Oh watt`n Meer

Zu Hochdeutsch: Oh was für ein Meer. Dieses Wattenmeer der Nordsee.

Vom Laufen gibt es im Moment nicht viel zu berichten, von schon seit einiger Zeit beidseitig etwas gereizten Achillessehnen einmal abgesehen, weshalb ich wohl doch die kommenden Tage mal kürzer treten werde. Der Frühling bleibt unterkühlt und der Kleine Bornhorster See bleibt es auch. Trotzdem genieße ich die klitzekleinen sonntäglichen Schwimmeinlagen inzwischen sehr. Das war es im Prinzip auch schon. Deshalb gibt es im Folgenden einmal einen Abstecher vom Laufen 😎

Der heutige Pfingstmontag fiel etwas aus dem April- und Maiwettereinerlei, indem es mal einwenig wärmer war. Grund genug um einen kurzen Trip an die Nordsee an den Strand von Hooksiel zu machen. Irgendwie bleibt das bei uns immer wieder auf der Strecke, obwohl es eigentlich keine Entfernung ist. Zumal ich heute das neue Auto erstmalig so richtig habe laufen lassen und wir schon nach einer halben Stunde dort waren. Leider fing es auf der Fahrt schon wieder leicht an zu tröpfeln, trotzdem war es schön kurzzeitig etwas anderes zu sehen. Erstaunt waren wir darüber wie voll es schon ist, die Küste hat zu Pfingsten reichlich Gäste. Es sei der schwerleidenden Tourismusbranche von Herzen gegönnt.

Mein Barfußvergnügen im Watt wurde leider etwas getrübt, da es sehr viele Quallen gab. Das haben wir in Hooksiel noch nie erlebt und ist für diese Jahreszeit auch etwas ungewönlich.

Am Hafen gab es noch ein lecker Softeis und etwas fürs Abendessen vom Fischwagen und dann ging es auch schon wieder zurück. Mal wieder mit der Absicht uns in Zukunft öfters solche kleinen Auszeiten zu gönnen 🙂

Außerdem kann ich den kleinen Ausflug dafür nutzen einen gewissen landschaftlichen Kontrast zu diesem Post hier herzustellen 😆

Symphonie in Grau

Irgendwie gelüstete es mich zwischen den Jahren noch nach einem etwas besonderen Lauf. Da ich am 30.12. ausgiebig Zeit hatte, gönnte ich mir deshalb als Rausschmeißer aus 2017 etwas Abwechselung vom Laufalltag und bin an die Nordsee gefahren, um etwas Seeluft zu schnuppern und Schiffe zu gucken. Und was ein echtes Nordlicht ist, der läßt sich dabei auch nicht vom ausgesprochen besch… eidenen Wetter abhalten.

Vom Hooksieler Hafen lief ich Richtung Jade-Weser-Port, Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen, wo die dicksten Container-Brummer der Welt anlegen. Unter den gewaltigen Öllöschbrücken hindurch, lief ich gegen den ablandigen Wind, der zum frühen Nachmittag schon recht kräftig war und mir den Regen entgegenpeitschte. Dabei war ich noch vor dem Eintreffen der angekündigten milden Luft unterwegs und die 3° waren alles andere, nur nicht mucklig. Am Jade-Weser-Port angekommen war selbst ein Container-Riese im Regengrau kaum zu erkennen und ich freute mich, dass ich mich die nächsten fünf Kilometer vom Wind zurück nach Hooksiel schieben lassen konnte.  Dabei wurden meine eiskalten Hände in den klitschnassen Handschuhen und auch die Oberschenkel langsam wieder warm, wohl auch weil die Temperatur so langsam anstieg.

Über den Hooksieler Hafen lief ich nun zum kurzen Strand von Hooksiel, beste Gelegenheit noch einmal die V-Runs auszuziehen. Leider war der Strand teilweise sehr muschel- und vorallem extrem hundelastig und es kam noch zu einer unschönen Begegnung mit einem Vierbeiner, dessen Herrchen ihm sogar das Halsband abgenommen hatte und deshalb kaum zu fassen bekam. So bin ich den Strand nur einmal rauf und runter gelaufen und habe es dann nach insgesamt 19 km bewenden lassen.

Auf der Nachhausefahrt drehte der Wind dann so richtig auf und schaukelte mein kleines Gefährt kräftig durch, da gehörten schon beide Hände ans Lenkrad, während das Auto-Thermometer beständig auf bis zum Schluß 10 ° stieg. Ach, wie gemütlich kann es nach so einem rauhen Nordseelauf im Auto sein 😀

Entschädigt für diese Symphonie in Grau hat mein Neujahrslauf. Den halbwegs sonnigen Jahresauftakt konnte ich gerade noch nutzen bevor die gute alte Klara unterging 😀

Da war mir mal nach

Wer zum Halbmarathonlaufen nach Bad Ischl in Österreich und nach München reist, wer für einen 9 km-Staffelanteil das Ahrtal besucht, der kann auch mal eben ins Auto hüpfen um eine Laufrunde an der Nordsee zu drehen. Schließlich sind das von mir aus nur 40 Minuten im Fiat-Kleinwagen-Tempo 🙂 Und genau danach stand mir heute der Sinn.

Also auf nach Hooksiel, dort das Auto am Hafen geparkt und immer unterm Deich lang bis zum Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven gelaufen. Das sind knappe 6 km hin und die gleiche Strecke wieder zurück.

Die reinste Küstenidylle bietet die Strecke zwar nicht, führt sie doch direkt an den Öllöschbrücken für die Supertanker vorbei und drunterdurch. Das macht aber nichts, um Nordseeluft zu schnuppern taugt die Strecke allemal und ordentlich Schiffe zu gucken gibt es auch. Vom Tanker, Frachtschiffen, Marineschiffen bis zum Containerriesen war alles dabei und wer es mag kann sich auf der anderen Deichseite auch noch Raffinerie-Romantik anschauen.

Das Wetter paßte auch hervorragend zum rauen Nordsee-Charme. Grauer Schauerhimmel, kuschelige 12° und eine allerdings nicht allzu steife Brise.

Der Jade-Weser-Port als einziger deutscher Tiefwasserhafen kommt ja seit seiner Eröffnung vor wenigen Jahren noch nicht so richtig in Quark. Der Containerriese auf dem letzten Bild legte gerade ab und die Purple Beach dümpelt am Kai vor sich hin. Das ist der Frachter, der Anfang Juni brennend durch die Nordsee trieb. Das war`s.

Mich trieb es da eher mal wieder über mir nur zu vertraute lange Geraden. Erst mit, dann gegen den Wind. Meine gelbe Allwetterjacke erwies sich als das richtige Kleidungsstück und selbst die Kapuze leistete teilweise gute Dienste gegen den Regen und den kalten Wind.

Mein Garmin war wieder frisch gestärkt und zeigte mir schlußendlich 11,6 km im 5:59iger Schnitt an. Die Abwechselung hat Spaß gemacht, zumal ich auf der gesamten Strecke komplett alleine unterwegs war. 🙂