What shall we do with the drunken sailor ?

Heute war mal wieder einer dieser Tage, wo wir auch im Norden schon einmal das Wort Sturm in den Mund nehmen. Es gab hier zwar schon weit aus mehr Wind als heute, aber ganz schön pustig war es trotzdem. So pustig, dass ich es vorzog für meine Laufrunde mit dem Auto zu den Bornhorster Wiesen zu fahren. Der vorteilhafte Grund: Dort kann einem nichts auf den Kopf fallen. Nachteil: Es gibt auch nichts, was den Wind abhält bzw. Schutz vor diesem bietet.

Egal, fix aus dem beim Parken im Wind leicht vor sich hin schaukelnden Auto ausgestiegen und losgetrabt. Den ersten Kilometer hatte ich noch Rückenwind, der es mir schwer machte Kurs zu halten. Teilweise lief ich seitlich schräg im Wind, wurde kräftig von ihm geschubst und brauchte gelegentlich die gesamte Wegbreite 😀 Dabei kam mir der viel besungene betrunkene Seemann in den Sinn 😆

Aber immerhin war es nicht so heftig, dass ich mir mit dem einen Bein gegen das andere geschlagen habe, was bei anderen Sturmläufen schon vorgekommen ist. Nach dem ersten Kilometer ging es dann voll in den Wind und es kam mir gar nicht einmal so schlimm vor. Okay, das ein oder andere Mal bin ich nahezu auf der Stelle getreten, aber es lief, wenn auch eine Pace von um die 7:30 auf gerader flacher Strecke nicht unbedingt für Bestzeiten zu gebrauchen war 😆

Das einzige Mal, dass mein Blick sorgenvoll nach oben ging, war beim Unterqueren der Huntebrücke. Die ist bei Sturm schon so manchem Lkw oder Anhängergespann zum Verhängnis geworden, aber runtergefallen ist zum Glück doch noch nie ein Fahrzeug 🙂 Witzigerweise konnte ich auch nach dem Wendepunkt mit Rückenwind kein zügiges Tempo anschlagen und nur einige wenige Male schob mich der Wind derart, dass ich nichts anderes machen konnte als immer schneller zu werden.

Zu Anfang hatte es teilweise noch kräftig geregnet und die Regentropfen schossen mir wie Hagelkörner ins Gesicht, so dass ich mir teilweise die Hand über die Augen halten mußte. Etwas später blinzelte aber sogar ab und zu die Sonne. Dem Sturm hatte ich auch zu verdanken, dass ich mir die Strecke heute nur mit zwei Läufern und einem Spaziergänger teilen mußte, sehr angenehm. Einer der Läufer -Typ athletisch-muskulöser Sportstudent- überholte mich, fragte mich kurz „Tut das nicht an den Füßen weh?“ und entschwand so schnell, dass ich nur ein kurzes „Nö“ antworten konnte. Kurze Zeit später bog er ab und übersprang elegant zwei Pforten in den Weidezäunen *neid*

Der letzte Kilometer bot mir dann noch einmal die volle Dröhnung von vorne und die Pace sank gegen 9. Schlußendlich lief ich die gut 14 km im 6:47er Tempo mit einem Durchschnittspuls von 164. Die Sache war eben doch etwas fordernder 😎

Überhaupt hatten wir hier neben dem Sturm die letzten Tage so ziemlich alle Wetter: Regen, Sonne, Nebel und vorgestern sogar noch einmal Schnee, der aber zum Glück nicht liegengeblieben ist. An dem Tag mußte auch wieder die kleine Kneippvariante im Kleinen Bornhorster See reichen 🙂

War sonst noch was? Nö, mehr fällt mir zumindestens nicht ein 🙂