Osterbrauch und kleine Irrtümer

Hier im Norden brennen zu Ostern vielerorts Osterfeuer. Ursprünglich geschah das am Abend des Ostersonntags. Inzwischen hat sich aber auch der Samstagabend etabliert. An diesem Abend gab es auch ein Osterfeuer in der Nachbarschaft von Heimos zweiter Heimat. Das war eine schöne Gelegenheit einen schönen Abend am Feuer zu verbringen, zu klönen, ein paar Bratwürste zu vertilgen und das ein oder andere Bierchen zu vernichten.

Den heutigen Ostersonntagsbesuch bei Schwiegermuttern habe ich wieder mit einem Lauf zu ihr nach Berne verbunden. Da morgen auch nochmal ein Lauf mit Heimo auf dem Plan steht, habe ich diesmal die kürzest mögliche Route gewählt. In meiner Erinnerung war diese Variante knapp 20 km lang. Aber entweder stimmte etwas mit meiner Erinnerung oder mit der Variante nicht. Als ich nach 18 km noch recht weit von Berne entfernt war, erkannte ich, dass es mit dem pünktlichen Erscheinen an der Osterkaffeetafel nichts werden würde 😯

Der zweite kleine Irrtum war dann, dass ein gut ausgebauter Betonweg eine Abkürzung darstellen könnte. Die Richtung war perfekt, allerdings endete der Weg plötzlich auf einer Wiese und auch hinter der Wiese kam nichts anderes als weitere Wiesen :-/

Diese Abkürzung kostete mich noch einen guten, zusätzlichen Kilometer. Nach diesm Irrtum blieb ich auf vertrauten Wegen. Ein Stück Straße läuft man dabei besser rechts, weil links im Notfall in Richtung Deich kein Platz ist um sich vor eventuellen Kamikaze-Autofahrern in Sicherheit zu bringen.

Platz war aber für mich noch an der Kaffeetafel, als ich mit noch vertretbaren 11 Minuten Verspätung bei Schwiegermuttern eintrudelte. Die letzten Kilometer hatte ich etwas Gas gegeben, um den zusätzlichen Zeitbedarf für die schlußendlichen 24,2 km zumindestens etwas wettzumachen 😀

Auf nahezu der gesamten Strecke hatte ich Rückenwind, da kann ich irgendwie so gar nicht mit umgehen. So war es mir trotz kühler Temperaturen viel zu warm. Ich brauche einfach meine Luftkühlung von vorne :mrgreen:

Nachgeholt

Gestern war ja nix mit Laufen, ich hatte mich den Unwetterwarnungen gebeugt und war zuhause geblieben. Das es dann nicht sonderlich dicke kam, war zum einen nicht zu ahnen und zum anderen auch gut so. Letztendlich wollte ich mich aber nicht wieder in einen Landrover flüchten müssen 😉

Heute war denn wieder alles in Butter: Sonne und Wolken im Wechsel, kaum Wind und die Temperaturen scheiterten ganz knapp an der 20°-Marke. So nutzte ich den geplanten Besuch bei Schwiegermuttern im ca. 20 km entfernten Berne wiedermal für eine Anreise per pedes.

Der Hunteseitenwechsel erfolgte wie üblich über die Brücke der Brücken, dann ging es vorbei am Blankenburger See über Iprump immer unter Deich lang Richtung Berne. In Huntebrück ist die neue Klappbrücke über die Hunte, es soll jetzt Deutschlands größte Klappbrücke sein, nun nahezu fertiggestellt. An der Straßenanbindung wird aber noch fleißig gewerkelt. Mein Darm zeigte sich heute etwas rebellisch, da bot mir die Baustelleneinrichtung praktischer Weise mit einem Dixiklo die komfortablere und sogar saubere Alternative zum Maisfeld 😉

In der Baustelle bog ich auch vom direkten Weg nach Berne ab, um mit einem Schlenker über Schlüterdeich und Dreisielen noch ein paar extra Kilometer zu laufen. Nach dem Aufenthalt auf dem Häuschen lief es sich wie befreit und ich blieb dann alle Kilometer mit einer 2 vorne unter 6er-Schnitt. Schlußendlich wurden es 25,4 km, die mein Fahrwerk klaglos über sich ergehen ließ. Damit hätte ich nach dessen etwas mürrischen Gehabe in den letzten Tagen nicht wirklich gerechnet. Das Handy konnte also in der Tasche bleiben und Jens mußte nicht mit dem Besenwagen kommen 🙂 Wenn ich gewollt und die Zeit gehabt hätte, hätte ich sicher auch noch die 30 km vollgekommen. Aber das mußte heute nicht sein, diese Distanz werde ich die kommenden Wochen eh noch unter die Füße nehmen.

Zurück in Oldenburg powerte ich mich aber noch auf einem Spaziergang mit meinem Liebsten aus 😎

Katastrophal

… ist in diesem Jahr bislang meine Rennrad-Bilanz. Dabei ist es doch meine erste volle Saison. Aber eben diese Saison dämpfte meine Euphorie. Ein kaltes Frühjahr erwärmte nicht gerade mein Biker-Herz. Dann auch Mai und Juni überwiegend kalt, teils regnersich und vor allem windig. Der Wind ist bis in den hiesigen Hochsommer meistens kräftig dabei und läßt sogar ein windgewohntes Nordlicht wie mich etwas erstaunt die Augenbraue hochziehen. Ok, ich gebe auch zu, dass ich ein Schönwetterbiker bin. Im Gegensatz zum Laufen brauche ich hier nicht wirklich Regen, Kälte und kräftigen Wind.

Da blieben also nicht viele Tage und die hatte ich auch nicht unbedingt Zeit. Reichlich Ausreden also. Aber heute war es endlich mal wieder so weit. Wenigstens eine Feierabendrunde habe ich zustande gebracht und ich kann 43 km aufs Rennradkonto schreiben.

Dabei blieb es auch heute nicht trocken und ich durfte auf den letzten 10 Kilometern die erste Regenfahrt meiner „Rennradkarriere“ verbuchen. Klar, der Wind ließ sich mit dem aufkeimenen Regen auch nicht lumpen. Aber schön war es schon. Zumal ich das erste Mal den Eindruck hatte, dass die Klickpedale und ich doch noch Freunde werden könnten. Nicht nur zu treten sondern auch zu ziehen hat schon was und so konnte mein Garmin in der Ebene (was sonst) „mit ohne Wind“ ohne große Anstrengung auch mal 32 km/h verbuchen.

Mal sehen was also noch geht in den kommenden Wochen. Aber erstmal muß ich nun wirklich in eine vernünftige Radbrille investieren. Das Werbeteil eines Bremer Bierbrauers hat heute auf seiner zweiten Ausfahrt schon gleich ein Schräubchen verloren und sich somit halbwegs in seine Bestandteile aufgelöst.

20.07.15 05

Wie schön, fürs Laufen habe ich ja auch fast schon alles. Da müssen die Euros auch dringend woanders investiert werden :mrgreen:

Vom Winde verweht

Regen stört mich bekannter Weise nicht beim Laufen, im Gegenteil. Aber was heute an „Wetter“ angekündigt wurde, ließ mich doch etwas zweifeln wieder auf einen langen Törn zu gehen: Stürmischer Wind, bei Schauern Sturmböen der Stärke 8 bis 10 und vereinzelt Gewitter. Also studierte ich vor dem Start eingehend die Seite von wetteronline.de und betrachtete mit Argusaugen das Regenradar. Nachdem der morgentliche Dauerregen abgezogen war, sah es aber gar nicht so schlecht aus. So beschloß ich, dass einem Lauf zu meiner Schwiegermama nichts im Wege stand. Allerdings ist der direkte Weg nach Berne für meine augenblicklichen Ambitionen zu kurz, so dass ich erstmal die Bornhorster Seen umkurvte bevor ich mich über die Autobahnbrücke auf die andere Hunteseite und somit auf den Weg nach Berne begab.

Die massiven Regenfälle der vergangenen Tage haben das Land gesättigt, auf den Äckern steht teilweise das Wasser. Der Wind blies kräftig, die Bäume schaukelten und rauschten stark vor sich hin. Das schöne daran: Ich hatte den Wind heute fast die ganze Zeit auf dem Rücken 😀 So einen Schub über so eine lange Strecke durfte ich noch nie geniessen, immerhin war ich knapp 30km, genauer gesagt 29,6 km, unterwegs. Auf diese Weise ließ es sich unangestrengt laufen und ich war sparsam im Verbrauch. Nur 0,6 Liter Wasser und keinerlei Verpflegung 😉 Und darüber hinaus geschah das Unglaubliche, es hat die ganze Zeit nicht geregnet. Ich war ausnahmsweise wirklich nicht böse darum. Trotz Windunterstützung hielt ich das Tempo niedrig. Wenn es überhaupt etwas auszusetzen gab, dann war es die Tatsache, dass ich angesichts der Wettervorhersage meine gelbe Jacke gewählt hatte und so etwas zu warm angezogen war. Aber sie bot dafür guten Windschutz und der war auch wichtig.

Die Bilder fasse ich in einer Galerie zusammen. Es fiel mir mal wieder schwer nicht ständig stehenzubleiben und zu fotografieren, weil die norddeutschen Einöde doch einfach viel zu vielfältig ist 😀

Da ich damit gerechnet hatte, vom Regen durchweicht zu werden, habe ich nochmal meine alte Cam mitgenommen. Wer also mysteriöse Zeichen in einigen Bildern entdecken sollte, die Bedeutung ist gering, es handelt sich lediglich um einen Defekt 😉