Kalte Füße und dem Husten auf der Spur

Nach meinem Traumwinterlauf vom Samstag hatte ich am Sonntag in einem unerklärlichen Anflug von Mimimi plötzlich das Bedürfnis Schuhe für meinem gemeinsamen Lauf mit Torben anzuziehen. Gewählt hatte ich dazu meine schwarzen Leguanos, die ich, bei entsprechender Notwendigkeit, auch im Alltag trage. Einen Vorteil haben die Leguanos auf jeden Fall, sie bieten mit ihrer noppigen Sohle guten Grip auf glattem Untergrund. Trotzdem bereute ich es bald sie angezogen zu haben, wurde mir in den Dingern doch nach einiger Zeit sowas von warm. Das kehrte sich allerdings etwas später ins Gegenteil um, als die Leguanos im teilweise vorhandenen Schneematsch naß wurden, wurde auch den Füßen, genauer gesagt den Zehen, etwas kalt.

Vereisten Nebenstrecken und Spaziergängermassen ausweichend, hatten wir einen Kurs durch die Innenstadt und den Hafen gewählt. In der Fußgängerzone konnten wir bei der Gelegenheit auch überprüfen, ob in der fast menschenleeren Innenstadt auch am Sonntagnachmittag brav die Masken getragen wurden. Wurden sie zum überwiegenden Teil! 🙄

Als ich nach gut 11 km wieder zuhause war, machte ich mich noch in Laufklamotten daran mein Auto schon einmal aus seinem Schnee- und Eisregenpanzer zu befreien, da ich es am nächsten Morgen brauchte. Die nassen Leguanos tauschte ich zügig gegen Flipflops um wieder warme Füße zu bekommen 🙂 Schlußendlich brauchte ich eine gute halbe Stunde um mein Gefährt frei zu bekommen, wobei mir immer wieder Schnee und Eis auf die Füße fiel, was für ein herrliches Gefühl 😀 Kalt? Ja, den Händen in den Handschuhen 🙂

Die Leguanos trug ich auch heute. Ich hatte einen Termin zur Magenspiegelung im Krankenhaus (was mir am Vortag erstmalig einen PCR-Test bescherte). Nach dem ich als jungerer Erwachsener zweimal eine Magenspiegelung bei vollem Bewußtsein erlebt habe, ein absolutes Grauen, ließ ich mich dieses Mal in eine kurze Narkose versetzen. Nach der Spiegelung durfte ich dann in einem Aufwachraum zusammen mit einer jungen Frau wieder munter werden und hatte dabei in den Leguanos schon wieder kalte Füße, so dass ich sie ausgezogen habe, danach waren die Füße fix wieder warm. Nebenbei konnte ich durch die offene Tür auf den Arbeitsplatz der Schwestern schauen, dort zeigte ein Monitor die Herzfrequenz von der jungen Frau und von mir an. Während ihr Herz gut 90ig mal die Minute schlug, pulste ich im mitterlen 40er-Bereich und die Pulslinien sahen krass unterschiedlich aus. Da scheint die Lauferei offensichtlich doch etwas zu bringen 🙂

Fazit: Schuhe bedeuten bei mir immer noch kalte Füße, dass bestätigt sich bei jeder der recht seltenen Gelegenheiten, zu denen ich welche trage. Und durch die Magenspiegelung ❗ steht nach Jahren endlich die Ursache für meinen chronischen Husten fest und der kann jetzt auch behandelt werden. Hurra!

Kleinvieh macht auch Mist

Heute habe ich den August läuferisch abgeschlossen. Trotz meiner bescheidenen Wiedereinstiegsläufe führe ich auch weiter tapfer meine Laufstatistik. Als ich in meiner Old-School-Excel-Tabelle für das Monatsergebnis auf Enter drückte, kniff ich die Augen zusammen und machte sie gleich wieder ganz groß auf: Immerhin gute 82 km habe ich mir in diesem Monat auf kurzen Strecken zusammengeeiert. Cool! 😎 Zugegeben: Ein einziger 10er war auch dabei und hat somit die Statistik mächtig gepusht, als ich von der Werkstatt nachhause gelaufen bin, weil mein alter Kleinwagen frisch inspiziert und getüvt wurde 😆

Die letzte Woche war dabei noch einmal richtig heiß und schweißtreibend. Deshalb gab es u. a. nackte Haut und kalte Duschen …

… schattenspendenden Wald am Woldsee …

… und kühlenes Eis zum offiziellen Abschluß der Utkiek-Sommersaison.

Der August geht somit durchaus versöhnlich zu Ende. Im kommenden September werde ich auch nichts forcieren. Endlich steht der Jahresurlaub auf dem Plan und dem Laufen werde ich den gewünschten Raum bieten, aber nicht die oberste Priorität. Somit schließe ich auch aus in den kommenden Wochen zu überziehen.

Beton

Vor ein paar Wochen hatte ich mal mein Laufschuhregal aus- und umsortiert. Die minimalen Treter haben den prominensten Platz bekommen, einige meiner bisherigen Laufschuhe sind etwas ins Abseits geschoben worden und noch weitere von ihnen erst einmal in einem Plastiksack zwischengelagert, da ich mich doch noch nicht traue ihnen gänzlich den Laufpaß zu geben.

Bei dieser Räumerei habe ich Bauklötze gestaunt, wie schwer auf einmal meine bisherigen Lauffavoriten im Vergleich zu den Minimalen sind. Was ich jahrelang gut und gerne an den Füßen gehabt habe, kommt mir auf einmal vor, als könnte mich die Mafia damit im nächsten See versenken 😛

Die fluffigsten Flitzer, die ich besitze, sind zusammen nicht so schwer wie jeweils einer meiner bisherigen Lieblingslaufschuhe. Zugeben, der Vergleich ist vielleicht etwas böse, weil meine klassischen Laufschuhe aufgrund ihrer üppigen Dämpfung auch nicht gerade zu den leichtesten ihrer Gattung gehören und auch nicht alles Minimale so leicht ist wie die V-Runs, aber der Unterschied ist grundsätzlich schon eklatant.

Wenn ich denn noch bedenke, dass ich mich immer darüber gefreut habe, wieviel leichter meine Laufschuhe im Vergleich zu meinen normalen Straßenschuhen waren, bin ich sehr froh auch im Alltag auf minimale Schuhe bzw. soviel es geht barfuß umgestiegen zu sein.

Irgendwie drängt sich mir inzwischen immer mehr der Verdacht auf, dass das mit den normalen Schuhen, egal ob Straße oder Lauf, nicht so ganz im Sinne des menschlichen Anatomieerfinders sein kann 😯 Weil nicht nur beim Laufen hat sich mein Laufstil und die Körperhaltung verändert, sondern auch im Alltag, wo ich nun gefühlt gerader durchs Leben laufe, von der Freiheit der Füße ohne Klötze bzw. mal ganz ohne irgendwas sein zu dürfen mal ganz abgesehen.

Irgendwie hört sich das jetzt alles nach einem Plädoyer, nach einem Aufruf, nach Weltverbesserung an, dass will ich eigentlich gar nicht, sondern eigentlich nur ganz bescheiden mitteilen, wie oberaffengeil gut mir das Ganze bis hierher einfach tut 😀

 

 

Wolken- und Laufspiele

Auch auf das Risiko hin, von Euch Haue zu bekommen: REIN LAUFTECHNISCH gefällt mir dieses Aprilwetter. Ich muß nicht sonderlich schwitzen und die Luft ist so glasklar, dass es eine Freude ist, sich diese Frische auf Lunge zu ziehen.

Wenn dann noch bei einem Lauf die Wolken nahezu alle Selbstdarstellungsregister ziehen, wird die Feierabendtour mal wieder zur reinsten Wonne.

Spielerisch bin ich laufend unterwegs. Neben den normal langen Läufen baue immer häufiger kurze Läufe von bis zu 5 km ein, in denen entweder barfuß oder in Minimalschuhen unterwegs bin.  Das Vor- / Mittelfußlaufen klappt inzwischen ganz gut, umso besser, je zügiger ich laufe. Und ist die Ferse aus dem Spiel, vermisse ich auch die fehlende Dämpfung nicht.

Heute beim Utkiek war im Vorfeld des Hermannslaufs nur etwas Rekom-Getrappel angesagt und so habe ich meine fluffigen Stoffschlappen – Leguanos -, zum Lauf angezogen. Eigentlich wollten wir nur eine halbe Stunde laufen, etwas länger und vorallem etwas flotter ist es dann aber doch geworden, aber auch die sieben Kilometer sind mir gut bekommen.

Das Laufen mit wenig oder ohne Schuh kann wirklich süchtig machen. Aber der Umstellungsweg ist noch lang und über die 31 Hermann-Kilometer werden mich meine klassischen Laufschuhe tragen. Das haben die schließlich bis dato auch immer ganz anständig gemacht.