Beton

Vor ein paar Wochen hatte ich mal mein Laufschuhregal aus- und umsortiert. Die minimalen Treter haben den prominensten Platz bekommen, einige meiner bisherigen Laufschuhe sind etwas ins Abseits geschoben worden und noch weitere von ihnen erst einmal in einem Plastiksack zwischengelagert, da ich mich doch noch nicht traue ihnen gänzlich den Laufpaß zu geben.

Bei dieser Räumerei habe ich Bauklötze gestaunt, wie schwer auf einmal meine bisherigen Lauffavoriten im Vergleich zu den Minimalen sind. Was ich jahrelang gut und gerne an den Füßen gehabt habe, kommt mir auf einmal vor, als könnte mich die Mafia damit im nächsten See versenken 😛

Die fluffigsten Flitzer, die ich besitze, sind zusammen nicht so schwer wie jeweils einer meiner bisherigen Lieblingslaufschuhe. Zugeben, der Vergleich ist vielleicht etwas böse, weil meine klassischen Laufschuhe aufgrund ihrer üppigen Dämpfung auch nicht gerade zu den leichtesten ihrer Gattung gehören und auch nicht alles Minimale so leicht ist wie die V-Runs, aber der Unterschied ist grundsätzlich schon eklatant.

Wenn ich denn noch bedenke, dass ich mich immer darüber gefreut habe, wieviel leichter meine Laufschuhe im Vergleich zu meinen normalen Straßenschuhen waren, bin ich sehr froh auch im Alltag auf minimale Schuhe bzw. soviel es geht barfuß umgestiegen zu sein.

Irgendwie drängt sich mir inzwischen immer mehr der Verdacht auf, dass das mit den normalen Schuhen, egal ob Straße oder Lauf, nicht so ganz im Sinne des menschlichen Anatomieerfinders sein kann 😯 Weil nicht nur beim Laufen hat sich mein Laufstil und die Körperhaltung verändert, sondern auch im Alltag, wo ich nun gefühlt gerader durchs Leben laufe, von der Freiheit der Füße ohne Klötze bzw. mal ganz ohne irgendwas sein zu dürfen mal ganz abgesehen.

Irgendwie hört sich das jetzt alles nach einem Plädoyer, nach einem Aufruf, nach Weltverbesserung an, dass will ich eigentlich gar nicht, sondern eigentlich nur ganz bescheiden mitteilen, wie oberaffengeil gut mir das Ganze bis hierher einfach tut 😀

 

 

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Wolken- und Laufspiele

Auch auf das Risiko hin, von Euch Haue zu bekommen: REIN LAUFTECHNISCH gefällt mir dieses Aprilwetter. Ich muß nicht sonderlich schwitzen und die Luft ist so glasklar, dass es eine Freude ist, sich diese Frische auf Lunge zu ziehen.

Wenn dann noch bei einem Lauf die Wolken nahezu alle Selbstdarstellungsregister ziehen, wird die Feierabendtour mal wieder zur reinsten Wonne.

Spielerisch bin ich laufend unterwegs. Neben den normal langen Läufen baue immer häufiger kurze Läufe von bis zu 5 km ein, in denen entweder barfuß oder in Minimalschuhen unterwegs bin.  Das Vor- / Mittelfußlaufen klappt inzwischen ganz gut, umso besser, je zügiger ich laufe. Und ist die Ferse aus dem Spiel, vermisse ich auch die fehlende Dämpfung nicht.

Heute beim Utkiek war im Vorfeld des Hermannslaufs nur etwas Rekom-Getrappel angesagt und so habe ich meine fluffigen Stoffschlappen – Leguanos -, zum Lauf angezogen. Eigentlich wollten wir nur eine halbe Stunde laufen, etwas länger und vorallem etwas flotter ist es dann aber doch geworden, aber auch die sieben Kilometer sind mir gut bekommen.

Das Laufen mit wenig oder ohne Schuh kann wirklich süchtig machen. Aber der Umstellungsweg ist noch lang und über die 31 Hermann-Kilometer werden mich meine klassischen Laufschuhe tragen. Das haben die schließlich bis dato auch immer ganz anständig gemacht.