Gut über Winter gekommen

Der norddeutsche Winter hat es bis hierher gut mit mir gemeint, vom wochenlangen, deprimierenden Dauergrau vielleicht mal abgesehen. Aber kein Schnee und Eis erschwerten mein läuferische Tun und die Temperaturen blieben fast immer minimal- und barfußfreundlich. Trotzdem hatte ich den gesamten Winter und auch den ganzen Herbst nichts wirklich längeres mehr unter die Sohlen genommen. Wenn nicht wenigstens jeden Monat eine Etappe von unserem Lauf nach Holland dabeigewesen wäre, sähe das Kapitel noch düsterer aus. Dabei bin ich insgesamt nicht wenig gelaufen, ganz im Gegenteil, nur die Langen sind eben etwas auf der Strecke geblieben.

Da wurde es heute mal Zeit gegenzusteuern und wieder einen zweistelligen Lauf mit einer 3 vorne vor anzupeilen. Bei der Auswahl der Laufstrecke hatte ich lange mit mir gerungen und mich schlußendlich für die am wenigstens aufregende, weil schon unzählige Male gelaufe Strecke durch die Bornhorster Wiesen und entlang der Hunte, ergänzt um den Kurs um den Großen Bornhorster See,  entschieden und dass auch noch im Pendelverkehr 😯 Einmal gute 15 km hin und einmal gute 15 km zurück. Was mich da geritten hat, weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich die Verlockung, dass ein Großteil der Strecke so schön barfußfreundlich ist. Das Wetter war mit strahlendem Sonnenschein und angenehm kühlen Temperaturen von zu Beginn 5° und zum Ende 8° vom Feinsten.

Auf den ersten 5,5 und den letzten 5,8 km trug ich wegen schlechter Wegstrecke meine Pies Sucios, zwischendrin lief ich 20 km barfuß. meine bisher zweitlängste Strecke. Alles drei zusammengerechnet kam ich auf 31,3 km im ruhigen und entspannten Tempo. Dabei blieben auch die Beine und Füße über die gesamte Distanz locker und entspannt, fein, fein 🙂

Fazit: Es geht noch über die 30 km, zumindestens solange ich nicht an der Temposchraube drehe. Der Frühling kann also kommen 🙂

Exot

Donnerstag, Freitag und der heutige Samstag waren drei traumhaft schöne, sonnige und milde Vorfrühlingstage. Leider ging sich zeitlich bei mir aber nur der Utkiek-Lauf aus. Da war dann nichts mehr mit Sonne, auch wenn während der Anfahrt und zum Start der schöne Untergang selbiger anzeigte, dass auch hier bald wieder Schluß sein wird mit den Dunkelläufen.

Nach meinem erfolgreichen Testlauf vom Vortag in den Pies Sucios-Sandalen beschloß ich kurzerhand diese erneut anzuziehen. Damit war ich wieder mal der Exot in der diesmal recht großen Laufgruppe. Während die Fivefingers inzwischen keine besondere Beachtung mehr finden, war das mit den Sandalen ganz anders und einige waren ganz gespannt, wie ich mit Dingern unterwegs sein werde.

Bei den Utkiek-Läufen hänge ich ja häufiger etwas durch und glänze meistens nicht mit dem größten Elan und mit Frische. So war ich auch nicht sonderlich amused darüber, dass Ralf und Uli an der Spitze zu Anfang ein verhältnismäßig flottes Tempo anlegten, hatte ich mich doch innerlich schon auf das allgemein sehr niedrige Tempo eingestellt. Aber kaum waren die ersten Anstiege der Oldenburg Hills erklommen, war alle Müdigkeit verflogen und es lief richtig locker und flockig und das Rauf und Runter in den ehemaligen Müllbergen machte mal wieder so richtig Laune. Ob es auch an den Sandalen lag? Keine Ahnung. Aber die Pies Sucios bewährten sich erneut allerbest und machten mir auf dem schottrig-steinigen Untergrund sogar mehr Spaß als die Fivefingers.

Zum Ende der üblichen Stunde, die diesmal ungefähr einen Kilometer mehr gebracht hat als gewohnt, war es dann schon reichlich frisch geworden. Aber mein Füße waren gewohnt warm und ich vermute mal, dass sich über die nächsten Wochen und Monate auch die Blicke auf die Laufsandalen legen werden. Der Exot werde ich in dieser Hinsicht aber wohl trotzdem bleiben.

 

Ups

… das war so gar nicht gewollt. Nach meiner kurzen Aua-Auszeit bin ich in dieser Woche wieder zur Laufnormalität zurückgekehrt. Mehr sogar, in den letzten sieben Tagen bin ich viermal gelaufen und dabei auf knapp 62 km gekommen. Das war definitiv so nicht geplant und ich hatte es so auch gar nicht auf dem Schirm. Aber mein Statistik lügt nicht und ich kann unverhofft  die laufstärkste Woche dieses Jahres verbuchen.

Bebildert sind aber nur zwei Läufe. Der vom Sonntag, wo sich der Sommer noch eine Auszeit gegönnt hatte, …

… und der heutige, wo der Sommer mit aller Macht wieder da war. Allerdings ein Sommer wie er besser nicht sein kann. 25° mit einer erfrischenden Brise aus Ost. Da läßt es sich laufen und der Start um kurz nach 17 Uhr machte auch die Sonnencreme entbehrlich.

Zuerst lief es durch die Bornhorster Wiesen entlang der Hunte, danach ging es durch die Marsch im Bereich Gellen, weiter entlang des Großen Bornhorster Sees und über das ländlich idyllische Bornhorst wieder zurück nachhause.

Mein Plan eines 20 + -Laufs ist damit aufgegangen. Meine nichtlügende Statistik hat mir nämlich erschreckender Weise auch verraten, dass mein letzter Lauf über 20 km schon über ein sagenhaftes Vierteljahr zurückliegt. Und da Berlin nun doch irgendwie so ganz langsam näher kommt, sollte ich auch allmählich in Quark kommen.

Apropos Quark, der kommt auch noch an meinem Unterschenkel zum Einsatz, um die allerletzten Reste meiner Unterschenkelmaleschen den Rest zu geben. Magerquark hilft da mal wieder mehr als alles andere. Faszinierend!

Ein ganz normaler Laufmonat

… oder auch nicht.

Im Mai bin ich 170,2 km gelaufen. An und für sich ist das keiner besonderen Erwähnung wert. Das ist so der Monatsdurchschnitt der letzten Jahre um schlußendlich auf round about 2.000 km pro anno zu kommen. Was die Jahresstatistik angeht, hinke ich 2018 aber hinterher. Eine kleine OP, Grippe und die Umstellung auf Minimal sind die Gründe dafür.

Aber zurück zum Mai. Was diesen Monat doch zu etwas besonderen macht, sind die 44,9 gelaufenen Barfußkilometer. Ein gutes Viertel oder, für die Mathematiker unter uns, 26,38 % der gesamten Monatskilometer. Ein neuer Rekord! (zum Vergleich im April waren es gerade mal 4 km 😛 ). Großen Anteil daran hatte mein bislang längster Barfußlauf über 14,1 km. Aber es kommt auch schon vor, dass bei Mix-Läufen mit Barfuß- und Schuhanteilen, der Barfußanteil höher liegt. So geschehen z. B. bei meinem leicht bekleideten Proletenlauf vom 30. Mai (5,1 km V-Runs, 6,2 km barfuß).

Wo ich gerade bei der Zahlenspielerei bin, mache ich doch einfach noch etwas weiter. Das letzte Mal, dass ich einen gedämpften Laufschuh an den Füßen hatte, war der Berlin-Marathon am 24.09.2017. Seitdem ging es nur noch auf dünnen Sohlen oder eben auch barfuß weiter.

Das Durchwühlen meiner Tabellen förderte für die Zeit nach dem Marathon folgende Zahlen zu Tage: Insgesamt bin ich seitdem 1.262,2 km unterwegs gewesen, davon barfuß 186,7 km oder 14,79 %. Die  1.075,5 km in Minimalschuhen verteilten sich dabei auf 12 ❗ Paar Schuhe, wobei nicht alle dabei wirklich Laufschuhe sind 🙂 Ich könnte jetzt auch noch jedem Schuh seine Kilometer zuordnen, aber das würde hier wohl doch etwas zu weit führen 😛

Schlußendlich liegt der Schnitt der letzten acht Monate mit gut 154 km noch nicht einmal großartig unter dem was ich mir sonst so erschleiche. Damit hätte ich gar nicht gerechnet und so hebt sich leicht erstaunt eine Augenbraue 🙂

Kleiner Wermutstropfen, so ich ihn denn überhaupt so nennen mag, ist, dass ich immer langsamer werde. Wenn ich auch seit November dreimal neue Kilometerrekorde aufgestellt habe, meistens steht bei meinen Kilometerzeiten eine dicke, fette Sechs vorne. Aber so what, dafür sind die Gräten schon seit langer Zeit heile geblieben und das ist das absolut wichtigste.

Langes Geschreibsel, kurzer Sinn, meine Umstellung des Laufstils und der Laufschuhe ist schon recht weit fortgeschritten und ich habe das Einschlagen dieses Weges, den ich nun schon insgesamt 15 Monate beschreite, noch keinen Tag bereut. Ich bin wirklich rundum zufrieden. Läuft!

 

 

 

 

Schöne Wärme

Das was uns der Mai an Wetterchen präsentiert ist aller Hochsommerehren wert. Bei meinen Läufen hatte es diese Woche immer zwischen 26 und 29°. Eigentlich ist das ja überhaupt nicht meins, da solche Temperaturen hier im Norden in der Regel mit einer gewissen Schwüle einhergehen. Nicht aber dieser Tage. Knochentrockene Luft und frischer Wind machten das Laufen durchaus angenehm. Der Wind ist allerdings Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil er die eh dürstende Natur weiter austrocknen läßt und Segen, naja, weil es sich mit ihm eben wunderbar laufen läßt.

So war ich entgegen meiner sonstigen Warmwetterlaufgewohnheiten diese Woche durchaus fleißig 🙂 Mal mit mal ohne Schuhe war ich am Dienstag gute 16 km unterwegs…

 

… am Donnerstag 12 …

 

…. ebenso wie am Samstag, wo ich mich auf zwei Kilometern sogar vollprollmäßig shirtless der Sonne hingegeben habe.

 

Die Laufwoche lief dann heute noch einmal mit 15,5 km aus. Erstmals seit langer Zeit schoben sich aber Wolken vor die Sonne, die auch etwas nach Unwetter aussahen. Aber es blieb trocken, lediglich der so verläßliche Wind ließ mit dem Wolkenaufzug nach und prompt war es auf den letzten Kilometern gleich so miefig wie ich es eben nicht mag.

 

Trotzdem brauchte ich nicht in den, mitten auf dem Land ordentlich am Straßenrand geparkten, Einkaufswagen steigen, in der Hoffnung, dass mich jemand nachhause schiebt 😆

Das war eine schöne Laufwoche! Mal sehen wie es sich in den kommenden Tagen verhält, die Temperaturen sollen ja noch etwas weiter aufdrehen. Da kann ich nur hoffen, dass mein Freund, der Wind, mir weiter treu bleibt 🙂

 

Neopren

Nein, keine Panik, hier geht es -oh Wunder-  nicht ums Schwimmen in Neoprenverpackung 😆

Gestern war ein nur kurzer Lauf geplant, den ich irgendwie in den Tagesablauf einschieben wollte. Laufklamotten hatte ich dazu im Auto deponiert. Als sich denn die Zeit fand, ich das Auto geparkt und die Laufklamatten angezogen hatte, stellte ich fest, dass ich die Leguano Socks, in denen ich laufen wollte, nicht mit eingepackt hatte 😯

Grundsätzlich wäre das kein Problem gewesen, bei der Kürze des geplanten Laufes, hätte ich auch barfuß laufen können, wäre da nicht ein kleine Verletzung an der linken Fußsohle. Damit wollte ich dann doch nicht über den Asphalt schraddeln und so fiel mein Blick auf die im Kofferraum herumfliegenden Neopren(bade?)schuhe, die ich mir mal als absolute Notschuhe für acht Euro schießmichtot gekauft hatte und seitdem im besagten Kofferraum ihr Dasein fristen.

Die Schlappen habe ich flugs über die Füße gestülpt und bin losgetrabt. Nach 7,2 km war ich wieder zurück und muß sagen, gar nicht mal so übel. Etwas warm vielleicht, aber ansonsten sehr soft zum Fuß und die Gummisohle bietet allerbesten Grip.

Was sagt uns das: Wer eh in ungedämpften Schuhwerk unterwegs ist, kann mehr oder minder in allem laufen, was minimalistisch anmutet. Ich müßte jetzt in solchen Teilen nicht täglich und auf langen Strecken unterwegs sein, aber es fühlte sich wirklich nicht nach dem Behelf an, der sie gewesen sind. Aber nach dieser Kurzerfahrung könnte ich mich schon fragen, ob jedes andere Schuhwerk wirklich immer gleich ein schieres Vermögen kosten muß. 8 €-Neoprenlatschen, der Schrecken der Laufschuhindustrie! 😀

Übrigens, nach dem Lauf habe ich die Leguano Socks dann doch noch im Auto gefunden. Gut so, sonst wäre ich um diese besonders Erfahrung ärmer 😆