Ein schlechtes Omen

Diesem Post hätte ich aber auch noch andere Titel geben können. „Regen sichtbar machen“ z. B. oder „Der der gegen den Wind läuft“ oder „Sturzfluten“, warum es aber zu diesem Titel gekommen ist, erkläre ich noch im Folgenden.

Gestern bin ich in meinem Urlaub heldenhaft schon um 6:30 Uhr aufgestanden um noch einmal einen finalen, langen Lauf vor dem Marathon zu machen. Dabei wollte ich endlich erstmals das Rantum-Becken umrunden, mit Anlauf von Hörnum sollten so 34 km zusammenkommen.

Einen Pott Tee und einen Vla später ging ich dann pünktlich zum Ende eines kräftigen Regengusses auf Strecke. Die Trockenheit wärte ungefähr neun Kilometer lang. Was mich allerdings dann an Regen überschüttete, suchte selbst für meinen Geschmack nach seines Gleichen. In dichten Vorhängen peitschten Böen der Stärke 9 den Regen über die Insel. Ich behaupte ja in Sachen Wetter nicht wirklich von Zucker zu sein, aber die sich gerade bietende Gelegenheit in einer Rasthütte unterzuschlüpfen mochte ich mir dann doch nicht entgehen lassen.

Ein paar Minuten später endete der Weltuntergang und es ging weiter. Meinen bis dahin etwas flauen Magen hatte ich darüber inzwischen ganz vergessen. Am Rantum-Becken angekommen, warf ich noch einmal einen prüfenden Blick gen Himmel, weil ich auf dem ausgesetzten Deich nicht noch einmal in so eine stürmische Sturzflut geraten wollte. Es sah gut aus. Dafür pfiff der Wind hier wirklich ordentlich …

… und plötzlich vermisste ich meine Sonnenbrille. Sch…., ich hänge an dem Ding und vermutete, dass der Wind sie mir auf dem Deich des Rantum-Beckens vom Kopf gerissen hat. In der vagen Hoffnung sie wiederzufinden, trabte ich die bislang auf ihm zurückgelegten 1,5 km mit suchenden Blicken wieder zurück. Leider tauchte sie nicht wieder auf. Wieder am Anfang des Deiches angekommen, fand ich die Brille dann allerdings in der Kapuze meiner Jacke. Oh mann, beim Regenguss hatte ich mir die Kapuze übergetan und in der Hütte wieder runtergeschlagen, wohl schon seit da ruhte die Sonnenbrille in meinem Nacken. Da konnte ich das Schild, vor dem ich gerade stand, nur wörtlich nehmen 😀

Die Rantum-Beckenumrundung hatte ich dann auch gleich gecancelt. 37 km wären mir dann doch, auch zeitlich, zuviel des Guten geworden. Alternativ lief ich durch den Rantumer Hafen und an den Rantumer Weststrand. Seit der Wende auf dem Deich hatte ich allerdings den Wind nun von vorne.

Kurz vor Puan Klent verfinstere sich der Himmel erneut und nochmals öffnete der Himmel seine Schleusen, gepaart mit eiskaltem, heftigem Sturmböen. Und wieder meinte das Schicksal es gut mir, in Form einer …. Telefonzelle! 😆 Das es so etwas noch gibt und dann auch noch genau da, wo ich sie gebrauchen konnte, cool 😎

Dem dritten Guss entging ich dann allerdings nicht und ich war froh, dass ich meine Sonnenbrille wiedergefunden hatte, sie diente mir als Schutzschild vor den wie Hagel einschlagenden Regentropfen. Der Wind drückte mein Tempo über die letzten Kilometer schon fast auf 7er-Schnitt.

Allmählich näherte ich mich wieder Hörnum und die Uhr sich den 30 km. Ich bog noch ab auf die „Serpentine“ über die Düne zum Weststrand und kurvte noch durch die dünenbedingt hügelige Kersig-Siedling mit ihren schmucken Reetdachhäuschen.

Dann, obwohl nur noch 400 m vor zuhause und der Vollendung von 32 km, ließ mich Unwetter Nr. 4 nochmals Unterschlupf suchen.

11.09. 22

Regen sichtbar gemacht

Auch dieses überstanden, trabte ich unter Jens staunenden Augen an unserem Domizil vorbei, weil noch 150 m fehlten 😀 und der außergewöhnliche Lauf war zu Ende.

Ich bin noch die Erklärung für den Titel schuldig: Die gestrigen 32 km mit ca. 15 km stürmischen Gegenwind bis zur Stärke 9 auf einer auch nicht ganz topfebenen Insel liefen super und problemlos.

Was ist daran nun ein schlechtes Omen? Nun, in der Regel wird im Vorfeld gerne auf eine schwierige Vorbereitung verwiesen um die Erwartungshaltung zu dämpfen und dann im Marathon zu glänzen. Wenn es jetzt aber beim letzten langen Brummer nichts meckern gibt, dann kann das doch für den Marathon nichts gutes bedeuten, oder? So habe ich aber auch schon einmal meine Entschuldigung 😛

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Testlauf, Regenlauf, läuft! II

Heute fielen Test- und Regenlauf zusammen. Es wurde Zeit eine Standortbestimmung in Bezug auf den nahenden Berlin-Marathon vorzunehmen. Der letzte Lauf über 30 km war der Hermannslauf am 30.04., da sollte es heute ein Lauf mit irgendwas zwischen 25 – 30 km werden. Feinen Nieselregen und bescheidene 15° nahm ich dabei als optimale Laufbedingungen gerne hin.

Ich lief um den Kleinen Bornhorster See, der bei diesem Wetter nahezu hundefrei war, um den Großen Bornhorster See und bog dann in das Gellener Moor ab. Mein Vorhaben dort vier bis fünf Kilometer barfuß zu laufen wurde aber nach nur 1,8 km von frisch mit Holzschnitzel versehenen Wegen durch das Moor torpediert, dass war mir dann doch zu unbequem. Zur Entschädigung fing es dafür aber ab Kilometer 14 noch einmal richtig an zu schütten. Herrlich!

Wenig später verabschiedete sich der Regen entgültig und es kam sogar etwas die Sonne heraus.

Nach ca. 22 km fühlte ich eine erste Schwere in den Beinen, aber ansonsten lief es gut. Über die weiteren Kilometer sank lediglich das Tempo von ruhig auf sehr ruhig. Stoisch dieselte ich weiter, konditionell gab es nichts zu meckern und nach summa summarum 31 km in einer Gesamtpace von 6:20 war ich wieder zuhause.

Im Vorfeld richtig durchgeplant hatte ich diesen Lauf nicht. Die Strecke hatte ich nur grob im Kopf, zu Essen hatte ich nichts mit und zum Befüllen der Trinkblase hatte ich keinen Bock. Stattdessen hatte ich lediglich zwei leere Halbliter-Mineralwasserflaschen mit Leitungswasser gefüllt und ins Heckabteil verfrachtet. Nach den ersten 200 m hatte ich gemerkt, dass ich meine Salztabletten nicht eingesteckt hatte, aber nach 200 m dreht man halt nicht mehr um. Bei den Temperaturen war das kein Drama und Wadenkrämpfe blieben aus. Irgendwie lies Olivers letzter Blogbeitrag grüßen 😀

Lief wieder mal, da kann ich nicht meckern. Ob es auch weiterhin läuft, wird sich kommende Woche zeigen. Montag werde ich den Bluttest auf Borreliose-Antikörper wiederholen lassen, da der Fleck einfach nicht verschwinden will. Im Gegenteil, der ist noch etwas größer geworden. Eine eventuelle Anitbiotika-Kur käme mir eigentlich ziemlich ungelegen.

Aber egal, der heutige Lauf hat mir ein gutes Gefühl für ein paar mehr Kilometer gegeben und schlimmstenfalls wandere ich die letzten Kilomter beim Berlin-Marathon ins Ziel.

Osterfrische

Verhältnismäßig schattig sind die Ostertage ausgefallen. Es hat zwar erheblich weniger geregnet als vorhergesagt, aber die Temperaturen ließen alles andere als Frühlingsgefühle aufkommen. Aber was interessiert mich das Wetter, wenn ich nach einem Jahr endlich mal wieder die Gelegenheit hatte mit Heimo zu laufen.

14.04.17 01

Da war bei mir die Freude groß, dass wir schon am Karfreitag gemeinsam eine gut 10 km lange Runde laufen konnten. Aber die Krönung der Ostertage gönnten wir uns am heutigen Ostermontag. Heimo hatte eine 25 km-Strecke von Oldenburg nach Wardenburg vorgeschlagen. Das paßte mir ausgezeichnet in den Kram und um dem Ganzen noch ein Sahnehäubchen aufzusetzen, lief auch Heimos Frau Angela mit uns.

So machten wir uns von mir zuhause auf durch Oldenburg durch und viele Kilometer entlang der Hunte gen Wardenburg zu laufen. Noch einen dicken Schauer abwartend starteten wir gegen 11:30 Uht. Die Kälte hatte einen entscheidenden Vorteil: Die Luft war kristallklar und die Sonne schaffte es trotzdem den Windbreaker binnen kürzester Zeit überflüssig zu machen. Gut nur, dass sich die (Graupel-)Schauer in Grenzen hielten, denn während dieser fiel die Temperatur von 8° auf nur noch 5°.

Dem guten Laufgefühl tat das keinen Abbruch und wir schnurrten Kilometer um Kilometer ab. Sonnenschein und knallig blauer Himmel wechselten in rascher Folge mit dicken Wolken und verliehen der Frühlingslandschaft immer wieder neue Lichtstimmungen.

Hinter Oldenburg bekommt die Hunte einen ganz anderen Charakter als auf meinen sonst üblichen Strecken, nahezu lieblich schlängelt sie sich durch die Landschaft und ist ein beliebtes Revier für Kanu- und Kajakfahrer. So wurde dem Auge immer etwas geboten.

Die Autobahn A 29 galt es einmal zu unter- und anschließend wieder zu überqueren und schon wenig später näherte sich der überraschend kurzweilige Lauf dem Ende.

Als wir auf den Hof von Angelas Elternhaus aufbogen, fehlten uns zwar noch 500 m an den 25 km, aber dafür waren war recht zügig unterwegs gewesen. Ohne meine Uhr zwischendurch bei irgendwelchen Stopps anzuhalten, zeigte sie eine Tempo von 6:14 an. Da kann man nicht meckern, zumal wir alle im Ziel noch frisch und munter waren.

Mir hat es riesig Spaß gemacht mit den beiden zu laufen und ich freue mich jetzt schon, wenn sie diesmal schon zu Pfingsten erneut den Weißwurstäquator überqueren und wir dann erneut laufend das Oldenburger Land unsicher machen können.

Ein hartes Stück Arbeit

Das war mir heute vom Start weg klar: Dieser lange Lauf wird ein hartes Stück Arbeit. Aber erst einmal vorweg, auch bei uns im Norden war heute Frühling.

Nicht nur jede Menge Frühjahrsblüher, im heimischen Garten …

… und unterwegs …

.. waren ein Indiz dafür, sondern auch die plötzliche Wärme von sagenhaften 14° mit zaghaften Anklängen von Sonnenschein.

Aber zurück zum Lauf. Vom ersten Meter fühlten sich die Waden an als wären sie schon auf den letzten Metern. Geplant war aber ein letzter längerer Brocken, bevor ich in zwei Wochen auf Sylt die 33 km laufen darf. Um mir diese Nummer etwas zu versüßen, mußte es zumindestens in Teilen eine neue Strecke sein. Der Schloßgarten in Rastede, angesteuert über Wahnbek und Loy war mein Ziel auf dessen Weg dorthin mir allerdings massenhaft Hunde und Kohlfahrten begegneten. Dabei war der Weg für meine Gewohnheiten nicht mal topfeben. Loy liegt am Geestrand, was so eine Art Abbruchkante zur Wesermarsch darstellt und da gibt es tatsächlich ein paar seichte Steigungen. Der gemeine Süddeutsche würde diese zwar nicht erkennen, aber meine muffeligen Waden nahmen jeden Höhenmeter wahr wie die Prinzessin die Erbse unterm Matratzenberg.

Die längste Steigung ging immerhin über sage und schreibe 550 m und überwand dabei laut gpsies satte 20 HM, Hammer oder? 😆 An der fast parallel laufenden Bundesstraße kann man es sogar auf dem Foto etwas erkennen 🙂

Immerhin habe ich diese laufend überwunden und das, wo mir vorher schon fast die Puste auszugehen schien. Aber immerhin hatte ich da auch schon fast 20 km in den morschen Beinen. Zu guter Letzt waren es 27,5 km als ich mich mit kochendem Kühler und qualmenden Füßen den Heimathafen erreichte. Nach Abdrücken des Laufweckers gönnte ich mir deshalb etwas Abkühlung.

04-03-17-19

Geschafft, im wahrsten Sinne des Wortes. Aber wie fast immer, wenn man es geschafft hat, war es rückblickend doch irgendwie ganz geil. Und eine Salzkruste hatte ich auch endlich mal wieder im Gesicht, kein Wunder bei der Hitze 😀

Funkverkehr

Heute nun also der zwei Tage verspätete letzte lange Lauf vor der Nacht der Nächte in München. Ich war mir nicht ganz sicher, ob der überhaupt noch nötig war. Aber nach der mauen Vorbereitung konnte er sicher nicht schaden und wenn es nur für den Kopf ist.

Aber gerade der Kopf war heute mittag zum Start irgendwie unwillig. Zumal ich mir mit der Auswahl der Laufstrecke nicht viel Mühe gegeben hatte. Ein kleines Wäldchen am Rande Oldenburgs hatte ich mir ausgeguckt und da es klein ist, sollten es sechs Fünfkilometerrunden werden.

Soweit der Plan. Der Kopf war also unwillig, stellte die Frage ob das wirklich Not tut. Von allen anderen Körperteilen gab es darauf nur ein „Dummidummdidideldumm“ zu hören. Ich setzte mich über die totale Motivation meines Körpers hinweg und trabte los. Auf den ersten zweihundert Meter unternahm das linke Knie einen Versuch zickend meinen Laufplan zu torpedieren. Meine Ignoranz ließ es aber die restlichen 29,8 km schweigen.

Nach zwei Kilometer baggerte ein Bagger mitten im Wald, da wo ich eigentlich laufen wollte. Hörte ich da Häme aus dem Gebälk? Egal, wurde aus dem geplanten Rundkurs halt teilweise eine Pendelstrecke. Außerdem war mir entsetzlich warm, zum Glück hatte ich im Auto noch ein dünneres Laufshirt, also auch kein Grund das Ganze zu lassen.

Irgendwann quakten die Fersen über die sandigen Waldwege mit einigen wenigen „mulligen“ Stellen.  Quakende Fersen sind nicht neu, dämpften aber noch mehr die Laune vom Kopf. Die Nase sagte „Ich laufe“ und wurden vom gesamten Fahrwerk angefaucht „Ach was, und was machen wir?“. Der Darm meldete sich „Ich hätte da mal ein Bedürfnis“ NEEEEINNNN, Ruhe jetzt, hier wird gelaufen!!!

Über all diesen Funkverkehr verging aber Kilometer um Kilometer. Unter den ersten 10 waren einige mit einer deutlichen Fünf vor dem Komma. Verdammt nochmal, wer gab den hier so Gas?

Erste Pause am Auto, dann definitiv ruhiger weiter. Die Funkdisziplin nahm zu, das Tempo aber nicht ab. Runde um Runde verging. Nach 25 Kilometern wurden die maurernden Waden mit Salztabletten wieder weich geklopft. Bei der letzten Runde kam dann sogar noch so etwas wie Lauffreude auf und schwuppsdiwupps waren die 30 km gelaufen.

Zugegeben, 30 km Waldwege waren irgendwie nicht so ideal, weil ich sie in der Länge einfach nicht gewohnt bin. Darüberhinaus ist wieder das Phänomen aufgetreten, dass ich offroad immer etwas zügiger unterwegs bin, summa summarum ein Tempo von 6:06 m/km. Für meine Verhältnisse für einen ruhigen langen Lauf etwas zu fix. Das Klima im Wald ist für mich immer etwas ungewohnt, wenig Bewegung in der Luft läßt mich noch mehr schwitzen als gewohnt.

Ein Spaziergang war dieser Lauf heute nicht, aber ich habe ihn im Sack. Etwas werde ich die Tage noch auf kurzen Strecken vor mich hinlaufen und in der kommende Woche ganz klassich bis zum Abwinken lauffaul sein. Dann sollten sich die 42 km schon einigermaßen durchschlurfen lassen.

 

Formtest

In vier Wochen will ich Marathon laufen und das wo ich den gesamten September lauftechnisch stinkenfaul gewesen bin. Gerade mal gute 100 km kamen im gesamten Monat zusammen. Ein Blick in meine Laufkladde offenbarte mir dann auch noch, dass mein letzter langer Lauf, die 30 km zum und um das Zwischenahner Meer, schon gut sechs Wochen her ist. Danach folgte nicht einmal mehr etwas im Zwanziger-Bereich 😯

O hauer hauer ha, das sind keine guten Voraussetzungen. Deshalb musste gestern ein Langer her. Einfach gucken was geht und damit eine Standortbestimmung vornehmen.

Eine große Runde über Wahnbeck, den Geestrand, das Gellener Moor zur Hunte mußte es sein. 13° bis 14° warme, klare Herbstluft, versüßt mit einem Regenschauer, sollten das Ganze abrunden.

Neben viel Natur und weiter Landschaft begegnete mir auch dieser einsame Geselle. Wer auch immer ihn da einfach auf den Tisch gesetzt hat.

Und mitten im Nirgendwo lag ein Bonbon auf dem Weg. Der Verpackung nach ein Exemplar, das am Vortag beim großen Kramermarktsumzug geworfen worden war. Erstaunlich, wo überall etwas verloren wird.

  02-10-16-13

30 km im bewußt ruhig gewählten Tempo (der Gesamtdurchschnitt lag bei 6:18 min/km) sind es geworden. Das in letzter Zeit immer mal wieder unruhige linke Knie hat den Lauf klaglos weggesteckt. Dafür wehklagten mal wieder die Fersen. Ansonsten lief es über die gesamte Distanz recht locker und die Beine wurden auch zum Ende hin nicht übermäßig schwer. Guuuut.

Das Ergebnis habe ich gebraucht um die notwenige Sicherheit zu bekommen. Die nächsten zwei Wochen reichen noch locker für zwei weitere längere Läufe und dann sollte es mit dem Marathon schon passen. Eilig werde ich es dabei eh nicht haben. Der Lauf wird sowieso neue persönliche Bestzeit bringen 😀 Aber auf der andere Seite gönne ich den Organisatoren und Helfern und mir trotzdem, dass wir noch einigermaßen zeitig ins Bett kommen. Und trotz PB möchte ich eigentlich auch nicht unbedingt Letzter werden 🙂

Läuferweisheiten

„Das Tempo tötet, nicht die Strecke“ Diese Läuferweisheit ist im positiven Sinne das Ergebnis meines heutigen Laufs. Bei sonnigem, 8° frischem Bilderbuchwetter machte ich mich wieder daran Ausdauerkilometer zu sammeln. Erneut hielt ich das Tempo bewußt niedrig um dem Fuß auf den vielen geplanten Kilometern so viel Schonung wie möglich zu geben.

Die Strecke führte mich durch das Ammerland, die Wesermarsch und zum Anfang und zum Schluß durch das Gebiet der Stadt Oldenburg. Klingt bombastisch, aber die Landkreise und die Stadt Oldenburg bilden nah an meinem Zuhause quasi ein Dreiländereck 😉

Über Wahnbek, vorbei am Funkturm, am Ipweger Moor und bayuwarisch anmutender Architektur ging es durch Geest und Marsch Richtung Gellen und weiter an die Hunte.

An Untergründen kam mir heute so ziemlich alles unter die Füße: Asphalt, Plastersteine, Klinkerstraße, Schotter- und Sandwege, Wiese, Deich und auch, weil ich mich einmal kurz verlaufen hatte, ein Maisstoppelacker 🙂

Nach ca. 8 km wurde ich mitten in der Pampa von einem Paar mit einem wunderschönen Boxer angesprochen. Die machten mich auf einen weiteren Hund in einiger Entfernung aufmerksam, der seinem Besitzer nicht gehorchte, auf dessen Rufen nicht hörte und immer wieder vor diesem weglief. Irgendwann hatte das Herrchen sein Tier aber wieder an der Leine, nachdem er ihm kreuz und quer über Wiesen und Felder hinterher gestiefelt war. Solange hatte ich mich mit dem Paar nett unterhalten und mich beim Weiterlaufen bedankt, dass sie mich davor bewahrt hatten, eventuell Opfer dieses Hundes zu werden.

Ich dieselte weiter, Kilometer um Kilometer, bis sich ein Weg als Sackgasse erwies und auf besagtem Maisacker endete. Diesen zu überqueren um an den dahinter liegenden Huntedeich zu kommen, gelang nicht. Ein Graben nebst Zaun versperrte den Weg. Also über den Acker wieder zurück und einen anderen Weg gewählt. Hier galt es nur noch ein Gatter zu überklettern, was mein linker Oberschenkel mit einem kurzen Krampf quittierte, und ich war wieder auf Kurs.

Das war dann aber auch die, im wahrsten Sinne des Wortes, letzte Hürde und ich tuckerte in stoischem Tempo weiter durch die Bornhorster Wiesen, in denen nun schon erkennbar weniger Wasser steht, und über die Treppe der Huntebrücke nachhause.

Auf satte 31,4 km mit einer Durchschnittspace von 6:35 (der langsamste Kilometer lag sogar mal bei 6:50 🙂 ) bin ich heute gekommen. Dabei gab es kein Mucken im Fuß und so ab KM 29 schlich sich auch noch so ein grenzdebiles Grinsen ins Gesicht und hielt bis zum Schluß an, lange schon nicht mehr erlebt, fanatastisch! 😀

Eine weitere (Ultra-)Läuferweisheit besagt: „Was Du in einer Woche laufen kannst, kannst Du auch an einem Tag laufen“. Diese Woche bin ich 50,8 km gelaufen. Bald sollen es 51 km an einem Tag sein. Paßt schon mal! An den 200 m soll es wohl nicht scheitern 😎

 

 

Hunde, Mücken, Herbst

Knapp zwei ruhige Laufwochen galt es heute zu beenden. Bummeln geht später, schließlich rückt der Marathon langsam näher und ein paar Kilometerchen gilt es da noch zu sammeln. Also stand der heutige Sonntagnachmittag im Rahmen eines langen Laufs.

Die Strecke führte mich zu Anfang auch mal wieder um den Kleinen Bornhorster See. Fürchterlich, die Hundedichte wird immer schrecklicher und die Tiere offensichtlich auch immer größer. Auch auf dem Weg um den Großen Bornhorster See begegneten mir noch einige Hundehalter mit ihren Gefährten. Erst als ich ins Moor abbog, hörte das ganze langsam auf. Die Birken sind die ersten Bäume, die deutlich einen auf Herbst machen. Im Moor sind sie zu Hauf vertreten, so dass trotz des gut 20° warmen, etwas drückenden Wetters der Herbst nicht mehr zu übersehen ist. Das warme Wetter ließ auch die Mücken nochmal richtig aufleben, 11 Stiche in ca. drei Minuten beim kurzen Stop am Moorsee, Hammer. Und witzigerweise haben sie nur durch die Kompressionsstulpen gestochen 🙄 Da waren die Hunde zum Glück allesamt friedlicher 🙂

Dann mußte ich noch eineinhalb Kilometer wieder zurücklaufen, weil der geplante Weg mit Dornengestrüpp überwuchert war. Da gab es auf geschätzten 200 m kein Durchkommen.

In der Bildmitte ist eigentlich ein Weg:

13.09.15 14

Als mich das Moor wieder ausgespuckt hat, ging es auf altbekannten Pfaden Richtung Hunte und wieder zurück nachhause. Auf den letzten Kilometern setzte seichter Regen, der aber weder durchnäßte noch kühlte.

Ob`s alleine am Wetter lag weiß ich nicht, auf jeden Fall strengte mich der Lauf etwas mehr an, als der letzte Lange mit seinen 38 km. Heute waren es 30,4 km, wobei jetzt meine Achillessehnen etwas mürrisch sind. Ich denke, dass liegt an die vielen verschiedenen Untergründen. Schotterwege, Sandwege, Wurzelwege, weiche Moorwege, Asphalt und Beton wechselten sich heute ab. Bis zum nächsten, kurzen Lauf am Dienstag werden sich die Sehnen aber sicher wieder beruhigt haben.

(K)ein Trainingslauf

Der Samstag bot allerbestes Laufwetter auf, angenehme 21 -23°, sonnig mit ein paar Schönwetterwolken und eine sanfte Brise. Genau richtig um am späten Vormittag zu einem langen Lauf zu starten.  Auf 30 – 32 km hatte ich mich eingeschossen. Auf ging es.

Schon nach nur dreieinhalb Kilometern gönnte ich mir eine kleine Guckpause, wollte ich doch die Kletterer aufs Foto bekommen, die sich an der Huntebrücke abseilten. Danach schnurrte ich weiter über Blankenburger See, Tweelbäker See und Wüsting, dann Richtung Oberhausen und mit einem zusätzlichen Schlenker um die Wiesen nach Iprump.  Bei ca. 25 km krachte ich dann um Haaresbreite mit einem entgegenkommenden Seniorenehepaar auf Fahrrädern zusammen. Diese wendeten ihren Blick zum Fahrradcafe Huntewasser , lenkten auch schon in dessen Richtung um dann doch weiter geradeaus und mich fast über den Haufen zufahren. Bei soviel Blindheit konnte ich mir ein Gemecker nicht ersparen, eine Antwort gab es aber keine. Nun denn, ist alles nochmal gut gegangen.

Bei Kilometer 28 bin ich zurück am Blankenburger See und treffe dort auf gute Freunde. Ein kurzer Schnack mußte sein und nach einer geschätzten Viertelstunde setzte ich meinen Lauf fort. Ich fürchtete nach dieser Unterbrechung nur schwer wieder in Schwung zu kommen. Aber das Gegenteil war der Fall und nachdem ich erneut die Huntebrücke geentert hatte, verspürte ich soetwas wie die zweite Luft. Auf der anderen Hunteseite beschloss ich deshalb nicht den direkten, nur noch zwei Kilometer Weg nachhause zu laufen, sondern lief noch zum Großen Bornhorster See und drumherum. Nach dessen Umrundung bei KM 34,4 stoppte ich kurz, ein kurzer Check der Uhrzeit und die Tatsache, dass ich in dem Moment die 1,5 Liter aus der Trinkblase leergesüffelt hatte, ließen mich von der Idee Abstand nehmen auch noch am Kleinen Bornhorster See vorbeizulaufen, obwohl dieser Schlenker nur 2 km länger gewesen wäre.

Ab jetzt wurden auch langsam die Beine schwer, die die letzten drei Kilometer sogar deutlich unter 6er-Schnitt unterwegs waren. Auf den allerletzten zwei Kilometern hörte ich dann auch langsam die Glöcken läuten. Aber diese waren zum Glück real, die Ohmsteder Kirche läutete zum Gottesdienst 🙂 Eine letzte zusätzliche Kurve lief ich dann noch durch meine Wohnstraße und 38 km waren voll. Das Durchschnittstempo lag bei 6:07 pro Kilometer. Trotz eineinhalb Liter Wasser während des Laufs und einem halben Liter Sportbrause direkt nach dem Lauf, war ich nach dem Lauf noch ein Kilo leichter als am Morgen. Sprich: drei Liter habe ich mir während des Laufs aus den Rippen geschwitzt.

29.08.15 19

Einen so langen Trainingslauf sieht kein Marathontrainingsplan vor. Aber zu einem trainiere ich gar nicht nach Plan und zum anderen war es dann halt eben kein Trainingslauf 😀 Auf jeden Fall hats Spaß gemacht ❗