Bis zum letzten Tag

Welcher Teufel mich da in den letzten zehn Tagen des Jahres geritten hat, weiß ich selber nicht so genau 🙂 Es fing damit an, dass ich mir Anfang Dezember lediglich vornahm, noch die 2.000 Jahreskilometer vollzumachen. Erledigt am 23.12.!

2.000 km H

Dann betrachtete ich die Jahreskilometerzahl von 2018, da waren es 2.030 km. Die könnte ich doch auch noch packen. Gepackt am 25.12.!

2.030 km H

Allerdings fiel mir auch meine bisherige Jahresbestleistung von 2.084 km aus dem Jahr 2017 ins Auge. Überboten am 29.12.!

2.084 km H

So ein krumme Zahl kann man doch aber auch noch runden. Gerundet am 30.12.!

2.100 km H

Nun, ich hatte Zeit und Lust mich dieser kleinen Jahresend-Challenge hinzugeben und bin deshalb seit dem 22.12. jeden Tag auf Piste gewesen um diese vier grünen Haken setzen zu können. Allein in diesen 10 Tagen bin ich 128,6 km gerannt, die sich mit den restlichen Läufen für den gesamten Dezember auf 284 km aufsummten. Sowohl die 10 Tage mit ihren Kilometern (längster Streak) als auch das Monatsergebnis für den Dezember sind Allzeitrekorde, auf die der neue Jahresrekord noch oben drauf kommt ❗

Während des 10-tägigen Streaks war ich u. a. auf alltäglichen Strecken unterwegs, am ersten Tag z. B. mit Angela und Heimo, tagsdrauf dann alleine, wo ich die 2.000 vollmachte.

Heiligabend suchten Heimo und ich im Litteler Wald den dort alljährlich geschmückten Tannenbaum und fanden ihn nicht 😦 Erst am ersten Weihnachtsfeiertag entdeckten Angela und Heimo den Baum bei einem Spaziergang.

In den folgenden Tagen nahm ich so ziemlich alles zum Anlaß laufen zu gehen, was sich so bot. So lief ich nach Weihnachten z. B. einmal zum Baumarkt und ein anderes Mal in die Stadt nur um einem Geldautomaten etwas Bares zu entlocken.

Auf meiner längsten Runde  entdeckte ich dekoratives Treibholz, das Jens und ich anschließend mit den Fahrrädern geborgen haben, damit es künftig unseren Garten schmücken kann 🙂

Einen Hauch von Winter gab es auch einen Tag.

Am Silvestertag kam dann noch ein 10,6 km langes Jahresendläufchen dazu und somit blieb die Kilometeruhr für 2019 bei exakt 2.111,2 km stehen.

Diese Zahl gehört zum Jahresende natürlich auch noch ein wenig analysiert 😀

Von den 2.111,2 km lief ich etwas mehr als die Hälfte, nämlich satte 1.122 km, komplett barfuß und habe diese Kilometerzahl im Vergleich zum Vorjahr noch einmal verdoppelt (Allerdings sehe ich damit auch das Ende der Fahnenstange, weil ich meine Strecken nicht immer nur nach Barfußtauglichkeit auswählen möchte)

Von den „restlichen“ Kilometern entfielen ziemlich genau 750 km auf meine Laufsandalen, ca. 210 km bekamen die FiveFingers ab und nur noch knapp 30 km verteilten sich auf meine sonstigen Barfußschuhe. Zu erwähnen bleiben noch die finalen 1,2 km in den Hokas, bevor diese mit allen anderen „normalen“ Laufschuhen in den Altkleidercontainer wanderten 🙂 198 Läufe mittelten sich über das Jahr auf eine Durchschnittslänge von knapp 10,7 km. Zuviel Langes war also nicht, aber immerhin bin ich ja einmal im Mai für mich ganz allein die Marathondistanz gelaufen, in Sandalen und barfuß, ein tolles Erlebnis.

Somit endet 2019 mit einem unerwarteten Jahresrekord, den ich so, nach meiner unsäglichen Geschichte im Sommer mit dem Verdacht auf eine Fraktur im linken Mittelfuß und der daraus resultierenden, wochenlangen Laufpause, nicht für möglich gehalten hätte. Sehr, sehr cool 😎

Deshalb bin ich mit dem Laufjahr 2019 summa summarum mehr als zufrieden und mir bleibt nur noch Euch folgendes zu wünschen:

NJG

Witzigkeit kennt keine Grenzen

Bei meinem gestrigen Lauf ballten sich irgendwie die Absonderlichkeiten des Laufalltags. Schon zu Beginn raste ein Hund auf mich zu. Schlußendlich hörte er auf Frauchen und blieb im letzten Moment direkt vor mir stehen. Frauchen hingegen würdigte mich keines Blickes. Ob sie auch noch so ignorant geblieben wäre, wenn ich ihr oder ihrem Hund in den Allerwertsten getreten hätte? :mrgreen:

Einen Kilometer später war die Ausfallstraße in die Wesermarsch gesperrt und der Verkehr wurde ausgerechnet über meine Laufstrecke umgeleitet. Allerdings sind die Wirtschaftswege dafür nicht ausgelegt und ich war froh, dass ich mich nach wenigen hundert Metern auf die andere Kanalseite flüchten konnte.

Auf dem Weg zur Hunte warf mir ein Spaziergänger die Frage zu, ob`s Spaß machen würde. Ne, Laufen ist total kacke und ich mache das nur aus Zwang. Hab ich natürlich nur gedacht 😉

Nachdem ich die Huntebrückentreppe hochgejoggt war und gerade Sonneruntergang über Hafenkulisse fotogratierte, kam gerade die Oldenburger Laufelite die Rampe hochgelaufen, u. a. der diesjährige Gewinner des Oldenburg Marathon, wendete direkt vor meiner Nase, würdigte mir Freizeitjogger keines Blickes, geschweige denn eines Grußes und lief die Rampe wieder hinab. Wie war das noch mit wahrer Größe in meinem letzten Post?

Schlußendlich ermunterte mich eine Reitersfrau, die gerade statt Pferd ihren VW-Bus enterte, mit einem hoch originellen „Eins, Zwei, Eins, Zwei“ :-/ Irgendwie hatte die Leute gestern wohl alle was gestochen. Der Lauf als solcher war aber klasse.

Solcherlei Nervigkeiten blieben mir heute, bis auf eine enorme Hundedichte, erspart. Ich lief eine entspannte und trotzdem recht flotte Runde nach einem wunderbaren, fünfstündigen Frühstück bei lieben Freunden.

Mit diesem Lauf ist nun auch schon meine kleine Jahresendrallye beendet. Die noch fehlenden Kilometer schaffe ich jetzt auch im Rahmen meines ganz normalen Laufpensums.

Das Mehr der letzten zwei Wochen hat mir wirklich Spaß gemacht und es lief einfach wunderbar. Aber nun freue ich mich auch über die Weihnachtstage einen Gang runterschalten zu können 🙂