Mein persönlicher Lockdown

Die letzten zwei, drei Wochen habe ich noch einmal intensiv versucht mich mit dem Thema Corona auseinanderzusetzen und neben der Nachrichtenlage das Internet nach Informationen zum Thema durchforstet. Ich habe mich mit den Ergebnissen von Studien befasst, die Seite des Robert-Koch-Instituts (RKI) durchstöbert, Statements von Experten zum Anfang und zum jetzigen Zeitpunkt der Pandemie verglichen und und und.  Was dabei an Widersprüchlichkeiten und Ungereimtheiten zu Tage getreten ist, ist der Wahnsinn.

Nahezu erschreckt hat mich teilweise die Rolle der Medien. Ob Fernsehen oder Printmedien: Da werden Fachleute in Zweifel gezogen und diffamiert, wenn sie eine andere als die Meanstreammeinung vertreten. Geht eine Studie nicht vom schlimmsten aus, wird sie zertreten. Es wird sich vielfach in Weltuntergangsszenarien gesuhlt statt Für und Wider sachlich abzuwägen. Am schlimmsten sind dabei die Wissenschaftsreporter, die für sich offenbar in Anspruch nehmen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, die sind teilweise schon, verzeiht die Ausdrucksweise, zum K….. Das ist mir in der Vergangenheit bei anderen Themen nie so klar ins Auge gesprungen, grauenhaft!

Die Ministerpräsidentenriege präsendiert sich wie eine quengelnde Kindergartenhorde: Wenn Du das machst, dann mache ich das und wenn Du Dich nicht daran hältst, dann halte ich mich auch nicht daran. Werden Regelungen von Gerichten gekippt, sind sie teilweise beleidigt und bockig, unfassbar. Was zu Anfang der Pandemie auf Bundes- und Landesebene klar und deutlich kommuniziert wurde, entwickelt sich immer mehr zu einem grotesken Provinztheater. Da kann einem die Kanzlerin nur noch leid tun, deren Bemühen um ein einheitliches und für die Menschen nachvollziehbares Vorgehen den Bach runtergeht.

Mich haben diese letzten Wochen in hohem Maße erschöpft und mein Vertrauen in die sachliche, objektive Berichterstattung vieler (nicht aller) Medien erschüttert. Ebenso wie den anfänglichen hohen Respekt für die Entscheidungen der politischen Führungsebene.

Darum verkünde ich meinen persönlichen Lockdown. Ab Donnerstag (die Kanzlerin-/Ministerpräsidentenschalte am Mittwoch nehme ich noch mit, da kann ich nicht aus mir raus) werde ich mich den Nachrichtenkanälen im Fernsehen verschließen. Verboten werden für mich Extrasendungen und Talkshows ebenso wie die täglichen Ausführungen eines Prof. Dr. Wieler in den Pressekonferenzen des RKI. Ich werde mich sämtlichen Diskussionen zu  diesem Thema im Kollegen- Nachbarschafts- oder sonstigen Kreisen entziehen. Erlaubt bleiben für mich lediglich die Nachrichten im Radio als Nachrichtengrundversorgung und der Lokalteil der Lokalzeitung.

Diese Anordnung gilt zunächst für eine Woche, danach werde ich schauen, wie sich diese Maßnahmen auf meinen Gesundheitszustand im Allgemeinen und meine Nerven im Speziellen ausgewirkt haben. Sollte es erste Anzeichen einer Besserung geben, kann ich über vorsichtige Lockerungsmaßnahmen zum Ausstieg aus dem Lockdown nachdenken. Ich werde da versuchen auf Sicht zu fahren und nur in kleinen Schritten zu denken, um keine Rückschläge zu riskieren, die das bis dahin Erreichte wieder zunichte machen.