Leichter Fehlstart

Montag letzter Woche hatte ich für meine Verhältnisse wohl etwas viel auf dem Programm. Es standen aufwendige Untersuchungen in der Pneumologie im Krankenhaus an, davor und danach noch arbeiten und nach Feierabend eine Stunde Psychotherapie. Da ich abends auch noch meinte laufen zu müssen, war ich danach fertig mit Jack und Büx. Zum Abendessen stand ich frierend in der Küche, war töter als tot und fiel nach dem Essen komatös ins Bett. An diesem Zustand sollte sich eine Woche lang nichts ändern.

Noch kurz zum Ergebnis der Lungenuntersuchungen: Dem chronischen Reizhusten konnte man dabei leider nicht auf die Schliche kommen, der ist wohl refluxbedingt, was mir in den nächsten Wochen noch eine Magenspiegelung einbringt. Was allerdings festgestellt wurde ist, dass mein Sauerstoffsättigung im Blut nicht ganz optimal ist, anscheinend ist der Weg des Sauerstoffs aus den Lungenbläschen in die Blutbahn durch eine minimal zu dicke Gefäßwand leicht behindert. Laut Ärztin zwar eine Einschränkung auf sehr hohem Niveau, aber vielleicht doch eine Erklärung dafür, dass ich nicht der schnellsten einer bin. Aber egal. Die Lunge tuts im Wesentlichen, auch nicht schlecht 😉

Da ich den Montag letzter Woche nicht alleine für mein Abschlaffen verantwortlich machen mag, vermute ich, dass dieser stramme Tag mit einem beginnenden Infekt zusammengetroffen ist. Dass die vergangene Woche die letzte Woche vor unserem Urlaub gewesen ist, sei dabei nur am Rande erwähnt. Wenigstens habe ich diese Zielgerade noch irgendwie überstanden und Samstag ging es ab in den Urlaub. Wohin? Die langjährigen Deichläufer-Blogleser werden es schon ahnen: Nach Sylt.

Hier offenbahrte sich gleich die nächste Katastrophe, ich habe meine Digi-Cam vergessen, mein wichtigstes Blogger-Utensil liegt zuhause, während ich das entsprechende Akkuladegerät mitgenommen habe, unfassbar! Da mein Blog ohne Bilder aber nicht geht, schleppe ich jetzt halt jedes Mal das klotzige Smartphone mit, immerhin besser als nichts.

Ankunftstag:

Da ich kein Fieber hatte, habe ich mich auch schon zu zwei 10er-Läufen hinreißen lassen. Dafür wurde ich auf dem ersten Lauf mit Niedrigwasser belohnt. Das heißt flacher und fester Meeresboden zum Laufen 🙂

Zum Abend des selben Tages, blaue Stunde. Nahezu kitschig schön mit einem leicht diabolischen Touch 🙂

Der zweite Lauf führte über den kleinen Hafen unseres Urlaubsortes Hörnum, zuerst an die Ostseite der Insel und dann durch die Dünenlandschaft rüber auf die Westseite. Leider ist die Insel in diesem Jahr zur Nebensaison noch sehr voll, aber laufend erreicht man Strandabschnitte, die soweit weg vom Ort liegen, dass man dort fast komplett für sich alleine ist, herrlich!

So gehe ich mal davon aus, dass sich der leichte Fehlstart des Urlaubs noch vernünftig gerade biegen läßt. Die Chancen stehen gut, eineinhalb Wochen haben wir schließlich noch vor uns 😎

Flugsand

Unfassbar, unsere Zeit auf Sylt neigt sich schon wieder dem Ende zu. Der erste Herbststurm ist über die Insel hinweggebraust und die Temperaturen sind mächtig in den Keller gerauscht. Aber „Wetter“ macht erst einen Großteil des Reizes der Insel aus und der Laufgenuß wird durch die Frische noch einmal bis an den Rand des Erträglichen gesteigert.

17.09.19 02

Die Tage drauf machte Niedrigwasser das Laufen am Strand recht einfach und es ließ sich die mannshohe Kante bewundern, die die Nordsee während des Sturms in manche Strandabschnitte gefräst hatte. Windig war es immer noch, was den Sand über den Strand fliegen ließ.

Durch den dann abflauenden Wind und Niedrigwasser wurden Sandbänke freigelegt. Leider sind diese recht kurz, da sie so wunderbar zu laufen sind.

Morgen noch einmal Laufen am Strand, dann war es das schon wieder mit der Zeit hier. Aber wie sagt man so schön?: Nicht traurig sein, dass es vorbei ist, sondern freuen, dass es gewesen ist 😀

Die stille Seite

Ich gebe zu, der Reiz von Sylt liegt für mich an der Westseite. Hier wo die Insel ihre fast 40 km lange Flanke der offenen See zuwendet, rauscht das Meer und tobt die Brandung, speziell wenn -wie gestern- eine steife Brise pfeift.

Aber Sylt hat auch eine ruhige, stille Seite, die Ostseite. Diese ist dem Wattenmeer zugewandt. Der stetige Westwind wird hier von der Insel abgefangen und hier zieht sich das Meer zweimal täglich im Wechsel der Gezeiten zurück und es läßt sich durch das Watt laufen. Auf dieser geschützten Seite liegt auch der Hafen von Hörnum.

Nach täglichen Läufen am Weststrand hat es mich heute einmal in diese Stille gezogen. Menschen sind hier nur wenige unterwegs. Auf der Wattenseite befindet sich die Kinderstube der Vogelwelt, deshalb kann man nicht überall uneingeschränkt laufen. Auch heißt es beim Trab durchs Watt ein Blick auf die Muscheln zu halten, sonst könnte das Barfußlaufen aufgrund der Scharfkantigkeit durchaus schmerzhafte Folgen haben.

Was an der Wattenseite auch fasziniert sind die ganz anderen Lichtverhältnisse, das Watt und die ruhige See spiegeln in der Sonne und auch der Himmel wirkt noch einmal höher als über der rauhen See. So hat auch die Stille durchaus ihre spektakulären Seiten.

Druckbetankung

10.09.19 00

Nicht was Ihr eventuell denkt, ich rede hier von Druckbetankung mit frischer, klarer Meeresluft. Die Lungen werden regelrecht geflutet mit dieser genialen Luft, die Bewegung ist der pure Genuß und abends bin ich von den vielen Stunden an Strand und Meer auf herrliche Weise todmüde.

Das Laufen am Strand und durch die auslaufenden Wellen ist ein Traum. Das Tempo ist dabei allerdings unterirdisch. Aber wen interessiert dabei das Tempo? Im Gegenteil, jede Sekunde langsamer ist eine Sekunde mehr Laufgenuß 😎  Und wer braucht hier schon Laufschuhe oder -sandalen? 😀

Beherrschung verloren

Endlich Urlaub! Bis in den September auf den Jahresurlaub zu warten, fiel dieses Jahr schon etwas schwer. Aber nun ist es soweit. Gestern ging es (mal wieder) nach Sylt.

Heute morgen eine erste Runde, die so genial war, dass ich in Sachen Laufzurückhaltung nahezu die Beherrschung verloren hatte. Um 10 Uhr war es schon herrlich warm, dazu Sonne satt und noch mehr Meer!

Gute 10 km, davon 7 barfuß, davon 5,4 km Strand und Meer. So ein genialer Lauf ließ sogar Vorfuß und Ferse restlos verstummen. Ein Traum!