Mein erster Halbmarathon

Nein, der Titel bedeutet nicht, dass ich jetzt anfange in den Annalen des Deichläufers zu kramen, um Sentimentales aus den Anfangsjahren meiner Lauferei zu posten 🙂 Hier und heute geht es um meinen ersten Lauf über die Halbmarathondistanz in minimalen Laufschuhen, konkret in den Five Fingers V-Trail.

Geplant war das zwar eigentlich nicht, ich hatte mir eine 17 – 18 km lange Strecke ausgeguckt, aber die wunderbare Freizeit, die uns die 500-jährige Reformiererei heute bescherte, wollte genutzt werden und so vollführte ich bei Kilometer 8,5 km einen spontanen Richtungswechsel, der dann Halbmarathon bedeutete.

Statt zur Hunte bog ich zum Gellener Moor ab, wo ich mich in Gellen immer freue, dass dieser kleine Geselle seit Jahren nie stibitzt wird.

In den Gellener Torfmöörten gab es wegen der Hinterlassenschaften von Xavier noch etwas Hindernislauf. Herwart hingegen hat hier zum Glück keine weiteren Bäume umgeworfen.

Hundert Meter vor der Haustür, an der verkehrsberuhigt engsten Stelle unserer Straße, habe ich dann noch einen Haufen Kastanien beiseite gekickt, die da irgendein Torfkopf hingekippt oder verloren hat, bevor sich da noch Fußgänger oder Radfahrer im Dunkeln auf den Pinsel legen, und das wars dann mit dem ersten richtigen, ungedämpften Longjog in den Annalen des Deichläufers 😀

Die Stellen, wo mir bei meinen vorherigen Läufen die Five Fingers doch Blasen hinterlassen hatten, hatte ich vorsichtshalber mit Leukopor abgeklebt und so gab es diesmal keine Probleme, zumal die Füße heute nahezu trocken blieben. Allerdings merkten die Sehnen zum Schluß schon, dass das Stretching heute etwas länger gedauert hat, aber ansonsten bin ich die 21,2 km im geruhsamen 6:20iger Schnitt locker durchgetrabt. Nice 🙂

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Ein schlechtes Omen

Diesem Post hätte ich aber auch noch andere Titel geben können. „Regen sichtbar machen“ z. B. oder „Der der gegen den Wind läuft“ oder „Sturzfluten“, warum es aber zu diesem Titel gekommen ist, erkläre ich noch im Folgenden.

Gestern bin ich in meinem Urlaub heldenhaft schon um 6:30 Uhr aufgestanden um noch einmal einen finalen, langen Lauf vor dem Marathon zu machen. Dabei wollte ich endlich erstmals das Rantum-Becken umrunden, mit Anlauf von Hörnum sollten so 34 km zusammenkommen.

Einen Pott Tee und einen Vla später ging ich dann pünktlich zum Ende eines kräftigen Regengusses auf Strecke. Die Trockenheit wärte ungefähr neun Kilometer lang. Was mich allerdings dann an Regen überschüttete, suchte selbst für meinen Geschmack nach seines Gleichen. In dichten Vorhängen peitschten Böen der Stärke 9 den Regen über die Insel. Ich behaupte ja in Sachen Wetter nicht wirklich von Zucker zu sein, aber die sich gerade bietende Gelegenheit in einer Rasthütte unterzuschlüpfen mochte ich mir dann doch nicht entgehen lassen.

Ein paar Minuten später endete der Weltuntergang und es ging weiter. Meinen bis dahin etwas flauen Magen hatte ich darüber inzwischen ganz vergessen. Am Rantum-Becken angekommen, warf ich noch einmal einen prüfenden Blick gen Himmel, weil ich auf dem ausgesetzten Deich nicht noch einmal in so eine stürmische Sturzflut geraten wollte. Es sah gut aus. Dafür pfiff der Wind hier wirklich ordentlich …

… und plötzlich vermisste ich meine Sonnenbrille. Sch…., ich hänge an dem Ding und vermutete, dass der Wind sie mir auf dem Deich des Rantum-Beckens vom Kopf gerissen hat. In der vagen Hoffnung sie wiederzufinden, trabte ich die bislang auf ihm zurückgelegten 1,5 km mit suchenden Blicken wieder zurück. Leider tauchte sie nicht wieder auf. Wieder am Anfang des Deiches angekommen, fand ich die Brille dann allerdings in der Kapuze meiner Jacke. Oh mann, beim Regenguss hatte ich mir die Kapuze übergetan und in der Hütte wieder runtergeschlagen, wohl schon seit da ruhte die Sonnenbrille in meinem Nacken. Da konnte ich das Schild, vor dem ich gerade stand, nur wörtlich nehmen 😀

Die Rantum-Beckenumrundung hatte ich dann auch gleich gecancelt. 37 km wären mir dann doch, auch zeitlich, zuviel des Guten geworden. Alternativ lief ich durch den Rantumer Hafen und an den Rantumer Weststrand. Seit der Wende auf dem Deich hatte ich allerdings den Wind nun von vorne.

Kurz vor Puan Klent verfinstere sich der Himmel erneut und nochmals öffnete der Himmel seine Schleusen, gepaart mit eiskaltem, heftigem Sturmböen. Und wieder meinte das Schicksal es gut mir, in Form einer …. Telefonzelle! 😆 Das es so etwas noch gibt und dann auch noch genau da, wo ich sie gebrauchen konnte, cool 😎

Dem dritten Guss entging ich dann allerdings nicht und ich war froh, dass ich meine Sonnenbrille wiedergefunden hatte, sie diente mir als Schutzschild vor den wie Hagel einschlagenden Regentropfen. Der Wind drückte mein Tempo über die letzten Kilometer schon fast auf 7er-Schnitt.

Allmählich näherte ich mich wieder Hörnum und die Uhr sich den 30 km. Ich bog noch ab auf die „Serpentine“ über die Düne zum Weststrand und kurvte noch durch die dünenbedingt hügelige Kersig-Siedling mit ihren schmucken Reetdachhäuschen.

Dann, obwohl nur noch 400 m vor zuhause und der Vollendung von 32 km, ließ mich Unwetter Nr. 4 nochmals Unterschlupf suchen.

11.09. 22

Regen sichtbar gemacht

Auch dieses überstanden, trabte ich unter Jens staunenden Augen an unserem Domizil vorbei, weil noch 150 m fehlten 😀 und der außergewöhnliche Lauf war zu Ende.

Ich bin noch die Erklärung für den Titel schuldig: Die gestrigen 32 km mit ca. 15 km stürmischen Gegenwind bis zur Stärke 9 auf einer auch nicht ganz topfebenen Insel liefen super und problemlos.

Was ist daran nun ein schlechtes Omen? Nun, in der Regel wird im Vorfeld gerne auf eine schwierige Vorbereitung verwiesen um die Erwartungshaltung zu dämpfen und dann im Marathon zu glänzen. Wenn es jetzt aber beim letzten langen Brummer nichts meckern gibt, dann kann das doch für den Marathon nichts gutes bedeuten, oder? So habe ich aber auch schon einmal meine Entschuldigung 😛

Kreiseln

Am Freitag murrte bei einer 10,5 km-Runde etwas die Außenseite der rechten Wade. Dies ist wohl dem noch relativ ungewohnten Vorfußlaufen in den Minimalen geschultet. Mein Tattoo-Flügel markiert nahezu perfekt die betreffende Stelle, der ich dann mal mit der ewig nicht mehr benutzten Blackroll zu Leibe rückte. Auch ansonsten war der Lauf so lala. Abgehakt.

Für den heutigen Sonntag hatte ich mir einen langen, ruhigen Lauf vorgenommen. Da ich mir aber nicht sicher war, ob ich den sinnvoll durchziehen konnte, habe ich mich meiner ersten Marathontrainingsstrecke erinnert. Am Woldsee im schönen Ammerland vor den Toren Oldenburgs besteht die Möglichkeit zwei Rundkurse in Form einer etwas eckigen Acht zu laufen. Im Zentrum steht das Auto auf dem Parkplatz und bietet die Möglichkeit a) die Verpflegung dort zu deponieren und b) den Lauf alle drei oder fünf Kilometer zu beenden.

Das Tempo sollte sich irgendwo zwischen 6:30 und 7:00 bewegen und um eine weitere Kontrolle über die Trainingsintensität zu erlangen, hatte ich erstmals, seit dem ich meine jetzige Laufuhr habe, den Pulsgurt umgelegt, um auch eine Auge auf die Herzfrequenz zu haben. Allerdings hätte ich das Teil vielleicht vorher mal testen sollen, ihm war keine Information über meinen Herzschlag zu entlocken. Einigermaßen sicher, dass da aber einer ist, bin ich trotzdem losgetrabt.

Handicap Nr. 2: Wer trotz geplanten langen Lauf ausschlafen will, muß bei schönem Wetter mit massiven Ausflugsverkehr rechnen. Meine Runddreherei führte mich immer wieder 1,5 km über die Radwegverbindung Oldenburg – Bad Zwischenahn, da war den ganzen Nachmittag die Hölle los.

Gleich zu Beginn meines Laufs hatte ich aber die Befürchtung, den Rummel gar nicht lange ertragen zu müssen. Die rechte Wade machte von Anbeginn Probleme. Aber wie im Autogenen Training vor Urjahren mal gelernt, versuchte ich meine Aufmerksamtkeit einzig und allein auf die Wade zu konzentrieren und diese betont locker zu lassen. Hat funktioniert, nach kurzer Zeit war die Wade absolut friedlich und blieb es auch bis zum Schluß. Ich bin so stolz auf mich 😀

Ich kreiselte Runde um Runde, dabei lief ich das kurze Ende der Acht nur einmal, da es mir zu sehr in der Sonne lag. Ansonsten wechselten sich Schatten im Wald, einige Wolken und Sonne bei angenehmen 21° und etwas Wind munter ab. Einen Tacken zu warm, ansonsten fast perfekt. So schlug ich auch das Angebot eines älteren Herrn auf seinem E-Bike mitzufahren mit der Bemerkung „Lassen Sie mal, dann ist der Akku gleich leer“ aus. Seine Frau hat sich fast kaputtgelacht.

Nach 20 km entschied ich bei einer Verpflegungspause noch eine 5-km-Runde dranzuhängen und es dann gut sein zu lassen, da die Beine doch langsam schwerer wurden und ich nicht in eine Mega-Anstrengung verfallen wollte. Nach zwei Kilometern dieser Schlußrunde schlug ich mich noch einmal kurz in die Büsche und was dann folgte ist mir in dieser Form noch nie passiert. Nach dem Wiederanlaufen fiel ich in einen angenehmen Trab und es lief die 3 km bis zum Parkplatz so locker flockig wie die 22 km zuvor nicht. Da habe ich mich, am Auto angekommen, doch noch für die finale Runde entschieden. Noch einmal 5 Kilometer, die ich als Vollproll zurückgelegt habe. Ich merkte nämlich, dass sich das Panzertape als Brustwarzenscheuerschutz am verabschieden war.

Panzertape ab, Laufshirt aus, den radelnden Horden etwas Sex-Appeal geboten und noch einmal geniale fünf Kilometer mit der Frische auf der Haut gekreiselt.

Diese letzten fünf Kilometer habe ich die Beine auch einfach laufen lassen und sie waren, zwar immer noch ruhig und langsam, die flottesten der nun vollendeten 30 km.

Wow was war das? Das auf einem 30 km-Lauf die letzten acht Kilometer die schönsten und angenehmsten waren, hatte ich noch nie erlebt. Total happy, da ich mit so einem guten Ausgang nie gerechnet hätte, juckelte ich mit dem Auto die Viertelstunde nachhause. Beim Aussteigen war dann aber doch Schluß mit Lockerflockig. Ziemlich eckig stackste ich unter die Dusche. Egal, nun ich habe mein Sofa lieb 😀

 

Testlauf, Regenlauf, läuft! II

Heute fielen Test- und Regenlauf zusammen. Es wurde Zeit eine Standortbestimmung in Bezug auf den nahenden Berlin-Marathon vorzunehmen. Der letzte Lauf über 30 km war der Hermannslauf am 30.04., da sollte es heute ein Lauf mit irgendwas zwischen 25 – 30 km werden. Feinen Nieselregen und bescheidene 15° nahm ich dabei als optimale Laufbedingungen gerne hin.

Ich lief um den Kleinen Bornhorster See, der bei diesem Wetter nahezu hundefrei war, um den Großen Bornhorster See und bog dann in das Gellener Moor ab. Mein Vorhaben dort vier bis fünf Kilometer barfuß zu laufen wurde aber nach nur 1,8 km von frisch mit Holzschnitzel versehenen Wegen durch das Moor torpediert, dass war mir dann doch zu unbequem. Zur Entschädigung fing es dafür aber ab Kilometer 14 noch einmal richtig an zu schütten. Herrlich!

Wenig später verabschiedete sich der Regen entgültig und es kam sogar etwas die Sonne heraus.

Nach ca. 22 km fühlte ich eine erste Schwere in den Beinen, aber ansonsten lief es gut. Über die weiteren Kilometer sank lediglich das Tempo von ruhig auf sehr ruhig. Stoisch dieselte ich weiter, konditionell gab es nichts zu meckern und nach summa summarum 31 km in einer Gesamtpace von 6:20 war ich wieder zuhause.

Im Vorfeld richtig durchgeplant hatte ich diesen Lauf nicht. Die Strecke hatte ich nur grob im Kopf, zu Essen hatte ich nichts mit und zum Befüllen der Trinkblase hatte ich keinen Bock. Stattdessen hatte ich lediglich zwei leere Halbliter-Mineralwasserflaschen mit Leitungswasser gefüllt und ins Heckabteil verfrachtet. Nach den ersten 200 m hatte ich gemerkt, dass ich meine Salztabletten nicht eingesteckt hatte, aber nach 200 m dreht man halt nicht mehr um. Bei den Temperaturen war das kein Drama und Wadenkrämpfe blieben aus. Irgendwie lies Olivers letzter Blogbeitrag grüßen 😀

Lief wieder mal, da kann ich nicht meckern. Ob es auch weiterhin läuft, wird sich kommende Woche zeigen. Montag werde ich den Bluttest auf Borreliose-Antikörper wiederholen lassen, da der Fleck einfach nicht verschwinden will. Im Gegenteil, der ist noch etwas größer geworden. Eine eventuelle Anitbiotika-Kur käme mir eigentlich ziemlich ungelegen.

Aber egal, der heutige Lauf hat mir ein gutes Gefühl für ein paar mehr Kilometer gegeben und schlimmstenfalls wandere ich die letzten Kilomter beim Berlin-Marathon ins Ziel.

Läuferweisheiten

„Das Tempo tötet, nicht die Strecke“ Diese Läuferweisheit ist im positiven Sinne das Ergebnis meines heutigen Laufs. Bei sonnigem, 8° frischem Bilderbuchwetter machte ich mich wieder daran Ausdauerkilometer zu sammeln. Erneut hielt ich das Tempo bewußt niedrig um dem Fuß auf den vielen geplanten Kilometern so viel Schonung wie möglich zu geben.

Die Strecke führte mich durch das Ammerland, die Wesermarsch und zum Anfang und zum Schluß durch das Gebiet der Stadt Oldenburg. Klingt bombastisch, aber die Landkreise und die Stadt Oldenburg bilden nah an meinem Zuhause quasi ein Dreiländereck 😉

Über Wahnbek, vorbei am Funkturm, am Ipweger Moor und bayuwarisch anmutender Architektur ging es durch Geest und Marsch Richtung Gellen und weiter an die Hunte.

An Untergründen kam mir heute so ziemlich alles unter die Füße: Asphalt, Plastersteine, Klinkerstraße, Schotter- und Sandwege, Wiese, Deich und auch, weil ich mich einmal kurz verlaufen hatte, ein Maisstoppelacker 🙂

Nach ca. 8 km wurde ich mitten in der Pampa von einem Paar mit einem wunderschönen Boxer angesprochen. Die machten mich auf einen weiteren Hund in einiger Entfernung aufmerksam, der seinem Besitzer nicht gehorchte, auf dessen Rufen nicht hörte und immer wieder vor diesem weglief. Irgendwann hatte das Herrchen sein Tier aber wieder an der Leine, nachdem er ihm kreuz und quer über Wiesen und Felder hinterher gestiefelt war. Solange hatte ich mich mit dem Paar nett unterhalten und mich beim Weiterlaufen bedankt, dass sie mich davor bewahrt hatten, eventuell Opfer dieses Hundes zu werden.

Ich dieselte weiter, Kilometer um Kilometer, bis sich ein Weg als Sackgasse erwies und auf besagtem Maisacker endete. Diesen zu überqueren um an den dahinter liegenden Huntedeich zu kommen, gelang nicht. Ein Graben nebst Zaun versperrte den Weg. Also über den Acker wieder zurück und einen anderen Weg gewählt. Hier galt es nur noch ein Gatter zu überklettern, was mein linker Oberschenkel mit einem kurzen Krampf quittierte, und ich war wieder auf Kurs.

Das war dann aber auch die, im wahrsten Sinne des Wortes, letzte Hürde und ich tuckerte in stoischem Tempo weiter durch die Bornhorster Wiesen, in denen nun schon erkennbar weniger Wasser steht, und über die Treppe der Huntebrücke nachhause.

Auf satte 31,4 km mit einer Durchschnittspace von 6:35 (der langsamste Kilometer lag sogar mal bei 6:50 🙂 ) bin ich heute gekommen. Dabei gab es kein Mucken im Fuß und so ab KM 29 schlich sich auch noch so ein grenzdebiles Grinsen ins Gesicht und hielt bis zum Schluß an, lange schon nicht mehr erlebt, fanatastisch! 😀

Eine weitere (Ultra-)Läuferweisheit besagt: „Was Du in einer Woche laufen kannst, kannst Du auch an einem Tag laufen“. Diese Woche bin ich 50,8 km gelaufen. Bald sollen es 51 km an einem Tag sein. Paßt schon mal! An den 200 m soll es wohl nicht scheitern 😎

 

 

Faxen dicke

13.02.16 03

Zum Laufen in der norddeutschen Tiefebene gehört der Wind wie die Höhenmeter zu Läufen in südlicheren Gefilden. Der Wind in seinen unteschiedlichen Ausprägungen kratzt mich in der Regel nicht, im Gegenteil. Laufen gegen den Wind bringt etwas Pepp ins Laufen und bietet seinen ganz eigenen Trainingsreiz.

Aber heute ist er mir doch mächtig auf den S .. Keks gegangen. Ich hatte mir mal wieder vorgenommen zur Teatime bei Schwiegermuttern zu Fuß zu erscheinen. Mit ein paar Schnörkeln dehnte ich die One-Way-Tour auf 24 km aus. Der Weg nach Berne führte strikt nach Osten. Und wo kam heute der Wind her? Aus Osten! Und zwar strikt und stetig mit Stärke 4. Zudem sorgte er dafür, dass die höher vorgesagten Temperaturen auf 2 – 3° hängenblieben.

Die Strecke war reich an ländlicher Idylle und mein Kneippweg vom Dienstag lag auch wieder trocken. Dazu hatte ich mir aber sicherheitshalber die Gezeitenvorausberechnung im Internet angeschaut. Für die lange Kante hatte ich denn doch keinen Bock auf nasse Füße.

Erste Farbtupfer waren zu sehen. Es blüht die Herbstzeitlose, was sie laut Wikipedia im Frühjahr sehr selten tut. Auch die Schneeglöcken breiten sich in ersten Teppichen aus. In großen Teilen erhellte die Sonne die Szenerie und das Gemüt. Aber der Wind, dieser elende Wind saugte mir die Energie aus den Knochen und kühlte mich auf der freien Pläne aus. Diesen Effekt hatte ich so nicht vorausgesehen, sonst hätte ich mir noch eine Schicht mehr übergeworfen.

Nach nur 15 km mußte mir ein Energieriegel etwas auf die Sprünge helfen. Zum Glück war das in zwei Patronengürtelfläschenchen mitgeführte Wasser noch etwas warm. Ich hatte die Pullen mit heißen Wasser gefüllt und in zwei dicke Handschuhe und diese in den Laufrucksack gesteckt.

Kurz nach der Pause wurde es in Sachen Wind nochmal richtig böse, auf einer weiteren langen Gerade kein Baum, kein Strauch. Lauflust sieht anders aus. Endlich erreichte ich die neue Huntebrücke in Huntebrück, Deutschlands größte einflügelige Klappbrücke, wie ich der Presse entnehmen durfte. Noch steht die alte Brücke daneben und wartet auf ihr baldiges Abbruchende.

Von der Brücke waren es nur noch drei Kilometer bis Berne und der Wind traf mich auf dieser Schlußetappe nur noch von der Seite. Trotzdem war es gut und ich war froh am Ziel zu sein. Allerdings streikte der Thermostat von Schwiegermutterns Dusche und statt der erhofften heißen Dusche, gab es nur lauwarmes Wasser. Die Heizfunktion mußte danach der heiße Tee übernehmen.

Von den 24 Kilometern um die zwanzig Kilometer kalter Ostwind direkt von vorne, das hat gereicht. Tröstlich ist allerdings, dass es im Vergleich zum für morgen angekündigten Schnee- und Schneeregenwetter heute doch noch das bessere Laufwetter gewesen ist.

13.02.16 14

Die dunkelsten Tage

… diesen Winters erleben wir gerade. In 10 Tage ist schon die Wintersonnenwende. Viel kürzer werden die Tage somit nicht mehr. Trotzdem kam es mir heute kurios vor, schon um 10 nach 2 zu meinem Lauf zu starten und trotzdem erst im Dunkeln wieder an der Haustür zu landen.

Eine größere Runde habe ich mir gegönnt. Alter Bahndamm, Kleiner und Großer Bornhorster See, die Gellener Torfmöörten, Bornhorster Wiesen, Hunte und Huntebrücke. Nahezu sämtliche Klassiker meiner Laufrouten auf einmal.

Blaß schien die Sonne durch dünne Schleierwolken und um die 6° fühlen sich fast schon etwas nach Winter an. Die Natur hat jetzt jegliche Farbe verloren und speziell das Moor sieht mit seinen schwarzen Seen mystisch aus.

Ich mag diese durch nichts mehr zu überbietende Ruhe in der Natur und mußte nur einmal kurz auflachen, als mir in der tiefsten Einsamkeit des Moores eine Läuferin entgegen kam und den Blick gen Boden senkte um ja nicht grüßen zu müssen.

Später, unterm Huntedeich dachte ich an Rainer, der gestern im Matsch unterwegs war. Auf dem Feldweg hinterm Deich konnte ich mit Rainer in Sachen Schlammschlacht gut mithalten. Dabei sah der Weg so harmlos aus, aber das Wasser stand auch zwischen den beiden Fahrspuren 😀

Nach gerade mal zwei Kilometern hatten die Laufgaloschen einen neuen Höchststand der Verschmutzung erreicht und als ich wieder auf Asphalt aufbog schauten mich dort zufällig anwesende Vogelbeobachter an als wäre ich Mork vom Ork  😀

Mit zunehmender Kilometerzahl wurde der ansonsten runde Lauf etwas zäher und die Treppe zur Huntebrücke bin ich nach langer Zeit mal wieder gegangen. Die zweite Luft kam dann nochmal auf den letzten zwei der insgesamt 25 km. Da konnte ich auf einmal wieder rennen, lag wohl am Stallgeruch 🙂

Und gleich werden ausnahmsweise mal die Schuhe geschrubbt. Geht wirklich nicht mehr anders 😎

12.12.15 16

Nikolauslauf vom allerfeinsten

06.12.15 001

Das sollte wohl so sein. Eigentlich wollte ich gestern mal wieder in aller Ruhe einen längeren Lauf im Hellen machen, aber Arbeit bis in den frühen Nachmittag hinein und das anschließende Anstoßen mit meinem Kollegen auf den Abschluß selbiger, machten einen Strich durch diese Laufrechnung.

Also hatte ich dieses Ansinnen auf den heutigen Tag verschoben. Das war nicht das schlechteste, denn entgegen der Wettervorhersage schien die Sonne bei üppigen 10°, die sich angesichts des Sturmes aber doch um einiges frischer anfühlten. Trotzdem war das helle Licht ein absoluter Genuss.

Über den alten Bahndamm, vorbei an den beiden Bornhorster Seen schlug ich den Weg zur Hunte ein. Der Wind schubste mich kräftig in ihre Richtung und ließ mich erahnen, was mich auf den fünf Kilometern entlang des Flußes erwarten würde: Ein etwas fordernderes Laufen auch ganz ohne Höhenmeter.

Während ich so gegen den Wind anastete und dabei sogar kaum an Tempo verlor, dachte ich mit einem Schmunzeln an meinen ersten Lauf bei Sturm auf dieser Strecke. Damals liefen mir vor Anstrengung sogar die Tränen und heute verlängerte ich die Strecke sogar auf das maximal Mögliche. So ändern sich die Zeiten 🙂 Allerdings gönnte ich mir einen ganz kurzen Verschnaufer im Windschatten des Sielgebäudes um dabei festzustellen, dass die Sonnenstrahlen sogar etwas wärmten 🙂
Es ist wieder die Winterzeit, in der die Hunte alles mögliche an die Deiche spült. Es bleibt zu hoffen, dass da nicht zwei Menschen Ärger mit der Arbeitssichheit bekommen 😀

20,2 km pure Lauffreude wurden mir heute zum Nikolaustag beschert. Dabei waren die Beine endlich mal wieder so frisch wie der Wind. Und wieder zuhause angekommen, erwartete mich dieser Geselle zum Nikolaus:

😀

Einen schönen Nikolaustag für Euch!

Der bislang Längste

Ich hatte mir sogar vorgenommen heute morgen zu laufen, wenn es denn so geregnet hätte, wie die Wetterpropheten vorhergesagt hatten. Hat es aber nicht. Ein Blick aufs Regenradar zeigte sogar, dass es schnell wieder aufhören würde. Auch der ganze Tag war nicht annähernd so naß wie angekündigt. Der für den Abend angekündigte Starkregen? Fehlanzeige :-/

Also ging es doch erst nach Feierabend im Trockenen los. Die Feuchtigkeit hing allerdings in der 20° warmen Luft und schon nach nur zwei Kilometern war ich auch ohne Regen klitschnaß. Ab Kilometer 8 begann es dann wenigstens ganz seicht zu regnen, um bei Kilometer 20 wieder aufzuhören. Sicherheitshalber verstaute ich die Kamera aber im Plastikbeutel, so dass es von dieser Tour nur zwei bescheidene Bilder zu sehen gibt.

17.08.15 02

17.08.15 01

Aber auch ohne vergnügliches Pfützenpflügen war der Lauf ein Vergnügen. Ich lief das Tempo das sich einstellte, die Beine waren offensichtlich durch die Rennradtour vom Samstag gelockert und zumindestens die unbefestigten Wege waren schön weich und matschig. Es lief 🙂

Bei Kilometer 22 bog mir noch ein anderer Läufer vor die Nase und weckte meinen Ehrgeiz diesen noch zu überholen. Es war keine große Herausforderung und das Tempo blieb auch während des Überholvorgangs noch über 6er-Schnitt. Beim letzten Kilometer lag ich allerdings drunter. Es war der 25igste 🙂 Noch nie bin ich nach einem Arbeitstag noch so weit gelaufen 😀

Kleine Randnotiz: Als ich nach dem Duschen das Badezimmerfenster zum Lüften öffnete, regnete es im Strömen. Das tut es jetzt übrigens immer noch 👿