen nachhause fahren und zumindestens eine kurze Runde laufen hin und her.

Schlußendlich wollte ich die Fahrt aber nicht umsonst gemacht haben und trabte los in die Finsternis der Oldenburger Bergwelt 🙂 War ich ob der Einsamkeit erst noch ganz ganz traurig 😦 , wandelte sich dies während des Laufes grundlegend. Ich genoß die frischen 7° und war erstaunlich gut zu Fuß und obwohl mir weder andere Läufer noch irgendwelche Gassigeher begegneten und es schon etwas gruselig einsam war, machte der Lauf richtig Spaß und der Kopf war wieder obenauf. Daumen hoch 🙂

Da durfte es dann auch noch etwas Spaß sein, sich mit dem eigenen Atem einzunebeln 😀 10 vernünftige Kilometer mit ein paar Höhenmetern. Da kann und will ich nach der suboptimalen, sonntäglichen Marathonnacht nicht meckern.

Helfersyndrom

Nach zwei Jahren Abwesenheit wegen eigener Teilnahme an Läufen konnte ich mich gestern mal wieder als Helfer beim Oldenburg Marathon blickenlassen. 5.000 Läufer auf den verschiedensten Distanzen gingen an den Start, neuer Rekord. Trotzdem wird es im kommenden Jahr die Marathondistanz nicht mehr geben. Ich habe es leider kommen sehen.

Zusammen mit Hermann konnte ich wieder den altbekannten Posten und die Streckensicherung für die 10 und 5 km-Läufer übernehmen. Diese Läufe hatten mit Abstand die größten Teilnehmerfelder.

Zwischen den beiden Läufen lagen satte 4 Stunden, die wir teilweise zum Anfeuern an der Marathonstrecke verbracht hatten. Und mit Teetrinken 🙂 Für ein ausgiebiges Päuschen auf dem mitgebrachten Gestühl war es aber zu frisch. Trockene 10 – 12° waren für die Läufer aber ideal. Allerdings ist der Oldenburger ansich nicht gerade ein begeisteter Zuschauer, so war man nicht nur als Streckenposten sondern auch als Anfeuerer und Motivator gefragt. So manche und  mancher war doch recht dankbar dafür. Da haben die insgesamt sieben Stunden doch überwiegend Spaß gemacht.

Ohne Anfeuerung bin ich heute auf eine letzte Laufrunde vor München gegangen. Einfach nochmal die Beine ausschütteln. 10,5 km etwas zu flott angegangene Kilometer, aber es lief ganz zufriedenstellend. Der Herbst gerät so langsam in Farbenrauch. Für mich die schönste Laufzeit.

Geschwänzt

… hätte ich heute am liebsten den Utkiek-Lauf. An diesem bleiernd grauen und nasskalten Tag hatte ich absolut null Motivation zu laufen und der 30iger vom Dienstag steckte mir offensichtlich auch noch in den Knochen.

Da funkte Uli via Telegramm, ob Ralf oder ich ihn nach dem Lauf wieder mit zurücknehmen konnten. Da hatte ich ihm schnell zugesagt und das Schwänzen war vom Tisch. Ralf hatte sich zwar auch angeboten, aber da ich den Grund für meine Zusage genannt hatte, nahm Uli erstaunlicher Weise mein Angebot an. So eine Gemeinheit aber auch.

Also hatte ich mich pünktlich zum ersten kompletten Dunkellauf dieser Herbst-/Wintersaison am Utkiek eingefunden.

Und siehe da, es lief wirklich gut. Die Beine waren erstaunlich lauffreudig und ich kam gut die kleinen Steigungen hinauf und auch wieder herunter. Nach längerer Zeit hatte ich mal wieder die Hokas an den Füßen und diese auch der neuen festen Bindung unterzogen. So gut haben die noch nie an den Füßen gesessen und waren auch noch nie so angenehm zu laufen, ein Wahnsinnsunterschied und das nur weil ich die Bändsel etwas straffer gezogen habe. Einzig und allein die noch latent vorhandene leichte Unruhe in den Fersen trübte geringfügig diesen guten Lauf.

Fazit: Das Aufraffen lohnt sich halt doch immer. Auch wenn es mal eines kleinen Zufalls bedurfte um den Hintern tatsächlich hochzubekommen 🙂

Trimm Dich

29.08.16 15

Anfang der 70iger Jahre gab es die Trimm Dich-Bewegung. Überall in Deutschland wurden Trimm-Pfade in die Wälder gebaut, wo man von Gerätschaft zu Gerätschaft joggen konnte um sich dort mittels Klimmzügen, Hangeln und ähnlichen Übungen zu ertüchtigen. Ich selber war zu der Zeit noch sehr klein und wenig später verfärbten sich meine Gesichtszüge angesichts der „Freude“ am Schulsport immer leicht ins Grünliche, deshalb war das nichts für mich.

Die meisten Trimm Dich-Pfade hat über die Jahrzehnte der Zahn der Zeit zernagt. Trotzdem füllte ich mich aufgrund meines gestrigen Laufs an sie erinnert, kam mir doch mal so eine Eingebung mein Tagesschau-Training in den Lauf zu integrieren.

Dazu brauchte es weder Wald noch irgendwelche Geräte. Es reichten die Wiesen und was sich so an Begebenheiten am Wegesrand findet. So machte ich mich bei erfrischenden 17 – 19° auf zum Trimmtraben.

Nach 2,5 km gab es die erste Liegestützeinlage und bis Kilometer Nummer 10 hatte ich derer drei Sätze abgearbeitet, zusätzlich drei Sätze Dips, ergänzt um Seitstützeinlagen.

Die folgende Bilderserie ist etwas selfielastig geworden, ich bitte das zu entschuldigen. Zum Ausgleich gibt es aber auch ein Schaf (nicht ich!), schon wieder ein Reh, ein paar Nilgänse, etwas Hunte und Wiesen zu sehen 🙂

Eigentlich dachte ich immer, meine Power reicht entweder fürs Laufen oder fürs Workout, beides zusammen geht nicht. Umso mehr war ich überrascht, wie flockig mir die Übungen von der Hand gingen und ich danach auch gleich weiterlaufen konnte, während ich im heimischen Wohnzimmer zwischen den Sätzen immer etwas verschnaufen muß.

So paarten sich zu dem 14,2 km-Lauf im 5:44iger Tempo noch insgesamt 115 Liegestütze, 110 Dips und je Seite 1:20 Minute Seitstütz. Tierischen Spaß hat die Nummer auch noch gemacht.

Ich würde jetzt zwar nicht jeden Lauf durchs Workout unterbrechen wollen, bei Nässe mag das vielleicht auch nicht so angenehm sein. Aber ab und zu, wenn z. B. die Tagesschau wegen Fußball oder anderen Gedöns ausfällt, ist das mal eine echte Alternative 😎

 

Eislauf

Nein, es ist noch kein Winter und ich habe auch nicht die Sportart gewechselt. Trotzdem gab es heute einen Eislauf. Schon seit längerem hatten wir von der Utkiek-Truppe mal vor, zu einer nicht allzu weit entfernten Eisdiele zu laufen. Vorsetzung dafür sollte lediglich Sommerwetter sein. Die heutigen 32 – 33° und knalliger Sonnenschein wurden diesbezüglich für gut befunden.

Mit einer Einlaufrunde um den Utkiek näherten wir uns über gut 4 km der Eisdiele. Dort wurden wir freundlicher Weise vor dem Eisgenuß jeder noch mit einem Becher Wasser versorgt. Die Inhaberin der Eisdiele ist selber Läuferin und weiß was das Laufvolk bei solchen Temperaturen braucht. Nach dem Durststillen suchte sich dann jeder sein Eis aus. Hmmm, lecker, ein Genuß.

Nach dem Verzehr ging es dann auf direkten Wege wieder zurück zum Parkplatz am Utkiek, obwohl mir das Eis offensichtlich Energie geliefert hat. Zurück lief es sich jedenfalls besser als hin. Insgesamt kamen immerhin noch 6,1 km Laufstrecke zusammen. Gar nicht mal so schlecht würde ich sagen 😀

Zuhause angekommen zog ich dann bei 30° im Wohnzimmer unterm Dach auch noch mein Tagesschau-Programm durch. Bauchtraining stand auf dem Plan. Vor lauter Begeisterung über das schöne Wetter, den schönen Lauf und das leckere Eis gelang mir doch sogar noch ein neuer Rekord bei den Situps und beim Planken.

Verrückt, im Moment tut mir das heiße Wetter richtig gut 🙂