Schöne Wärme

Das was uns der Mai an Wetterchen präsentiert ist aller Hochsommerehren wert. Bei meinen Läufen hatte es diese Woche immer zwischen 26 und 29°. Eigentlich ist das ja überhaupt nicht meins, da solche Temperaturen hier im Norden in der Regel mit einer gewissen Schwüle einhergehen. Nicht aber dieser Tage. Knochentrockene Luft und frischer Wind machten das Laufen durchaus angenehm. Der Wind ist allerdings Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil er die eh dürstende Natur weiter austrocknen läßt und Segen, naja, weil es sich mit ihm eben wunderbar laufen läßt.

So war ich entgegen meiner sonstigen Warmwetterlaufgewohnheiten diese Woche durchaus fleißig 🙂 Mal mit mal ohne Schuhe war ich am Dienstag gute 16 km unterwegs…

 

… am Donnerstag 12 …

 

…. ebenso wie am Samstag, wo ich mich auf zwei Kilometern sogar vollprollmäßig shirtless der Sonne hingegeben habe.

 

Die Laufwoche lief dann heute noch einmal mit 15,5 km aus. Erstmals seit langer Zeit schoben sich aber Wolken vor die Sonne, die auch etwas nach Unwetter aussahen. Aber es blieb trocken, lediglich der so verläßliche Wind ließ mit dem Wolkenaufzug nach und prompt war es auf den letzten Kilometern gleich so miefig wie ich es eben nicht mag.

 

Trotzdem brauchte ich nicht in den, mitten auf dem Land ordentlich am Straßenrand geparkten, Einkaufswagen steigen, in der Hoffnung, dass mich jemand nachhause schiebt 😆

Das war eine schöne Laufwoche! Mal sehen wie es sich in den kommenden Tagen verhält, die Temperaturen sollen ja noch etwas weiter aufdrehen. Da kann ich nur hoffen, dass mein Freund, der Wind, mir weiter treu bleibt 🙂

 

Die wilde 13 oder was habe ich denn da alles?

Eine harmlose Frage von Anne auf meinen letzten Post

„Dein Minimalschuh-Arsenal wächst und wächst, wie es scheint. Darf ich mal fragen, wie viele Paare du momentan dein Eigen nennst?“

… und schwupps habe ich den Aufhänger für einen neuen Beitrag und nutze die Gelegenheit das ganze Rudel hier einmal vorzustellen. Auf Annes Frage hin mußte ich erst einmal durchzählen und komme auf die stolze Zahl von 13 Paaren, die ich allerdings nicht alle zum Laufen nutze.

Deswegen fange ich mal mit den Alltagstretern an.

1:  Diese Merrells für den Alltag habe ich mir schon vor über 5 Jahren gekauft. Damals hatte ich schon einmal sehr dilettantisch versucht auf Minimal umzustellen. Diese Teile sind sehr bequem und noch am dichtesten dran am klassischen Schuh.

2: Die Leguano aktiv haben optisch etwas von Hausschuh, sind aber extrem bequem und es läßt sich auch gut in ihnen laufen. Dazu nehme ich allerdings inzwischen in der Regel das gelbe Paar.

3: Diese Joe Nimbles aus Leder bieten einen minimalen Hauch von Eleganz, sind damit im Alltag auch mal für Anlässe geeignet, die etwas mehr Stil verlangen. Das geschmeidige Leder ist sehr kuschelig.

4: Die Solerunner FX Trainer werden eigentlich als Laufschuhe propagiert. Ich trage sie allerdings lieber im Alltag. Mit ihrer superdünnen Sohle sind sie von allen Minimalen, die am allerdichtesten am Barfußfeeling dran sind. Zum Laufen bieten sie mir für meinen Geschmack aber etwas zuwenig Sitz. Zudem sind die Dinger höllenwarm.

5: Auf der Marathonmesse in Berlin habe ich mir im letzten Jahr die Magical Shoes Receptor Explorer Vegan II gekauft. Diese Schuhe mit dem sperrigen Namen stammen von einer polnischen Firma und sind zur Zeit meine liebsten Alltagsstreter. Wirklich minimal, luftig und extrem flexibel. Das einzig Störende an ihnen war lediglich der anfängliche Gestank nach verbranntem Gummi, den sie aber inzwischen abgelegt haben. Der Verkäufer sagte mir, dass man auch gut in ihnen laufen kann. Das habe ich aber bislang noch nicht ausprobiert, kommt aber noch.

Jetzt geht es weiter mit den Laufschuhen:

1: Diese Merrells stammen ebenfalls noch von meinem ersten Minimalschuhprojekt von vor über fünf Jahren. Nahezu noch neuwertig sind sie mir aber für meinen heutigen Geschmack etwas zu steif und das Obermaterial zu sperrig.

2: Der Merrell Vapor Glove 3 ist ein sehr feiner Schuh, mit dem ich sehr gerne laufe. Super Sitz, breite Zehenbox, geschmeidige Vibramsohle. Alles bestens.

3: Auch der Merrell Trail Glove 4 sitzt super, allerdings habe ich ihn noch nicht viel getragen. Ein weitergehendes Urteil steht also noch aus.

4: Joe Nimble PowerToes, dieser Schuh ist eine echt Besonderheit. Mit 180 € mein teuerster Laufschuh ever. Das nächste Superlativ: noch nie hat mir ein Lauf auf den ersten sieben Kilometern soviel Wunden geschlagen wieder dieser. Mit meinem Umtauschwunsch gescheitert, wartet dieser Schuh darauf, dass ich ihn mal bei Schnee und Eis mit dicken Socken als Träger für die Yaktrax verwende.

5: Die Vibram FiveFingers V-Run sind absolut geile Teile. Mit ihnen macht das minimale Rennen enorm viel Spaß. Nachteil: Bei Nässe brauche ich Zehensocken, sonst gibts Scheuerstellen. Eine Scheuerstelle an der rechten Ferse bekomme ich leider immer, aber ein Streifen Leukoplast schafft Abhilfe und ab geht die Lutzi.

6: Noch einmal eine Steigerung zu den V-Runs sind für mich die Vibram FiveFingers V-Trail. Etwas mehr Material macht sie etwas sanfter zum Fuß und so laufe ich sie ebenfalls megagern, nicht nur abseits fester Wege. Auf den Schotterwegen des Utkiek sind sie aber richtig in ihrem Element. Bei Nässe brauche ich allerdings auch in ihnen Zehensocken.

7: Das quietschige Gelb nimmt diesen Leguano aktivs ihre Alltagstauglichkeit, was nichts an ihrem Supersitz und dem extrem angenehmen Obermaterial ändert. Es läuft sich ausgesprochen kommodig in ihnen. (Sorry, auf vorheriges Saubermachen hatte ich keine Lust 😉 )

8: Die Leguano classic, ich nenne sie einfach Socken, laufen sich überraschend angenehm. Man läuft im wahrsten Sinne des Wortes wie auf Socken. Sie sind perfekt, wenn man eigentlich barfuß laufen will, aber zwischendurch mal Schutz an den Füßen braucht, zumal sie kaum Platz brauchen und notfalls auch mal in die Taschen der Laufjacke passen. Am liebsten trage ich sie auf Asphalt oder ähnlichem, weil sie nicht so stabil am Fuß sitzen, sind sie für unbefestigte Wege für meinen Geschmack nicht so geeignet. Im Prinzip hätte ich sie auch unter den Alltags“schuhen“ einsortieren können, auch da nutze ich sie gerne, wenn ich mal eben nicht barfuß sein kann oder möchte.

Barfuß ist noch einmal das Stichwort, es gibt noch ein paar Treter, die inzwischen schon mehr Kilometer machen, als manche der hier vorgestellten Latschen:

17.02.18 Natur

Vielseitige Allrounder für fast jedes Geläuf und fast jedes Wetter 🙂

Sicherheitshalber möchte ich noch eben erwähnen, dass ich dieses ganze Schuhzeugs von meinem eigenen Geld gekauft habe. Der Senf, den ich zu ihnen abgegeben habe, gibt also zu 100 % meine eigene Meinung und Einschätzung wider.

Langsam wirds eng

… in meinem Laufschuhregal. Aber wenn mein Umstieg auf Minimal/Barfuß weiterhin so planmäßig vonstattengeht, kann ich in einem guten Jahr alle „normalen“ Laufschuhe erst einmal einmotten. Dann ist wieder Platz 😎 Heute beglückte mich aber erst einmal der freundliche Paketfahrer mit dem nächsten Zuwachs meiner Minimalriege. Um auch bei schlechtem Wetter einigermaßen vernünftig  über Feldwege und Trampelpfade zu kommen (von Trails will ich in meinem Standardlaufrevier nicht wirklich sprechen) braucht es noch was Minimales mit etwas mehr Grip. Und da ist heute als erstes der Vibram Five Fingers V-Trail eingetrudelt.

Gerade passend um nach einwöchiger Pause eine erste Runde mit ihnen zu drehen. Zuvor hatte mich eine, wenn auch nur recht leichte, Erkältung Abstand vom Laufen nehmen lassen.

In diesen Tagen hatte ich lediglich zwei Spaziergänge gemacht. Der erste ging um den Kleinen Bornhorster See, den ich wegen seiner „Hundedichte“ nicht gerne umlaufe. Spazierend stört die nicht und ich genoß Herbstimpressionen, muckelige Temperaturen und erblickte viele weitere umgefallene Bäume.

Ich erblickte aber auch einen Läufer an einer Stelle, wo ich gar nicht wußte, dass es da einen Weg gibt. Kam gleich auf den Merkzettel 🙂

Sonntag folgte eine verlängerte Runde mit Muttern und GöGa zum Wahllokal. Das Wetter war Bombe, aber zum Laufen wäre mir die plötzliche Wärme eh zu viel des Guten gewesen. Dafür nahm auch hier das unfreiwillige Sturmschaden-Sightseeing kein Ende.

Sturmschäden waren dafür bei meinem heutigen Lauf nahezu nicht zu sehen. Dabei wollte ich den alten Bahndamm schon meiden, allerdings bot er auch die Chance auf wenigstens etwas Trailfeeling und er war tatsächlich frei laufbar. Auch die wunderschönen Alleen auf dem Weg zum Kleinen Bornhorster See zeigten sich zu meiner großen Freude fast unversehrt. Und die unbekannte Strecke vom Merkzettel hatte ich auch gleich unter die V-Trails genommen. Es waren zwar nur 800 m Neuland, aber immerhin kann ich damit zukünftig meine Standardrunden noch etwas mehr variieren.

Erstaunlich trocken waren dabei schon die Wege, Matsch Fehlanzeige. Das hätte ich nach den wenigen Tagen ohne Regen nicht gedacht. In meinem Kommentar bei Christian bin ich da noch von anderen Voraussetzungen ausgegangen.

10,6 km waren ein optimaler Wiedereinstieg. Die Beine waren wunderbar frisch, offensichtlich hat ihnen eine Woche Pause auch gut getan, und es kam sogar so etwas wie Tempo auf.

Die V-Trails laufen sich im direkten Vergleich zu ihren V-Run-Brüdern sehr kommodig. Alleine das Trail-Profil reicht für einen Hauch von Dämpfung und der gut, ähnlich „normalen“ Laufschuhen, gepolsterte Schaft verhindert hier die einzige Scheuerstelle, die mir der puristische V-Run an der rechten Ferse zugefügt hatte. Insgesamt hat der V-Trail noch mehr Handschuh-Feeling als der V-Run.

Das beim V-Trail mehr Material verbaut wurde, erkennt man im direkten Vergleich, da sieht er irgendwie fast eine Nummer größer aus als der V-Run. Und das Profil macht sehr deutlich, wo der V-Trail-Frosch die Locken trägt. Aber dafür hat er ja schließlich auch Einzug gehalten in mein überquellendes Laufschuhregal 🙂

Auf zu neuen Ufern

Ich muß zugeben, ich hatte mich diesmal schon etwas darauf gefreut, wenn die Marathonvorbereitung und der Marathon erst einmal vorbei sind. So kann ich mich nun in aller Ruhe der weiteren Umstellung auf Minimalschuhe widmen und schauen, wohin mich das Barfußlaufen so treibt.

Obwohl ich Sonntag ja nun einen recht gemächlichen Marathon gelaufen bin, hatten hinabführende Treppen den bislang größten Schrecken seit dem ich Marathon und Co. laufe 😯 Deshalb sollte es heute nur eine erste, kurze Runde zum Beinausschütteln sein.

Da ein Stück meiner Lieblingslaufstrecke gerade neu geteert wird, bin ich automobil angereist um zu schauen, wie weit die sind. weil ich da nämlich in den kommenden Tagen sightseeing-bedingt freie Bahn brauche.

Ab Parkplatz habe ich meinen Füßen erstmal die absolute Freiheit gegönnt und bin barfuß losgetrabt um nach einem Kilometer feststellen zu dürfen, dass es gut aus sieht mit der neuen Asphaltdecke. Das kommt natürlich auch meinen baren Füßen sehr entgegen, der bisherige Asphalt war nämlich fast nur grob zusammengeklebter Schotter und für mich nicht barfuß laufbar. Der eine Kilometer neuer Asphalt ist hingegen wirklich ein Fußschmeichler 🙂

Warum man aber nicht auch die letzten 300 bis 400 Meter bis zum Anschluß an den bis dato schon guten Weg neu gemacht hat, bleibt mir mal wieder ein Rätzel. Man hat tatsächlich nur Rollsplitt auf den hier nicht ganz so groben, aber extrem maroden Asphalt gekippt. Wer den auf dieser autofreien Strecken festfahren soll, ist mir allerdings schleierhaft.

27.09. 05

Weser? Hunte!

 

Na, dann kamen ab hier eben meine neuen Schluffen zum Einsatz, die ich mir vergangene Woche in Börlin gekofft hatte. Im wunderbar beschaulichen Köpenick gibt es ein klasse Laufgeschäft, bei dem ich die Merrel Vapor Glove 3 erstanden habe und auf deren ersten Ausritt ich mich schon sehr gefreut hatte.

Die Dinger sitzen gut und angenehm und machen Spaß. Soviel Spaß wie der gesamte Lauf. Vorgenommen hatte ich mir 5 bis 7 Kilometer, geworden sind es 10,2 km. Auf den letzten 1,3 km verschwanden die Merrels sogar noch einmal wieder von meinen Füßen.

Vom Marathon war nichts mehr zu spüren, so gefällt mir das. Auf in den Herbst, mein liebste Jahreszeit.

 

 

Wolken- und Laufspiele

Auch auf das Risiko hin, von Euch Haue zu bekommen: REIN LAUFTECHNISCH gefällt mir dieses Aprilwetter. Ich muß nicht sonderlich schwitzen und die Luft ist so glasklar, dass es eine Freude ist, sich diese Frische auf Lunge zu ziehen.

Wenn dann noch bei einem Lauf die Wolken nahezu alle Selbstdarstellungsregister ziehen, wird die Feierabendtour mal wieder zur reinsten Wonne.

Spielerisch bin ich laufend unterwegs. Neben den normal langen Läufen baue immer häufiger kurze Läufe von bis zu 5 km ein, in denen entweder barfuß oder in Minimalschuhen unterwegs bin.  Das Vor- / Mittelfußlaufen klappt inzwischen ganz gut, umso besser, je zügiger ich laufe. Und ist die Ferse aus dem Spiel, vermisse ich auch die fehlende Dämpfung nicht.

Heute beim Utkiek war im Vorfeld des Hermannslaufs nur etwas Rekom-Getrappel angesagt und so habe ich meine fluffigen Stoffschlappen – Leguanos -, zum Lauf angezogen. Eigentlich wollten wir nur eine halbe Stunde laufen, etwas länger und vorallem etwas flotter ist es dann aber doch geworden, aber auch die sieben Kilometer sind mir gut bekommen.

Das Laufen mit wenig oder ohne Schuh kann wirklich süchtig machen. Aber der Umstellungsweg ist noch lang und über die 31 Hermann-Kilometer werden mich meine klassischen Laufschuhe tragen. Das haben die schließlich bis dato auch immer ganz anständig gemacht.