Verpaßte Schanze

Es gibt da so eine alberne Werbung für angeblich spottbillige Luxusreisen, wo ein Frau auf einer Liege am Pool zu ihrem Nachbarn sagt: Wissen Sie, ich dürfte eigentlich gar nicht hier sein… bla bla bla. Umgekehrt ging es mir am Wochenende aber genauso. Ich hätte eigentlich gar nicht in Oldenburg sein dürfen, sondern stattdessen im Schwarzwald, genauer gesagt in Titisee-Neustadt, um dort gemeinsam mit meinem Chef die dortige Skischanze hochzulaufen, bzw. sie wohl eher auf allen Vieren hochzukriechen. Der Veranstalter spricht von den härtesten 400 m der Welt und das wären sie für mich sicher auch geworden.

Nun, aus mittlerweile bekannten Gründen habe ich die Reise in den Schwarzwald nicht angetreten und meinen Chef alleine auf die Schanze geschickt. Dafür landete er durch ein auf der Anreise geführtes Gespräch mit einem Lokalredakteur der hiesigen Nordwest-Zeitung mit einem Artikel über diesen Lauf in eben selbiger. Das Zitat vom ihm „Ich fahr alleine, obwohl ich viel dafür werbe, findet sich irgendwie niemand, der 800 Kilometer Anreise für 400 Meter bergauf als lohnenswert erachtet“ schreibe ich allerdings mal der journalistischen Freiheit des Redakteuers zu, schließlich hätte es ja heißen müssen, dass er leider alleine reisen mußte, weil sein Mitstreiter aufgrund einer Verletzung nicht teilnehmen konnte. Aber was soll`s, ich bin ja nicht nachtragend.

Dafür zitiere ich Daniel bezüglich dessen, was er mir nach dem Lauf per WhatsApp beschrieben hat: „… die blanke Hölle“ und „Ich war (…) in meinem ganzen Leben noch nie so im Arsch wie danach“. Das Ganze untermalt mit einem Schnapschuß, wo er zufällig noch jemanden mit aufs Bild bekommen hat.

SW

Hach, so eine Laufverletzung kann doch etwas Herrliches sein, was ist mir da offensichtlich erspart geblieben 😆 Allerdings hat Daniel mir schon angedroht, dass ich dann nächstes Jahr auf jeden Fall mitmuß 😯

Stattdessen bin ich am gestrigen Sonntag ganz entspannt 72 km gerennradelt, unterbrochen von zwei großzügigen Zwischenstopps, zum einen beim verkaufsoffenen Sonntag in Hude, wo Jens gearbeitet hat, und zum anderen bei Schwiegermuttern zum Bingo-Gucken 😀

Dabei durfte ich mich die ersten 20 km vom teils kräftigen Rückenwind treiben lassen. Fanastisch, wie man dabei ganz locker kurbelnd mit fast 30 km/h durch die Gegend rollt. Aber auch sonst vermied ich jeden großen Kraftaufwand um den Fuß nicht zu sehr zu belasten. Ich kann nicht verhehlen, dass mir diese lockere/zwanglose Tour viel Spaß gemacht hat. Lediglich das Sitzen wurde ab Kilometer 50 so allmählich etwas unangenehm, zumal ich in normaler Lauftight geradelt bin, weil ich partout meine kurze Radlertight mit dem Kissen am Allerwertesten nicht finden konnte 😆