Tempo ist relativ

Da ich beim heutigen Utkiek-Lauf früher am Treffpunkt war, drehte ich vorab schon einmal eine Runde alleine. Und obwohl mein Tempo in den letzten Monaten aufgrund meiner laufenden Laufstil- und Schuhumstellungen noch langsamer geworden ist als sonst, konnte ich doch einmal zügig überholen :mrgreen:

Ansonsten erdrückte die drückende Schwüle und nicht einmal das drohende Unwetter konnte unserer Fünfertruppe Beine machen. Deswegen ist es dann wohl auch ohne Blitz und Regen grollend davongezogen 😛

Mein Dienstagslauf stand im Zeichen des Autos in die Werkstatt bringen. Nach Feierabend Auto weggebracht und den Lauf nachhause auf 17 km ausgedehnt. Der Mittwochslauf zum Autoabholen fiel dann allerdings flach, da Auto nicht fertig geworden. Konnte ich mit leben, denn so konnte ich einen 30°-Lauf schwänzen.

Dafür lief ich heute morgen bei gefühlter 200%iger Luftfeuchtigkeit 5,4 km zur Arbeit. Wo ich sonst erst langsam anfange zu schwitzen war ich diesmal schon durch und durch durch 😯 Die notwendige Toilette auf der Toilette konnte ich aufgrund meines frühen Arbeitsanfangs und damit verbundener Ruhe auf der Etage zum Glück etwas intensiver ausfallen lassen 😎

Mit dem Utkiek-Lauf kam ich dann auf 16,4 km Tagesleistung und das Auto ist auch wieder fertig 🙂

Tapetenwechsel

16.07. 08

Recht spontan ging es für uns dieses Wochenende nach Berlin. Dort haben wir seit kurzem ein festes Domizil, das wir erstmals ansteuerten, und so werden wir / werde ich in Zukunft desöfteren Zeit in dieser genialen Stadt verbringen, worauf ich mich sehr freue.

Dieses Mal war mit der Spanne von Freitag Nachmittag bis Sonntag Nachmittag der Faktor Zeit allerdings recht begrenzt und so begrenzten wir uns auch erstmal auf die Erkundung des näheren Umfelds unseres neuen Zuhauses. Dazu gehört auch das Tempelhofer Feld. Der ehemalige Flughafen Tempelhof ist zum größten Freizeitareal Berlins geworden und liegt, über eine ruhige Wohnstraße zu erreichen, nur 700 m von unserer Wohnung entfernt.

Hier geht alles: Chillen, Grillen, Hundeausführen, Inlinern, Skaten, Rennradeln, Skateboardsurfen oder -kiten und natürlich Laufen. Spannend und unglaublich kreativ auch das „Urban-Gardening“. Dabei ist das Areal so riesig, dass dort keinerlei Enge und Gedränge herrscht und man einfach Ruhe genießen kann.

Trotz der begrenzten Zeit mußte ich am gestrigen Sonntag Vormittag wenigestens ein paar Laufschritte auf Berliner Boden unternehmen, da war es naheliegend dazu ebenfalls noch einmal das Tempelhofer Feld anzusteuern. Da mir die Zeitknappheit von vornherein bewußt war und damit nich soviele Kilometer zusammenkommen würden, hatte ich auch nur die Barfußschuhe dabei. Ganz barfuß geht aber auch, wie man unten sehen kann 🙂

Immerhin kamen doch noch sieben Kilometer zusammen. Gerne wäre ich noch ein paar Tage geblieben, zumal auch das Wetter perfekt war. Ich bin einfach gern in dieser Stadt und es gibt auch läuferisch unendlich viel zu entdecken.

 

Böse

Da hüpfte mein Herz vor Freude angesichts der vorhergesagten, üppigen Regenfälle und dann ist es schon ab dem späten Vormittag wieder trocken. Die Regenmengen, die anderorts teilweise schon zuviel des Guten sind, mogeln sich haarscharf an Oldenburg vorbei. Das ist nicht nett.

Regenradar 30.06.17 01

 

Regenradar 30.06.17 02

Nun denn, des anderen Freud ist des Deichläufers Leid. Aber ich will nicht ungerecht sein, gestern am Utkiek haben wir so richtig den A…., den Popo naß bekommen. Und ganz trocken blieb es dann bei meiner heutigen Runde ja auch nicht. Und schlußendlich reicht seichter Regen über 20 km auch für einen nassen A…. ääääh Popo 😛

 

Für meine Barfußetappen gibt es ja eigentlich nichts schöneres als einen Feldweg, es sei denn es ist ein nasser Feldweg 🙂 Da bleiben sogar die Füße nahezu sauber 😆

An der Hunte, deren Anblick mich hier dann doch etwas mehr erfreut als am Dümmer, dann Barfußetappe Nr. 2. Das wird schon Routine, egal bei welchem Wetter.

Die heutigen 20 km, genau genommen waren es sogar 20,1 km hieften mich dann auch noch über mein Halbjahresziel. Auf dem letzten Drücker liege ich üppige 2,7 km über den anvisierten 1.000 km. Aber egal, erreicht ist erreicht 🙂

30.06.17 10

Weiße Flecken

Die Beseitigung von weißen Flecken stand gestern auf meinem Laufprogramm. Zum einem gab es da einen weißen Flecken in der Bloggerlandschaft in Sachen persönlichem Kennenlernen und zum anderen einen geografischen weißen Fleck im etwas weiteren Umland von Oldenburg.

Ersterer weißer Fleck war der Manfred, den ich in den letzten Monaten über seinen Blog laufend-dankbar-sein.de virtuell kennenlernen durfte. Der zweite weiße Fleck war der Dümmer, der zweitgrößte Binnensee Niedersachsens.

Nun erwähnte Manfred vor kurzem beiläufig, dass er in beruflicher Funktion am Dümmer weilt. Das hätte er nicht tun dürfen, denn auf so etwas springe ich immer ganz schnell an 😛 Der Dümmer ist nicht allzu weit von Oldenburg entfernt, da drängte sich ein laufendes Kennenlernen nahezu auf. Zumal ich es in meinem ganzen Leben noch nie geschafft hatte, den Dümmer einmal als solchen anzusteuern.

Auf die Minute genau eine Stunde dauerte die automobile  Anreise an den knapp 90 km entfernten See und schon auf dem Parkplatz vor Manfreds Domizil erkannte ich, da kommt jemand nicht von hier, weil so etwas braucht man hier nicht 😀

27.06.17 01

Der kann nicht von hier kommen 🙂

Dann kam auch schon Manfred um die Ecke und nach einer herzlichen Begrüßung ging es dann auch los und schon nach wenigen hundert Metern liefen wir auf dem Deich um den Dümmer. Den Dümmer durchfließt die Hunte, die hier noch nichts besseres als ein breiterer Graben ist, krass.

Der Dümmer selber gefällt mir, nicht nur langschaftlich, sondern auch weil man aufgrund seiner Maximaltiefe von gerade mal 1,50 m nahezu durchlaufen könnte. Einige von Euch mögen sich erinnern, ich schwimme ja nicht so gerne 😛 Eine weitere Besonderheit: Gen Süden sieht man schon den Höhenzug des Teuteburger Waldes.

 

Ein angenehmes Tempo laufend kamen wir sehr schnell in gute Gespräche und ruckzuck waren wir schon am Olga-Hafen, dem Wendepunkt der Pendelstrecke, für die wir uns entschieden hatten. Die komplette, 18 km lange Umrundung sollte es gestern nicht sein. Aber immerhin knapp 13 km waren es, als wir wieder am Haus Godewind, dem Gästehaus, in dem Manfred und seine Schüler unterbracht sind, ankamen.

Manfred bot mir noch die Möglichkeit zum Duschen, was mir angesichts der etwas schweißtreibenden Schwüle doch sehr willkommen war. Als weiteres Highlight durfte ich dann noch auf Einladung der Leiterin des Gästehauses am Abendessen teilnehmen. Am reichhaltigen Nudelbuffet, nebst Salat und superleckerem Nachtisch habe ich definitiv mehr Kalorien wieder zugeführt als ich vorher abgelaufen hatte 🙂

Am kleinen Lehrertisch kam ich in herzlicher Atmosphäre auch mit den beiden Kolleginnen von Manfred ins Gespräch und viel zu schnell gingen ein perfekter Nachmittag und Abend zu Ende.

27.06.17 10

Ich freue mich, dass diese Begegnung geklappt hat.

Danke, lieber Manfred, für den schönen Lauf und die netten Gespräche. Liebe Grüße noch eimmal an Deine Kolleginnen und die lieben Damen aus der Küche!

 

 

Baumwolle

Diese Laufwoche plätscherte so vor sich hin. Am Dienstag brachte ich mein Rennrad in die Inspektion in die Innenstadt. Durch intensives Nichtbenutzen wollte die Schaltung nicht mehr so wie sie sollte. Nach Abgabe des Radels bin ich dann zurückgelaufen. Vorbei an der EWE-Arena, wo die EWE-Baskets an dem Tag in den Play-Offs gegen Ulm gespielt haben, und dann durch den Stadthafen, vorbei an der alten Eisenbahnklappbrücke, durch den Agrarhafen an die Hunte. Treppe rauf zur Brücke und nach 11,1 km war der Laufdrops gelutscht.

Donnerstag Utkiek, da gibt es nicht viel zu sagen 🙂

Heute dann mal wieder übelste Schwüle. Allerdings war mein zeitliches Fenster eng und viel Auswahl bezüglich des Wetters konnte ich mir nicht erlauben. So studierte ich das Regenradar und sah nur einen winzigen Schauer, also los. Um der Schwüle und den 25° etwas entgegenzusetzen, entschied ich mich mir einfach ein Baumwollleibchen überzuschmeißen.  Bei extremen Wärmebedinigungen mag ich es nämlich, wenn so ein Baumwollfetzen an mir klebt, dat kühlt so schön 😎

Allerdings konnte ich nicht ahnen, dass es aus dem winzigen Schäuerchen heraus schon auf den ersten Kilometer bedrohlich grummelte. Auf Kilometer 2 setzte kräftiger Regen ein und es blitzte und donnerte, so dass ich mich mit einem Intervallspurt unter die Autobahnbrücke rettete und dort gute 10 Minuten den Abzug des Gewitters abwartete. Schade um den ge…nialen Platzregen, aber Blitzschlag muß ich nicht haben.

Nach Abzug des kurzen, aber kräftigen Gewitters war die Luft dann erst richtig zum Schneiden. Die Landschaft dampte und der Deichläufer schwitzte 😛 Trotzdem lief es recht flüssig und die 15 km-Nummer machte richtig Spaß und mit meinem „Laufshirt“ gab ich irgendetwas zwischen Vollprolet und Rocky Balboa ab :mrgreen: Aber das Ding hat seine Mission erfüllt, wenn auch von Kühlung nicht wirklich viel die Rede sein konnte 😆

Komatös

… war mein Schlafverhalten über das Himmelfahrtswochenende. Mit Ausnahme des Freitags, an dem ich Stallwache im Job gehalten hatte, hatte ich an allen anderen drei Tagen zwischen 10 und 13,5 Stunden geschlafen. Das hatte ich wirklich schon lange nicht mehr. Bis auf die Kopfschmerzen nach den 13,5 Stunden war es aber ein feine Sache und hat einfach nur gut getan 😎

Läuferisch verpaßt habe ich dadurch nichts. Der Lauf nach Neuwerk und zurück ging mir doch ganz schön in den Gräten. Meine Rechnung, dass Wattboden keine Dämpfung benötigt und ich deshalb in Barfußschuhen laufen könnte, enthielt einen kleinen Fehler. Barfußschuhe bedeuten eben auch null Sprengung und die bin ich über diese Distanz einfach noch nicht gewöhnt. Zusammen mit dem schweren, teils doch recht holprigen Boden und dem teilweise Laufen im Wasser füllten sich deshalb meine Beine, insbesondere meine Achillessehnen an, wie nach einem Marathon.

Deshalb habe ich nach Neuwerk auch eine aftermarathonmäßige Pause hingelegt und bin erst am Freitag wieder eine Runde gelaufen. Bei Sommerwetter der schönsten Kategorie, sprich warm mit etwas Wind, trabte ich so locker wie geht vor mich hin. Die Natur prahlte mit sattem Grün und es duftete nach Heu. Am Kleinen Bornhorster See war Badebetrieb und auf der A 29 herrschte trügerische Ruhe zwischen Nordseean- und abreiseverkehr. Ich lief entspannte 12 km, auf denen ich sogar im 6:20iger Tempo noch einen Läufer einsammeln konnte 😛

Etwas wärmer war es denn schon am Sonntag. Zwar waren wir noch weit entfernt von der Bullenhitze im Süden, aber klamottentechnisch geht trotzdem nicht mehr viel abzurüsten 😯 Dafür signalisierten die 15,5 km schon wieder Normalbetrieb.

Und so langsam gewöhne ich mich auch an die sommerlichen Temperaturen …  🙂

Nu hab ich den Salat

Ach, wo ist sie hin, die glasklare, frische Luft der vergangenen Wochen und Monate?

Donnerstag: Utkiek-Lauf erstmals bei sommerlicher Temperatur, aber noch gut erträglich.

Gestern ein kurzer Lauf in den minimalen Laufschuhen zwischen zwei Gewittern in feucht, schwüler Luft.

Heute ein langer Lauf nach Berne zu Schwiegermuttern bei drückender Wärme. Die Sonne stach und da der laue Wind von hinten kam, konnte er keine Erfrischung bringen. Dieses Klima machte mir wirklich zu schafen, drückte auf Kreislauf und Atmung und nach gut 10 km durfte mich sogar in die Büsche schlagen, weil auch der Darm rebellierte. Jede Wolke, jeden Windhauch hatte ich begrüßt, allerdings war das nicht viel und die Hoffnung auf einen erlösenden Schauer blieb unerfüllt. Die Lauffreude beschränkte sich auf kurze Abschnitte und nach 23,6 km war ich froh als ich endlich mit kochendem Kühler bei Adele einlief.

Immerhin war die sattgrüne Natur um Ablenkung bemüht und ich nutzte jeden Fotostopp zum Verschnaufen. Da hab ich also den Wettersalat auf den ich getrost verzichten kann. Die plötzliche Wärme und vorallem die Schwüle sind wirklich nicht meins und bedürfen definitiv noch der Gewöhnung.

Missliche Lage

An die Hunte im Bereich der Bornhorster Wiesen komme ich ja fast nie :mrgreen: Deshalb entschloß ich mich gestern dort einfach mal spazieren zu gehen. Dieser Umstand kam einem Schaf sehr gelegen, das sich selber in eine ziemlich missliche Lage gebracht hat:

10.05.17 10

Keine Ahnung warum Schaf meinte einen Ausflug auf das Siel unternehmen zu müssen. Fakt war nur, es steckte mit dem Kopf im Geländer fest. Wenn es versuchte den Kopf herauszuziehen, trat es hinten über und drohte in die Hunte zu stürzen. Wenn es versuchte sich hinzulegen, hing der Hintern hinten über und es stand sofort wieder auf, blieb einen Moment ruhig stehen und dann ging das Spiel von vorne los, hinten übertreten, hinlegen, aufstehen, stehenbleiben.

Ich rief den Deichschäfer an und während ich auch ihn wartete, gelang es mir das Schaf seitlich zu drehen und dann erst ein Ohr und schließlich den ganzen Kopf durch die die Gitterstäbe zu frimeln, was es -ganz Schaf- stoisch über sich erheben ließ. Allerdings hatte ich das Schaf falsch herum gedreht und es zeigte nun mit dem Allerwertesten Richtung rettender Wiese und ließ sich auch nicht dazu bewegen rückwärts zu gehen. Dies gelang schließlich dem Deichschäfer. Zum Dank rannte das Schaf dann durch zwei Zäune und mitten durch eine Kuhherde und selbst der Hüttehund hatte keine Chance es zurückzutreiben. So wurde es erstmal in Ruhe gelassen und wird wahrscheinlich irgendwann von ganz alleine zur Herde zurückgekehrt sein.

Deswegen bin ich halt so gerne an der Hunte, es wird nie langweilig 🙂 Und deshalb bin ich dort heute auch gleich wieder gelaufen. Allerdings mit automobiler Anreise. Ich wollte mit den minimalen Leguanos laufen und da möchte ich die Strecken noch etwas kürzer halten. Schlußendlich waren es dann aber doch 8 km, von denen ich 1,3 km gleich ganz ohne Schuhe auf der Deichkrone gelaufen bin, die allerdings gar nicht so fluffig war, wie ich mir das vorgestellt hatte. Mit den leichten Knautschtretern läuft es sich ohne Anstrengung allerdings witziger Weise etwas flotter als mit normalen Laufschuhen.

Unterwegs sah ich diesen Raubvogel (Bild 2) auf einem Zaunpfahl sitzen. So nah bin ich noch nie einem gekommen. Er guckte von mir weg und ich mußte mich räuspern, damit er überhaupt zu mir her schaute und noch zwei Schritte näherkommen bis er dann doch wegflog, cool 🙂 Weiß jemand, was das für einer ist?

Ich sag ja, es wird nie langweilig auf dem platten Land 😀

Leerlauf

Mit dem Syltlauf im März und dem Hermannslauf vor einer guten Woche sind nun schon die ersten beiden Jahreshighlights passé. Das dritte geplante Highlight ist zugleich auch schon das letzte für dieses Jahr und läßt mit dem Berlin-Marathon noch bis Ende September auf sich warten. Da es bei mir in den kommenden Wochen und Monaten aus persönlichen Gründen eine gewisse Planungsuntersicherheit gibt, ist das auch gut so.

Mit meinem Fitness-Level bin ich ganz zufrieden und ich möchte die Laufumfänge in den kommenden Wochen und Monaten nach Möglichkeit auf dem jetzigen Niveau halten, dann brauche ich für den Berlin-Marathon nicht mehr viel draufpacken.

Und deshalb trabe solange ich einfach durch meine platte Heimat. Sollte sich spontan irgendeine Abwechselung bieten und ich Zeit haben, werde ich dann die Gelegenheit beim Schopfe packen. Und ich kann peu à peu an meiner Umstellung auf  Minimal-Schuhwerk und ein paar Barfußetappen arbeiten.

So wie heute, als ich feststellen mußte, dass Schafe schneller sind als sie aussehen. Als ich aus den Schuhen schlüpfte, waren die Schafe weit weg. Als ich nach 400 m die Kehrwende zurück zu meinen Schuhen machte, nahmen drei Schafe direkt Kurs auf meine schicken, noch fast neuen Wave Rider. Da wurde ich unbeschuht mal richtig flott, fürchtete ich doch, dass die Schafe das frische Neon-Grün der Schuhe für lecker ansehen könnten. Die Schafe waren schlußendlich vor mir da, interessierten sich dann aber glückerweise in keinster Weise für meine Treter 😀  Und den Hinterlassenschaften der Wollknäuel bin ich auch noch gekonnt ausgewichen. Es wird also auch ohne irgendwelche Highlights nicht langweilig  😎

Dafür sorgt auch die sattgrüne Natur und das launische Wetter. Auch wenn mir der kalte Nieselregen des heutigen Tages mächtig auf den S…. ähh auf die Nerven ging, zum Abend war es sonnig und der kalte Wind zusammen mit der klaren Luft erneut ein Genuß. 16 Feierabendkilometer vom Feinsten ❗

Team Höhenrausch beim Hermannslauf

„Team Höhenrausch“, das war der Titel unter dem Ralf im Januar die Sammelanmeldung für den Hermannslauf  vorgenommen hat und somit war es Team Höhenrausch, das  am Samstag nach Bielefeld gereist ist um dort Tags drauf auf die 31,1 km lange Strecke vom Hermannsdenkmal zur Sparrenburg in Bielefeld zu laufen.

Ralf hat nicht nur dankenswerter Weise die Sammelanmeldung vorgenommen, sondern saß ebenso dankenswerter Weise am Steuer des Sammeltransporters und chauffierte uns nach Bielefeld.

Wir, das waren Freya, Ralf in Begleitung seiner Frau, Uli und meinereiner. Später sollten noch, auf anderem Transportwege, Stephan und Tomma zu uns stoßen.  Freya konnte aufgrund einer Verletzung leider nicht mitlaufen und hat ihren Startplatz an Stephan abgetreten.

Nach Quartierbezug und einer ersten Stärkung machten wir uns auf, die Startunterlagen abzuholen. Schon auf dem Weg dorthin grüßte uns das Ziel vom Folgetag, die über der Stadt thronende Sparrenburg. Bei der Abholung der Startunterlagen merkte man, dass der Hermannslauf ein Megaevent ist. Die Stadt war voll von mit Startbeuteln behangenen Läufern und auch die Schule, in der die Startunterlagen ausgegeben wurden, quoll über vor Menschen. Lediglich auf der kleinen Läufermesse ging es recht beschaulich zu.

Die Sparrenburg haben wir dann anchließend auch noch inspiziert, bevor es nach einer zweiten Stärkung beim Italiener und einer dritten Stärkung im Irish Pub einigermaßen zeitig in die Federn ging. Freya und Stephan nächtigen dazu in einer Sporthalle, der Rest der Truppe bevorzugte hingegen Hotelkomfort, was speziell ich nicht bereut habe 🙂

Zum Lauftag:

Um Laufen zu können hieß es ersteinmal Busfahren, das gesamte Läufervolk, irgendwas in den Siebentausendern, wurde mit Bussen von Bielefeld zum Hermannsdenkmal gekarrt. Das war eine logistische Meisterleistung und man sah in Bielefeld (einer Stadt, dies angeblich gar nicht geben soll 🙂 ) nur Läufer und Busse.

Im Bus war es irgendwie das Team Höhenrausch, das sein Umfeld mit viel Gelabber und Gelächter in den Ohren lag, aber wir hatten einfach jede Menge Spaß und der muß halt raus 😀

Am Hermannsdenkmal angekommen hatten wir noch eineinhalb Stunden bis zum Start. Genug Zeit um sich umzuschauen und im Wuhling irgendwo ein Plätzchen zu finden um nicht unterzugehen und sich nicht zu verlieren. In dem Gewimmwl verirrte sich dann noch ein Oldenburger zu uns, Michael, den die anderen von ihrem Laufverein her kannten.

Da Tomma etwas fröstelte habe ich ihr ein hübsches Kleidchen geschenkt …

30.04.17 13

… Das hat sie später einfach weggeworfen. Da war ich sehr traurig, weshalb ich sie nun wohl doch nicht heiraten werde 😦

In der Startaufstellung, es wurde in drei Startaufstellungen gestartet, ging es dann sehr kuschelig zu.

Kann man mögen, muß man aber nicht

Und dann durfte endlich die Schlacht, äähhh, der Lauf beginnen. Uli war im schnelleren Startblog vor uns. Stephan lief sein eigenes Tempo und Tomma, Ralf und ich wollten so ziemlich das gleiche Tempo laufen. Der Startschuß fiel und im Gedrängel hatte ich nicht direkten Anschluß an Tomma und Ralf. Da es anfänglich erstmal stramm bergab ging waren die beiden doch etwas flotter und noch nicht einmal zwei Kilometer beschloß ich sie ziehen zu lassen. Ich bin das Alleinelaufen ja eh gewohnt.

Ich weiß nicht, ob es diese plötzliche Einsamkeit, die überraschend große Wärme, die steinigen Wege, allgemeiner Weltschmerz oder die drei Karamellvodka vom Vorabend waren, auf den ersten 10 km kam ich nicht so richtig in Fluß und ahnte schon Fürchterliches. Zum Glück sollte sich die Ahnung nicht bewahrheiten und ich kam auf den beiden letzten Dritteln immer besser in den Lauf. Witzigerweise bin ich einige Steigungen stoisch und ohne allzu große Anstrengung hochgedieselt und andere Steigungen gleicher Couleur bin ich gegangen. Welchem Schema Körper und Kondition da gefolgt sind, konnte ich dabei irgendwie nicht erkennen 🙄

Von der Strecke gibt es leider nicht so viele Bilder, sie verlangte einfach zu viel Konzentration. Die steinigen, oder auch mal wurzeligen, Wege brauchten Aufmerksamkeit, genauso wie die Tatsache, dass sich das riesige Läuferfeld nie wirklich auseinanderzog und man immer aufpassen mußte, niemanden in die Hacken zu treten.

Was für einen Landschaftslauf nach meinen bisherigen Erfahrungen einzigartig war, war die gewaltige Stimmung an der Strecke. Überall, auch mitten in der Pampa waren Leute und es wurde Stimmung gemacht, musiziert und angefeuert. Im Örtchen Orlinghausen war offensichtlich die gesamte Bevölkerung auf den Beinen und auf der Strecke kam man sich vor wie bei den Bergetappen der Tour de France, einfach Hammer. Auch auf der Zielgeraden war unglaublich viel los. Freya rief mir zu und überall wurden Kinder in die Strecke gereicht. Ich habe leider keines abbekommen, aber das war vielleicht auch gut so, wer weiß ob ich es hätte irgendwo wieder abgeben können :mrgreen:

Im Ziel hat sich das Team Höhenrausch dann bald wiedergefunden, wobei sich herausstellte, dass ich Tomma und Ralf irgendwann und irgendwie überholt hatte, ohne dass wir drei das bemerkt hatten.

30.04.17 26

Freya wollte, da sie nicht gelaufen ist, nicht mit aufs Bild. Zum Glück ist es ihr nicht gelungen 😀

Nach Verlassen des Laufs und vor der Heimfahrt gönnten wir uns in der Stadt noch, was bei den Höhenrauschlern immer dazugehört:

Fazit: Ein toller Lauf mit absolut perfektionistischer Organisation, durch einen wunderschöne Landschaft auf einer recht anspruchsvollen Strecke. Ein Slogan des Laufs ist „Hermannslauf, der gefühlte Marathon“. Ja, doch, meine Beine fühlen heute auch so 😀   Man muß allerdings, wie bei einem großen Stadtmarathon, dazu bereit sein, die wahren Menschenmassen zu akzeptieren.

Es war sehr lustig und hat riesen Spaß gemacht mit dem Team Höhenrausch und es war mir eine Freude ein Teil davon zu sein. Für die 31,1 km habe ich 3:25.38 gebraucht. Für nur aufs Ankommen angelegt, bin ich sehr zufrieden. Herz was willst du mehr rund um den Hermann.