Fast schon ein Triathlon

Gestern hatte ich den zweiten Laufversuch unternommen. Dazu war ich mit dem Fahrrad raus zur Hunte gefahren und dort in die Laufsandalen geschlüpft. Nach vier erfolgreich absolvierten Laufkilometern (HURRA! Allerdings zickt jetzt die linke Ferse, die aber auch durch die Schonhaltung der letzten Wochen arg strapaziert wurde) ging es weiter zum Kleinen Bornhorster See. Dort konnte ich der Versuchung nicht widerstehen einmal in die Fluten zu steigen. Da dies nicht geplant war mußte die Laufunnerbüx als Badehose herhalten und anschließend die Luft das Handtuch ersetzen. Aber herrlich war es!

20 km radeln, 4 km laufen und ungefähr 10 Schwimmzüge, wenn das nicht schon fast ein Triathlon gewesen ist 😆 😎

Auf zwei Rädern hin und zurück ging es dann heute zu Schwiegermuttern . Dabei kamen völlig relaxte 43,4 km zusammen.

Kurze (Zwangs-)Pause:

Entspannte Zeit:

Das Ganze bei Sommerwetter wie ich es liebe. Warm, etwas wechselhaft und trocken 🙂

Variationen

Mein Run to the Schwiegermum ist ja inzwischen ein recht etablierte Geschichte. Etliche Male bin ich nun schon laufender Weise bei ihr aufgetaucht. Dabei habe ich reichlich Variationsmöglichkeiten. Länger, kürzer, dieseits oder jenseits der Hunte, langsamer, schneller, FiveFingers, Sandalen oder barfuß usw. usf. Eine weitere Variante habe ich heute hinzugefügt. Erstmals bin ich nicht zum Kaffeetrinken zu ihr gelaufen sondern zum Mittagessen. Krass, oder? 😆

Gestartet bin ich so ca. viertel vor Neun mit einem komischen Gefühl im Bauch. Bei einer Grillparty am Abend vorher ist mir irgendetwas nicht bekommen. Das hat mir schon den Grillabend etwas verleidet und auch die Nacht fühlte ich mich nicht sonderlich gut. Den Joghurt, den ich vor dem Start essen wollte, stellte ich wenigstens wieder in den Kühlschrank und beschränkte mich auf einen Pott Tee. Drum war ich auch skeptisch, ob der Lauf nach Berne überhaupt eine gute Idee wäre. Sicherheitshalber hatte ich deshalb den Haustürschlüssel eingesteckt um ggf. zu Beginn noch umdrehen zu können. Aber die Beschwerden verschwanden zum Glück nach einigen Kilometern. Wogegen Laufen doch nicht alles hilft 🙂

So beschränkte sich das einzige „Leid“ auf die plötzliche, ungewohnte Wärme und die leichte Schwüle in der Luft, die sich zum Nachmittag hin in Gewittern niederschlug. Ansonsten trabte ich im ruhigen Tempo dahin und konnte mir den Appetit für das anschließende Mittagessen holen. Ich war sogar noch vor Jens in Berne, der mit dem Auto ausgerechnet durch eine Lauf-Schwimm-Veranstaltung ausgebremst wurde, von der ich gar nichts wußte und unterwegs auch nichts gesehen hatte.

Durch einen kleinen Schlenker in Berne habe ich die 21 km (im Verhältnis 7,5 km Pies Sucios und 13,5 km barfuß) vollgemacht. Nach dem Essen wollte ich mich dann für fünf Minuten auf Schwiegermamas Sofa legen und bin dann erst nach eineinhalb Stunden wieder aus dem Tiefschlaf erwacht. Man kann aber auch nichts mehr ab 😆

Schwiegermutters Bademantel

Tja, was soll ich sagen. Ich hatte heute wieder einen prima Lauf. Es trieb mich über 21,2 von leichtem Rückenwind geschobene Kilometer mal wieder zu Schwiegermuttern nach Berne. So locker, so easy wünschte ich mir immer unterwegs zu sein. Das Wetter war für einen dritten Advent perfekt. Um die 8° und trocken. Allerdings hatte ich den Rückenwindeffekt etwas falsch eingeschätzt und war etwas zu warm angezogen. Das war aber auch das einzige, kleine Manko des Laufs.

Durch die Bornhorster Wiesen ging es auf recht direktem Weg über Butteldorf und durch die Wesermarsch nach Berne.

Bei Schwiegermuttern angekommen, war mein Bester mit dem Auto samt meinem Rucksack mit den Wechselklamotten noch gar nicht da. Um nicht in den verschwitzten Laufklamotten ausharren zu müssen, bot mir meine Schwiegerma ihren Bademantel an, den mir meine Schwägerin rauskramte.

Während ich allerdings unter der Dusche stand, tauchte Jens auf und reichte mir den Rucksack ins Badezimmer. Das ersparte mir einen ganz heißen Auftritt. Da meine Schwiegermama sehr klein ist, wäre der Bademantel für mich doch sehr, sehr kurz gewesen.  Das hätte dem Ganzen, naja, wie soll ich sagen *hüstel* eine gewisse erotische Komponente gegeben :mrgreen:

So aber blieb mir dieser Auftritt erspart und der Sonntag so adventlich wie es sich gehört 🙂

Osterbrauch und kleine Irrtümer

Hier im Norden brennen zu Ostern vielerorts Osterfeuer. Ursprünglich geschah das am Abend des Ostersonntags. Inzwischen hat sich aber auch der Samstagabend etabliert. An diesem Abend gab es auch ein Osterfeuer in der Nachbarschaft von Heimos zweiter Heimat. Das war eine schöne Gelegenheit einen schönen Abend am Feuer zu verbringen, zu klönen, ein paar Bratwürste zu vertilgen und das ein oder andere Bierchen zu vernichten.

Den heutigen Ostersonntagsbesuch bei Schwiegermuttern habe ich wieder mit einem Lauf zu ihr nach Berne verbunden. Da morgen auch nochmal ein Lauf mit Heimo auf dem Plan steht, habe ich diesmal die kürzest mögliche Route gewählt. In meiner Erinnerung war diese Variante knapp 20 km lang. Aber entweder stimmte etwas mit meiner Erinnerung oder mit der Variante nicht. Als ich nach 18 km noch recht weit von Berne entfernt war, erkannte ich, dass es mit dem pünktlichen Erscheinen an der Osterkaffeetafel nichts werden würde 😯

Der zweite kleine Irrtum war dann, dass ein gut ausgebauter Betonweg eine Abkürzung darstellen könnte. Die Richtung war perfekt, allerdings endete der Weg plötzlich auf einer Wiese und auch hinter der Wiese kam nichts anderes als weitere Wiesen :-/

Diese Abkürzung kostete mich noch einen guten, zusätzlichen Kilometer. Nach diesm Irrtum blieb ich auf vertrauten Wegen. Ein Stück Straße läuft man dabei besser rechts, weil links im Notfall in Richtung Deich kein Platz ist um sich vor eventuellen Kamikaze-Autofahrern in Sicherheit zu bringen.

Platz war aber für mich noch an der Kaffeetafel, als ich mit noch vertretbaren 11 Minuten Verspätung bei Schwiegermuttern eintrudelte. Die letzten Kilometer hatte ich etwas Gas gegeben, um den zusätzlichen Zeitbedarf für die schlußendlichen 24,2 km zumindestens etwas wettzumachen 😀

Auf nahezu der gesamten Strecke hatte ich Rückenwind, da kann ich irgendwie so gar nicht mit umgehen. So war es mir trotz kühler Temperaturen viel zu warm. Ich brauche einfach meine Luftkühlung von vorne :mrgreen:

Katastrophal

… ist in diesem Jahr bislang meine Rennrad-Bilanz. Dabei ist es doch meine erste volle Saison. Aber eben diese Saison dämpfte meine Euphorie. Ein kaltes Frühjahr erwärmte nicht gerade mein Biker-Herz. Dann auch Mai und Juni überwiegend kalt, teils regnersich und vor allem windig. Der Wind ist bis in den hiesigen Hochsommer meistens kräftig dabei und läßt sogar ein windgewohntes Nordlicht wie mich etwas erstaunt die Augenbraue hochziehen. Ok, ich gebe auch zu, dass ich ein Schönwetterbiker bin. Im Gegensatz zum Laufen brauche ich hier nicht wirklich Regen, Kälte und kräftigen Wind.

Da blieben also nicht viele Tage und die hatte ich auch nicht unbedingt Zeit. Reichlich Ausreden also. Aber heute war es endlich mal wieder so weit. Wenigstens eine Feierabendrunde habe ich zustande gebracht und ich kann 43 km aufs Rennradkonto schreiben.

Dabei blieb es auch heute nicht trocken und ich durfte auf den letzten 10 Kilometern die erste Regenfahrt meiner „Rennradkarriere“ verbuchen. Klar, der Wind ließ sich mit dem aufkeimenen Regen auch nicht lumpen. Aber schön war es schon. Zumal ich das erste Mal den Eindruck hatte, dass die Klickpedale und ich doch noch Freunde werden könnten. Nicht nur zu treten sondern auch zu ziehen hat schon was und so konnte mein Garmin in der Ebene (was sonst) „mit ohne Wind“ ohne große Anstrengung auch mal 32 km/h verbuchen.

Mal sehen was also noch geht in den kommenden Wochen. Aber erstmal muß ich nun wirklich in eine vernünftige Radbrille investieren. Das Werbeteil eines Bremer Bierbrauers hat heute auf seiner zweiten Ausfahrt schon gleich ein Schräubchen verloren und sich somit halbwegs in seine Bestandteile aufgelöst.

20.07.15 05

Wie schön, fürs Laufen habe ich ja auch fast schon alles. Da müssen die Euros auch dringend woanders investiert werden :mrgreen:

Beseelt

Die Strecke Oldenburg – Berne, konkreter zu meiner Schwiegermutter, habe ich in den vergangenen Jahren schon des Öfteren unter die Laufschuhe genommen. Nach der Trauerfeier für meinen Schwager am Freitag war es aber nochmal wieder etwas ganz besonderes zu ihr zu laufen. Dazu habe ich auch noch eine in Teilen neue Streckenvariante gewählt, die ich im letzten Jahr beim Rennradeln entdeckt hatte. Die war sehr schön und bis auf die letzten zwei Kilometer extrem verkehrsarm.

Hinter dem Großen Bornhorster See bog ich ab ins Moor, vorbei an den Gellener Torfmöörten (Kleine Moorseen mit pechschwarzem Wasser), vorbei an Butteldorf, durch die Moorriemer Hellmer und dann vorbei an der Großbaustelle für die neue Huntebrücke in Huntebrück. Die letzten zwei Kilometer entlang der B 212 hätten sich nur durch ein paar Zusatzkilometer verhindern lassen. Aber ich wollte es bei den heutigen 22 km belassen. Schließlich ist der letzte Lauf im 20iger-Bereich schon einige Wochen her.

Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen von um die 15° machten diesen Lauf zu einem Fest. Es wird grün, überall wird das Auge der erwachenden Natur gewahr. Nach den ersten vier Kilometern begegnete mir kaum noch eine Menschenseele. Die Bauernhöfe dösten in der Sonne und ihre Bewohner offensichtlich auch. Meine Gedanken wanderten über ein breites Spektrum. Von der wunderbaren Trauerrede für meinen Schwager, die ein guter Freund von uns gehalten hat, über die Schönheit der Natur und des Frühlings bishin zu Ärger über meinen Chef. Zwischendurch ereilte mich nach langer Zeit mal wieder ein Runners High. Wie beseelt lief ich dahin, Gänsehaut überkam mich, ohne das ich fror. Das über die gesamte Strecke recht gleichmäßige 6:00er-Tempo stellte sich von alleine ein und behagte mir. Es lief wunderbar, nichts strengte an und ich hätte noch einige Kilometer dranhängen können.

Mehr kann man von einem Lauf wohl kaum erwarten!

Vom Winde verweht

Regen stört mich bekannter Weise nicht beim Laufen, im Gegenteil. Aber was heute an „Wetter“ angekündigt wurde, ließ mich doch etwas zweifeln wieder auf einen langen Törn zu gehen: Stürmischer Wind, bei Schauern Sturmböen der Stärke 8 bis 10 und vereinzelt Gewitter. Also studierte ich vor dem Start eingehend die Seite von wetteronline.de und betrachtete mit Argusaugen das Regenradar. Nachdem der morgentliche Dauerregen abgezogen war, sah es aber gar nicht so schlecht aus. So beschloß ich, dass einem Lauf zu meiner Schwiegermama nichts im Wege stand. Allerdings ist der direkte Weg nach Berne für meine augenblicklichen Ambitionen zu kurz, so dass ich erstmal die Bornhorster Seen umkurvte bevor ich mich über die Autobahnbrücke auf die andere Hunteseite und somit auf den Weg nach Berne begab.

Die massiven Regenfälle der vergangenen Tage haben das Land gesättigt, auf den Äckern steht teilweise das Wasser. Der Wind blies kräftig, die Bäume schaukelten und rauschten stark vor sich hin. Das schöne daran: Ich hatte den Wind heute fast die ganze Zeit auf dem Rücken 😀 So einen Schub über so eine lange Strecke durfte ich noch nie geniessen, immerhin war ich knapp 30km, genauer gesagt 29,6 km, unterwegs. Auf diese Weise ließ es sich unangestrengt laufen und ich war sparsam im Verbrauch. Nur 0,6 Liter Wasser und keinerlei Verpflegung 😉 Und darüber hinaus geschah das Unglaubliche, es hat die ganze Zeit nicht geregnet. Ich war ausnahmsweise wirklich nicht böse darum. Trotz Windunterstützung hielt ich das Tempo niedrig. Wenn es überhaupt etwas auszusetzen gab, dann war es die Tatsache, dass ich angesichts der Wettervorhersage meine gelbe Jacke gewählt hatte und so etwas zu warm angezogen war. Aber sie bot dafür guten Windschutz und der war auch wichtig.

Die Bilder fasse ich in einer Galerie zusammen. Es fiel mir mal wieder schwer nicht ständig stehenzubleiben und zu fotografieren, weil die norddeutschen Einöde doch einfach viel zu vielfältig ist 😀

Da ich damit gerechnet hatte, vom Regen durchweicht zu werden, habe ich nochmal meine alte Cam mitgenommen. Wer also mysteriöse Zeichen in einigen Bildern entdecken sollte, die Bedeutung ist gering, es handelt sich lediglich um einen Defekt 😉