Ohne Dich

Die im vorherigen Post erwähnten 15 Tage Laufpause sollten genug sein. Drum ging ich am Montag wieder laufen um der längsten freiwilligen Laufpause ever ein Ende zu setzen. Ausgeruht waren dabei in erster Linie die Fußsohlen und schnurten klaglos über den üblen Asphalt rund um den Großen Bornhorster See, den sie sonst nur mit Sandalen zu überlaufen bereit sind. Ansonsten aber verflog die Hoffnung auf einen geschmeidigen Wiedereinstieg. Trotz angenehm niedriger Temperatur wollte kein Fluss aufkommen, auch nicht nach dem Bad im Kleinen Bornhorster See. Aber immerhin konnte ich 11 Barfuß-Kilometer in meine bis dato klägliche Juli-Statistik eintragen.

Am Mittwoch überlegte ich zum Ende meines Home-Office-Tages Jens zu einer Nordic-Walking-Runde zu animieren, während ich meine Laufrunde drehe. Es sollte anders kommen. Als Jens an diesem Tag einige Zeit nach mir aufstand und ich die ersten Worte mit ihm sprach, stimmte etwas mit ihm nicht. Ein Anruf in meiner Hausarztpraxis mit Schilderung der Symptome führte zu dem Kommentar „Kommen sie nicht, wählen sie gleich den Notruf 112“ und wenige Zeit später stand ein Rettungswagen auf unserer Auffahrt. Die dreiköpfige Besatzung kümmerte sich in unserer Küche um Jens und nach ca. einer halben Stunde rollte der Rettungswagen mit ihm vom Hof. Ins 30 km entfernte Westerstede wurde er gebracht, da sich die zuständige Oldenburger Klinik abgemeldet hatte. Erst am Nachmittag hörte ich erstmals etwas von ihm, da ging es ihm zum Glück schon wieder besser, er solle aber mindestens fünf Tage im Krankenhaus bleiben. Ich fuhr zur Klinik und brachte ihm eine Tasche mit allem Nötigen. Besuchen konnte ich ihn bei der Gelegenheit nicht, Corona läßt grüßen. Abends versuchte ich mich mit einem Lauf abzulenken, was leidlich funktionierte, ein Durchschnittspuls von 160 bei einer Pace von 6:35 sprach da Bände.

Am nächsten Tag dann kam mittags die Entwarnung, nachdem man Jens in der Klinik einmal komplett auf links gedreht hatte, bestätigte sich die anfängliche Befürchtung nicht und er durfte sogar schon wieder nachhause. Was für ein Schreck mit guten Ausgang. Die Gedanken, die einem in dieser Zeit durch den Kopf gehen, sind unbeschreiblich. Nach über 20 gemeinsamen Jahren mit all ihren Höhen und Tiefen, kann ich folgenden Liedtext nahezu voll und ganz unterschreiben:

Ob es an dieser Erleichterung lag, weiß ich nicht, aber der heutige Lauf war endlich mal wieder einfach nur schön. Sehr langsam, aber auch sehr entspannt lief ich erneut die Strecke vom Montag, erneut überliefen die Fußsohlen den schraddeligen Asphalt und erneut ging ich im Kleinen Bornhorster See ins Wasser und ließ mich nicht einmal von einer Gruppe Kinder entmutigen, die von ihrem Trainer ins Wasser gescheucht wurden und wie die Fische schwimmen konnten, kraulend und rückenschwimmend.

Ende gut, alles gut, in zweierlei Hinsicht. Wobei natürlich das erste so immens viel wichtiger ist. Gesundheit ist alles, ohne Gesundheit ist alles nichts. Das wurde mir, wurde uns mal wieder deutlich vor Augen geführt und über den glimpflichen Ausgang sind wir sehr glücklich und dankbar.

Wo meine Sonne scheint

Vor meinem heutigen Lauf war ich doch tatsächlich etwas aufgeregt, wollte ich doch mal wieder etwas länger laufen. Anfang März hatte ich bisher das einzige Mal in diesem Jahr die 20 km-Marke gerissen und das mit 20,1 km auch nur so mit Ach und Krach. Ausgemessen hatte ich meine heutige Strecke nicht, nur grob im Kopf wo es langgehen sollte. Einfach loslaufen und mal gucken was es wird. Das Wetter dazu war Bombe. 22 – 24 Grad, etwas Wind und ab und zu mal ein paar Wölkchen. Aufgeregt war ich in erster Linie deshalb, weil ich nicht wußte, ob mein momentanes Gemüt das richtige für dieses Unterfangen ist, ob mein zur Zeit „schwindelerregendes“ Tempo auf längerer Strecke nicht noch weiter in den Keller gehen würde, ob ich überhaupt durchhalten würde und und und 😯

Da kam kurz vor meinem Start noch der Kommentar von Oliver auf meinen letzten Post rein, in dem er schrieb:

„Du machst Dir zuviel Kopf um Dinge die nicht funktionieren, statt wohlwollend das zu sehen was gut klappt. Du läufst, Du schwimmst, Du hast Deinen Humor nicht verloren“ und weiter „Bleib dran, selbst wenn es eine 8er Pace oder mehr ist, Hauptsache draussen sein und bewegen“

Diese Zeilen waren genau der richtige Arschtritt für mich um das Ding ruhig, locker und geschmeidig anzugehen. Und das funktionierte erstaunlich gut! 🙂 Tausend Dank, Oliver!

Los ging es ohne Sandalen zu erst noch etwas durch den Ortsteil Donnerschwee, hin zum Klärwerk, ab dem die Strecke an der Hunte startet. Dieser folgte ich sechs Kilometer, dann ging es ein kurzes Stück offroad. Wobei ich auf einigen hundert Metern die Wahl hatte zwischen zugewuchertem Weg oder Deichkrone mit kurios plattgedrücktem Gras. Ich entschied mich für erstes. Auf dem platten Gras ließ es sich nur wie Storch im Salat laufen.

Begleitet wurde ich auch mal wieder von einem Ohrwurm, dessen vier Titelworte ich ständig vor mich hin summte oder pfiff, blöderweise kannte ich nämlich nicht mehr vom Text. Darüberhinaus war ich lange Zeit damit beschäftigt darüber nachzudenken von wem dieses Machwerk stammte. Lange war ich mit Nana Mousmouri zufrieden, bis mir fast schon zum Ende des Laufs in den Sinn kam, dass es von Caterina Valente ist. Hach, die mochte ich immer gerne. Außerdem passte der Titel so gut zum Tag 🙂

Nach 11, 12 Kilomtern folgte ein erstes kurzes Päuschen im Schatten des Deichscharts.

Im Deichschart gab es eine Tür, auf der sich ein paar wenige kuriose Aufkleber befanden 🙂

Es folge noch ein kurzer Plausch mit einem jungen Radler-Pärchen, wobei es natürlich ums Barfußlaufen ging 😎 Kurze Zeit später der erste Hinweis auf meinen geplanten Zwischenstopp und zwei Kilometer weiter noch einer:

Dort gönnte ich mir einen chilligen Aufenthalt mit einem Stück Kirschstreuselkuchen (der göttliche Stachelbeer-Baiser-Kuchen war schon ausverkauft 😦 ) und einer kalten Zitronenbuttermilch. Ahhhhhhhhhhhhhh 😀

Außerdem kaufte ich noch eine Flasche Bananensaft für unterwegs. Eine gute Entscheidung, meine Halbliterpulle Mineralwasser neigte sich nämlich schon dem Ende zu. Ich hatte noch ein nettes Gespräch mit einer Wanderin, die feststellte, dass sie als Wanderin eine Exotin ist. Naja, das weite, platte Land mit seinen langen geraden Strecken lädt halt mehr zum Radeln ein (wobei wir beide über die E-Biker lästerten) und immerhin war ich als Läufer genauso ein Exot 🙂

Gut gestärkt und im Schatten erholt trabte ich weiter Richtung Kleiner Bornhorster See. Ein kurzes Bad mußte einfach noch sein. Wobei ich auf Schwimmeinlagen verzichtete, es war einfach zu voll. Außerdem muß laufen auch einfach mal reichen 😛

Zugeben, das Anlaufen nach dem Bad fiel mehr dann schon etwas schwerer, aber eigentlich klappte es mit dem lockeren Trab noch ganz gut und es war nun auch nur noch vier Kilometer. Als diese vorbei waren hatte ich 28 km auf dem Garmin-Tacho, von denen ich 22 km barfuß gelaufen bin.

Olivers Kommentar-Zeilen noch vor dem geistigen Auge nahm ich die Durchschnittspace mit 7:02 schmunzeln zur Kenntnis. Immerhin war es mein längster Lauf seit dem Berlin-Marathon im September 2018! Mit der Pause am Melkhus und dem Bad im Kleinen Bornhorster war ich fette fünf Stunden unterwegs. Bei meiner Ma habe ich dann noch gegen Viertel vor Acht ein halbes Blech Erdbeerkuchen verdrückt, die wohl späteste Tea-Time ever. Und mit eine der gierigsten 😀 Sch…egal, es war ein super Nachmittag/früher Abend und hat einfach nur gut getan 🙂

Wettkampf

Bleibe ich der Begrifflichkeit „Kampf“ doch noch etwas treu. Nachdem ich in meinem letzten Beitrag „Kampf“ von meinem erschütternden Zustand berichtet hatte, der sich unter anderem in einem exorbitant niedrigen Lauftempo niederschlägt, hatte ich es gestern trotzdem gewagt mich einem „Wettkampf“ zu stellen. Da auf die Schnelle kein entsprechender Lauf zu finden war, habe ich es stattdessen mit einem läuferischen Sparringspartner allererster Güte aufgenommen, der da wäre:

Tadaaaaaaa

Auf die Plätze! Fertig! Los! :

Aber ich hatte keine Chance, die Granate ist mir einfach auf und davon gezogen 😦 :

Frustrierend, aber ich mußte ja auch noch den dicken Stein auf dem Bild umlaufen 😯

Nur gut, dass ich es mir gleich erspart hatte, es mit diesen Rennpferden aufzunehmen:

Den letzten Kilometer meiner gestrigen gut 14 km konnte ich nicht mehr unter 7er Schnitt laufen. Ging einfach nicht! Unmöglich! Der Asphalt klebte förmlich an den Fußsohlen. Es ist so bitter 😦

Gut, dass es wenigstens vom Vortag einen wirklich sensationellen Erfolg zu feiern gibt. Zu der Zeit wo Deutschland gegen England verlor, bin ich bei feinstem Regen zum Kleinen Bornhorster See gelaufen und dort das ERSTE MAL IN MEINEM LEBEN 100 M AM STÜCK GESCHWOMMEN! Ich bin so stolz! Und ich bin bestimmt sogar schneller geschwommen als ich gestern gelaufen bin 😆

Mit dem Wettkampflauf beendete ich dann auch den ersten Teil des Laufjahres 2021. Mein Ziel, dieses Jahr im Schnitt monatlich 200 km zu laufen, hinke ich mit 90 km hinterher und wird nicht mehr ernsthaft verfolgt. Davon abgesehen und unter Anbetracht der diesjährigen Umstände bin ich mit den gelaufenen Kilometern sehr zufrieden. Es sind bei mir also doch noch nicht Hopfen und Malz verloren 🙂

Kampf

Meine Depri hat mich zur Zeit wieder stärker im Griff und es ist dadurch wieder ein verstärkter Kampf den Alltag zu bestehen, während ich mich doch am liebsten an einen einsamen stillen Ort zurückziehen würde. Da ist es auch nicht gerade förderlich, dass sich das Laufen für mich zur Zeit auch nicht sonderlich leicht anfühlt. Zwar sind meine Beschwerden in den Achillesfersen nur noch hintergründig vorhanden, aber das Laufen fühlt sich zur Zeit einfach beschwerlich an und das Tempo ist sehr langsam.

Trotzdem ist es mir gelungen, diese Woche wieder einmal knapp die 50 km-Marke zu knacken und auch immer wieder etwas schwimmen zu gehen. Wie am Montag bei Dauerregenwetter, wo es am herrlich leer war und der See in der kühlen Luft vor sich hin dampfte.

Nach dem Dauerregen stand das Wasser teilweise noch tagelang auf den Wiesen, aber die Luft war für Mensch und Tier wieder etwas angenehmer. Auch wenn ich beim Laufen schwitzte wie die S.. 🙂

Zum Ausklang der Laufwoche widerstand ich dem Ruf ins Gotteshaus (ich liebe das Geläut der Ohmsteder Kirche, auch wenn es in dem Handy-Video etwas schepprig klingt) …

… und lief lieber in Gottes Natur, obwohl die aufgrund des schönes Wetters recht bevölkert war. Speziell am Kleinen Bornhorster See war schon am Vormittag viel Betrieb bei bester Badestimmung. Deshalb reichte auch ein kurzer Sprung in die Fluten, bevor ich mich wieder nach Hause trollte.

Dieser Lauf fühlte sich immerhin schon einmal wieder etwas besser an. Irgendwann muß es ja wieder aufwärtsgehen und wird es auch. Bis es soweit ist wird eben gekämpft 🙂

Abtrocknen unnötig

Neun Tage habe ich meinen gestreßten Achillessehnen Ruhe gegönnt und heute wollte ich schauen, ob es sich gelohnt hat. Eigentlich wollte ich das schon am Donnerstag tun und damit nach einem Jahr meine Rückkehr zum Utkiek „feiern“. Eine Gewitterwetterlage hatte mich aber davon abgehalten. Allerdings sah es heute auch nicht viel besser aus. Keine halbe Stunde vor meinem Lauf ging noch die Luzie ab.

Das Ganze wurde von Blitz und Donner begleitet, aber das Regenradar signalisierte den Abzug des Gewitters und so machte ich mich keine halbe Stunde später doch auf den Weg. Die Wetterlage blieb allerdings besonders. Es schüttete weiter bei über 20 °. Da konnte ich mich getrost in wenig Klamotte naßregnen lassen und das ging auch ruckzuck 😆

Der Weg führte mich wieder zum Kleinen Bornhorster See um mich auch bei diesem Wetter wieder in die Fluten zu stürzen. Gestern war ich auch schon da, da war es bei schönstem Wetter rappelvoll. Heute war kaum eine Menschenseele zu sehen, nur drei junge Männer befanden sich ebenfalls im Wasser. Eigentlich hätte ich mich gar nicht ausziehen brauche, so naß waren meine Laufklamotten. Allerdings schwimmt es sich ohne doch angenehmer und da eh nichts los war, kramte ich auch gar nicht erst die Badehose aus dem Rucksack. Dort blieb nach dem Schwimmen auch gleich das Handtuch und ich pellte mich klitschnaß in die klitschnaßen Laufklamotten, was gar nicht so einfach ist 😆

Während des Schwimmens hat es kaum noch geregnet, aber kaum lief ich weiter, fing es wieder an zu gießen. Aber es blieb warm und somit war auch der Rückweg ein Hochgenuß.

Überhaupt war es der nasseste Lauf seit Ewigkeiten, dank der Wärme war er aber einer der genialsten Regenläufe überhaupt.

Morgen bin ich noch auf die Reaktion der Achillessehnen gespannt, aber ich bin zuversichtlich.

Katzen und die längste seit Trier 2015

Torben mag Katzen und er ist immer noch ganz traurig, dass die Nachbarskatze, die sich wohl mehr bei ihm als bei ihrem eigentlichen Dosenöffner aufgehalten hatte, weggezogen ist. Beim Laufen bedeuten Begegnungen mit Katzen regelmäßig kurze Unterbrechungen, weil Torben mit den Katzen Kontakt aufnehmen möchte. Heute waren es gleich vier Katzen. Die erste Katze war von drei Kindern umringt und Torben beließ es bei der Frage wie die Katze heißen würde. Die drei anderen Katzen hingegen hielten nicht viel von den Annäherungsversuchen und machten sich allesamt aus dem Staub, was auf dem zweiten Bild eindrucksvoll zu sehen ist 🙂 Ich selber habe nichts gegen Katzen, also nichts Wirksames zumindestens 😆 , solange sie nicht, wie erst im Winter geschehen auf unsere Fußmatte p…. ähhh urinieren 👿

An Sonntagen führt uns unser Laufweg inzwischen fast schon routinemäßig zum Kleinen Bornhorster See, wo wir auch am vergangenen, schon vormittags superwarmen und schwülen Sonntag ins Wasser gegangen sind und es bei mir sogar für die ersten Schwimmbewegungen gereicht hat.

Am heutigen Feiertag ging es wieder zum See und wieder hinein in die Fluten. Dabei bin ich heute die wohl längste Strecke seit meinem Schwimmbadbesuch anläßlich unseres damaligen Bloggertreffens in Trier vor ziemlich genau sechs Jahren geschwommen. So um die 50 m mögen zusammengekommen sein. Und was soll ich sagen? Das Schwimmen ist noch genaus so anstrengend wie 2015 😛 Aber es hat auch Spaß gemacht und ich hatte heute erstmals nicht mehr das Bedürfnis das Wasser wegen dessen Temperatur zu verlassen. Irgendwie scheine ich so langsam auf den Geschmack zu kommen, wie auch Lizzy in ihrem Kommentar auf meinen letzten Blogbeitrag feststellte 🙂 Sie findet es toll und -ganz ehrlich- ich auch! 🙂 Schaun wir mal was sich ergibt, vielleicht schaffe ich ja bis zum Ende des Jahres schon 100 m 😆

Die Strecke zum Kleinen Bornhorster See beträgt für mich, mit Schlenker bei Torben vorbei, immer gute 6 km. Das paßt sehr gut, da man gut aufgewärmt, aber nicht überhitzt am See ankommt und danach herrlich erfrischt nicht allzu weit wieder zurückläuft. Das macht summa summarum einen tollen Einstieg in den Tag.

2 + 13 und 16 + 13 + 9

Freitagmittag, Feierabend, Wochenende. Ab nach Hause, Essen und dann aufs Sofa, zwei Stunden schlafen und den im Anschluß geplanten Lauf gleich mal auf Samstag verschieben. Am Abend des selben Tages ging es gegen 23 Uhr ins Bett, um am Samstag gegen 12 Uhr, also nach 13 Stunden, wieder aufzustehen. Binnen kürzester Zeit 15 Stunden pennen, meine Güte, aber ich hatte ja gerade erst geschrieben, dass ich zur Zeit bis zum Abwinken schlafen kann.

Immerhin war ich dafür am Samstag leidlich ausgeschlafen genug um auf die selbe 16 km-Barfuß-Runde zu gehen, die mir eine Woche vorher zum Ende hin so schwer fiel. Diesmal war alles in Ordnung, auch bei den Fußaußenkanten.

Am heutigen Sonntagvormittag lief ich nach nur neun Stunden auf einem 13 km-Lauf mit Torben zum Kleinen Bornhorster See. Ganz langsam scheint sich das Wasser etwas zu erwärmen, trotz nach wie vor durch den kalten Wind frischen Lufttemperaturen, aber die viele Sonne macht es wohl.

Am Nachmittag bin ich dann mit Jens ins Gellener Moor gefahren, wo ich während seiner Nordic-Walking-Runde noch einmal neun Kilometer barfuß gelaufen bin. Trotz anhaltender Kälte sind die Sandwege schon sehr mullig, obwohl es in den vergangen Wochen recht viel geregnet hat. Der Wind trocknet die Böden schnell aus.

Innerhalb von knapp 23 Stunden habe ich 15 Stunden geschlafen und nahezu direkt im Anschluß bin ich innerhalb von 26 Stunden 38 km gelaufen. Das soll mir in dieser Kombination erst einmal jemand nachmachen 😀 😆 😛

Neuer Streckenrekord und drei Läufe an drei Tagen

Am Montag gab es einen neuen Streckenrekord! Ok, nicht bei mir, mein Streckrekord wird in diesem Jahr schon sieben Jahre alt und wird so schnell wohl auch nicht mehr getoppt werden. Torben ist am Montag seine bislang weiteste Strecke ever gelaufen. 14 km hat er mich absolut spontan bei meinem Standardlauf an der Hunte begleitet. Neben der Streckelänge war auch der Gegenwind auf sieben Kilometer durchaus eine Herausforderung. Für mich war es der erste von drei Frühlingswetterläufen hintereinander.

Dienstag liefen Jens und ich wieder „gemeinsam“ und erlebten einen absoluten Massenauflauf auf der Strecke. Schönes und noch wärmeres und vorallem weniger windiges Wetter als am Montag, Schulferien und Lockdown, mehr Argumente für einen Ausflug auf Fährrädern, Inlinern und per pedes gibt es aber auch kaum.

Noch schöneres Wetter und noch mehr Menschen gab es heute. Wieder mit Torben unterwegs (auch er hat Ferien) überlegte ich einmal kurz in den Kleinen Bornhorster See einzutauchen, Badehose und Handtuch hatte ich im Laufrucksack dabei. Aber die Lust verging ging mir als sich uns das hier präsentierte:

Also aufs Bad verzichtet und stattdessen die förmlich explodierende Natur genossen.

Und extra für Manfred, zwei schnelle Schnappschüsse aus dem Auto heraus vom blühenden Straßenbegleitgrün in Oldenburg 😀 :

Ach ja, jetzt darf man auch endlich wieder mal richtig schwitzen beim Laufen 😆

Endlich mal wieder abkühlen müssen/dürfen 😆

Aber dran gewöhnen muß ich mich ja noch nicht, es soll ja wieder erheblich kühler werden. Drum war es gut, die letzten drei Tage ausgiebig genutzt zu haben 🙂

Unentschlossen

Denken ist ja grundsätzlich kein Fehler und kann eigentlich nicht schaden. Aber so manche Denkerei könnte ich mir auch schenken. Wie diese heutige z. B. :

  • Gehe ich heute laufen?
  • Das Wetter ist so ekelig nasskalt
  • Als ob das schon jemals ein Argument gewesen wäre
  • Nach dem langen Sonntagslauf könntest Du doch eigentlich noch einen Tag Pause machen
  • Es wird auch schon spät, das Tageslicht schwindet
  • Wo willst Du überhaupt laufen, um auch zumindestens teilweise barfuß laufen zu können
  • Zieh doch einfach mal Sandalen an
  • Ok, Kompromis: Kurze Strecke, rauf zur Huntebrücke, auf den Fluß schauen, wieder runter, 7 km, fertig
  • Ha! ich bin losgelaufen, in Sandelen, ist ja auch naß und nur 5° und die Strecke schlecht
  • Zur Huntebrücke muß ich durchs Gewerbegebiet, um diese Zeit ist da viel Verkehr
  • Also stattdessen durch den Ortsteil, raus aus der Stadt, Richtung Großer Bornhorster See
  • Hmmm, die Schule ist gerade aus, da eiern einem nur die Kids vor den Füßen rum
  • Noch einmal die Strecke geändert, schneller raus aus der Stadt, Richtung Kleiner Bornhorster See
  • Ui, die Strecke steht endlich im Kopf
  • usw usf.

Bescheuert was ich mir um einen banalen Lauf einen Kopf machen kann 😆 Aber immerhin ich bin gelaufen. Mehr sogar, es stellte sich ein unerwartet flottes Tempo ein. Spitzenpace auf einen Kilometer immerhin mal eine 5:29. Boh ej 😀 Im Kleinen Bornhorster See gönnte ich mir die schon obligatorische Kneipp-Kur und wetzte dann mit herrlich warm durchbluteten Beinen und Füßen weiter

Nach dem Ablichten der Autobahn 29 steckte ich gerade die Digi-Cam wieder ein, als mich eine Hundebesitzerin (ich kann mich nicht erinnern, ihr schon einmal begegnet zu sein) ansprach. Ich würde doch sonst immer barfuß laufen, warum ich das denn heute nicht täte. Ob es zu rutschig wäre, wegen dem Laub und so. Ich erklärte ihr kurz meine Beweggründe für die Sandalen und sie sagte mir, dass sie meine Barfußlauferei toll findet. Oh wie nett 🙂 Eine kurze Verabschiedung und ich düste weiter.

Auf dem Rückweg mußte ich meine Streckenpläne dann zwar noch einmal wieder ändern, weil ich jetzt doch die 10 km voll machen wollte. Das hat schlußendlich auch geklappt und es war seit langer Zeit mal wieder ein recht flotter Lauf, der mit der Erkenntnis endete, dass es sich doch wieder gelohnt hat loszurennen.

Ach was, als wenn diese Erkenntnis neu wäre und ich nicht gewußt hätte, dass ich mir die ganze Denkerei hätte sparen können. Die sollte ich lieber darauf verwenden, was es heute abend zu essen gibt 😆

Es gibt aber noch andere Gründe das Denken zu unterlassen, weil das Denken in dem Fall nur an den Rand des eigenen Verstandes führt. Nur kurze Zeit nach dem Lauf erfahre ich von dem Schrecken in Trier, vier tote Menschen, darunter ein Baby, und viele Verletzte durch eine Amokfahrt. Unfassbar, so sinnlos, gedanklich nicht zu fassen. Immerhin erfahre ich sehr schnell, dass mein Freund in Trier und seine Familie nicht unmittelbar betroffen sind.

Der Längste

Ich hatte heute Zeit und ich hatte heute Bock, das Wetter war wunderbar, heiter, fast windstill ❗ und um die 11, 12 ° warm. Da habe ich mich heute zum späten Vormittag aufgemacht zu einem etwas längeren Lauf und nach ewigen Zeiten schreibe ich hier einfach mal wieder einen Post über einen nahezu stinknormalen Longjog.

Auf ging es ein kurzes Stück durch Oldenburg, dann meine klassische Huntestrecke entlang bis zu meiner Lieblingsbank, dort rechts ab über den schönen grasbewachsenen Weg und weiter Richtung Gellen.

Die ersten gut 12 km waren geschmeidige Barfußstrecke, dann folgten allerdings schlechter Asphalt, noch schlechterer Betonweg, Eicheln übersäter Naturweg und Schotter. Für dieses Gerumpel kamen noch langer Zeit mal wieder die Luna Venados zum Einsatz.

Im Gellener Moor erwartete mich, bis auf zwei junge Mädels mit ihren Hunden, Einsamkeit pur. Vorher warf ich noch ein Blick auf eine imposante Dekoration zu einem männlichen 25. Geburtstag. Ich möchte nicht wissen, wer diese Flaschen mit diesem entsetzlichen Gesöff alle geleert hat, ich hoffe nicht der junge Mann alleine 🙂

Zum Gellener Moor gibt es einen größeren Bildercontainer, ich liebe dieses Fleckchen Erde. Allerdings habe ich noch nie gesehen, dass die Moorteiche großteils mit hohem Gras zugewachsen waren. Und ob der imposante Pfotenabdruck wohl der von einem Wolf war? 😯

Nach dem Moor lief ich Richtung Großer und Kleiner Bornhorster See. Im Kleinen Bornhorster See mußte ich mich natürlich wieder etwas erfrischen. Ich fand das Wasser auch noch recht angenehm und ich hatte sogar ein Handtuch dabei … Ach nein, ich beließ es doch lieber beim Fußabkühlen 🙂

Nach dem Fußbad folgte nur noch die Schlußetappe über die A 29, vorbei am Mini-Wäldchen und über den Damm der alten Braker Bahn.

Zu guter Letzt gurkte ich noch etwas durch die Siedlung und machte damit die 28 km voll. Damit war dieser Lauf tatsächlich der längste Lauf in diesem gesamten Jahr. Lediglich im Januar war ich mit etwas über 26 km ähnlich weit gelaufen. Das Verhältnis barfuß zur Sandale betrug heute 16,2 zu 11,8 km und die Pace lag bei 6:34. Das war aber nur die Geschwindigkeit in Bewegung, insgesamt habe ich mir für den Lauf nämlich exakt vier Stunden Zeit gelassen. Zum Laufen, Bilder machen, genießen und im Wasser rumdaddeln. Schließlich wollte ich reisen und nicht rasen, schon gar nicht, wenn man diese Strecken so gar nicht mehr gewöhnt ist 😎