Glänzend

Ich liebe diese krassen Gegensätze in meinem Leben. Am vergangenen Wochenende durfte ich wieder das pulsierende Leben in Berlin genießen. Mein GöGa und ich gaben uns dabei u. a. ganz dem weihnachtlichen Lichterglanz meiner Lieblingsmetropole hin und nicht nur deshalb war es ein wunderbares, aber auch sehr vollgepacktes Wochenende mit vielen Erlebnissen und Begegnungen. Aber nicht nur die glänzende Weihnachtsbeleuchtung sorgte bei uns für glänzende Augen, sondern auch das Wetter glänzte mit reichlich glänzenden Sonnenschein 😀

Meine Laufsachen hatte ich erst gar nicht mitgenommen, wußte ich doch im Vornherein, dass dafür einfach keine Zeit bleiben würde. Umso mehr juckte es nach der Rückkehr ins momententan auch sehr vorweihnachtlich-quirlige Oldenburg natürlich in den Füßen sich läuferisch auszutoben.

Welch eine Wohltat sich dazu in die Natur fernab jeglichen Gewusels begeben zu können. Zusätzlich verwöhnten am gestrigen Tag auch noch die sehr milden Temperaturen, so dass der Laufgenuß wieder einmal schwindelnde Höhen erreichte.

Glänzende Weihnachtslichter, glänzender Sonnenschein und glänzende Läufe machen einfach glänzende Laune! 😀

Schaumschläger

Bevor es um meinen heutigen Lauf geht, mal einen kleinen Rückblick auf den gestrigen Tag. Da haben wir Freunde besucht und deren Schwiegersohn in Spe hat sich ein neues Auto gekauft, nicht ganz neu, eher schon etwas älter, aber ein krasses Gefährt. Sein Hobby ist nämlich das Aufbrezeln von alten Straßenkreuzern aus Ami-Land. In so einem Ding hatte ich zuvor nie gesessen. Schon cool 😎 Deutsche Supermarktparkplätze, Parkhäuser und Tankstellenpreise muß man allerdings mal ausblenden. Nachdem wir mit dem Teil eine Runde gedreht haben, parkte das gute Stück direkt hinter meinem Auto. Öhhhhhhmmmmmmmm ….

16.08.14 01keine Angst, Kleiner, der will nur spielen :mrgreen:

Nun aber zum heutigen Lauf, der erst mal unter dem Motto stand: Man muß warten können. Eigentlich wollte ich schon am frühen Nachmittag starten, aber die Wettervorsagen versprachen das perfekte Laufwetter erst für den späten Nachmittag und Abend. Warten ist zwar nicht gerade meine Stärke, aber ein trüber Sonntagnachmittag läßt sich schon mal verbummeln und so bin ich erst kurz vor 18 Uhr gestartet.

Um für das perfekte Laufwetter gewappnet zu sein, kramte ich meine quietschgelbe Laminatjacke aus der Ecke. Jetzt mußte ich nur noch hoffen, dass der avisierte Regen auch eintraf, um nicht im eigenen Saft unter dieser Jacke zu garen. Der Regen ließ sich noch etwas bitten, gab mit einem kurzen Schauer bei Kilmeter 5 einen ersten Eindruck und verschwand nach wenigen Minuten wieder. Währenddessen mußte ich mich etwas zügeln, war ich doch die letzten drei Kilometer schon wieder im 5:45iger Tempo unterwegs. Das konnte ich über die für heute geplante Strecke nicht durchhalten, zumal meine körpereigene Klimaanlage unter der Jacke langsam an ihre Grenzen stieß. So habe ich in den Schongang hochgeschaltet und die Fuhre rollen lassen. Genau die richtige Einstellung um mal wieder den 2,8 km schnurgeraden Deich-Highway entlang zu cruisen.

17.08.14 01

17.08.14 02

An dessen Ende änderte ich die Richtung um wieder gen Oldenburg zurückzukommen und ab da war eh Schluß mit Lustig. Von nun an blies mir der Wind mit teilweise über 40 km/h entgegen. Ein netter Trainingsreiz, zumal ich zu diesem Zeitpunkt schon 12 km in den Beinen hatte. Es tröpfelte mittlerweile leicht vor sich hin und der Gegenwind gab mir die Einsicht mit der Jacke genau die richtige Wahl getroffen zu haben. Die Frische spürte ich sogar durch die Jacke.  Zwei Kilometer später fing es normal zu regnen an. Schöööön. Die Füße vermeldeten das erste Eindringen von Feuchtigkeit ins Schuhwerk. Das änderte sich einen kurzen Moment später schlagartig, als diese dunkle Wolkenformation über mich hinwegrollte:

17.08.14 03rechts vor der dunklen Wolkenrolle normaler Regen, links dahinter die Sintflut

Von jetzt auf gleich fing es an zu schütten was runter wollte, innerhalb von Sekunden stand mir das Wasser in meinen neuen Tretern. Der Wind peitschte mir den Regen derart ins Gesicht, das die Tropfen wie Nadelspitzen einschlugen und ich zeitweilig die Augen schließen mußte und nur noch blinzeln konnte. Zu diesem Zeitpunkt waren es noch knapp sieben Kilometer bis nachhause. Den Laufgenuss würde ich mal vorsichtig so beschreiben: Endg..l!!! 😀

So einen fetten Regen durfte ich lange nicht geniessen. Zwischendruch breitete ich die Arme aus und schrie meine Freude in die Einsamkeit. Genial. Selbst die Treppenstufen unter der Huntebrücke lief in Bächen das Wasser hinunter. Die Rampe der Brücke hinterunter hat sich der nur einen Fuß breite Trampelpfad ebenfalls in einen Bach verwandelt und auf den letzten zwei Kilometern versank ich teilweise knöcheltief in den Pfützen. Kurz vor Ende des Laufes färbte sich der Himmel rosa und der Regen ließ nach. Als ich mich in der Haustür aus meinen klitschnassen Klamotten schälte zeigte sich ansatzweise sogar ein Regenbogen. Leider zu schwach um ihn zu fotografieren.

17.08.14 04Wir müssen erstmal draußen bleiben

An meiner Lauftight hatten sich Ansätze von Schaum gebildet. Warum, weshalb, wieso auch immer weiß ich nicht. Schaumschlägerei hin oder her, nur Läufer wissen, dass man an so einem Trip tierischen Spaß haben kann. Und den hatte ich! 😀